Labyrinth

Aben­teu­er im Mais­feld

Mais­la­by­rin­the wer­den in den Som­mer­mo­na­ten zu belieb­ten Aus­flugs­zie­len. Die­ses Jahr gab es eines auch in Wunstorf, genau­er gesagt in Lie­the. Fami­lie Koch ergänz­te ihr Hof­la­den-Café um die­se Attrak­ti­on.

Blick nach oben aus dem Laby­rinth | Foto: Dani­el Schnei­der

Blu­men­au (ds). Mais­la­by­rin­the sind noch gar nicht so alt, wie man den­ken könn­te. Obwohl man Hecken-Irr­gär­ten schon seit Jahr­hun­der­ten kennt, sind Laby­rin­the in Mais­fel­dern eine rela­tiv jun­ge Ange­le­gen­heit: vor knapp 25 Jah­ren ent­stan­den die ers­ten Irr­gär­ten in Mais­kul­tu­ren. Seit­dem wur­de die Idee auch in unse­rer Regi­on immer popu­lä­rer, Mais­la­by­rin­the gab und gibt es immer wie­der. Gera­de die grö­ße­ren kos­ten meist ein paar Euro Ein­tritt. Die­ses Jahr war­te­te eines – kos­ten­los – bei „Kochs Hof­la­den“ auf Besu­cher – und die kamen reich­lich und hat­ten ihren Spaß.

Mais­fel­der eig­nen sich für das Anle­gen eines Laby­rinths her­vor­ra­gend, denn die hohen Mais­stau­den erlau­ben auch Erwach­se­nen kei­nen heim­li­chem Blick über die Pflan­zen hin­weg. Hoch­ge­wach­sen und eng­ste­hend bil­den sie die per­fek­te Basis für ein Wege­netz, hin­durch durch ein blick­dich­tes Feld. Die Wege kön­nen bereits bei der Aus­saat ange­legt oder nach­träg­lich hin­ein­ge­schnit­ten wer­den. Die Spiel­ar­ten sind dabei so viel­fäl­tig, wie es Mais­sor­ten gibt. Die Laby­rin­the kön­nen anspruchs­voll oder weni­ger anspruchs­voll sein. In man­chen kann man Stun­den ver­brin­gen, ande­re las­sen sich in kur­zer Zeit bezwin­gen.

Im Mais­la­by­rinth | Foto: Dani­el Schnei­der

Der Begriff „Mais­la­by­rinth“ hat sich ein­ge­bür­gert, doch eigent­lich han­delt es sich dabei in der Regel um Irr­gär­ten: Vie­le Gabe­lun­gen und Sack­gas­sen sor­gen dafür, dass man mög­lichst nicht auf direk­tem Wege zum Ziel kommt und immer wie­der neu ent­schei­den muss, wel­chen Weg man ein­schlägt.

Info: Laby­rin­the und Irr­gär­ten
Laby­rinth und Irr­gar­ten haben bei­de zum Ziel, dass der Besu­cher die Ori­en­tie­rung ver­liert. Erreicht wird die Ver­wir­rung jedoch auf ver­schie­de­ne Arten. Das klas­si­sche Laby­rinth besteht nur aus einem ein­zi­gen Weg, der jedoch so ver­zweigt, ver­schach­telt, ver­schlun­gen und unge­wöhn­lich ist, dass das Ver­fol­gen des vor­ge­ge­be­nen Pfa­des die Sin­ne ver­wirrt. Obwohl es nicht so wirkt, gelangt man im Laby­rinth schließ­lich zum Ziel, wenn man ein­fach immer wei­ter läuft. Der Irr­gar­ten geht noch einen Schritt wei­ter und erfor­dert mehr Kon­zen­tra­ti­on, denn er ent­hält nicht nur ver­schlun­ge­ne Wege und meist meh­re­re Mög­lich­kei­ten, zum Ziel zu gelan­gen, son­dern auch vie­le Sack­gas­sen und Schlei­fen. Der Irr­gar­ten legt es dar­auf an, dass man sich in ihm ver­läuft. Man läuft im Kreis und muss ver­schie­de­ne Wege aus­pro­bie­ren, um am Ende das Ziel oder den Aus­gang zu fin­den.

Das Lie­t­her Laby­rinth

Direkt neben „Kochs Hof­la­den“ lag die­ses Jahr das Wunstor­fer Mais­la­by­rinth. Durch den Laden ging es zum Außen­be­reich des Cafés mit Spiel­platz – und von dort waren es nur ein paar Schrit­te zum angren­zen­den Mais­feld. Es ist somit kei­ne allein­ge­stell­te Attrak­ti­on, son­dern ergänzt vor allem das Café-Umfeld. So ist der Ein­tritt frei, auch wenn man den Ein­gang nur erreicht, indem man durch das Café geht.

Ein­gang zum Mais­la­by­rinth | Foto: Dani­el Schnei­der

Das Laby­rinth in Lie­the zählt zu den klei­ne­ren Ver­tre­tern sei­ner Art – was man ihm von außen jedoch zunächst nicht ansieht. Es wirkt so geheim­nis­voll und unbe­re­chen­bar wie jedes ande­re auch. Dazu trägt vor allem die War­nung auf dem Ein­gangs­schild bei, dass man sich bei wenig Betrieb zuvor bemerk­bar machen soll­te – so als ob man im Laby­rinth tat­säch­lich ver­lo­ren­ge­hen könn­te.

