Frau Lan­ge geht zur Blut­spen­de

Was pas­siert eigent­lich so alles bei einer Blut­spen­de? Vom Vor­zei­gen des Aus­wei­ses über das Piek­sen der Nadel bis zum abschlie­ßen­den Schlem­mer­buf­fet: Wir haben das Rote Kreuz in Wunstorf einen Tag lang beglei­tet und einer Blut­spen­de­rin über die Schul­ter geschaut.

Blut­spen­de­ak­ti­on in der Stadt­schu­le: Vor dem „Arzt­zim­mer“ staut es sich. Rechts wird zuvor Blut­wert und Tem­pe­ra­tur gemes­sen. | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Blut­spen­den ist in Deutsch­land über­wie­gend Ehren­sa­che. Bis auf einen Snack, oft­mals ein klei­nes Prä­sent und das gute Gefühl, etwas für die All­ge­mein­heit getan zu haben, bekom­men Blut­spen­der als Gegen­leis­tung nor­ma­ler­wei­se nichts. Umso erstaun­li­cher ist, mit wel­cher Beflis­sen­heit vie­le Blut­spen­der immer wie­der zu den Ter­mi­nen erschei­nen. Wir woll­ten wis­sen, war­um das so ist, wer die Men­schen sind, die regel­mä­ßig zur Blut­spen­de gehen und was dort eigent­lich genau pas­siert. Einen Nach­mit­tag lang durf­ten wir den Hel­fern vom Wunstor­fer Roten Kreuz auf die Fin­ger schau­en – und haben eine Blut­spen­de­rin bei ihrem Par­cours durch die ein­zel­nen Sta­tio­nen beglei­tet, die man bei einer Blut­spen­de absol­viert.

Ehren­amt­li­che Hel­fer und Spen­der

Lan­ge, bevor die ers­ten Blut­spen­der vor­bei­schau­en, sind die Mit­glie­der des Wunstor­fer Orts­ver­eins des Deut­schen Roten Kreu­zes schon am Wer­keln. Gro­ße Kis­ten wer­den aus den Fahr­zeu­gen gela­den und in die Räu­me der Stadt­schu­le getra­gen. Rund um das Schul­ge­bäu­de wer­den noch wei­te­re Pla­ka­te und Auf­stel­ler plat­ziert, die den direk­ten Weg zur Blut­spen­de wei­sen. Frü­her fan­den die Blut­spen­de­ter­mi­ne in der IGS statt, seit 3 Jah­ren erst ist man in der Stadt­schu­le. Der Nach­teil, dass es hier ver­win­kel­ter ist, wird dadurch aus­ge­gli­chen, dass man mit dem Mate­ri­al direkt vor die Tür fah­ren kann.

In einem Ver­bin­dungs­flur, an dem sonst die Schü­ler ihre Jacken an die Gar­de­ro­be hän­gen und in dem nun Tische aus den Klas­sen­räu­men auf­ge­baut sind, um eine pro­vi­so­ri­sche Anmel­de­stel­le zu bil­den, steht Jörg Roth­bart, der Vor­sit­zen­de des Wunstor­fer DRK-Orts­ver­eins, und schaut mit ruhi­gem Blick, ob auch alles passt.

Jörg Roth­bart behält die Ner­ven beim Orga­ni­sie­ren der Blut­spen­de­ak­ti­on | Foto: Mir­ko Baschet­ti

In der Schu­le sind neben dem ver­win­kel­ten Flur noch drei wei­te­re Räu­me in Beschlag genom­men wor­den. Ein Klas­sen­raum wird gleich als Arzt­zim­mer die­nen, in einem wei­te­ren Raum die eigent­li­che Blut­spen­de statt­fin­den. Das Erd­ge­schoss der Stadt­schu­le hat sich in eine impro­vi­siert wir­ken­de, aber funk­tio­na­le und voll aus­ge­stat­te­te Blut­spen­de­sta­ti­on ver­wan­delt.

Doch die meis­te Arbeit beim Auf­bau mache der Raum, in dem gera­de das Buf­fet vor­be­rei­tet wird, bei dem sich alle Spen­der nach dem „Ader­lass“ ein­fin­den, erzählt Roth­bart. Eine gro­ße Tafel ist anspre­chend deko­riert, auf zusam­men­ge­scho­be­nen Tischen steht eine schier unend­lich anmu­ten­de Zahl von beleg­ten Bröt­chen bereit. Sie­ben gro­ße Alu­mi­ni­um­käs­ten mit Geschirr und Besteck wur­den ent­la­den, dazu kom­men Deko­ra­tio­nen, Küchen­ma­te­ri­al – und natür­lich das Essen. Fünf Hel­fer küm­mern sich allein um den Auf­bau des Buf­fets. Könn­te man für den Blut­spen­de­be­reich nicht die vor­han­de­nen Schul­mö­bel nut­zen, wäre es noch deut­lich mehr Arbeit.

