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SPD-Fraktion bestätigt Martin Ehlerding und startet Ratsarbeit mit fünf Frauen

25.09.2026 • Achim Süß • 4 Min. • Kommentare: 0

Martin Ehlerding bleibt Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Seine zwölf Kolleginnen und Kollegen haben den 40-jährigen Rechtsanwalt am Montagabend einstimmig im Amt bestätigt. Ehlerding bekräftigte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Parteivorsitzenden Sören Thoms und Bürgermeisterkandidat Carsten Piellusch den Führungsanspruch seiner Partei in Rat und Ortsräten.

25.09.2026
Achim Süß
4 Min.
Sören Thoms, Carsten Piellusch und Martin Ehlerding (v.l.) | Foto: Süß

Wunstorf (as). Thoms nannte das Wahlergebnis „sehr gut“, obwohl es „keinen guten Bundestrend“ gegeben habe. Die neue Fraktion sei sehr motiviert und „breit aufgestellt“. Sieben Mandatsträger seien wiedergewählt worden, sechs seien neu im Rat. Thoms wörtlich: „Wir haben einen Frauenanteil von 40 Prozent in der Fraktion. Das ist der höchste Frauenanteil von allen Fraktionen im Rat. Wir haben gestern auch gemerkt, wir sind verhältnismäßig jung.“

Zwei Rentner, fünf Frauen

Ehlerding bestätigte das mit dem Hinweis darauf, dass unter den 13 Mandatsträgern zwei Rentner seien. Der „Rest steht voll im Berufsleben“, so der Fraktionschef. Der Frauenanteil sei „wichtig für die Durchmischung“: Männer und Frauen hätten auf die Politik „einen anderen Blick, auch vielleicht einen anderen Ansatz teilweise“.

Die fünf weiblichen Mitglieder in der 13-köpfigen Fraktion sind Kirsten Riedel, Gunda Cordes, Daniela Helbsing, Christin Fietz und Johanna Hattendorf. Die fünf Mandate entsprechen genau 38,46 Prozent.

„gibt uns Rückenwind“

Ganz klar sei, die SPD stelle als stärkste Fraktion im Rat den Führungsanspruch, betonten Thoms und Ehlerding. Zwar könnten „die Mitbewerber von der CDU vor Kraft fast nicht gehen“, so der alte und neue Fraktionsvorsitzende, aber die Partei habe Stimmen und Mandate verloren.

In neun von zehn Ortsräten stelle die SPD die Mehrheit, aus acht von zehn Ortsratswahlen sei der SPD-Ortsbürgermeister als stärkster Kandidat hervorgegangen. Ehlerding: „Das gibt uns Rückenwind.“
Er kündigte an, nach der Stichwahl am Sonntag „mit allen Fraktionen außer der AfD Kontakt“ aufzunehmen. Das gelte auch für die Einzelbewerber.

Bunt und ohne klare Mehrheit

Der Rat sei „bunt“, und es gebe keine feste Mehrheit – auch wenn das von der politischen Konkurrenz suggeriert werde, betonte Ehlerding: „Gibt es nicht. Die hat sich noch nicht konstituiert. Ich bin gespannt, wie die aussehen soll.“ Ohne die SPD werde es keine Mehrheit im Rat geben. Ehlerding wörtlich: „Außer man bindet die AfD in eine feste Absprache mit ein. Das kann ich mir aber nicht vorstellen.“ So habe die SPD die „Mitbewerber nicht kennengelernt“.

Der Fraktionschef weiter: „Wir rechnen damit, dass es wechselnde Mehrheiten gibt. Das Signal der anderen Fraktionen bisher ist, dass keine festen Mehrheiten gewünscht sind.“ Die SPD favorisiere seit Jahrzehnten andere Lösungen, nämlich Gruppenbildungen. Dieser Weg hat nach Ehlerdings Ansicht „auch gut funktioniert“, weil das für alle Klarheit schaffe: für die Bürger wie für die Verwaltung.

