
Wunstorf (as). Das Programm startet am 13. September mit einem Glanzpunkt: „Kuersche“ kommt – und nicht allein. Mit den Acrobat Artists aus Hannover bietet der Musiker eine „echte Samstagabend-Familieshow“, verspricht der Kulturring. Musik, Akrobatik, Ernstes und Humorvolles: Das alles hat der Entertainer im Gepäck. Seit 30 Jahren brilliert er als Sänger und Songschreiber mit hohem Anspruch und dem Talent, das Publikum zum Mitmachen zu animieren.
So soll es auch zum Saisonauftakt in Wunstorf sein: „Alles, was man tragen kann“, so Kuersche, dürfen und sollen die Zuschauer mitbringen, um die Bühne zu dekorieren. Nicht genug der Originalität: Der Künstler sucht auch nach einer Sängerin, die ihn auf der Bühne während der Familienschow unterstützt. Wer sich das zutraut, soll sich an ihn wenden. „Es macht mir Spaß, was Neues zu organisieren!“ Unter kuersche@kuersche.de erwartet er Angebote.
Der Kulturring hat mit der Veranstaltung das junge Publikum im Blick. Hermann Kasten, der Vorsitzende: „Das ist außerhalb der Norm.“ Das gilt sicher auch für die Theaterbar. Diese Ergänzung des Programmangebots sei „fantastisch“ angekommen, berichtet der Vorstand bei der Vorstellung des neuen Programms. Die Resonanz sei beachtlich und reiche weit über Wunstorf hinaus.
Kasten und seine Vorstandskollegen blicken auf die abgelaufene Saison mit großer Zufriedenheit zurück und „wollen den Schwung forttragen“. Das wird in der neuen Saison – der freie Verkauf der Karten hat am 14. Juli begonnen – nicht einfach: Wegen der zweiten Phase der Renovierung und Umgestaltung des Stadttheaters endet die Spielzeit schon kurz vor Ostern 2026. Also fehlen den Programmmachern etwa zwei Monate. Kasten kündigt eine „enorme Programmdichte“ an: „Alles staut sich.“
Bewährtes wie das Neujahrskonzert und das Berliner Kabarett-Theater Distel finden sich im Programmheft ebenso wie Peterchens Mondfahrt in moderner Interpretation und Kleists Klassiker „Der zerbrochene Krug“. Das Lustspiel um den Dorfrichter Adam, der ein Verbrechen ahnden muss, das er selbst begangen hat, steht als zweiter Termin im September an. Der Stoff ist Pflichtlektüre im Fach Deutsch für das Zentralabitur 2026. Der Kulturring erwartet deshalb erneut viele Schülerinnen und Schüler im Stadttheater. Bei der jüngsten derartigen Veranstaltung waren es mehr als 300.
Im Oktober hat der Kulturring ein Heimspiel zu bieten: Gemeinsam mit ihrem Vater kommt Sara Göbel ins Stadttheater: Die gebürtige Wunstorferin spielt an dem Duo-Abend romantisch-virtuose Werke für Violine und Klavier. Nach vielen Konzerten und Auftritten, Preisen und Ehrungen ist die 23-Jährige auf dem Weg in den Klassikolymp, heißt es im Programm.
Göbel zu ihrem besonderen Instrument: „Dass ich jemals auf einem Instrument der Deutschen Stiftung Musikleben spielen werde, habe ich lange nicht für realistisch gehalten. Doch der Traum wurde mir erfüllt.“ Seit Februar 2022 mache sie „die wundervolle Greiner-Geige wahnsinnig glücklich“. Das Instrument eröffne ganz neue Klangmöglichkeiten und lasse sich wunderbar spielen. „Jeden weiteren Tag lernen wir uns noch besser kennen.“ Die junge Geigerin kommt am 5. Oktober, 17 Uhr, ins Stadttheater. Karten für 30 Euro sind Teil des Aboflex-Angebotes und auch frei verkäuflich.
So emsig der Vorstand gemeinsam mit Oliver Pohl daran arbeitet, in jeder Saison die Publikumslieblinge im Programm mit Neuem und Gewagtem in Einklang zu bringen, so energisch arbeitet der Kulturmanager daran, höchste Umweltstandards in allen Bereichen der Kulturringarbeit zu erreichen. Das neue Programmheft genügt diesen Anforderungen bereits. Es wurde „verschlankt“ und umweltschonend hergestellt.
Ein Teil dieser Modernisierung ist auch eine Online-Umfrage, mit der die Vereinsführung erfahren will, was sich das Wunstorfer Publikums von seinem Kulturring wünscht. Pohl treibt die Erneuerung mit Nachdruck voran – und kann Erfolge vorweisen: Mit mehr als 200 Abonnenten im Flex-Angebot und etwa 70 Kunden im festen Abo sind fast wieder die Zahlen erreicht, die vor der Corona-Krise als üblich galten. Zur positiven Resonanz trägt wesentlich die Einrichtung der Theaterbar bei, wo der Kartenverkauf perfektioniert und das Angebot ausgeweitet worden ist.
Der starke Zuspruch für die Theaterbar ist vor allem dem Ehepaar Kerstin und Andreas Schaer von der Villa Meyer zu verdanken, die ideenreich und engagiert in den Treffpunkt investieren und den Theaterbesuchen eine zusätzliche feine Note geben. Schaer hatte sein Projekt zunächst auf ein Jahr angelegt. Mit dem Erfolg sehr zufrieden, will er weitermachen und lotet derzeit mit Kulturring und Stadtverwaltung aus, wie das möglich ist. Kleiner Wermutstropfen: Der Kulturring erhöht die Preise für die Eintrittskarten um etwa einen Euro. Hermann Kasten dazu: „Die Kosten explodieren!“
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