Vie­le Betei­lig­te

Die Blu­te­spen­de­ak­ti­on wird arbeits­tei­lig erle­digt, erklärt uns Jörg Roth­bart: Die ehren­amt­li­chen Mit­glie­der der Wunstor­fer Sek­ti­on des Roten Kreu­zes küm­mern sich um die Logis­tik drum­her­um, um Auf­bau und Her­rich­tung der Räum­lich­kei­ten, um die For­ma­li­tä­ten und Betreu­ung und Bewir­tung der Blut­spen­der. Die eigent­li­che Blut­spen­de und die medi­zi­ni­schen Aspek­te über­neh­men haupt­amt­li­che Kräf­te – medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal des Roten Kreu­zes, denn nur die­ses darf Blut abneh­men – das zu die­sem Zweck aus Sprin­ge anreist. In Sprin­ge befin­det sich ein Stand­ort und zugleich der Haupt­sitz des „DRK-Blut­spen­de­diens­tes NSTOB“, einer aus­ge­grün­de­ten gemein­nüt­zi­gen GmbH des Roten Kreu­zes. Das Kür­zel NSTOB steht dabei für die betei­lig­ten DRK-Lan­des­ver­bän­de: Nie­der­sach­sen, Sach­sen-Anhalt, Thü­rin­gen, Olden­burg und Bre­men. Die ehren­amt­li­chen Hel­fer aus Wunstorf tra­gen rote Klei­dung, die Haupt­amt­li­chen aus Sprin­ge sind in dun­kel­blau­en Gar­ni­tu­ren zugan­ge. Auf dem Rücken der Ober­tei­le der Slo­gan: „Schen­ke Leben, spen­de Blut.“ Eben­so ist ein Arzt in zivil anwe­send, der den Gesamt­ab­lauf medi­zi­nisch ver­ant­wor­tet und über­wacht.

Zwi­schen­durch muss der Vor­sit­zen­de die bereits zahl­reich erschie­ne­nen Blut­spen­der ver­trös­ten, denn die Blut­spen­de star­tet an die­sem Tag nicht vor 17 Uhr. Doch wer heu­te hier Blut spen­den will, muss sowie­so Zeit mit­brin­gen: Der Andrang ist groß, und bereits um 16.30 Uhr war­tet ein knap­pes Dut­zend Spen­der dar­auf, dass es end­lich los­geht.

Fami­liä­re Atmo­sphä­re

Die War­ten­den ver­mit­teln den Ein­druck einer klei­nen gro­ßen Fami­lie, die sich wie selbst­ver­ständ­lich zum Blut­spen­den trifft. Man kennt sich, man kommt zum Spen­den zusam­men und trifft Freun­de und Bekann­te. Es wird gescherzt und gelacht. Man­che der Spen­der kom­men so oft, dass sie vom Arzt „zurück­ge­stellt“ wer­den, wie es im Blut­spen­der-Jar­gon heißt: Denn wer die gesetz­li­chen Fris­ten nicht ein­hält, also die vor­ge­schrie­be­nen Abstän­de zwi­schen den Blut­spen­den nicht ein­hält, darf nicht Blut spen­den.

Ohne Aus­weis geht nichts | Foto: Mir­ko Baschet­ti
Frau Lan­ge besitzt noch den alten Blut­spen­de­aus­weis. Die neu­en ent­hal­ten ein Foto zur bes­se­ren Iden­ti­fi­zie­rung. | Foto: Mir­ko Baschet­ti
Herr Wiss­mann prüft die Daten­be­stän­de und gibt die per­so­na­li­sier­ten Fra­ge­bö­gen aus | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Län­ger muss nun auch end­lich nie­mand mehr war­ten – Punkt 17 Uhr star­tet die Blut­spen­de­ak­ti­on, als die Blut­spen­de­dienst-Mit­ar­bei­ter in Blau ihre Posi­tio­nen ein­ge­nom­men haben. Jörg Roth­bart tritt mit einem betont nord­deutsch aus­ge­spro­che­nen „So, jetzt geht das hier los“ zur Sei­te und macht Platz am „Anmel­det­re­sen“. Dort sitzt schon Herr Wiss­mann am Com­pu­ter und schmet­tert dem Ers­ten in der Schlan­ge ein auf­for­dern­des „Schö­nen guten Tag!“ ent­ge­gen, als Signal an alle, dass der Start­schuss gefal­len ist.

Der Fra­ge­bo­gen

Auch Frau Lan­ge gehört zu die­ser ein­ge­schwo­re­nen Gemein­schaft. Sie steht heu­te ganz vorn in der Rei­he der War­ten­den und gibt nun ihren Blut­spen­de­aus­weis ab. Die­ser wird gescannt – und Frau Lan­ge bekommt kurz dar­auf einen um ihre Daten ergänz­ten Fra­ge­bo­gen aus­ge­hän­digt.

