Bekommt Wunstorf nun frei­es WLAN oder nicht?

Am 11. Sep­tem­ber ist Kom­mu­nal­wahl. Auch in Wunstorf wer­den Regi­ons­ver­samm­lung, die Orts­rä­te und ein neu­er Stadt­rat gewählt. 6 Par­tei­en und ein Ein­zel­kan­di­dat wol­len ins Wunstor­fer Rat­haus ein­zie­hen. Wir haben den Par­tei­en ein knap­pes Dut­zend Fra­gen zu The­men gestellt, die die Wunstor­fer beson­ders inter­es­sie­ren. Wir ver­öf­fent­li­chen täg­lich bis zur Wahl jeweils eine der Fra­gen samt Ant­wor­ten – und geben einen Über­blick, wer wel­che Posi­tio­nen ver­tritt.

Sicherlich guter Empfang im Freibad
Sicher­lich guter Emp­fang im Frei­bad

Radi­um galt auch im All­tag lan­ge Zeit als prak­tisch, bevor man die töd­li­che Wir­kung der Strah­lung auf den Men­schen erkann­te. Asbest galt über Jahr­zehn­te als idea­ler Werk­stoff, bis der Zusam­men­hang mit Lun­gen­krebs publik wur­de. Wäre es mög­lich, dass wir in Zukunft Ähn­li­ches auch ein­mal über WLAN-Net­ze sagen wer­den? Selbst staat­li­che Stel­len kön­nen nicht mit Sicher­heit aus­schlie­ßen, dass die immer zahl­rei­cher wer­den­de elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung Neben­wir­kun­gen haben könn­te.

wunstorfwaehlt

Soll man also wirk­lich ganz Wunstorf mit einem wei­te­ren Funk­netz über­zie­hen, wie kürz­lich von der Poli­tik dis­ku­tiert wur­de? Die Par­tei­en sehen hier bis auf eine Aus­nah­me kei­ne Gefahr, wol­len frei­es WLAN aber teil­wei­se aus ande­ren Grün­den nicht. Falls das freie WLAN kommt, dürf­te es ohne­hin kein Ange­bot für das kom­plet­te Wunstorf wer­den, son­dern sich auf die zen­tra­len öffent­li­chen Plät­ze und Berei­che beschrän­ken.

Fra­ge und Ant­wor­ten

Wir haben die Par­tei­en kon­kret gefragt: „Das Bun­des­amt für Strah­len­schutz emp­fiehlt, die Belas­tung durch WLAN-Strah­lung mög­lichst gering zu hal­ten, um mög­li­cher­wei­se noch unbe­kann­te (Langzeit-)Gefahren durch hoch­fre­quen­te elek­tro­ma­gne­ti­sche Fel­der zu mini­mie­ren. Set­zen Sie sich für ein flä­chen­de­cken­des Funk­netz­werk in Wunstorf ein?“

logo-linkeAnt­wort von Die Lin­ke: Die Lin­ke wird sich nicht für ein flä­chen­de­cken­des Funk­netz­werk ein­set­zen. Das bis­her schon durch pri­va­te WLAN-Gerä­te vor­han­de­ne Stör­po­ten­ti­al ist sehr stark und wird durch ein Flä­chen­netz­werk ja nicht abge­schwächt, son­dern eher ver­stärkt. Es gibt vie­le offi­zi­el­le Ver­laut­ba­run­gen, die davor war­nen, dass WLAN vor allem für die Gehir­ne klei­ner Kin­der schäd­lich ist. Die Attrak­ti­vi­tät von bei­spiels­wei­se Stein­hu­de wird sicher­lich nicht son­der­lich geför­dert durch ein öffent­li­ches WLAN. Dass die ande­ren Par­tei­en, auch die­je­ni­gen, die eher für natür­li­che und gesun­de Lebens­wei­sen wer­ben, die­se Ent­wick­lung för­dern wol­len, stimmt mich sehr bedenk­lich.

logo-fdpAnt­wort der FDP: Ja. Wir unter­stüt­zen zum Bei­spiel aktiv die Initia­ti­ve „Frei­funk für Stein­hu­de und Umge­bung“. Der Gesund­heits­schutz der Bevöl­ke­rung muss dar­über hin­aus immer gewähr­leis­tet sein. Das ist Vor­aus­set­zung jeg­li­cher tech­ni­scher Neue­rung. Unser Land, des­sen Wohl­erge­hen sich auf tech­ni­schem Fort­schritt und Ide­en­leis­tung in der Spit­zen­tech­nik begrün­det, muss gleich­zei­tig offen für eine freie Ent­wick­lung gera­de im digi­ta­len Bereich blei­ben.

