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Die Stichwahl: Pavel gegen Piellusch

27.09.2026 • Redaktion • 3 Min. • Kommentare: 0

Heute entscheidet sich in Wunstorf, wer für die nächsten 8 Jahre Bürgermeister sein wird. In einer Stichwahl treten Amtsinhaber Carsten Piellusch und Martin Pavel, der Gewinner des ersten Wahlgangs, gegeneinander an.

27.09.2026
Redaktion
3 Min.
Stichwahl: Der Wahlkampf in der Stadt ging in den vergangenen 14 Tagen weiter | Fotos: Schneider

Wunstorf (red). Wunstorf neigt bei Bürgermeisterwahlen durchaus zu Besonderheiten: 2014 gab es beispielsweise mit Rolf-Axel Eberhardt (CDU) nur einen einzigen Kandidaten, Eberhardt stellte sich damals ohne Gegenkandidat zur Wiederwahl. Niemand sonst wollte in Wunstorf Bürgermeister sein. Die Wähler damals konnten deshalb nur ankreuzen, ob sie Eberhardt wählen wollten oder nicht. Wäre die Wahlbeteiligung zu gering gewesen oder hätte es mehr Nein-Stimmen als Ja-Stimmen gegeben, hätte die Wahl wiederholt werden müssen.

Aber auch in Konstellationen wie jetzt, wenn es sogar vier Bewerber für das Wunstorfer Bürgermeisteramt gab, kommt es zu einer weiteren Wahl, obwohl einer der Kandidaten eindeutig vorne lag. Es kommt zur sogenannten Stichwahl. Das hat seinen Grund: Das Verfahren soll sicherstellen, dass der spätere Bürgermeister tatsächlich die Mehrheit der abstimmenden Bürger hinter sich hat, dass er die Mehrheit in der Stadt vertritt.

Darum gibt es Stichwahlen

Deshalb ist festgelegt, dass von mehreren Kandidaten Bürgermeister nur werden kann, wer mehr als die Hälfte aller Stimmen erhält. Vor 5 Jahren hatte Carsten Piellusch (SPD) das gegen zwei Konkurrenten direkt geschafft, er lag über 50 %. Bei der jetzt aktuellen Wahl am 13. September war es jedoch niemandem gelungen. Martin Pavel (CDU) bekam zwar die meisten Stimmen, aber weniger als 50 %.

Die heute folgende Stichwahl stellt sicher, dass sich alle Wähler nun noch einmal entscheiden müssen zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten. Die übrigen Kandidaten dürfen nicht mehr antreten, Kerstin Obladen (Freie Wähler) und Mona M’Barkiou (Die Linke) sind aus dem Rennen.

In anderen Bundesländern ist das durchaus anders: Baden-Württemberg und Sachsen kennen in solchen Fällen keine Stichwahl, sondern lassen alle Kandidaten noch einmal antreten – dann aber reicht im zweiten Wahlgang die einfache Mehrheit.

Das Ergebnis des ersten Wahlgangs der Wunstorfer Bürgermeisterwahl 2026 | Infografik: Auepost

In Niedersachsen werden Bürgermeister-Stichwahlen aber zum spannenden Duell, und in Wunstorf gilt das nun ganz besonders. Denn im ersten Wahlgang lagen Pavel und Piellusch recht nah beieinander. Bei der Auszählung der Stimmen am Wahlabend war deshalb auch lange unklar gewesen, wer am Ende in Führung gehen würde.

Jetzt zur Stichwahl werden sozusagen die Karten neu gemischt, und es wird wieder spannend werden am Sonntagabend. Der Ausgang der Stichwahl ist nicht wirklich vorhersagbar. Kerstin Obladen empfiehlt ihren Wählern, nun für Pavel zu stimmen. Aber ob diese dann überhaupt noch ein zweites Mal zur Wahl gehen, ist unklar. Mona M’Barkiou hat keine alternative Wahlempfehlung abgegeben. Aber auch hierbei ist unklar, ob alle ihre Wähler nun automatisch für Piellusch stimmen würden.

Was passiert bei einem Patt?

Bleibt noch die Frage: Was würde passieren, wenn Piellusch und Pavel bei der Stichwahl die exakt gleiche Zahl an Stimmen erhalten würden? Denn auch dann hätte wieder niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, es würde Stimmengleichheit herrschen. Auch das kann bei einer Stichwahl theoretisch passieren.

Das Kommunalwahlrecht hat dafür aber eine Lösung parat: Tritt dieser unwahrscheinliche Fall ein, wird der Bürgermeister schlicht ausgelost. Der Wahlleiter zieht dann einfach einen der Namen zufällig im Losverfahren.

Bei einer Mittelstadt wie Wunstorf mit Tausenden von Wahlberechtigten ist das zwar extrem unwahrscheinlich, es kommt aber in kleineren Gemeinden manchmal wirklich vor. Dann kommt der Bürgermeister per Losziehung ins Amt.

siehe auch: Stichwahl-Spezial: Das Auepost-Wahlstudio zur Wunstorfer Bürgermeisterwahl 2026
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