Frau Lan­ge aus Stein­hu­de kommt seit 40 Jah­ren zur Blut­spen­de | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Ins­ge­samt 29 Punk­te ent­hält der zwei­ein­halb­sei­ti­ge Fra­ge­bo­gen – und fragt akri­bisch genau alles ab, was irgend­wie für die Blut­spen­de rele­vant sein könn­te. Wohl­be­fin­den, Krank­hei­ten, Ope­ra­tio­nen, Imp­fun­gen, Alko­hol­ge­nuss, Medi­ka­men­ten­ein­nah­me, Täto­wie­run­gen, Aus­lands­auf­ent­hal­te, Sexu­al­ver­hal­ten … all das muss der wil­li­ge Blut­spen­der wahr­heits­ge­mäß beant­wor­ten, um über­haupt auch nur in die Nähe einer Blut­spen­de­lie­ge zu gelan­gen. Wer in Indi­en oder Viet­nam war, muss z. B. ein hal­bes Jahr war­ten, bevor er als Spen­der wie­der infra­ge kommt.

Der Fra­ge­bo­gen erhebt alles, was für die Blut­spen­de rele­vant sein könn­te | Foto: Mir­ko Baschet­ti
Das Aus­fül­len der Fra­ge­bö­gen dau­ert fast genau­so lan­ge wie die eigent­li­che Blut­spen­de | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Zum Aus­fül­len sind im Raum die Schul­ti­sche zusam­men­ge­scho­ben wor­den, für den Daten­schutz ergänzt mit Trenn­wän­den. Ein biss­chen sieht es aus wie bei einer Urnen­wahl. Rou­ti­nier­te Spen­der schaf­fen das Aus­fül­len des Fra­ge­bo­gens inner­halb weni­ger Minu­ten – doch wer zu geübt ein­fach nur Haken für Haken setzt, soll­te sich bes­ser nicht vom Arzt dabei beob­ach­ten las­sen, der das gar nicht ger­ne sieht.

Info: Wer kein Blut spen­den darf
Prin­zi­pi­ell Blut spen­den kann, wer 18 Jah­re alt ist und kein Unter­ge­wicht hat. Doch es gibt einen gan­zen Kata­log an Aus­nah­men, die ein Anste­ckungs­ri­si­ko für den Emp­fän­ger der spä­te­ren Blut­kon­ser­ve ver­hin­dern sol­len. Wer z. B. Fern­rei­sen in exo­ti­sche Län­der unter­nom­men hat, in denen sel­te­ne Krank­heits­er­re­ger ein­ge­sam­melt wor­den sein könn­ten, muss ein hal­bes Jahr pau­sie­ren. Auch wer sich ab den 80ern bis in die spä­ten 90er Jah­re in Eng­land auf­ge­hal­ten hat, ist für die Blut­spen­de dis­qua­li­fi­ziert. So will man Creutz­feld-Jakob-Über­tra­gun­gen aus­schlie­ßen. Auch männ­li­che Homo­se­xu­el­le wer­den in Deutsch­land wei­ter­hin fak­tisch dis­kri­mi­niert – eine Blut­spen­de aus die­ser Grup­pe der Bevöl­ke­rung wird nicht ver­wen­det.

Frau Lan­ge kommt seit 40 Jah­ren

Frau Lan­ge geht seit Jahr­zehn­ten regel­mä­ßig zum Blut­spen­den. Wann sie damit ange­fan­gen hat, kann sie gar nicht mehr genau sagen – nur, dass es unge­fähr vier­zig Jah­re zurück­liegt. Auch ihre Beweg­grün­de, einst das ers­te Mal Blut gespen­det zu haben, blei­ben vage – irgend­wann habe man es eben ein­mal gemacht. Ver­gleich­ba­res hört man von vie­len Blut­spen­dern, die oft kei­ne kon­kre­ten Grün­de nen­nen kön­nen, wes­halb sie zum Blut­spen­den gehen. Man sei eben irgend­wann ein­fach mal so hin­ein­ge­rutscht – durch Freun­de, Fami­lie – und wäre seit­dem dabei geblie­ben. Eini­ge haben einst ange­fan­gen, weil sie ein­mal ihre Blut­grup­pe wis­sen woll­ten – und sind nun schon fast zum 100. Mal dabei. Ein ande­rer ist schon als Kind immer bei sei­nem Groß­va­ter mit­ge­lau­fen – weil er dadurch nach­mit­tags mal in die Schu­le konn­te – und wur­de so an das Blut­spen­den her­an­ge­führt. Von ähn­li­chen Erfah­run­gen kön­nen fast alle berich­ten. Gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment als Blut­spen­der scheint zu einem gewis­sen Grad erb­lich zu sein.

