
Wunstorf (ds). Vielen dürfte es gar nicht klar gewesen sein: Im zurückliegenden Mai bestand offiziell zum letzten Mal Gelegenheit, direkten Einfluss zu nehmen auf das künftige Aussehen der Wunstorfer Fußgängerzone: Die Bürgerbeteiligung am 21. Mai 2025 war der letzte angesetzte Termin für Fragen und Anregungen vonseiten der Bevölkerung, bevor die verschiedenen Architekturbüros mit ihren eigenen Ideen für Wunstorfs Mitte in den ausgelobten Wettbewerb starten.
Zum Innenstadtrundgang und der abschließenden Infoveranstaltung in der Abtei waren rund 100 Interessierte gekommen: Einwohner, Anwohner, Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und vor allem auch Gewerbetreibende aus der Innenstadt verfolgten mit, wie die von der Stadt beauftragte Agentur BPW Stadtplanung den Erneuerungsprozess vermittelte. Anna Kreuzer und Niklas Suntheim führten durch die Infoveranstaltung.
Auf dem Marktplatz traf man sich und ging danach in drei Einzelgruppen durch die Innenstadt, um sich die künftigen Baustellen und Schwerpunkte der Fußgängerzonen-Neugestaltung zu vergegenwärtigen. Dabei wurde bereits auch klar, was nicht zum Fußgängerzonenumbau gehören wird: An der Verkehrsführung an den umliegenden Straßen vor allem im Bereich Nordstraße wird nicht gerüttelt, diese seien ein kompliziertes und genau aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel, sagte Kreuzer.



Auch die Wegeverbindungen zum Nordwallparkplatz werden bleiben müssen, wie sie sind, hier wird es keine baulichen Verbesserungen geben. Die eigentliche Fußgängerzone ist vom größten Parkplatz an der Fußgängerzone bislang nicht über einen direkten Fußweg zu erreichen, die Menschen überqueren von hier aus meist diverse Fahrbahnen, um in die Fußgängerzone zu kommen.
Immer wieder als mögliche Verbesserung genannt wurde der Bodenbelag: Stolpergefahr auf dem grauen Pflaster und Rutschgefahr auf dem roten Pflaster bestimmten die Debatte. Eine Rollstuhlfahrerin, die an der Veranstaltung teilnahm, fragte sich, weshalb man einst das Pflaster nicht umgekehrt gebaut hatte: Eine durchgängige ebene Fläche und eine grobe Pflasterung als Ergänzung. Aktuell zeigt sich die Wunstorfer Innenstadt genau andersherum.
Zwei Fragen beschäftigten die Teilnehmer darüber hinaus vor allem: Wer entscheidet am Ende, was wirklich umgesetzt wird – und wie viel Zeit wird das alles in Anspruch nehmen?
Die Bürger selbst dürfen sich nicht für ihre künftige Fußgängerzone entscheiden, der Auswahlprozess ist nicht-öffentlich, denn es handele sich um ein „sensibles Verfahren“: Eine Jury wird es sein, die den Siegerentwurf auswählen wird. Dabei wird es nun aber relativ schnell gehen – denn die Zusage von Fördergeldern ist an Fristen gebunden. Die Zahl von 5 Millionen Euro für die konkrete Fußgängerzonenumgestaltung steht im Raum, wovon ein Großteil von Fördergeldern abgedeckt werden soll.
Im Juni wurde der Architektenwettbewerb gestartet, er wurde europaweit ausgeschrieben. 12 Büros werden ihre Ideen für eine „Fußgängerzone 2.0“ in Wunstorf liefern. Bereits im September sollen die Entwürfe abgegeben sein, für den 1. Oktober 2025 ist die erste Preisgerichtssitzung angesetzt. Die Jury tritt dann erstmals zusammen, um sich mit den Vorschlägen auseinanderzusetzen. Mit ersten Ansichten sei realistischerweise im November zu rechnen, hieß es.



Die Entwürfe der Architekten werden dabei anonym eingereicht – die Jurymitglieder wissen selbst nicht, von welchem Büro welches Projekt kommt. Der Siegerentwurf muss dabei noch nicht in Stein gemeißelt sein – Anpassungen und besondere Wünsche werden in der Regel dann gemeinsam mit dem Sieger im weiteren Gestaltungsprozess erarbeitet, sagte Bauamtschef Alexander Wollny der Auepost.
