
Neustadt a. Rbge. (red). Vor zwei Wochen war Premiere der „Sketch-Revue zwischen Wahn und Sinn“ des Schauspiel-Ensembles der VHS Hannover Land.
Bei der Premiere saßen die Zuschauer in der gut gefüllten Aula des Gymnasiums Neustadt erwartungsvoll auf ihren Plätzen, Schauspieler erscheinen auf der Bühne, doch ein Theaterstück gibt es nicht.
Stattdessen beginnt ein Spiel mit dem Publikum, das gleich zu Anfang für Lacher in den Zuschauerreihen sorgt. Das zieht sich durch den Abend, denn bei der Sketchrevue, die sich die Theatergruppe unter der Leitung von Martin Bossert dieses Jahr erarbeitet hat, läuft einiges „aus dem Ruder“: Ein Bankräuber erhält anstatt der geforderten Beute einige Lektionen in Sachen deutscher Grammatik, eine smarte Kaffeemaschine gibt alles Mögliche von sich, nur keinen Kaffee, eine Casting-Agentin verzweifelt beinahe an den Schauspielkandidaten, bevor ihr doch noch eine zündende Idee kommt.
Die Schauspielerinnen und Schauspieler der VHS-Truppe haben sichtlich Spaß an ihren Rollen und den kurzen absurden Geschichten mit besonderer Situationskomik. Das Publikum dankt mit Gelächter und viel Applaus.
Zwischen den einzelnen Sketchen ertönt verblüffend authentisch die Stimme von Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki aus dem Off – eingesprochen von einem der Darsteller mit besonderem Sprachtalent. Dieser skurrile Erzählfaden führt von Sketch zu Sketch.
Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit einer Talkshow, bei der durch einen Tausch der Studiogäste neue Verwicklungen drohen: Eine Polizistin setzt in ihrer Nachtschicht eigene Prioritäten bei der Dienstpflicht und wird von den Anrufern fast in den Wahnsinn getrieben. Den krönenden Abschluss bildet eine „verkehrte Welt“, in der sich Mann und Frau in geschlechter(un)typischen Rollen vor dem Fernseher finden. Die Zuschauer wissen genau, was hier gemeint ist, und haben ihren Spaß.
Der Abend mit den kurzen humorvollen Stücken, in denen jede und jeder den feinen Grad zwischen Wahn und Sinn erkennen kann, funktionieren gut und das Publikum fühlte sich bestens unterhalten.
Die Sketche stammen aus der Feder von Thorsten Böhner. Das VHS-Ensemble unter der Leitung von Martin Bossert hat sich in der Region über die Jahre einen Namen gemacht, unter anderem mit etlichen Krimi-Komödien, zuletzt mit dem Stück „Mörderstund ist ungesund“.
Am kommenden Wochenende spielt die VHS-Theatergruppe in der Otto-Hahn-Schule in Wunstorf: Am Samstag, den 25. April, um 19.30 Uhr, sowie am Sonntag, den 26. April, um 16 Uhr. Karten gibt es vor Ort.
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