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Zwischen Pylonen, Nervenstärke und Elektro-Power

24.10.2026 • Redaktion • 4 Min. • Kommentare: 0

Der Wunstorfer Jugend-Kart-Slalom blickt auf eine erfolgreiche Saison und Stadtmeisterschaft.

24.10.2026
Redaktion
4 Min.
20 Zentimenter zu jeder Seite: Kart-Slalom erfordert Geschick, Schnelligkeit und Weitsicht gleichermaßen, denn die Spurbreite des Karts und die Torbreite trennen lediglich 40 Zentimenter insgesamt | Fotos: Deppe/Dombrowski

Wunstorf (red). Präzision am Lenkrad, millimetergenaue Kurvenfahrten und maximale Konzentration: Der Jugend-Kart-Slalom hat in Wunstorf eine lange Tradition. Seit über 30 Jahren wird der Motorsport-Nachwuchs in Wunstorf gefördert, viele Wunstorferinnen und Wunstorfer haben den ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt bei den deutschlandweit stattfindenden Bundesendläufen vertreten.

Dass der Sport auch nach der Auflösung des Sportrings Wunstorf lebendig und erfolgreich bleibt, bewiesen die beiden lokalen ADAC-Vereine – der Club für Motorsport Wunstorf (CMW) und der Kraftfahrzeugclub Luthe (KCL) – bei der diesjährigen Stadtmeisterschaft.

Nach dem Frühjahrslauf auf dem Wunstorfer Marktkauf-Parkplatz mit 115 Teilnehmenden ging es am 4. Oktober 2026 auf dem Gelände der Firma Vetlog in die Herbstrunde, bei der rund 70 Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer um die Siege in ihren jeweiligen Klassen kämpften.

Eine Streckenbegehung, zunächst für jeden Fahrer allein sowie auch gemeinsam kurz vor dem Start der jeweiligen Klasse, ist Pflicht. Hier zu sehen: Die Starter der Klasse K6, in der unter anderem Elternteile und Trainer mit prüfendem Blick der Kinder und Jugendlichen an den Start gehen.

Gefahren wird in den Altersklassen K1 bis K5 – von den Siebenjährigen in der K1 bis zu den Achtzehnjährigen in der K5, sodass sich der Nachwuchs in fair aufgeteilten Altersgruppen misst. In der K6, die nicht bei allen Veranstaltungen ausgeschrieben wird, gehen alle älteren Jahrgänge an den Start, allen voran „Alte Hasen“, die zu alt für die regulären Klassen sind, Eltern, die sich einmal in den Nachwuchs hineinversetzen wollen oder Trainer.

Zwei Vereine tragen den Sport in der Stadt

Im entscheidenden Herbstlauf ging es für die Wunstorfer Teilnehmenden noch einmal um alles, denn fast alle Kinder und Jugendlichen mit Chancen auf die Stadtmeisterschaft waren am Start. In den verschiedenen Altersklassen zeigten die Nachwuchstalente ihr Können.

In der Klasse K2 sicherte sich Liam-Étienne Mende (CM Wunstorf; 65,35 sec) souverän den Tagessieg. Die Siege in ihrer Klasse knapp verpasst, aber stark mitgemischt haben in der Klasse K3 Enno-Louis Lassek (KC Luthe) als Zweiter und Henri Bhatti (CM Wunstorf) auf Rang drei. In der Klasse K4 fuhr Matvii Naumchyk (KC Luthe) auf den zweiten Platz, während Marlon Harms (KC Luthe) in der Klasse K5 den dritten Rang belegte. Den Klassensieg in der Sonderwertung K6 holte Lennox Hoffmann (CM Wunstorf; 60,32 sec) klar nach Hause.

