
Wunstorf (as). „Überzeugen Sie sich selbst und lassen Sie sich ein auf kreative Kunstwerke, die außergewöhnliche Frauen würdigen und zeigen, dass Stärke viele Gesichter haben kann: leise oder laut, sichtbar oder unscheinbar.“ So wirbt Katja Ippisch, die verantwortliche Pädagogin des Gymnasiums für die Ausstellung.
„Starke Frauen“ ist eine gemeinschaftliche Aktion von Kunstverein und Forum: Schon zur Nacht der Kultur im Sommer 2025 hatte der Kunstverein vor, die Werke der Schülerinnen und Schüler zu zeigen. Organisatorische Gründe haben das verhindert. Jetzt werden die Arbeiten bis zum 21. Februar 2026 in der Stadtkirche zu sehen sein.
Zum Themenbereich „Menschendarstellung“ haben sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen selbstständig eine weibliche Person ausgewählt, der sie malerisches oder in Collagen porträtieren. Der Inspiration dienten Bücher aus der Schulbibliothek. Die Wahl fiel auf berühmte weibliche Persönlichkeiten aus Film, Wissenschaft, Forschung, Musik, Bildender Kunst, Literatur und Geschichte. Aber auch unbekanntere Frauen wurden für die künstlerische Hommage ausgewählt.
So sind neben Anne Frank, Frida Kahlo, Sophie Scholl, Astrid Lindgren mit ihrer starken Heldin Pippi Langstrumpf oder Marie Curie auch Frauen zu finden wie Mildred Harnack (geb. Fish). Die amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin wurde im Zweiten Weltkrieg in Deutschland zu einer Schlüsselfigur im Widerstand. Deswegen wurde Harnack als einzige amerikanische Frau auf direkten Befehl Adolf Hitlers im Jahr 1943 hingerichtet und gilt heute als eine der bedeutendsten Frauen des deutschen Widerstandes.
Ippisch schildert die Entstehung der Werke als einen „längeren kreativen Prozess: Als Vorlage für die Porträts dienten Schwarz-Weiß-Abbildungen, die mithilfe eines Bleistifts bearbeitet wurden, um die verschiedenen Graunuancen voneinander abzugrenzen sowie die Vorlage wie bei einem „Malen nach Zahlen“-Bild zu vereinfachen. Die so entstandene Tontrennung wurde im nächsten Schritt direkt auf der Vorlage mit Farbe bearbeitet oder auf ein Blankoblatt übertragen.
Trotz der starken Vereinfachung der Gesichtspartien entstanden auf diese Weise plastische malerische Versionen in ausdrucksstarken Farbklängen, die die wesentlichen Gesichtszüge der Porträtierten entdecken lassen. Das Plakat zur Ausstellung zeigt ein malerisches Porträt – mit Collageelementen – der bekannten mexikanischen Malerin Frida Kahlo. Gezeichnet von den Folgen einer Kinderlähmung und eines schweren Busunfalls sowie damit verbundenen Operationen entwickelte Kahlo ihre eigene künstlerische Bildsprache, um ihr Leiden, ihre Schmerzen und Entbehrungen zu verarbeiten. Sie malte mithilfe einer speziellen Staffelei, die sie auch im Bett benutzen konnte, im Liegen bis zu ihrem Tod mit 47 Jahren.
Der Eintritt ist frei; die Veranstalter freuen sich über Spenden. Außerhalb der Öffnungszeiten der Stadtkirche (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: 15 bis 17 Uhr sowie Freitag 10 bis 12 Uhr) kann die Ausstellung auch während der weiteren Veranstaltungen des Forums oder der Stifts-Kirchengemeinde bis zum 21. Februar 2026 in der Stadtkirche besucht werden. Die Vernissage beginnt am Sonntag, dem 18. Januar 2026, um 17 Uhr.
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