„Wir brauchen am Ende Verlässlichkeit, wie Haushalte beschlossen werden“, erklärte Ehlerding. Das sei das A und O. So werde die SPD auch die Gespräche mit den anderen Parteien führen. Er warnte vor Zufallsentscheidungen: „Das wäre nicht unser Wunsch!“ Dass es eine feste Koalition geben werde, sehe er „noch nicht“.

Konzentration auf Piellusch

Thoms erklärte auf Nachfrage, die Partei werde sich in den letzten Tagen des Wahlkampfs „voll auf Carsten Piellusch konzentrieren“. Am Freitag komme Eva Bender, die Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin, noch einmal zum Wochenmarkt nach Wunstorf. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die SPD auf Sieg setzt: „Da stellen wir mit Carsten Piellusch als Bürgermeister und Eva Bender als Regionspräsidentin dann wahrscheinlich Sonntagabend oder Montagmorgen ein ziemlich starkes Team.“

Sein Amt als Parteivorsitzender werde er „im Laufe der nächsten Monate“ abgeben, kündigte Thoms an. Er ist am 13. September in den Stadtrat gewählt worden. Im Parteivorstand war er nach eigenen Angaben fast 25 Jahre aktiv, die vergangenen vier als Vorsitzender. Diese Arbeit beende er mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

„Ordentliche Bilanz“

Ehlerding nutzte die Pressekonferenz, die inhaltlichen Schwerpunkte für die nächsten Jahre zu umreißen: Wohnbau mit einer Sozialquote von 30 Prozent, Kinderbetreuung und Ganztagsschulbetrieb, Intensivierung der Politik für junge Menschen und Stärkung der Ortsteile.

Bürgermeisterkandidat Carsten Piellusch stellte erneut Teile seines bereits publizierten 80-Punkte-Programms für die nächsten acht Jahre Amtszeit vor – Überschrift: „Starke Stadt und starke Ortsteile“. Er wolle auf „eine ganz ordentliche Bilanz“ aufbauen. Beim Thema bezahlbares Wohnen nannte Piellusch die Planungen für Blumenau. Das Ziel sei, die Stadt aus der Situation mit einem angespannten Wohnungsmarkt herauszuführen. „Das ist das große Ziel. Dazu brauchen wir mehr Wohnraum“, sagte Piellusch erneut.

Außerdem zählte er die Schulbauten in Steinhude, Kolenfeld, Luthe, Großenheidorn und Bokeloh auf. Erneut wies er außerdem auf den Plan hin, nach vielen Gesprächen mit Jugendlichen Treffpunkte in den Ortsteilen zu schaffen. Weitere Stichworte waren der Ausbau des Innovationsparks am ehemaligen Kalischacht, die neue Nutzung des ehemaligen Schulzentrums in Steinhude, die Aufwertung der Badeinsel und der konzentrierte Ausbau des Glasfasernetzes.

Hoch propagiert Jugendtreff

An dem Pressetermin nahmen auch sieben Kandidatinnen und Kandidaten für die Positionen der Ortsbürgermeister teil: Elke Rodloff (Klein Heidorn), Thomas Silbermann (Wunstorf), Carsten Grobe (Kolenfeld), Rolf Hoch (Luthe), Luis Hattendorf (Idensen) und Leon Troschke (Bokeloh). In die Riege gehört auch Fraktionschef Ehlerding, der amtierende Ortsbürgermeister von Großenheidorn.

Zum Abschluss ergriff Luthes Ortsbürgermeister Rolf Hoch das Wort. Wie Piellusch betonte er die Wichtigkeit von Jugendtreffs für das örtliche Leben. In seinem Ortsteil biete sich beim Bau des Feuerwehrgerätehauses die Möglichkeit, ein solches Angebot zu schaffen und die Jugendlichen von Anfang an an der Planung zu beteiligen.

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