Strafsekunden für Fehler: 2 Strafsekunden für eine Pylone, die umfällt oder nicht mehr innerhalb der Markierung steht, 10 für falsch befahrene oder ausgelassene Aufgaben – wertvolle Sekunden zum Sieg
Sichtbar wird Geschwindigkeit genutzt, der Parcours „fliegt“ nahezu vorbei
Ohne die vielen Ehrenamtlichen, die im Hintergrund als Streckenposten agieren und für die Verpflegung sorgen, wären diese Veranstaltungen nicht möglich. Jede Pylone hat eine eigene Nummer – bei der Veranstaltung am 4. Oktober fiel die Pylone „Nummer 21“ besonders häufig.

Dass solche Veranstaltungen überhaupt auf die Beine gestellt werden können, ist alles andere als selbstverständlich. Es steht und fällt mit dem ehrenamtlichen Einsatz. Nach dem Ende des alten Sportrings fehlt den örtlichen Vereinen ein wichtiger Rückhalt. Für die Wunstorfer Vereine wäre eine Neugründung eines gut strukturierten Sportrings im Regionalsportbund Hannover wünschenswert und eine unverzichtbare Stütze, um das Ehrenamt spürbar zu entlasten.

„Gerade in einer Stadt wie Wunstorf, in der das Zusammenleben eine große Rolle spielt, wäre zu hoffen, dass sich eine Initiative zusammenfindet, um einen besser strukturierten Sportring Wunstorf neu zu gründen.“

Klaus-Jürgen Maurer

Trotz dieser organisatorischen Hürden blicken CMW und KCL optimistisch nach vorn: Die Wunstorfer Stadtmeisterschaft bleibt ein fester Bestandteil im Kalender und geht auch 2027 wieder an den Start.

Pädagogischer Mehrwert und sportliches Verhalten

Dass Kart-Slalom weit mehr als nur das Suchen nach der idealen Linie zwischen bunten Plastikhütchen ist, zeigt sich im Trainingsalltag der beiden Wunstorfer Vereine. Unter der Anleitung qualifizierter Trainer geht es hinter dem Lenkrad nicht nur um Zehntel- oder Hundertstelsekunden, sondern vor allem auch um mentale Stärke und Disziplin. Wer den abgesteckten Parcours fehlerfrei und auf Tempo meistern will, muss Raumgefühl, Koordination und punktgenaue Konzentration mitbringen – Fähigkeiten, von denen die Jugendlichen später auch im alltäglichen Straßenverkehr profitieren.

Die Spannung steigt: Nach einem Trainingslauf geht es in die zwei wichtigen Wertungsläufe
Wichtige Infos rund um den Parcours, tagesaktuelle Meisterschafts- und Wertungslisten findet man ebenfalls bei jeder Veranstaltung
Der Blick auf Augenhöhe zeigt: Was von oben noch klar erscheint, wird wenige Zentimeter über dem Boden zum Pylonen-Wirrwarr und zur Herausforderung für die Fahrer

Noch dazu geschieht dies vollkommen emissionsfrei, denn gefahren wird sowohl im Training als auch im Wettkampf mit Elektro-Karts. Eine Investition, die die Vereine zwar finanziell fordert, den Sport aber nachhaltig auf die Überholspur bringt. Das klare ADAC-Regelwerk sorgt dabei für Vermittlung eines fairen Sportsgeistes und gesundem Wettkampfverhaltens.

Wie Organisator Klaus-Jürgen Maurer betont, geht der Wert dieses Sports weit über den Rennplatz hinaus. Wer sich im Kart-Slalom in Verantwortung und Konzentration übt, bringt beste Voraussetzungen für den weiteren Lebensweg mit – sei es im Sport selbst oder in beispielsweise technischen Berufen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte geben ihm recht, denn viele ehemalige Wunstorfer Kartfahrerinnen und Kartfahrer haben später erfolgreich Karriere in der technischen Berufswelt gemacht.

Den feierlichen Abschluss der diesjährigen Saison bildet die Siegerehrung am Nikolaussonntag, dem 6. Dezember 2026, um 15 Uhr im Clubheim des CMW Wunstorf.

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