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Schulgeld fürs Gymnasium und die Realschule wird nicht erhöht (21. Januar 1921)

21.01.2021 • Daniel Schneider • Aufrufe: 233

Vor 100 Jahren in Wunstorf: Das Schulgeld für die Scharnhorst-Realschule und das Gymnasium wird nicht erhöht …

21.01.2021
Daniel Schneider
Aufrufe: 233

Diskussionen um Schulschließungen sind keine neuere Erscheinung. Schon vor 100 Jahren machte man sich in Wunstorf Gedanken darum, ob man alle Schulen erhalten könne. Die Schullandschaft war dabei nicht weniger divers als heute – mit einem Unterschied: Der Schulbesuch auf dem Gymnasium und der Realschule war nicht kostenlos. Das Schulgeld für die Volksschulen war zwar gerade erst abgeschafft worden, doch an den höheren Schulen zahlten die Eltern nicht wenig. Die Leine-Zeitung berichtete am 21. Januar 1921:

Die Vollversammlung der Interessenten der höheren Knaben- und Mädchenschule am 13. bei Wunstorf im „Ritter“ war weit zahlreicher besucht als solche früherer Jahre, ein Beweis dafür, dass das Interesse an der Erhaltung dieser Schulen außerordentlich rege ist. Nachdem schon vorher eine sehr gut besuchte Elternversammlung der Vorschule sowie höheren Mädchenschule so gut wie geschlossen den Wunsch zum Ausdruck gebracht hatte, dieselben im jetzigen Zustande zu lassen, hat nun auch die Interessentenschaft fast einstimmig den Beschluss gefasst, sämtliche höheren Schulen einschließlich der Vorschule unverändert zu erhalten. Von einer Erhöhung des Schulgeldes wurde einstimmig Abstand genommen. Der Fortbestand der Vorschule und höheren Mädchenschule wie auch der Scharnhost-Realschule bei nicht erhöhtem Schulgelde erscheint somit gesichert, so dass die Eltern nunmehr endlich der Unsicherheit enthoben sind.

Wir schreiben das Jahr 1921. Wunstorf ist eine kleine, landwirtschaftlich geprägte Ortschaft in der preußischen Provinz Hannover. Das Ende des Ersten Weltkriegs liegt noch nicht lange zurück, die Menschen erleben viele Umbrüche in der ersten deutschen Demokratie. Man ist auf dem Weg in die „Goldenen Zwanziger“. Es ist das Geburtsjahr der späteren Widerstandskämpferin Sophie Scholl – und Adolf Hitler wird Parteivorsitzender der noch jungen NSDAP.

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