Ich nehm’ die nicht mehr mit – den Schmuck brauch ich nicht.“Frau Lan­ge über die Ehren­na­deln, die regel­mä­ßi­ge Spen­der in Bron­ze, Sil­ber und Gold bekom­men

Ande­ren Men­schen hel­fen zu wol­len wird inter­es­san­ter­wei­se nicht als Grund genannt – obwohl Blut­spen­den genau das ist: Selbst­lo­ser Dienst am Nächs­ten. Aber auch eine Spen­de ans Rote Kreuz. Denn der Han­del mit Blut­kon­ser­ven ist ein Mil­lio­nen­ge­schäft in Deutsch­land. Etwas über 100 Euro Umsatz macht das DRK mit einer Blut­spen­de, die genutzt wer­den kann. Neben der Ver­wen­dung als Blut­kon­ser­ven, die vor allem von den Kran­ken­häu­sern gekauft wer­den, wer­den die Bestand­tei­le einer Blut­spen­de z. B. auch von der Phar­ma­in­dus­trie geor­dert.

Höchst­al­ter: 72

Die „Nach­wuchs­ge­win­nung“ ist gene­rell ein Pro­blem bei den Blut­spen­de­diens­ten. Auch aus die­sem Grund wur­de das Höchst­al­ter für Blut­spen­der in den letz­ten Jah­ren immer wei­ter ange­ho­ben, es liegt inzwi­schen bei 72 Jah­ren. Regu­lär kann man noch bis zum 69. Geburts­tag zur Blut­spen­de, wer älter ist, braucht das aus­drück­li­che Okay eines Arz­tes. Wenn man erst­mals spen­det, darf man jedoch nicht älter als 64 sein.

Ermah­nung, sei­nem Kör­per Zeit zum Rege­ne­rie­ren zu las­sen | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Doch in Wunstorf bekommt man an die­sem Tag nicht den Ein­druck, als gäbe es Eng­päs­se – der Andrang ist heu­te groß – und die Blut­spen­der stau­en sich regel­recht auf ihrem Weg von der Anmel­dung bis zum eigent­li­chen Spen­den­platz. Das liegt jedoch auch an der Jah­res­zeit: in den Win­ter­mo­na­ten ist die Bereit­schaft zum Blut­spen­den prin­zi­pi­ell höher. An die 70 Blut­spen­der wer­den es an die­sem Tag noch wer­den. Als Prä­sent für ihr Erschei­nen gibt es an die­sem Tag nicht nur Ehren­na­deln und Urkun­den, son­dern neben einer Klei­nig­keit vom Wunstor­fer Orts­ver­ein auch noch eine Auf­merk­sam­keit vom Team aus Sprin­ge.

Die Vor­un­ter­su­chung

Frau Lan­ge hat den Bogen inzwi­schen aus­ge­füllt und geht zur nächs­ten Sta­ti­on – der Rot­kreuz-Schwes­ter, die den Hämo­glo­bin­wert wie bei einem Zucker­test bestimmt und außer­dem noch die Tem­pe­ra­tur misst, nach­dem sie zur Kon­trol­le noch ein­mal Name, Vor­na­me und Geburts­da­tum erfragt hat. Wer hier auf­fäl­li­ge Wer­te zeigt, für den ist die Blut­spen­de an die­ser Stel­le prak­tisch schon vor­bei. Stim­men die Blut­wer­te nicht, dann wäre es nicht nur für den Spen­der risi­ko­rei­cher, son­dern auch für den mög­li­chen Emp­fän­ger des Blu­tes, denn „die Qua­li­tät muss stim­men“. Beein­flus­sen lässt sich der Hämo­glo­bin­wert mit der rich­ti­gen Ernäh­rung: Trau­ben­saft und ein saf­ti­ges Steak kön­nen hel­fen. Von hun­dert Spen­dern haben etwa zwei einen nicht aus­rei­chen­den Wert, ver­rät die Schwes­ter. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung dar­über trifft jedoch der anwe­sen­de Arzt. Zu die­sem geht Frau Lan­ge jetzt auch gleich im Anschluss.

Die Tem­pe­ra­tur wird gemes­sen | Foto: Mir­ko Baschet­ti
… und der Hämo­glo­bin­wert bestimmt | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Die Ärz­te, die beim Roten Kreuz die Blut­spen­de beglei­ten, machen dies in der Regel neben­be­ruf­lich. Oft sind es Medi­zi­ner im Ruhe­stand, die sich noch etwas dazu­ver­die­nen wol­len, oder die auch nach Auf­ga­be ihrer Pra­xis noch von Zeit zu Zeit ärzt­lich tätig sein möch­ten. Auch der Medi­zi­ner, der an die­sem Tag bei den Wunstor­fern im Ein­satz ist, gehört schon zu den älte­ren Semes­tern. Er gibt sich reser­viert und möch­te sich nicht foto­gra­fie­ren las­sen. Dass ihn zwei Repor­ter beim gewohn­ten Ablauf stö­ren, bringt ihn aber nicht aus der Ruhe. Rou­ti­niert, aber hoch­kon­zen­triert beginnt er das Gespräch mit Frau Lan­ge, die bei ihm am Leh­rer­tisch Platz genom­men hat. Hin­ter Frau Lan­ge ste­hen die unge­nutz­ten Schü­ler­ti­sche mit hoch­ge­stell­ten Stüh­len ordent­lich in Rei­he.

