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30 Jahre Chorgesang: Meervocal wird zum Jubiläum mehr vokal

25.09.2026 • Achim Süß • 2 Min. • Kommentare: 0

Die Wunstorfer Kulturinitiative meervocal e.V. lädt wieder zum Festival ein: Im 30. Jahr seit der Gründung stehen am Freitag, dem 25. September, ab 20 Uhr in der Stadtkirche und am Sonnabend, dem 26. September, im Küsters Konzerte und Workshops auf dem Programm.

25.09.2026
Achim Süß
2 Min.
Friedrich Kampe ist der Mann am Klavier – und Motor, Mentor und Macher von meervocal | Foto: Süß

Wunstorf (as). „Die aktuellen Strömungen in der Jazzchor-Bewegung haben die Klangmalerei im Chor zum Schwerpunkt gemacht“, beschreibt Friedrich Kampe den Schwerpunkt des diesjährigen Angebots. Vocal Painting sei der Fachbegriff dafür. Zu Deutsch also etwa „tönende Malerei“. Dabei wird die für den Jazz zentrale Idee der Improvisation gestärkt und in die Verantwortung von Chorleitung und Ensemble gelegt, so Kampe. Der oder die Einzelne könne stimmlich hervortreten, bleibe aber Teil des Chores.

Der erfahrene Musikpädagoge hebt hervor, Vocal Painting habe einen doppelten Effekt: Die Sängerin oder der Sänger begebe sich in eine Gruppe, müsse und könne Solidarität ausüben und sich in den „Gesamtsound“ einfügen. Dieser „Ensemblegeist“ sei in einer Zeit allgemeiner Reizüberflutung sehr wichtig. Gleichzeitig erlaube die neue Strömung auch, sich als Solist oder Solistin zu profilieren.

Nordische Popsongs

Meervocal hat zu diesem Thema eine Dozentin aus Aarhus in Dänemark mit ihrem Chor eingeladen: Tjeda Efken und der Chor „LYT“ sind in zwei Konzerten mit unterschiedlichem Programm in Wunstorf zu hören. „Lyt“ steht im Dänischen für „Höre!“, für das genaue Hinhören, das Lauschen, und genau das verkörpere der Chor mit seinem Repertoire aus modernen dänischen und nordischen Popsongs, beschreibt Kampe das Konzept der Dänen. LYT verfüge über „30 starke Stimmen, die zu einem Klang verschmelzen, der unter die Haut gehe.“

Efken hat in Aarhus und Berlin studiert. Als Solistin tourte sie in Spanien, Kuba und Mali mit den Rolling Stones. Heute ist sie Solistin der Vokalgruppe „Aarhus Vocal Painters – AVOPA“. Als Dozentin hat sie auch an der Landesmusikakademie Wolfenbüttel gearbeitet und den dänisch-deutschen Musikaustausch gefördert. Sie kann in zwei Meervocal-Workshops am 25. und 26. September in der Stadtkirche erlebt werden. In 90 Minuten führt sie am Beispiel eines Chorstückes in die Technik des Vocal Paintings ein. Zudem nehmen die Teilnehmer Anregungen zum Singen sowie einen neuen Chortitel mit.

Teilnehmen können Einzelpersonen sowie Chorgruppen für eine Kursgebühr von 20 Euro. Die Anmeldung für die Termine am 25. September von 16 bis 17.30 und am 26. September von 11 bis 12.30 Uhr erfolgt über die Mail an Friedrich.Kampe@gmx.de.

Ab Freitag

Das Konzertprogramm 2026 beginnt am Freitag um 20 Uhr in der Stadtkirche mit dem Auftritt von „Twist and Shout“. „LYT“ setzt fort. Open Air geht es am Sonnabend ab 20 Uhr im Küsters weiter: „After Six“ aus Hannover eröffnen das Hutkonzert, LYT rundet den Auftritt ab. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei, die Organisatoren freuen sich über Spenden.

Die Organisatoren, das sind seit 1995 neben Friedrich Kampe vor allem seine früheren Schüler Tobias Timm und Fabian Spier. Nicht zuletzt ist Peter Spreter von Kreudenstein zu nennen, der den Verein seit der ersten Stunde führt. Die ersten Konzerttermine wurden in der Steinhuder Grundschule und im früheren Schäker-Lager organisiert. Ausgabe Nummer 14 konzentriert sich auf Stadtkirche und Küsters Hof, zwei ebenfalls ausgefallene Veranstaltungsorte.

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