
Wunstorf (ds). Matthias Schwieger hatte nicht zu viel versprochen: So hatte man die Weihnachtsgeschichte noch nicht auf der Bühne gesehen. In einer Mischung aus Weihnachtsmelodien, Sketchen und Spielszenen formte er mit seiner Mädchenkantorei und dem Gastchor ChoroFun zwei Weihnachtsaufführungen am zurückliegenden 2. Adventswochenende im Stadttheater.
Es sollte ein realistischer Blick werden auf die Weihnachtsgeschichte, auf die Geschehnisse in Nazareth und Bethlehem noch im Jahre 1 vor Christus. Ein paar Freiheiten hatte sich Schwieger dann aber doch genommen. Erzengel Gabriel hieß im Stück mit Vornamen Günther, und Joseph durfte an der Herbergstüre dem Herbergswirt („Nicht meine Schuld, dass Ihre Frau schwanger ist!“) entgegnen: „Ja meine etwa!?“
Die Pointen saßen. Auch, als die Heiligen Drei Könige prophezeit bekamen, dass sie in späteren Zeiten in Deutschland einmal ein Feiertag sein würden – „jedenfalls in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt“.



Kaiser Augustus und Herodes traten auf, die Hirten, Maria, Joseph – und als verbindendes Element Erzengel Gabriel. Aileen Weiß offenbarte in dieser Rolle ihr schauspielerisches Talent und trug, unterstützt von jüngeren Engeln, die Rahmenhandlung auf eine neue Ebene.


Es war das Gerüst für die Musicaleinlagen, den Auftritt der Sänger und der beiden Chöre, die gemeinsam bekannte und traditionelle Weihnachtslieder sangen – ebenfalls in einer Auswahl, die ungewöhnlich war beziehungsweise in einen ungewöhnlichen Kontext gestellt wurde. Wo sonst singt Joseph persönlich „Driving home for Christmas“?
Das Publikum war begeistert – und hin- und hergerissen zwischen Berührtheit und Lachen.
„Was ist daran so besonders? Jeden Tag erwartet irgendeine Maria in Nazareth irgendein Kind!“
Erzengel Gabriel kann seinen Auftrag nicht fassen
Kamele hatte man in dieser Form auf der Bühne des Stadttheaters auch noch nicht gesehen. Unter den Kostümen steckten Mitglieder von ChoroFun.

Mia Neumann, die Besetzung von Maria, war an Tag zwei erkrankt, so dass die Rolle kurzfristig innerhalb der Mädchenkantorei umbesetzt werden musste. Ihre Vertretung rettete die Zweitaufführung bravourös – und noch vor Beginn der Vorstellung wurde vom gesamten Stadttheater als Handyvideo von der Bühne aus ein Genesungswunsch an Neumann geschickt.
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