Arzt­ge­spräch

Der Arzt über­prüft die Anga­ben im Fra­ge­bo­gen, prüft den Blut­druck und bringt die zuvor von der Schwes­ter gemes­se­nen Wer­te mit dem Fra­ge­bo­gen in Ein­klang – und lässt den Blut­spen­de­wil­li­gen dann ent­we­der zur Spen­de zu oder nicht. Frau Lan­ge bekommt heu­te das Okay – anders als beim letz­ten Mal, als sie den vor­ge­schrie­be­nen Zwi­schen­raum von min­des­tens 8 Wochen zwi­schen zwei Blut­spen­den nicht ein­ge­hal­ten hat­te. Der Arzt hat­te sie „zurück­ge­stellt“. Eine Blut­spen­de war dann nicht mög­lich. Die Bestim­mun­gen wer­den strikt ein­ge­hal­ten, die Fris­ten streng beach­tet, die Blut­spen­der im Zwei­fel auch vor sich selbst geschützt. Auch wenn das bedeu­tet, dass sie sich umsonst auf den Weg gemacht haben. Ins­ge­samt dür­fen Frau­en nur 4-mal, Män­ner 6-mal im Jahr Blut spen­den.

Ich geh’ immer.“Frau Lan­ge

Frau Lan­ge geht wie vie­le ande­re auch grund­sätz­lich zur Blut­spen­de, auch wenn sie kei­ne Erin­ne­rungs­kar­te vom DRK zuge­schickt bekommt – dabei kann es dann schon ein­mal zu Über­schnei­dun­gen kom­men, wenn man z. B. bei einem ande­ren Ort gespen­det hat. Drei­zehn Blut­spen­de­ter­mi­ne bie­tet das Wunstor­fer DRK an, in der Kern­stadt außer in der Stadt­schu­le auch in der Frö­bel­schu­le. Dazu kom­men Ter­mi­ne in den Orts­tei­len oder das Blut­spen­de­mo­bil, das dann bei McDo­nalds oder Alten’s Ruh parkt. Trotz­dem kom­men auch an die­sem Tag vie­le Blut­spen­der nicht aus der unmit­tel­ba­ren Nach­bar­schaft. So auch Frau Lan­ge, die in Stein­hu­de lebt.

Die Blut­spen­de

Mit dem Okay des Arz­tes in der Tasche geht unse­re exem­pla­ri­sche Blut­spen­de­rin in den eigent­li­chen Blut­spen­de­raum. Hier war­ten bereits vier wei­te­re Damen auf die Blut­spen­der. Hier sind Pro­fis am Werk, das spürt man sofort. Das Team ist ein­ge­spielt und rou­ti­niert. Die anwe­sen­den Schwes­tern aus Sprin­ge gehen hier ihrem Haupt­job nach. Nur aus­ge­bil­de­te Kran­ken­schwes­tern oder Arzt­hel­fe­rin­nen dür­fen Blut abneh­men.

Die Kanü­le wird in die Arm­beu­ge gelegt, die Stau­bin­de wirkt wie ein zu enger Gür­tel und ver­ein­facht die Blut­ab­nah­me | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Von den Wunstor­fer Hel­fern ist nur Frau Wol­ter auch im Blut­spen­de­raum zugan­ge und hilft beim Kon­trol­lie­ren der Gerä­te. Sie ist mit 35 Jah­ren ehren­amt­li­cher Tätig­keit zugleich die Dienst­äl­tes­te im Wunstor­fer DRK-Orts­ver­ein und trägt als Ein­zi­ge ihre tra­di­tio­nel­le Schwes­tern­klei­dung: Wei­ße Schür­ze, hell­blau­er Kit­tel, ein dun­kel­blau­es Jäck­chen – und eine Rot­kreuz-Bro­sche am Kra­gen. im Kon­trast zu den übri­gen Mit­ar­bei­tern zieht sie damit die Bli­cke auf sich.

Ich hab sie ein­fach da, war­um soll ich sie nicht anzie­hen?“Rot­kreuz-Schwes­ter Wol­ter vom OV Wunstorf

Rings­um ver­teilt im Raum ste­hen mobi­le Lie­gen, sodass ein hal­bes Dut­zend Blut­spen­der gleich­zei­tig betreut wer­den kön­nen. Etwas sur­re­al wirkt das schon in einem Klas­sen­zim­mer: zwi­schen Rechen­schie­bern, Bas­tel­ma­te­ria­li­en und Fin­ger­far­ben fließt gleich Blut durch die Schläu­che der Beu­tel­sys­te­me. Die Atmo­sphä­re ist trotz der still­lie­gen­den Blut­spen­der etwas wuse­lig, denn die DRK-Mit­ar­bei­ter flit­zen reih­um. Dazu kommt das Stim­men­ge­wirr und das Gepie­pe der Blut­spen­de­ge­rä­te. Im Hin­ter­grund dudelt Sha­ki­ra aus einem Radio.

