
Wunstorf (as). Er findet keinen Ruhestand: Erneut hat Ludger Wieser kommissarisch die Leitung der Musikschule Wunstorf übernommen. Hintergrund: Innerhalb der Probezeit hat der Vorstand der Institution einstimmig entschieden, die Zusammenarbeit mit dem neuen Leiter zu beenden.
In einem Schreiben an Schülerinnen, Schüler und Eltern erklären Dr. Henrike Buddecke und Stephanie Alba als Vorsitzende: „Leider hat sich gezeigt, dass die gegenseitigen Erwartungen und Vorstellungen über die Führung unserer Musikschule zu stark voneinander abweichen. Deswegen haben wir keine Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit gesehen.“
Weiter heißt es, in den kommenden Wochen werde mit Hochdruck an einer Lösung für die Nachfolge gearbeitet. Zunächst werde die Stelle erneut ausgeschrieben. Der Unterrichtsbetrieb laufe „selbstverständlich ohne Einschränkungen“ weiter.
Wiese gehört zu den Gründern der 40 Jahre alten Musikschule und hat sie lange geführt. 2021 ist er in Ruhestand gegangen und kehrt jetzt zum zweiten Mal als Interimsleiter zurück. Das Institut hat 27 Lehrkräfte, die in 33 Klassen und Ensembles 1.200 Schülerinnen und Schüler an 450 Instrumenten ausbilden.
siehe auch: Jens Enders ist Wunstorfs neuer Musikschulleiter
„In einem Schreiben an Schülerinnen, Schüler und Eltern erklären Dr. Henrike Buddecke und Stephanie Alba als Vorsitzende: „Leider hat sich gezeigt, dass die gegenseitigen Erwartungen und Vorstellungen über die Führung unserer Musikschule zu stark voneinander abweichen. Deswegen haben wir keine Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit gesehen.“
Also Leute, das geht gar nicht.
Wenn ich eine Person und deren Entlassung schon öffentlich ausposaune, dann muss ich schon ganz konkrete Gründe angeben, damit es für die Öffentlichkeit nachvollziehbar ist.
Vielleicht hätte die Wunstorfer Musikschule sich VOR der Einstellung mal Gedanken darüber machen können, wie sie es sicher stellt, dass die „gegenseitigen Erwartungen und Vorstellungen über die Führung der Musikschule“ nicht zu sehr auseinander driften. Okay, man könnte hier entgegenhalten, dass es genau dafür ja eine Probezeit gibt. Aber in Person von Ludger Wiese hatte man ja ein jahrelanges Vorbild für die Person Jens Enders. Haben sich die beiden nie zusammengesetzt und mal miteinander geredet?
Dieses Hin und Her erinnert mich sehr an die Vorgehensweise im Wunstorfer Rathaus.