Wei­tes Mais­feld | Foto: Dani­el Schnei­der

Die Befürch­tung muss man kaum haben. Doch bereits nach eini­gen Abbie­gun­gen hat man die Ori­en­tie­rung dahin­ge­hend ver­lo­ren, dass man den Weg nicht mehr sicher zurück­fin­den wür­de – doch der wei­te­re Weg führt fast wie in einem klas­si­schen Laby­rinth ziel­si­cher zum Aus­gang. Es gibt nur weni­ge Sack­gas­sen – und man muss auch kei­ne end­lo­sen Wege zurück­le­gen, um nach minu­ten­lan­ger Wan­de­rung fest­zu­stel­len, dass der Weg plötz­lich endet. Der Weg zurück aus einer Sack­gas­se ist stets kurz. Der Aus­gang wur­de aller­dings so cle­ver gelegt, dass man ihn bei Betre­ten des Laby­rinths nicht erah­nen kann – man beim Ver­las­sen des Fel­des aber wie­der in Rich­tung Hof­la­den her­aus­kommt.

Wir sind schon seit letz­ter Woche hier drin.“

Im Laby­rinth trifft man auf Gleich­ge­sinn­te, die sich mit ihrem Nach­wuchs den rich­ti­gen Weg durch die Pflan­zen suchen. In die­ser Situa­ti­on sind alle gleich: Man ist eine Schick­sals­ge­mein­schaft auf Expe­di­ti­on durch unbe­kann­te Gefil­de. Kei­ner weiß, wo der Aus­gang ist. Die Kin­der haben einen Hei­den­spaß, lau­fen vor und zurück und suchen mit Eifer den rich­ti­gen Weg. Die Erwach­se­nen über­le­gen unter­des­sen, ob man nicht doch einen Kom­pass und mehr Was­ser­vor­rä­te hät­te mit­neh­men sol­len. Klei­ne flap­si­ge Kom­men­ta­re gegen­über Neu­an­kömm­lin­gen („Wir sind schon seit letz­ter Woche hier drin“) len­ken von der eige­nen Unsi­cher­heit ab, wie lan­ge man wohl heu­te noch unter­wegs sein wird.

Manns­ho­her Mais | Foto: Dani­el Schnei­der

Kein Extra-Pro­vi­ant nötig

Doch man darf sich ruhig Zeit las­sen, auch wenn man kei­ne Ruck­sä­cke mit Vor­rä­ten dabei­hat. Die Durch­que­rung gelingt in weni­gen Minu­ten, man muss sich zu kei­nem Zeit­punkt wirk­lich ver­lo­ren füh­len. Auf Ori­en­tie­rungs­hil­fen wie den Son­nen­stand, die neben­an lie­gen­de Scheu­ne oder die Geräusch­ku­lis­se vom Spiel­platz könn­te man, braucht man aber nicht zurück­grei­fen. So macht das Laby­rinth unheim­lich Spaß, gera­de für die jün­ge­ren Besu­cher, für die die Wän­de aus Mais­pflan­zen noch viel höher und undurch­dring­li­cher erschei­nen müs­sen.

Der ret­ten­de Aus­gang | Foto: Dani­el Schnei­der

Die Idee dräng­te sich auf

Die Idee, die­ses Jahr ein Laby­rinth im Mais­feld ein­zu­rich­ten, dräng­te sich bei Fami­lie Koch gera­de­zu von selbst auf, da der Mais dies­mal direkt neben den Hof­la­den gepflanzt wor­den war. Die Irr­we­ge wur­den hin­ein­ge­schnit­ten – und sind dabei rela­tiv „orga­nisch“ ange­legt: sie wur­den den ört­li­chen Gege­ben­hei­ten ange­passt oder auch ent­spre­chend dem Wuchs der Pflan­zen gewählt. Über den Som­mer waren dann noch eini­ge wei­te­re Wege hin­zu­ge­kom­men.

Dich­tes Laby­rinth | Foto: Dani­el Schnei­der

Ver­ir­ren noch bis Novem­ber mög­lich

Ob es auch im nächs­ten Jahr wie­der ein Mais­la­by­rinth bei Kochs geben wird, steht noch nicht fest. Die Ent­schei­dung fällt im kom­men­den Win­ter, wenn die Aus­saat-Pla­nun­gen für das nächs­te Jahr gemacht wer­den. Die Chan­cen ste­hen aller­dings nicht schlecht. Das aktu­el­le Laby­rinth kann, auch wenn es durch Sturm und mut­wil­li­ge Beschä­di­gun­gen von Besu­chern schon arg gelit­ten hat, noch bis Ende Oktober/Anfang Novem­ber besucht wer­den.

Ter­mi­n­in­fo
noch bis Ende Okto­ber 2017
wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten
Ein­tritt frei
Zugang durch den Hof­la­den, Kas­ta­ni­en­al­lee 1, 31515 Wunstorf
kochs-liethe.de
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2 Kommentare
  1. Denise meint

    Zu erwäh­nen ist noch, dass Kochs als Ein­tritt in das Laby­rinth um eine klei­ne Spen­de für „Klei­ne Her­zen“ bit­tet. So viel ich weiß eine Stif­tung ( aus Han­no­ver) für Herz­kran­ke Kin­der!

    1. Daniel Schneider
      Daniel Schneider meint

      Rich­tig, dan­ke! Im drit­ten Foto von oben ist es klein zu sehen.

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