Frau Lan­ge wäh­rend der Blut­spen­de | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Frau Lan­ge nimmt auf einer Lie­ge Platz, muss nur kurz war­ten, und schon kommt eine jun­ge Schwes­ter und beginnt mit dem Vor­be­rei­ten des Blut­spen­de­be­stecks. Auf den bereit­lie­gen­den Plas­ma­beu­tel und die Unter­la­gen kom­men Auf­kle­ber, die über eine Kon­troll­num­mer die Blut­spen­de ein­deu­tig Frau Lan­ge zuord­nen, falls sich spä­ter im Labor her­aus­stel­len soll­te, dass etwas nicht stimmt. Zudem wer­den Kon­troll­röhr­chen gefüllt, die spä­ter im Labor sepa­rat unter­sucht wer­den. Die gan­ze Logis­tik erfolgt halb­elek­tro­nisch mit Scan­nern und Com­pu­tern.

Kei­ner kommt zum Ste­chen?“Frau Lan­ge, kokett Rich­tung DRK-Mit­ar­bei­ter gewandt, die sich noch in der Ecke unter­hal­ten

Auch hier fragt die Schwes­ter noch ein­mal nach Name und Geburts­da­tum. Außer­dem will sie wis­sen, ob die Ent­nah­men bis­her gut ver­tra­gen wur­den. Frau Lan­ge bekommt eine Stau­bin­de um den Ober­arm gelegt und soll eine Faust machen, und dann wird wunsch­ge­mäß gepiekst, die Kanü­le in die Arm­beu­ge gelegt. Dann fließt schon das Blut über den Schlauch in das Sys­tem. Ob alles okay sei, wird Frau Lan­ge noch ein­mal gefragt – und auf­ge­for­dert, mit der Hand Pump­be­we­gun­gen zu machen, damit das Blut bes­ser fließt. Ansons­ten muss sie ein­fach nur dalie­gen. Die Blut­ent­nah­me ver­läuft sozu­sa­gen auto­ma­tisch.

Der Blut­plas­ma­beu­tel wird per­so­na­li­siert, sodass sich die Quel­le zum Spen­der spä­ter zurück­ver­fol­gen lässt, soll­te sich bei der rou­ti­ne­mä­ßi­gen Unter­su­chung erge­ben, dass etwas nicht stimmt. Auch die Blut­grup­pe ist schon deut­lich ver­merkt. | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Frau Lan­ge hat die „begehr­te“ Blut­grup­pe 0, Rhe­sus­fak­tor posi­tiv. Das ist die welt­weit am häu­figs­ten vor­kom­men­de Blut­grup­pe, und ihr Blut könn­te bei der Hälf­te der Blut­grup­pen auf Emp­fän­ger­sei­te ver­wen­det wer­den. Noch häu­fi­ger – näm­lich uni­ver­sell – ein­setz­bar wäre nur noch die Blut­grup­pe 0 nega­tiv. Frau Lan­ge selbst könn­te Blut aller­dings nur von Spen­dern emp­fan­gen, die eben­falls 0 posi­tiv oder 0 nega­tiv sind.

Info: Ist Blut­spen­den gesund?
Vie­le sehen in der Blut­spen­de auch eine Art per­sön­li­ches Doping, eine Frisch­zel­len­kur, da der Kör­per feh­len­des Blut­plas­ma neu­bil­det und der Kreis­lauf qua­si trai­niert wür­de. Vie­le Blut­spen­der füh­len sich nach einer Spen­de daher fit­ter als zuvor. Medi­zi­nisch ist das jedoch nicht nach­ge­wie­sen, soll­te ein sol­cher Effekt tat­säch­lich exis­tie­ren, hät­te er allen­falls kurz­fris­tig Wir­kung. Blut­spen­den ist vor allem gesund für den­je­ni­gen, der eine Blut­spen­de emp­fängt, weil er sonst nicht über­le­ben wür­de. Für den Spen­der ist eine Blut­spen­de aller­dings mit­tel­bar gesund: denn wenn etwas mit dem Blut nicht stimmt, im Labor Auf­fäl­lig­kei­ten bemerkt wer­den, wird der Spen­der dar­über benach­rich­tigt. Die Blut­spen­de funk­tio­niert damit auch als eine Art Früh­erken­nung von Krank­hei­ten.

Wäh­rend Frau Lan­ge Blut spen­det, erzählt Frau Wol­ter, wie es dazu kam, dass sie Rot­kreuz-Schwes­ter wur­de. Sie kam als Hei­mat­ver­trie­be­ne einst nach Wunstorf und woll­te etwas zurück­ge­ben. Auf der Flucht als 10-jäh­ri­ges Mäd­chen mit ihrer Fami­lie aus Ost­preu­ßen waren es die Schwes­tern vom Roten Kreuz in Ber­lin, die sie als prä­gend erleb­te, als die­se den Flücht­lin­gen bei der Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung hal­fen. Auf die­se Wei­se hel­fen woll­te sie spä­ter auch – und wur­de so tat­säch­lich eine von ihnen.

