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Vor 100 Jahren: Großes Heimatfest in Wunstorf

06.06.2022 • Daniel Schneider • Aufrufe: 530

Zn Pfingsten 1922 wurden große Zelte in Wunstorf aufgebaut, Festwagen und die „Wunstorfer Artillerie“ zogen durch die Straßen. Man feierte jedoch nicht „1051 Jahre Wunstorf“, sondern ein historisches Heimatfest.

06.06.2022
Daniel Schneider
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Pressespiegel 100 Jahre

Dass hundert Jahre später fast zum selben Zeitpunkt ein großes Fest in der Wunstorfer Innenstadt gefeiert wird, ist Zufall, hätte die damaligen Wunstorfer jedoch bestimmt erfreut: Die für Mitte Juni geplanten Feierlichkeiten zum 1150. Stifts- und Stadtjubiläum hätten eigentlich bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen – die Coronapandemie verhinderte dies. So wird nun am 18. Juni groß gefeiert werden.

Vor 100 Jahren fiel das Fest auf das gesamte Pfingswochenende – und sollte nicht nur die Wunstorfer begeistern, sondern auch die Hannoveraner anlocken. Die Leine-Zeitung trommelte eine Woche zuvor für die Veranstaltung und beschrieb das geplante Fest und die Sehenswürdigkeiten Wunstorfs folgendermaßen:

Am 4., 5. und 6. Juni (Pfingsten) dieses Jahres wird hier ein Heimatfest gefeiert, das wohl eines der größten und sehenswertesten des Hannoverlandes wird. Der große Umzug wird durch Herolde in alt-historischen Gewändern eröffnet, ihnen schließen sich 20 Reiter in früheren hannoverschen Uniformen an, wobei dem Zuschauer Gelegenheit gegeben wird, prachtvolles hannoversches Pferdematerial zu bewundern. Dann folgt die Darstellung der reitenden alt-hannoverschen Wunstorfer Artillerie (Kanone mit Bespannung.) Daran schließt sich der eigentliche Festzug, in welchem außer den zahlreichen Wagen der Gewerke sich noch Hochzeits-, Spinn-, Brake- und Erntewagen befinden. Auch werden die alten Trachten, die die Urgroßeltern im Kreise Neustadt a. Rbge. getragen haben, im Festzuge erscheinen. Nach Beendigung desselben werden die Reichstagsabgeordneten Langwost und Sievers Ansprachen halten, danach wird Tanz und Frohsinn in seine Rechte treten. Sechs große Zelte werden die Festteilnehmer aufnehmen. Auch wird Sorge getragen, dass man bei schönem Wetter draußen in Lauben sitzen kann. Die Wirtschaft liegt in den bewährten Händen des Gastwirts Wehrmann. Es sei auch noch darauf hingewiesen, dass Wunstorf die Stadt der Nachtigallen ist. Der Ort selbst ist eine der ältesten Städte Hannovers, er wird schon in einer Urkunde Ludwig des Deutschen vom Jahre 871 erwähnt. Noch heute zeigt die Stadt an einzelnen Stellen Bilder aus dem Mittelalter, so im „Kloster“, und am „Alten Markt“. Sehenswerte alte Bauten sind die von Holl’schen und von Scheel’schen Gebäude und die Stiftskirche. Darum, Hannoveraner, kommt am 1. Pfingsttage in Massen nach hier, keiner darf fehlen, frohe und genussreiche Stunden stehen euch gewiss bevor.

Wir schreiben das Jahr 1922. Wunstorf ist eine kleine, landwirtschaftlich geprägte Ortschaft in der preußischen Provinz Hannover. Das Ende des Ersten Weltkriegs liegt noch nicht lange zurück, die Menschen erleben viele Umbrüche in der ersten deutschen Demokratie. Man ist auf dem Weg in die „Goldenen Zwanziger“. Das Deutschlandlied wird erstmals zur Nationalhymne erklärt. In Berlin wird der Stummfilm Nosferatu uraufgeführt. In Ägypten wird das Grab von Pharao Tutanchamun entdeckt. Die Sowjetunion wird gegründet.
von Daniel Schneider
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