Wer genau in der Jury sitzen wird, wurde während der Infoveranstaltung noch nicht öffentlich gesagt – nur, dass sie aus einem stimmberechtigten Teil und einem Teil hinzugezogener Fachleute bestehen wird, beispielsweise aus dem Hochbau oder den Reihen der Feuerwehr.


Begonnen werden mit den ersten Baumaßnahmen soll dann ab 2028. Wie lange umgebaut wird, blieb unklar, das konnte noch niemand genau sagen – denn es wird natürlich auch etwas von der Art des Entwurfs abhängen, der am Ende zur Umsetzung ausgewählt wird. Anna Kreuzer zog jedoch Beispiele aus anderen Städten heran und berichtete, dass dort die Umbauten recht schnell umgesetzt worden waren.
„Sie kennen Wunstorf nicht!“
„Sie kennen Wunstorf nicht!“, rief in diesem Moment jemand aus dem Publikum unter zustimmendem Raunen und verhaltenem Lachen. Auch die Umsetzung von zurückliegenden Bauprojekten wurde als Beleg für Skepsis genannt, etwa der Strandterrassenvorplatz in Steinhude oder der Barneplatz. „Das ist das Bratpfannenmodell“, rief jemand dazwischen.
Ohne neuerliche konkrete Ergebnisse ging die Beteiligungsveranstaltung zu Ende. Viele der Vorschläge an diesem Tag waren in ähnlicher Form bereits in der vorherigen Online-Umfrage der Stadt zur Innenstadtsanierung geäußert worden. Nun wird auf die Ideen aus dem Architektenwettbewerb gewartet.
Im Frühling 2022 stand auf der Titelseite der Auepost „Die Innenstadt vor dem Umbau“. Und nun ist es mal wieder so weit, nach drei Jahren, die Bänke, das Sonnensegel, Fahrradturm, Kreisel schon inkludiert.
Ich frage mich, warum in dieser Stadt ständig etwas verändert werden muss, Neuerungen zweifelhafter Art verdrängen das Alte, sich Bewährende, und oftmals rufen diese Investitionen den Ärger der Bürger hervor.
Ist es anknüpfend an die ständigen Unzufriedenheit einiger Weniger, oder warum kann diese Stadt nicht so bleiben, wie sie in Ihrer Ursprünglichkeit Qualitäten aufwies, die auch ein reges Verkaufsleben boten?
Es gibt viele Kleinstädte, die ihren Charakter bewahren, auch „Altem“ immer wieder Beachtung schenkten und es achten. Warum unterliegt dieser Ort ständigen Veränderungen?
Es gleicht einer Puzzlearbeit, immer auf der Suche nach einem passenden Stein, der aber nie gefunden wird.
Dass durch ständige „Neuerungen“ und Abänderungen der Absatzmarkt dort steigen wird, bleibt abzuwarten … !
Es gibt in der psychologischen Lehre eine Aussage über eine sich ständig wechselnde Einrichtung einer Wohnung.
Diese besagt, dass sich Derjenige, der sie bewohnt, nicht heimisch fühlen kann und wird.
Wenn die Planung genauso lange dauert wie die bisherigen Umsetzungen verschiedener Planungen, dann werde ich die Umsetzung wohl glücklicherweise nicht mehr erleben.
Die Geschäfte in der Innenstadt sind jetzt schon wenig besucht durch Parkplatzmangel und jetzt noch eine riesen Baustelle direkt in der Fußgängerzone dann geht da wohl keiner mehr einkaufen
Eine monatelange (oder eher jahrelange) Umbauphase will sicher niemand. Was Umsetzung von Bauvorhaben betrifft hat die Verwaltung aktuell keine gute Erfolgsquote, was das bedeutet sieht man in der Barne. Bitte verunstaltet die Fußgängerzone nicht in eine graue Betonwüste ohne Bäume -der Barneplatz ist wirklich nicht sehr einladend!
Ich wünsche dem nächsten Bürgermeister und den dazugehörigen Ratsmitgliedern mehr Verantwortungsbewusstsein beim Ausgeben von Steuergeldern. Aktuell ist die Pro – Kopf Verschuldung in Wunstorf von ca. 500 auf ca. 4500 Euro gestiegen. Kein Bauvorhaben konnte im geplanten finanziellen und zeitlichen Rahmen umgesetzt werden, das wird bei der Fußgängerzone wohl kaum anders sein.