Die Blut­misch­waa­ge kon­trol­liert die abge­ge­be­ne Men­ge und schau­kelt das gespen­de­te Blut | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Der Blut­beu­tel, in den die Blut­spen­de fließt, liegt auf einer Spe­zi­al­wip­pe und ist stän­dig in Bewe­gung: das ver­hin­dert, dass das Blut gerinnt. Die­se soge­nann­te Blut­misch­waa­ge kon­trol­liert auch die Blut­men­ge: Sind die 500 ml gespen­det, piepst das Gerät, die Blut­ab­nah­me wird gestoppt. Die jun­ge Schwes­ter eilt wie­der her­bei, befreit Frau Lan­ge von der Kanü­le und bie­tet noch ein Pflas­ter an. Knapp 10 Minu­ten hat die Blut­spen­de an sich gedau­ert.

Kei­ne Kom­pli­ka­tio­nen

Dass Frau Lan­ge gera­de einen hal­ben Liter Blut gespen­det hat, sieht man ihr nicht an. Sie lächelt zufrie­den. Alles ande­re wäre auch ver­wun­der­lich. Kreis­lauf­pro­ble­me beim Blut­spen­den kom­men bis­wei­len vor, sind dann aber nicht wei­ter dra­ma­tisch. Die­se tre­ten übri­gens nicht pri­mär wegen der ver­lo­ren­ge­gan­ge­nen Blut­zel­len, son­dern wegen des Flüs­sig­keits­ver­lus­tes auf, der durch die Blut­spen­de zwangs­läu­fig ent­steht. Denn für den Kör­per ist die gespen­de­te Men­ge Blut durch­aus beacht­lich – die ein gesun­der Mensch jedoch pro­blem­los aus­glei­chen kann. Weni­ger als ein Zehn­tel sei­nes Blu­tes spen­det man wäh­rend einer Blut­spen­de. Theo­re­tisch könn­te man das 5-fache des­sen spen­den, was bei einer Blut­spen­de ver­lo­ren geht, und wür­de noch immer nicht in erns­te Schwie­rig­kei­ten kom­men.

Viel trin­ken ist wich­tig – am bes­ten auch beim Aus­fül­len der Fra­ge­bö­gen | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Stimmt die Blut­zu­sam­men­set­zung oder der Flüs­sig­keits­haus­halt jedoch nicht, kann es zu Kom­pli­ka­tio­nen kom­men. Die anfäng­li­che Bestim­mung des Hämo­glo­bin­wer­tes trägt sei­nen Teil dazu bei, dass so etwas nicht pas­siert. Doch es kommt den­noch immer mal wie­der vor, dass sich jemand über­schätzt. Zu die­sem Zweck steht sogar spä­ter beim Buf­fet eine Lie­ge bereit, für den Fall, dass jeman­dem noch im Nach­hin­ein uner­war­tet schwum­me­rig wer­den soll­te.

Wich­tig ist trin­ken. Ganz wich­tig. Auch im Vor­feld.“Jörg Roth­bart

Die DRK-Mit­ar­bei­ter und -Hel­fer haben aber einen Blick für sol­che Fäl­le, ken­nen die Sym­pto­me gut und kön­nen dann sofort ein­grei­fen. Wenn jemand blass im Gesicht wird, einen kal­ten Schweiß­aus­bruch bekommt, dann wird sofort der Arzt hin­zu­ge­holt, der Blut­druck gemes­sen und ggf. inter­ve­niert, um den Kreis­lauf wie­der auf nor­mal zu brin­gen. Die Betrof­fe­nen wer­den mit Flüs­sig­keit ver­sorgt, sta­bil gela­gert und über­wacht, bis sie sich wie­der erholt haben. Schon nach ein paar Minu­ten kann man wie­der auf­recht sit­zen, und auch die Gesichts­far­be ist wie­der nor­mal. An die­sem Blut­spen­de­tag pas­siert der­lei nicht, alles ver­läuft so, wie es sein soll.

Info: Risi­ken beim Blut­spen­den
Auch beim Blut­spen­den ver­läuft nicht immer alles glatt, manch­mal kommt es zu Kom­pli­ka­tio­nen: meist, wenn Spen­der zuvor nicht aus­rei­chend getrun­ken haben. Dann kann sich der Blut­ver­lust in Kreis­lauf­pro­ble­men nie­der­schla­gen. Bei etwa einem Fünf­tel der Spen­der kommt es nach der Blut­spen­de zu einem klei­nen blau­en Fleck an der Ein­stich­stel­le. Theo­re­tisch auf­tre­ten kön­nen auch eine Wund­in­fek­ti­on und Ner­ven­ver­let­zung durch das Legen der Injek­ti­ons­na­del. In der Pra­xis ent­spricht das jedoch eher der Wahr­schein­lich­keit der sel­tens­ten Neben­wir­kun­gen ganz hin­ten in einem Bei­pack­zet­tel. Der Flüs­sig­keits­ver­lust ist in 1–2 Stun­den aus­ge­gli­chen, die Bil­dung neu­er Blut­zel­len dau­ert eini­ge Tage. Daher soll­te man sich eini­ge Tage nach der Blut­spen­de noch etwas scho­nen, damit der Kör­per Gele­gen­heit hat, sich zu rege­ne­rie­ren.

