Besserer Schutz für Radfahrer

Hindenburgstraße soll Fahrradmarkierungen bekommen

Das Radfahren in der Hindenburgstraße soll sicherer werden. Deshalb möchte der Wunstorfer Ortsrat 10.000 Euro aufwenden, um Schutzstreifen zu markieren.

Auf der Hindenburgstraße können stellenweise schon jetzt Fahrradfahrer nicht überholt werden | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Der Wunstorfer Ortsrat wünscht sich Fahrradschutzstreifen für die Hindenburgstraße. Die Mehrheitsgruppe aus SPD, FDP und Grünen brachte auf der Ortsratssitzung am vergangenen Mittwoch den Antrag ein, im Haushalt 10.000 Euro für das Anlegen von entsprechenden Fahrbahnmarkierungen in der Hindenburgstraße zu berücksichtigen.

Fahrradschutzstreifen sind dabei eine vergleichsweise günstige Lösung, einen primär für Fahrradfahrer reservierten Bereich auszuweisen, ohne dass Straßen umgebaut oder explizit Radwege angelegt werden müssen. Seit 2009 können sie einfacher eingerichtet werden und verbreiten sich seitdem stark. In Wunstorf ist etwa bereits der Großteil der Barnestraße mit Fahrradschutzstreifen markiert.

Was bringen Radfahrschutzstreifen?

Der Nutzen – und ob das Radfahren dadurch überhaupt sicherer wird – ist jedoch umstritten, da sich an der räumlichen Situation für Radfahrer im Verkehr dadurch faktisch nichts ändert; es werden lediglich die typischen Fahrspuren von Radfahrern für die übrigen Verkehrsteilnehmer sichtbar gemacht. Die Spuren sind immer noch Teil der Fahrbahn, und Radfahrer müssen genauso behandelt werden, als wären die Streifen nicht vorhanden. Im Gegenteil sind auch negative Wirkungen bekannt, da die Markierungen Fahrradfahrer dazu verleiten, zu nahe an geparkten Autos am Straßenrand vorbeizufahren und ihren eigenen Sicherheitsabstand zu vernachlässigen; ebenso werden überholende Autofahrer dazu verleitet, zu dicht an den Radfahrern vorbeizufahren, die auf den Fahrradschutzstreifen unterwegs sind, da sie die Streifen als eigene Fahrspur und nicht mehr Teil der Fahrbahn betrachten.

Viele Autofahrer wissen außerdem immer noch nicht, dass sie die Schutzstreifen normalerweise nicht befahren dürfen. Auf der Barnestraße ist z. B. oft zu beobachten, wie Autos selbst bei sonst völlig freier Fahrbahn wie selbstverständlich äußerst rechts fahren und die Fahrradschutzstreifen dabei mitbenutzen. Zweck der Markierungen ist jedoch, dass sie zugunsten der Radfahrer generell freigehalten werden. Überfahren werden dürfen die Markierungen nur zum Ausweichen oder queren.

Grüne gegen Markierungen

Obwohl dabei die grünen Ortsratsmitglieder innerhalb der „Fraktionsdisziplin“ für das Einbringen des Antrags stimmten, votierten sie dementsprechend bei der anschließenden Abstimmung dagegen. Ortsratsmitglied Peter Scholz begründete dies damit, dass die Grünen es nicht für sinnvoll hielten, Geld lediglich für das „Verteilen von Farbe“ auszugeben. Mit den übrigen Stimmen des Ortsrates wurde der Antrag beschlossen.

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9 Kommentare
  1. Marco Oststadtkompanie Waschk meint

    Das bringt bei der schmalen Fahrbahn gar nichts. Die Auto und Busfahrer werden hier immer auf den Fahrradstreifen kommen. Und man kann jetzt schon fast nicht überholen. Das Geld kann besser verwendet werden.

  2. Almut Wohnlich meint

    Bleibt genauso gefährlich wie auf der Barnestraße, Alte Bahnhofstraße usw. Viele Autofahrer sind viel zu dicht beim überholen

  3. Stephan Große meint

    Wieviel Fahrradfahrer sind denn in den lwtzten Jahren dirt von PKW oder LKW oder Bus verletzt oder getötet worden?

  4. Christiane Elpunkt meint

    Wie viele Radfahrer fahren fast mittig, nebeneinander, schwenken aus oder biegen ohne Handzeichen ab… morgens auch für Autofahrer kein Geschenk, in Kombi mit Bussen und einfach blind auf die Str laufende Schüler …

  5. Thomas Riedel meint

    Ich verstehe es nicht, wieso muss man alles noch enger machen wie es schon ist, Macht es doch gleich auch mit der Hagenburgerstr, aber auf jeder Seite, ach ja und die B441 zur Autobahn könnte das auch noch gebrauchen. Erschreckend ist, dafür ist Geld da und es wird gemacht, aber diese Mist Behelfsampel auf der 441 T Kreuzung Nach Schloss Ricklingen könnte endlich mal weg kommen. In den fast 2 Jahren stimmte nicht mal die Beschilderung in dem Bereich. Selbst wenn man Probleme der Stadt mitteilt, hat sich in ca 2,5 Monaten nix getan, aber man selber soll innerhalb von 1 Woche alles so machen wie es die Stadt/Region will.

  6. Basti g. meint

    Die Radfahrer sollten lieber mal mit Licht fahren dann wäre es für alle Verkehrsteilnehmer sicherer

  7. Julian meint

    Ich fahre auch Auto in Wunstorf aber genauso viel Rad. Und ich bin mit Mitte 30 ein sehr sicherer Radfahrer aber das wird wirklich gar nichts bringen.
    Bestes Beispiel ist wirklich die Barnestr. auf der meine Schwiegermutter auch schon fast umgenietet wurde. Generell in Wunstorf, die Autos sind alle zu schnell unterwegs. Ich wohne in einer Spielstraße und niemand, wirklich niemand fährt hier Schritttempo.

    Aber die Polizei trägt ja ihren Teil dazu bei – in der freien Wirtschaft sagt man „wegen Reichtum geschlossen“.

  8. Tobias Thomas meint

    Diese Streifen verleiten den Autofahrer zu dicht an Radfahren vorbei zu fahren. Ist meiner Meinung nach noch gefährlicher als ohne.

  9. Harry meint

    Ich fahre die Hindenburgstr. terminbedingt leider zweimal in der Woche, gerade um die Zeit des Schulschlusses oder der Pausen. Dabei muss ich jedesmal höllisch auf alle Radfahrer achten, die sich in keiner Weise an die Verkehrsregeln halten. Zu zweit nebeneinander und dann noch entgegen der Fahrtrichtung, Abbiegen ohne Handzeichen, oder fahren auf dem Bürgersteig sind an der Tagesordnung. Statt 10.000€ für Markierungen auszugeben, die dann sowieso nicht genutzt werden, sollte die Stadt lieber Kontrollen machen und Verkehrsgefährdungen ahnden – auch bei Radfahrern!

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