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Sahra Wagenknechts Bündnispartner betreten die kommunalpolitische Bühne in Wunstorf

20.05.2026 • Achim Süß • 2 Min.Kommentare: 8

Die politische Landschaft der Stadt verändert sich: Kaum benennt die erstarkte Linke eine eigene Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 13. September, tritt wie aus dem Nichts das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit vier Bewerbern für kommunale Gremien hervor. Darunter ist mit Christoph Heinrich aus Klein Heidorn eine bekannte Persönlichkeit.

20.05.2026
Achim Süß
2 Min.
Die BSW-Bewerber für Wunstorf und Neustadt: hinten (v. l.) Jürgen Bohlke, Florian Rothkoegel, Albrecht Nause-Brackebusch (für Neustadt) und vorn Christoph Heinrich, Jutta Rothkoegel, Ulas Demiray und Michael Franke (Neustadt) | Foto: privat

Wunstorf (as). Für den Bereich 1 der Wahlen zum Rat der Stadt kandidiert außer Heinrich auch Jürgen Bohlke aus Idensen, für den Bereich 2 treten Jutta Rothkoegel und Ulas Demiray aus Steinhude an. Demiray, Michael Franke und Florian Rothkoegel stellen sich auch zur Wahl in die Regionsversammlung.

Demiray und Florian Rothkoegel bewerben sich außerdem um Sitze im Steinhuder Ortsrat, Heinrich bewirbt sich um ein Mandat im Ortsrat seines Heimatortes Klein Heidorn. Der 70-jährige Heinrich ist dort seit 26 Jahren als Vorsitzender des TSV bekannt. Seit 35 Jahren leitet er im Ort eine Tierpension. Mehrere Jahre lang war er als Nachfolger von Günther Wollenzien Vorsitzender des Vereins Vogelpflegestation Gut Düendorf.

Fahrradwege, Schwimmbäder, Bahnhofssauberkeit

Heinrich teilt in einer Presseerklärung mit, die BSW-Gruppe habe im März am Wahlprogramm für die Region mitgewirkt. Für Wunstorf nennt er folgende Themenschwerpunkte: Sicherheit und Sauberkeit am Wunstorfer Bahnhof, die Zukunft der Bäder in Wunstorf und Bokeloh, Wohnungsbau, die Perspektiven der Schulen, Städtepartnerschaften in Krisenzeiten und die Sinnhaftigkeit im Festlegen von Fahrradwegen.

Stolz ist die BSW-Gruppe nach Heinrichs Darstellung auf einen Gesprächskreis, der sich alle sechs Wochen trifft. Dort seien Interessierte willkommen, die eine „freundschaftliche Diskussion über politische Fragen schätzen und kritikfähig miteinander umgehen können“”.

Unterstützerunterschriften müssen gesammelt werden

Die Kandidatinnen und Kandidaten sind nach Heinrichs Darstellung dabei, die erforderliche Zahl an Unterschriften von Unterstützern zu sammeln, um ihre Liste bei der städtischen Wahlleitung einzureichen. Eine förmliche Ortsgruppe sei noch nicht gegründet worden, erklärt Heinrich im Gespräch mit der Auepost. Er sei der Initiator des Gesprächskreises von Wunstorfern und Neustädtern, der sich Ende des vergangenen Jahres gegründet habe.

Die Gruppe tritt noch bis Oktober unter dem Namen Bündnis Sahra Wagenknecht auf. Die künftige Bezeichnung: Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft (BSW).

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Kommentare


  • Marc sagt:

    Nach der linken Bürgermeisterkandidatin aus Langenhagen kommt jetzt der Trümmerhaufen der BSW. Mit der AfD haben wir bereits eine fünfte Kolonne Putins – eine weitere brauchen wir in Wunstorf nicht.

  • Anonym sagt:

    Wer die AfD als fünfte Kolonne Putins bezeichnet, bei dem haben tagesschau und BLÖD-Zeitung offensichtlich bleibende Schäden hinterlassen. Und obwohl ich ganz sicher kein Linker bin, kann ich eine neue Kraft, wie das BSW, jenseits der Altkartellparteien nur begrüßen.
    Und ich kann unserem lieben Marc einen Geheimtipp geben: alle diese neuen und frischen Parteien haben eines gemeinsam: sie bezeichnen Menschen, welche eine andere Meinung als sie selber vertreten, nicht sofort als Nazi oder Putin-Versteher, sondern sie hören erstmal zu und versuchen, sich in die Sichtweise der anderen Seite hinein zu versetzen. Etwas, was die Altkartellparteien schon seit langem verlernt haben.

    Wenn man die ausgesprochen krude Denkweise von Marc annimmt, so müsste man die Altkartellparteien CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne als fünfte Kolonne Trumps oder der USA bezeichnen. Schaut man sich die personelle Besetzung von Atlantikbrücke, WEF und anderen Organisationen an, so ist dies auch gar nicht weit hergeholt.