Nur ein ein­zi­ges Mal wur­de es in der Ver­gan­gen­heit bei den Wunstor­fer Rot­kreuz­lern hek­ti­scher, und das aus einem nach­voll­zieh­ba­ren Grund: Es war ein schwü­ler Som­mer­tag, die Luft in der Remi­se zum Schnei­den – und der Blut­spen­der hat­te vor­her nicht aus­rei­chend getrun­ken. Bereits nach 200 Mil­li­li­tern Blut­spen­de kam es dann zu Kreis­lauf­pro­ble­men. Ein Ret­tungs­wa­gen wur­de hin­zu­ge­ru­fen und eine Infu­si­on gelegt, um den Flüs­sig­keits­man­gel schnell aus­zu­glei­chen. Bei ungüns­ti­gen Start­be­din­gun­gen kann daher auch ein gerin­ger Blut­ver­lust pro­ble­ma­tisch sein, in der Regel ver­kraf­tet der Kör­per jedoch selbst viel grö­ße­re Men­gen.

Ab zum Buf­fet, Ener­gie tan­ken

Knapp 10 Minu­ten lag Frau Lan­ge auf der Lie­ge, nun darf sie schon ans Buf­fet. Ihr wird ange­bo­ten, sich noch kurz aus­zu­ru­hen, als lang­jäh­ri­ge Spen­de­rin kann sie ihren Kreis­lauf jedoch gut ein­schät­zen, ver­zich­tet auf zusätz­li­che Ruhe­zeit und geht direkt hin­über zum Essen. Eine gute hal­be Stun­de ist ver­gan­gen von der Anmel­dung bis zur Ver­ab­schie­dung beim Schwes­tern­team. Siche­ren Schrit­tes steu­ert Frau Lan­ge das Buf­fet an und setzt sich zu den ande­ren – und lässt den Abend gemüt­lich aus­klin­gen.

Frau Wol­ter löst die Stau­bin­de | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Das Buf­fet hät­te in punc­to Reich­hal­tig­keit eine Kreuz­fahrt­schiff-Küche kaum bes­ser hin­be­kom­men, und auch die lan­ge Tafel ist fest­lich deko­riert. Reich beleg­te Bröt­chen, Schin­ken­röll­chen, Obst und vie­le ande­re Lecke­rei­en tür­men sich auf den Tel­lern und Plat­ten. Die Rot­kreuz-Jugend ist auch da und backt fri­sche Waf­feln für die Blut­spen­der. Man setzt sich zusam­men, unter­hält sich und lässt es sich schme­cken. Drum­her­um spie­len eini­ge Kin­der, die ihre Eltern beglei­tet haben.

Das Buf­fet erstreckt sich über die gesam­te Raum­län­ge | Foto: Mir­ko Baschet­ti
Die Weih­nachts­zeit ist erkenn­bar: Die gedeck­te Tafel für das Essen danach | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Nach drei Stun­den Blut­spen­de ist Schluss. Für die ehren­amt­li­chen Hel­fer vom Roten Kreuz geht ein lan­ger Tag zu Ende. Man­che waren direkt nach ihrem eigent­li­chen Job zum Ter­min gekom­men und haben ihre Frei­zeit in den Dienst des Roten Kreu­zes gestellt. Nun muss auch noch abge­baut wer­den, denn am nächs­ten Tag geht es schon an einer ande­re Stel­le wei­ter.

Rück­ga­be­box für Stau­bin­den in Buf­fet­nä­he | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Was wir erlebt haben an die­sem Tag, das ist eine enga­gier­te Schar von Mit­glie­dern, Mit­ar­bei­tern und Hel­fern des DRK, vie­le gut auf­ge­leg­te Blut­spen­der und ein schwer zu beschrei­ben­des Gemein­schafts­ge­fühl. Ein Gefühl, das sich auch speist aus dem Wis­sen, etwas Gutes getan zu haben, etwas, was einem ande­ren Men­schen irgend­wo anders viel­leicht in nächs­ter Zeit das Leben ret­ten wird.

Wenn man Blut sehen kann und kei­ne Angst vor Injek­ti­ons­na­deln hat, dann braucht man kein Held zu sein, um zum Blut­spen­den zu gehen – obwohl jeder ein­zel­ne Spen­der und jede ein­zel­ne Spen­de­rin in Wirk­lich­keit einer ist.

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