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Wunstorf sucht die Mondfinsternis

08.09.2025 • Redaktion • 3 Min.Kommentare: 2

Erst wollte sich die Mondfinsternis über Wunstorf nicht zeigen – doch wer wartete, wurde belohnt: Ein kupferroter Mond schien am späten Sonntagabend auch über der Auestadt.

08.09.2025
Redaktion
3 Min.
Mondbeobachtung zwischen Wunstorf und Kolenfeld | Foto: Daniel Schneider

Eine totale Mondfinsternis war für den gestrigen Sonntagabend, am 7. September 2025 angekündigt. In Wunstorf versuchten viele das astronomische Ereignis zu verfolgen, mussten sich jedoch etwas gedulden. Kurz nach 20 Uhr wurden die ersten ungeduldig. Der Mond müsse doch langsam einmal zu sehen sein – der Zeitpunkt des Mondaufganges war da schon verstrichen.

Nicht nur vereinzelt hatten sich die Menschen im Freien eingefunden, um das seltene Schauspiel zu beobachten, wenn sich der Mond vollständig im Kernschatten der Erde befindet und das Sonnenlicht vom Erdtrabanten abhält – bis auf langwelliges Licht, das ihn weiterhin schwach sichtbar macht und eine rötlich-braune Wahrnehmung bewirkt.

Geplante und ungeplante Begegnungen

Unter den Himmelsbeobachtern war auch Familie Blech aus Dedensen. Mit dem Fahrrad wollte man eigentlich am Abend nur nach Hause, doch geriet dann zufällig in eine der Menschenansammlungen am Wunstorfer Stadtrand. Sie bleiben nicht die einzigen. Mancher ließ sich von der Mondbegeisterung auch noch spontan anstecken und zum Mondbeobachten – und vorherigen Mondmitsuchen – verleiten.

Auf dem Weg nach Dedensen in die Mondfinsternis gefahren: die Blechs | Foto: Daniel Schneider
Gegen den Strom: Wer sich umdrehte und dem Sonnenuntergang im Westen nachsah, bekam statt dem Blutmond beinahe einen „Bluthimmel“ zu sehen | Foto: Daniel Schneider

Der Großteil des abendlichen Publikums war aber extra für die Mondfinsternis gekommen. Bevorzugt auf den Feldern rund um Wunstorf mit freier Sicht auf den Horizont versammelten sich die Mondfinsternisfans: Viele Radfahrer und viele Fußgänger waren unterwegs. Mancher richtete sich wie bei einem Picknick ein, doch die meisten suchten den Mond stehend von den Feldwegen aus. Ganze Familien machten noch einen nächtlichen Ausflug „zum Mond“. Ferngläser wurden herausgeholt und Smartphones gezückt. Aber der Mond blieb unsichtbar.

Es wurde über die Richtung gefachsimpelt, wo denn nun genau Osten läge – und technisch besonders gut ausgestattete Mondsucher ließen eine Drohne in den Himmel steigen, um vielleicht bereits auf diesem Wege einen frühen Blick auf den vermissten Himmelskörper werfen zu können. Doch der „Blutmond“ wollte einfach nicht auftauchen. Denn der Himmel gen Osten war nicht klar, sondern wolkig-diesig.

Der Mond zeigt sich

Doch als die Dämmerung zunahm, entdeckten die Ersten einen schwachen kleinen Punkt bereits höher über dem Horizont – und waren zunächst einmal etwas enttäuscht. Blutrot wirkte der „Blutmond“ nicht, und an seiner Position auch nicht besonders groß. Wie ein schwacher roséfarbener Punkt schimmerte der Mond am noch bläulichen Osthimmel.

Geheimnisvoll: Je dunkler es wird, desto deutlicher und rötlicher tritt der Mond hervor | Foto: Daniel Schneider

Doch er blieb nun durchgehend sichtbar. Wer abwartete, bis die Dunkelheit vollständig hereingebrochen war, wurde belohnt: Nun zeigte sich, was die Menschen als Kupfermond oder eben Blutmond bezeichnen. Ein Vollmond, der vom Erdschatten komplett verschluckt wird. Nicht nur das: Auffallend viele Sternschnuppen waren an diesem Abend am Himmel ebenfalls zu beobachten.

Der Blutmond in voller Ausprägung am Wunstorfer Himmel | Foto: Deppe/Dombrowski

Eine gute halbe Stunde lang war der Mond als Blutmond über Wunstorf zu sehen, dann trat er bereits wieder aus dem Kernschatten der Erde heraus. Das gewohnte silberfarbene Mondlicht – das Sonnenlicht – breitete sich sichelförmig über den Mond aus und vertrieb die rötliche Färbung.

Bald wieder Menschen auf dem Mond?

Seit inzwischen knapp 53 Jahren hat der Mond keinen menschlichen Besuch mehr gehabt. Die US-Weltraummission Apollo 17 brachte 1972 zum bisher letzten Mal Astronauten auf den Mond. Harrison Schmitt und Eugene Cernan waren die bislang letzten Menschen, die die Mondoberfläche betraten.

Der Mond verlässt den Kernschatten der Erde … | Foto: Daniel Schneider
… und nimmt zunehmend wieder sein gewohntes Aussehen an | Foto: Daniel Schneider

Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern: China will den Mond mit einer bemannten Mission bis 2030 erreichen, und auch die Vereinigten Staaten planen einen erneuten Mondbesuch: Die Artemis-3-Mission der NASA könnte 2027 auf dem Mond landen.

Das wäre noch vor der nächsten totalen Mondfinsternis, die in Europa zu sehen sein wird: Erst am 31. Dezember 2028 werden Mond, Erde und Sonne hier wieder wahrnehmbar in genau einer Linie zueinander stehen. Die nächste hierzulande beobachtbare Sonnenfinsternis steht bereits etwas früher an: Am 12. August 2026 wird der Mond die Sonne verdecken.

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Kommentare


  • Anonym sagt:

    „Der Blutmond in voller Ausprägung am Wunstorfer Himmel | Foto: Deppe/Dombrowski“
    Seltsames Foto: Die Mondfinsternis vom 7. September 2025 war total und dauerte 82 Minuten und 6 Sekunden.
    Totalität beginnt (U2): 17:30:41 UTC
    Maximum: 18:11:43 UTC
    Totalität endet (U3): 18:52:47 UTC
    Um diese Uhrzeit war es keinesfalls stockfinster, wie es das Foto zeigt.
    Ich vermute, die Belichtung war so eingestellt, dass man den roten Mond herausarbeiten konnte.
    Oder das Foto ist ein Fake.

  • Wunstorfer Auepost sagt:

    Die Mondfotos sind authentisch (bis auf den weißen Pfeil im Aufmacherbild, den haben wir nachträglich hinzugefügt). Sie entstanden jeweils gegen 21 Uhr. Der Himmel war zu diesem Zeitpunkt dunkel.

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