    • Anonym sagt:

      Wer in seinem Kommentar von „Altkartellparteien“ spricht, disqualifiziert sich von vornherein für eine sachliche Diskussion.

      • Basis-Demokrat sagt:

        Was mich an solchen Debatten stört, ist dieses ständige Muster: Die anderen sind ideologisch, wir selbst natürlich nicht.

        Dabei ist die Blindheit gegenüber dem eigenen Lager gerade kein exklusives Problem einer bestimmten Partei oder Richtung. Wer Politik als Lagerkampf betreibt, neigt fast immer dazu, die eigenen Begriffe für sachlich zu halten und die Begriffe der Gegenseite für Hetze, Propaganda oder Unsinn.

        Genau daran scheitert die Sachlichkeit: nicht erst am falschen Parteibuch, sondern an der Weigerung, dieselben Maßstäbe auch auf die eigene Seite anzuwenden.

      • Rika sagt:

        Wer den Begriff „Altkartellparteien“ pauschal als Ausschlussgrund für sachliche Diskussion behandelt, müsste dann konsequenterweise auch den Begriff „Brandmauer“ kritisch sehen.

        Für mich sind beide Begriffe problematisch.

        „Altkartellparteien“ stigmatisiert pauschal die etablierten Parteien als illegitimes Kartell. „Brandmauer“ stigmatisiert umgekehrt bestimmte politische Akteure und deren Wähler als grundsätzlich nicht gesprächsfähig.

        Beides ist keine offene demokratische Auseinandersetzung, sondern gegenseitiges Ausgrenzen mit unterschiedlichen Etiketten.

        Gerade in dieser Debatte sieht man das Muster sehr deutlich: Die einen sprechen von Kartell, die anderen von Brandmauer. Beide Seiten erklären sich selbst zur demokratischen Vernunft und die Gegenseite zum Problem.

        Für mich ist das insgesamt keine überzeugende Option. Demokratie lebt nicht davon, dass man sich gegenseitig aus dem Gespräch ausschließt, sondern davon, dass Positionen sachlich geprüft werden — auch dann, wenn sie unbequem sind.

  • Wolfgang Ferl sagt:

    Die Bundesarbeitsministerin hat sich gerade heute wieder für Zudammenhalt und VIELFALT ausgesprochen. Sie scheinen damit nicht einverstanden zu sein?

  • Klaus-Dieter sagt:

    Der 13. September wird ein spannender Tag. Das steht absolut fest. Was denn noch? Morgen gibt die kommunistische Partei Nepals auch noch ihre Aufstellung von Kandidaten für die Ortsräte in Wunstorf bekannt!?

  • Anonym sagt:

    Schauen wir uns doch mal ganz unaufgeregt die Begrifflichkeiten an:

    „Altkartellparteien“ ist kein neutraler politikwissenschaftlicher Fachbegriff, aber auch kein inhaltsleeres Schimpfwort. Er verbindet zwei Aussagen: „Altparteien“ bezeichnet Parteien mit längerer parlamentarischer Tradition und ist laut Duden häufig abwertend; „Kartellparteien“ behauptet zusätzlich, dass diese Parteien trotz ihrer Konkurrenz in bestimmten Fragen gemeinsame Interessen verfolgen und sich gegenüber neuen Wettbewerbern abschotten.

    Exakt dies trifft auf die etablierten Altparteien CDU/CSU, SPD, FDP, Linke und Grüne der AfD gegenüber zu.

    Interessanterweise gibt es für den zweiten Teil tatsächlich eine politikwissenschaftliche Theorie. Richard Katz und Peter Mair entwickelten 1995 die „Cartel Party Thesis“. Danach können etablierte Parteien dazu tendieren, staatliche Ressourcen gemeinsam zu nutzen, politischen Wettbewerb zu begrenzen und dadurch ihr kollektives Fortbestehen abzusichern. 2009 formulierten sie ausdrücklich, Parteien könnten „like cartels“ funktionieren und staatliche Ressourcen einsetzen, um Wettbewerb zu begrenzen. Das ist eine anerkannte, wenn auch diskutierte Theorie der Parteienforschung – keine AfD-Erfindung.

    Wer schloß jüngst zwei demokratisch aufgestellte AfD-Kandidaten von Wahlen aus? Altkartellparteien-Mitglieder!

    Im Juli 2026 wurde der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert vom Kreiswahlausschuss Friesland mit 5:1 Stimmen nicht zur Landratswahl zugelassen. Das niedersächsische Innenministerium hatte Zweifel an seiner Verfassungstreue vorgetragen. Dabei ging es laut Berichten nicht nur um seine AfD-Mitgliedschaft, sondern auch um konkrete Äußerungen. Sichert bekam Gelegenheit zur Stellungnahme und kündigte Rechtsmittel an.