Vielleicht will keiner diesen Umbau wie wäre es mal mit einer bürgerbefragung wahl
Dummes Zeug, so verkehrt ist die Fussgängerzone nicht, aber hey, die 5 Mio€ müssen verbraten werden, auf Teufel komm raus. Jahrzehnte hat man sich um nichts gekümmert, jetzt muss Alles mit der Brechstange umgesetzt werden. Siehe Neubau der Sparkasse, die so erst seid 1978 besteht, muss weg, so auch die Fussgängerzone. Alles nur noch Blödsinn, mit Ihrem Alles muss neu und wenn, dauert die Bauzeit heutzutage, eh länger als…..10 Jahre
Mit dem Geld könnte man die straßen mal flicken mesmerode, kolenfeld eine Katastrophe
Und bei einer Bauphase von 10 Jahren sind dann auch keine Geschäfte mehr ansässig. Kann auch der Plan an allem sein – wenn man sich den City Beach anschaut. Bessere Werbung für eine Stadt kann man ja gar nicht machen, vor einem Leerstand, dem Juwelier Geschäft.
Was die Stadt Wunstorf in die Hand nimmt ist eigentlich von vornherein zum scheitern verurteilt.
Eine umfassende Umgestaltung wird sich, verbunden mit etlichen Komplikationen-siehe nur Barne und Nordstrasse- über Jahre hinziehen.
Ich werde meinen Einkauf weiterhin in Bad Nenndorf tätigen, schon allein wegen der Parkmöglichkeiten.Wunstorf hat sich die letzten Jahre sehr zum Nachteil verändert.Leider habe ich noch meine Sparkasse in Wunstorf.Das werde ich auch noch ändern..
Ihre Sparkasse in Wunstorf? Das kann ja gar nicht sein. Sie meinen sicherlich die Sparkasse Hannover.
Viel Vergnügen in Bad Nenndorf. Da werden Sie wohl 2026 mit dem Auto kein Durchkommen mehr haben.
Ich als Barsinghäuser Bürger kann den Unmut der Wunstorfer gut verstehen.
Unsere Fußgângerzone ist ja auch nicht gerade ansprechend und hat Mehrere Millionen gekostet. Nach meinem Gefühl war es in diesem Ausmaß auch nicht nötig. Ich fand die Alte Fußgängerzone schöner. Vor Allem der Thie(Mittelpunkt) ist sehr öde. Ich hoffe, dass in Wunstorf nicht so übertrieben wird und die gleichen Fehler gemacht werden. Ich finde die Wunstorfer Fußgängerzone schön wie sie ist, auch schöner als in Barsinghausen.
Deshalb sollte man Marodes reparieren und Bewärtes so lassen wie es ist.
Bei der Gelegenheit könnte man die Parkgelegenheiten verbessern. Die Parkfläche Nordwall könnte um zwei Parkflächen aufgestockt werden (z.B. eine Tiefebene, eine ebenerdige Ebene und eine Hochebene. Das würde auch die Umgebungsbebauung nicht beeinträchtigen. Prakmatisch. Ein Gewinn für das innerstädtische Gewerbe.
Nehmt euch ein Beispiel an Hameln. Die haben an jeder Ecke Spiel- und Sitzmöglichkeiten. Tischfußball, Schach.. Wirklich toll, die Sicherheitspoller und Betonquader sind unauffällig verziert usw…
Was ist eigentlich mit den Lautsprecherinfos in Wunstorf? Wieviel hat das gekostet?
Ein neues Sparkassen Gebäude? Was stimmt mit euch nicht? Aber ob wir hier kommentieren oder irgendwo fällt n Sack Reis um, die machen eh was sie wollen!
So geht es immer weiter bergab mit Wunstorf, ich kann nur sagen: weiter so.
Viele Grüße
Liebe Anwohner und Gewerbetreibende
Euer Mittel der Verwaltung mitzuteilen „so nicht!“ dürfte ein Bürgerbegehren sein.
Kurzfristig aufgelegt, bei allen Händlern und Läden ausliegend die die Pläne der Verwaltung nicht unterstützen wollen …
Direktes Demokratisches Kommunales Instrument
Viel Erfolg
Leb wohl „schönste Innenstadt der Region“. Und Hallo zu „uns“ (ham se ins Gehirn ge…)
Wenn ich mir die bisherigen Baubereiche der Stadt Wunstorf ansehe z.B. Barnekreisel, Barneplatz, Strandterassen, Nordstraße ( mit laienhaft ausgeführter Pflasterung) kann ich mir eine Fertigstellung der Fußgängerzone nicht vor 2038 vorstellen.