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Mehr Fantasie bei der Straßennamensuche!

16.06.2022 • Horst Koschinsky • Aufrufe: 1211

„Straße der Transall“ statt „Gernikastraße“. Sobald die Grünen im Großenheidorner Ortsrat die Mehrheit haben, könnte es noch interessant werden, meint Horst im „Klartext für Wunstorf“.

16.06.2022
Horst Koschinsky
Aufrufe: 1211

„Straße der Transall“, so soll die Zufahrt zum neuen Airbus-Wartungshangar in Großenheidorn bald heißen. Ist ja ganz nett, und ich kann verstehen, dass man keine Straße will, die einen dauernd an die unrühmliche Zerstörung von spanischen Städten erinnert. Also nix mit dem Gernika-Gedächtnis-Weg.

Aber da stellt sich unabhängig von politischen Erwägungen natürlich sofort die Frage: Ging’s nicht auch ’ne Nummer kleiner? „Straße der Transall“? So pompös, als würde da nicht ein besserer Wirtschaftsweg, sondern eine vierspurige Prachtstraße hingebaut? Klingt fast wie Allee der Kosmonauten oder irgendeine andere DDR-Altlast, die man lieber gestern als heute losgeworden wäre.

Transallgasse war wohl zu provinziell. Ich stell mir jetzt schon vor, wie die Airbus-Teile-Zulieferer vor Verzweiflung auf das Navi einschlagen, wenn die Computerstimme schon wieder antwortet: „Ich konnte Straße Tanzknall in 31515 Wunstorf nicht finden“.

Zukunftssicher

Aber auch praktisch könnte es zu Komplikationen führen: Eine Transallstraße wird am Ende nur diejenigen verwirren, die das Flugzeugmuseum suchen – und Airbus muss Extrapersonal einstellen, weil zu viele Leute am Tor klingeln, die eigentlich zur Junkers-Ausstellung wollten. In die Zukunft gedacht könnte es noch dümmer werden: Schon heute wissen die Auswärtigen nicht, was eine Transall überhaupt ist – und werden es dann erst recht nicht für ein Militärflugzeug, sondern vielleicht für irgendwas mit Gendern halten.

Mal unter uns: Es wäre für Großenheidorn die Chance gewesen, all die Leute zufriedenzustellen, die seit Jahren nach einer Gernikastraße rufen. Stattdessen werden die jetzt weiter in der Kernstadt auflaufen und so lange auf der Gitarre Friedenslieder klampfen, bis die Oswald-Boelcke-Straße doch noch abgebaut wird. Das hätte man einfacher haben können. Warum konntet ihr euch nicht auf einen Ringtausch einigen? Die Oswald-Boelcke-Straße wird zur Gernikastraße umbenannt, und die Airbus-Zufahrt wäre dafür zur Oswald-Boelcke-Straße geworden? Da gehört sie schließlich hin. So macht man das. Oder das Ding halt gleich Airbus-Straße nennen. Damit hätte man die Betonung der europäischen Freundschaft inklusive gehabt – auch Spanien ist an Airbus beteiligt.

„Wie wär’s denn mit Straße des ökologischen Fußabdrucks oder Nie-wieder-Krieg-Promenade?“

Wenn Gernikastraße nicht mehrheitsfähig ist, gibt es schließlich auch noch anderes, womit man die Bundeswehr und Airbus ärgern könnte, ohne den Mahnern zu viele Zugeständnisse zu machen. Wie wär’s denn mit „Straße des ökologischen Fußabdrucks“ oder „Nie-wieder-Krieg-Promenade“?

Vorschlag zur Güte: Pappt doch noch eine Sackgasse irgendwo in die Mitte der Transallstraße und nennt den Abzweig dann nach Gernika. Das wäre auch gleich ein wunderbares Sinnbild für die aktuelle Ortsratsentscheidung. Denn interessant wird’s, wenn die Grünen mal die Mehrheit bekommen im Großenheidorner Ortsrat und es dann immer noch keine Gernikastraße gibt. Denn es ist ja nicht verboten, Straßen später auch wieder umzubenennen … Die „Straße der Transall“ könnte also theoretisch in ein paar Jahren doch noch zur Gernikastraße werden.

Bei Airbus wird man sich dann scheckig freuen, alle Visitenkarten wieder ändern zu dürfen. Und die LKW-Fahrer, die es nach Jahren endlich geschafft haben, ihrem Navi die Tanzknall-Straße beizubringen, fangen von vorne an: „Ich konnte Gerne-da-Straße in 31515 Wunstorf nicht finden“.

Mit mahnenden Grüßen
Horst Koschinsky

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Kommentare


  • Lydia Bertani sagt:

    Die „Nie-wieder-Krieg-Promenade“ wäre ja schon mal bei den Grünen krachend durchgefallen, da diese ja derzeit regelrecht Schaum vorm Munde tragen, was Kriegslüsternheit betrifft.

  • Wunni sagt:

    Um mal richtig Nägel mit Köpfen zu machen würde ich vorschlagen Wunstorf in „Schande-von-Guernica-Stadt“ umzubenennen – und dann alle Straßen nach den einzelnen Opfern dieses Wunstorfer Bombardements umzubenennen. Wer was dagegen hat, dem kann man natürlich sofort eine braune Gesinnung unterstellen.

    • Lydia Bertani sagt:

      Klasse Idee! Wie wäre es denn, wenn man allen indigenen Einwohnern pauschal verfassungsfeindliche Tätowierungen auf die Stirn drappiert und pauschal lohnpfändet. Das würde doch sehr vieles abkürzen.
      ich vermute, da schreien jetzt schon alle „Hurra“, bevor das überhaupt gelesen wurde….

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