    Auch der AfD-Kandidat Thorsten Moriße wurde inzwischen in Wilhelmshaven von der Oberbürgermeisterwahl ausgeschlossen. Die Rechtsgrundlage unterscheidet solche Ämter von normalen Parlamentsmandaten: Bürgermeister und Landräte werden Beamte auf Zeit; das niedersächsische Recht verlangt deshalb besondere Verfassungstreue. Ob die derzeitige Anwendung dieser Vorschrift rechtmäßig ist, dürfte letztlich von Gerichten geklärt werden.

    Ich halte die Brandmauer für ein Parteienkartell zur Abschottung gegenüber einem politischen Konkurrenten. Und genau das betreiben die Altparteien CDU/CSU, SPD, FDP, Linke und Grüne.

    Bei der institutionellen Ausgrenzung der AfD verhalten sich die etablierten Parteien in zahlreichen Fällen eindeutig kartellartig, obwohl sie ansonsten politische Konkurrenten sind und genau das beschreiben Katz und Mair in ihrer „Cartel Party Thesis“. Die etablierten Parteien weisen erstaunlich viele Merkmale des von Katz und Mair beschriebenen Kartellparteiensystems auf.

    Und daher ist auch der Begriff „Altparteienkartell“ vollkommen zutreffend, denn er beschreibt nur einen Ist-Zustand.

    Halten wir zusammenfassend fest:

    Die etablierten Altparteien CDU/CSU, SPD, FDP, Linke und Grüne verhalten sich beim Umgang mit der AfD in bestimmten Bereichen kartellartig, indem sie trotz sonstiger Konkurrenz gemeinsam deren politische und institutionelle Einbindung verhindern wollen.

    Und:

    Katz und Mair verwendeten den Begriff gerade als politikwissenschaftliches Analysemodell für demokratische Parteiensysteme. Ihre Kartellparteienthese lautet ausdrücklich, dass Parteien zunehmend wie Kartelle funktionieren können, indem sie staatliche Ressourcen zur Begrenzung des Wettbewerbs einsetzen.

    Und genau DAS sehe ich als eklatante Gefahr für die Demokratie in Deutschland.

    Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen:
    „staatliche Ressourcen zur Begrenzung des Wettbewerbs einsetzen“

    Beispiel1: Die Altkartellparteien setzen offensichtlich den – weisungsgebundenen – Verfassungsschutz dazu an, die AfD als gesichert rechtsextrem zu erklären

    Beispiel2: Konkret äußerte sich im November 2025 Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Er sprach über sensible Polizei- und Verfassungsschutzdaten. Für den Fall einer AfD-Regierungsübernahme sagte er sinngemäß, er würde dann solche Daten vorsorglich löschen!
    Die „Logik“:
    „Ich halte den möglichen Wahlsieger für extremistisch, deshalb darf der bestehende Staatsapparat ihm Informationen vorenthalten oder sie vernichten“
    gerät unmittelbar in Spannung mit drei zentralen rechtsstaatlichen Prinzipien:
    Art. 20 Abs. 2 GG – Demokratie und Anerkennung des Wahlergebnisses,
    Art. 20 Abs. 3 GG – Bindung der Exekutive an Gesetz und Recht,
    Art. 21 GG – besondere verfassungsrechtliche Stellung politischer Parteien und Entscheidungskompetenz des Bundesverfassungsgerichts über deren Verfassungswidrigkeit.

    Das ist offensichtlich das Demokratieverständnis von SPD-Politikern.

    • 2019: CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke beantragen gemeinsam die Abwahl des AfD-Rechtsausschussvorsitzenden Brandner.
    • 2021/22: Drei der AfD zustehende Ausschussvorsitze – alle Kandidaten scheitern.
    • 2025: AfD-Kandidaten scheitern erneut bei Bundestagsvizepräsident, Kontrollgremien und weiteren parlamentarischen Ämtern.
    • 2026: Mehrere AfD-Kandidaten in Niedersachsen werden gar nicht erst zu Bürgermeister- bzw. Landratswahlen zugelassen.

    Man kann dieses Vorgehen „Brandmauer“, „Abgrenzung“ oder kartellartiges Verhalten nennen. Die Fakten bleiben dieselben: Politische Konkurrenten schließen sich immer wieder zusammen, sobald es darum geht, AfD-Kandidaten von Ämtern oder teilweise sogar von Wahlen fernzuhalten.

    Das erinnert an ein Fußballspiel, bei dem der Schiedsrichter von Anfang an auf der Seite einer Mannschaft steht und dem Gegner permanent rote Karten zeigt. Formal läuft das Spiel weiter – aber über einen fairen Wettbewerb braucht man sich dann nicht zu wundern, wenn Zweifel entstehen.

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