logo-spdAnt­wort der SPD: Wir set­zen uns für frei­es WLAN an öffent­li­chen Plät­zen ein. Vie­le Städ­te bie­ten schon heu­te an öffent­li­chen Plät­zen oder Gebäu­den kos­ten­freie Inter­net­zu­gän­ge über frei­es WLAN an. Das ermög­licht nicht nur den Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­nern eine kos­ten­freie Nut­zung des Inter­nets, son­dern wirkt sich posi­tiv auf Gewer­be und Tou­ris­mus aus. Es trägt zur Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung der Innen­städ­te und tou­ris­ti­scher Ange­bo­te bei. Es ist eine Chan­ce für unse­re Stadt. WLAN gilt dabei auch nach dem Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) als unge­fähr­lich. Es darf über­all lizenz­frei von jedem ver­wen­det wer­den und ist mitt­ler­wei­le auch in fast allen Haus­hal­ten und nahe­zu jedem PC und Smart­pho­ne vor­han­den. Das BfS stellt für WLAN-Gerä­te fest, dass sie in der Regel und beson­ders bei kör­per­fer­nem Betrieb deut­lich unter­halb der emp­foh­le­nen Höchst­wer­te blei­ben. Die­se nied­ri­ge Strah­lung nimmt sogar noch um 80 % ab, wenn man sich mehr als 1 Meter vom Rou­ter ent­fernt befin­det. Das BfS emp­fiehlt des­halb ledig­lich, Rou­ter nicht in abso­lu­ter Nähe an Orten, an denen man sich dau­er­haft auf­hält (wie z. B. den Arbeits­platz) auf­zu­stel­len. Bei­des soll aber auch nicht gesche­hen. Die Rou­ter für frei­es WLAN sol­len sich in einem aus­rei­chen­den Abstand befin­den. Und öffent­li­che Plät­ze (wie z. B. die Fuß­gän­ger­zo­ne), sind kei­ne Orte, an denen man sich so lan­ge auf­hält wie z. B. am Arbeits­platz. Aber selbst wenn dem so wäre, wäre es wegen der zu beach­ten­den Abstän­de von Rou­ter und Men­schen kein Pro­blem. Wenn es dar­um geht, öffent­li­che WLAN-Net­ze, die heu­te schon bestehen (z. B. im Rat­haus, im Café oder Gast­stät­ten), ledig­lich zugäng­lich zu machen, wer­den zudem kei­ne neu­en WLAN-Zugangs­or­te geschaf­fen. Es gibt sie schon heu­te, sie wer­den nur für all­ge­mei­ne Nut­zung geöff­net. Ein neu­er Rou­ter z. B. am Rat­haus zur Ver­sor­gung des Plat­zes vor dem Rat­haus und des Plat­zes vor der Stadt­kir­che wür­de selbst­ver­ständ­lich unter Beach­tung der Vor­sor­ge­emp­feh­lung in einem aus­rei­chen­den Abstand ange­bracht wer­den. Grund­sätz­lich ist die Belas­tung durch WLAN-Strah­lung im Ver­gleich viel gerin­ger als die Han­dy­strah­lung. Die Ener­gie, die von einem WLAN-Netz­werk aus­geht, das sich in Reich­wei­te befin­det, ist übli­cher­wei­se um ein Viel­fa­ches gerin­ger als beim Han­dy­te­le­fo­nie­ren. Jedes Han­dy­te­le­fo­nat eines Tisch­nach­barn im Café der Fuß­gän­ger­zo­ne ist ver­mut­lich belas­ten­der als ein öffent­li­cher Hot­spot.

Ant­wort von Ste­fan Sau­er: Die Belas­tung des Men­schen durch ele­kro­ma­gne­ti­sche Strah­lung ist bekannt und mög­lichst gering zu hal­ten.

logo-afdAnt­wort der AfD: WLAN ist im Hin­blick auf die Infra­struk­tur einer Kom­mu­ne ein wich­ti­ger Fak­tor gewor­den. Bereits in weni­gen Jah­ren wird sich selbst Deutsch­land dort befin­den, dass jeder Mensch über­all medi­al erreich­bar sein wird. Die jetzt in Wunstorf lau­fen­de Dis­kus­si­on um WLAN-Mög­lich­kei­ten in der Innen­stadt und dem Orts­kern von Stein­hu­de ist nur eine vor­über­ge­hen­de Tech­nik, die sicher­lich in ein paar Jah­ren in der Form nicht mehr benö­tigt wird. Die Fra­ge, ob eine Par­tei für flä­chen­de­cken­de Funk­netz­wer­ke ist oder nicht, wird sich dann nicht mehr stel­len. Die­se Ent­schei­dung neh­men die Men­schen der Poli­tik ab.

logo-cdu-0Ant­wort der CDU: Wir sind gegen ein städ­ti­sches frei­es WLAN, aller­dings aus ande­ren Grün­den. Die CDU begrüßt es grund­sätz­lich, wenn bei­spiels­wei­se Hotels ihren Gäs­ten ein WLAN anbie­ten. Wir leh­nen es jedoch ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund der immensen Schul­den der Stadt Wunstorf ent­schie­den ab, mit Steu­er­gel­dern oder, was wahr­schein­li­cher wäre, durch noch mehr Schul­den ein teu­res Funk­netz­werk auf­zu­bau­en und zu betrei­ben. Mit Blick auf die im frei­en Fall befind­li­chen Kos­ten von Mobil­funk­ver­trä­gen, die heut­zu­ta­ge fast immer die Inter­net­nut­zung schon beinhal­ten, ist kaum zu erwar­ten, dass die WLAN-Tech­no­lo­gie zukünf­tig auch nur ansatz­wei­se mit LTE, 5G oder ande­ren Mobil­funk­tech­no­lo­gi­en wird mit­hal­ten kön­nen.

Die Grü­nen haben uns nicht auf die­se Fra­ge­stel­lung geant­wor­tet.

Alle wei­te­ren Fra­gen, Ant­wor­ten und Posi­tio­nen: Hier in unse­rem Schwer­punkt zur Wunstor­fer Kom­mu­nal­wahl 2016!

- Anzeige -
Werben auf auepost.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.