Wunstorfer Auepost
[Anzeige]

Horst grantelt: Jetzt die ganze Stadt mit Infopfaden zupflastern!

16.11.2023 • Horst Koschinsky • Aufrufe: 1676

Der Infopfad zur Hindenburgstraße in Wunstorf ist super – aber er ist kein Grund, den Straßennamen nicht trotzdem zu ändern, meint Horst Koschinsky im „Klartext für Wunstorf“.

16.11.2023
Horst Koschinsky
Aufrufe: 1676

Ganz ehrlich: So toll die Idee auch ist und so prima die Umsetzung geworden ist … ihr hättet die Hindenburgstraße einfach umbenennen sollen. Damit die kritischen Stimmen aus dem Hölty-Gymnasium – weil sie nicht länger unter der Adresse Hindenburgstraße zu finden sein wollen –, endlich Ruhe geben, stellt ihr aber lieber ein paar erklärende Schilder auf. Erklärende Schilder, die im Vorbeigehen niemand liest und bald auch niemand mehr lesen kann, weil die Flächen auf Sprayer und Vandalen so abschreckend wirken wie Riesen-Eisbecher auf Fünfjährige. Das ist aber nur das kleinere Problem. Habt ihr mal zu Ende gedacht, wo das hinführt?

Klar, wenn man die Anwohner befragt, dann sind sie natürlich gegen Umbenennungen. Macht ja erstmal Aufwand, und wenn man 50 Jahre nicht aus Wunstorf rausgekommen ist und in derselben Bude gewohnt hat, gewöhnt man sich halt nicht mehr um, wenn’s nicht sein muss. Man hätte lieber mal die ganze Stadt fragen sollen, ob eine Hindenburgstraße im Jahr 2023 noch Sinn macht. Ist halt auch eine Geldfrage. Ein paar Tausender für rostige Stahlteile sind natürlich ein Schnäppchen im Vergleich zu Gerichtsprozessen mit klagenden Anwohnern, denen man am Ende trotzdem die neuen Visitenkarten, Führerscheine und Personalausweise bezahlen muss.

Man hätte lieber mal die ganze Stadt fragen sollen, ob eine Hindenburgstraße im Jahr 2023 noch Sinn macht.

Aber ich möchte jetzt nicht in der Haut der Ortsräte stecken. Denn jetzt hat man damit angefangen, und schon kommen die nächsten Wünsche: Alle anderen Straßen sollen jetzt bitte schön auch einen Infopfad bekommen. Wo bleiben Agnes-Miegel-Pfad, Oswald-Boelcke-Pfad, Gustav-Kohne-Pfad, Richthofenpfad und Rudolf-Harbig-Pfad? Die Möglichkeiten sind endlos. Wird mit der König-Ludwig-Straße und der Graf-Wilhelm-Straße nicht die Monarchie verherrlicht? Darf es nach Abschaffung der Wehrpflicht noch eine Scharnhorststraße geben? Und erinnert die Adolf-Oesterheld-Straße mit dem Vornamen nicht zu sehr an den anderen Adolf? Und was ist eigentlich mit „In der Kleinen Südheide?“ Hat mal jemand daran gedacht, wie sich die große Nordheide dabei fühlt?

Nächstes Mal gar nicht erst anfangen mit dem ollen Reichspräsidenten

Am Ende ist Wunstorf zugepflastert mit Geschichtsinfotafeln. Dafür werden dann bestimmt auch noch ein paar Parkplätze geopfert werden müssen. Richtig wäre gewesen, die Infotafeln aufzustellen – und die Hindenburgstraße trotzdem umzubenennen. Vielleicht gelingt das ja der nächsten Generation. Kleiner Tipp dafür: Nächstes Mal gar nicht erst anfangen mit dem ollen Reichspräsidenten, sondern einfach auf die Straßentafel-Zusatzschilder schreiben, dass der Zeppelin gemeint ist. Die Hindenburgstraße umbenennen in Hindenburgstraße. Problem gelöst.

Mit straßentauglichen Grüßen
Horst Koschinsky

[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


  • Wunni sagt:

    Was für ein lustiger Satire-Artikel. Selten so gelacht, ist ja alles nicht ernst gemeint. Jaha am besten alle Straßennamen abschaffen und alles durchnummerieren, so wie in Manhatten – dann wird man auch nicht mehr auf Schritt und Tritt mit deutscher Geschichte oder gar Bildung belästigt.

    • Dr. Harald Lichtblau sagt:

      Vielleicht sollten Sie nach Manhatten ziehen als Nummer ohne Namen. Bildung schadet übrigens nicht, bisweilen macht es Geschichte und damit auch unsere aktuelle Welt begreiflicher.

  • Andreas R. Niepel sagt:

    @Wunni: „… alles durchnummerieren, so wie in Manhatten …“ – so weit muss man gar nicht schauen: es reicht der Blick in die Innenstadt Mannheims.
    Die sog. „Quadratestadt“ trägt so schöne Adressbezeichnungen wie O3, C2 usw. ;-)

  • Dr. Harald Lichtblau sagt:

    Dümmlicher Kommentar ohne Tiefe.
    Man sollte Hobbysatirikern nicht zu viel Aufmerksamkeit widmen.

  • Dr. Harald Lichtblau sagt:

    Letzterer Kommentar bezieht sich auf den Hauptartikel – damit keine Missverständnisse entstehen. Geschichte wird durch ignorieren auch nicht besser.

  • centrodelmargine sagt:

    Ach Horst!
    Für einen Ideenwettbewerb wäre dein Vorschlag ja nicht schlecht gewesen.
    Aber denkst du auch mal an den armen Grafen Zeppelin, der doch nichts dafür kann, dass sein LZ 129 auf den Namen HINDENBURG getauft wurde?!

  • Dr. Harald Lichtblau sagt:

    Um bei diesem Beitrag zum Ende zu kommen.: es ist schon erschreckend, wieviel halb oder gar nichts wissend über historische Fakten und Zusammenhänge Kommentare geschmiedet werden. Peinlich. Fragen sie doch mal einen Höltyschüler ( bewusster Genderverzicht),)was er in einer mehrstündigen Klassenarbeit über Hindenburg zu Papier bringen kann? Können Sie das Herr Koschinsky? Im Bedarfsfall helfe ich mit Hinweisen auf entsprechende Sekundärliteratur gerne nach.

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779946
    info@auepost.de

    [Anzeigen]

    Artikelarchiv

    Auepost auf …