Lokalpolitik

Abwassertransporte nach Sigmundshall

Parteien uneins bei Bewertung der Schienenlösung

SPD und Grüne warnen nun vor hohen Belastungen für Wunstorf – die CDU will am 13. Mai jedoch geschlossen die Vorlage des Bürgermeisters unterstützen.

Gütertransport von Mesmerode
Ein Gütertransport aus Mesmerode fährt auf der OHE-Strecke durch Wunstorf (Archivbild) | Bild: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Die großen Parteien sind sich in der Sache einig, was die verträglichste Lösung für die Abwassertransporte nach Sigmundshall durch Wunstorf wäre. Während SPD und Grüne nun aber Alternativen forcieren möchten, hält die CDU die Schienenlösung für das deutlich geringere Übel.

Nicht vermittelbar bis Wahnsinn

Die Wunstorfer SPD sieht die geplanten Bahntransporte als hohe Belastung für die Stadt: „Das wäre den Anwohnerinnen und Anwohnern, aber auch den Menschen, die durch die Stadt fahren müssen, nur schwer zu vermitteln“, sagt Vorsitzender Torben Klant. Die Alternative wie eine Pipeline-Lösung seien von K+S zu schnell ad acta gelegt worden. Genau diese hält die SPD aber für eine gute Lösung. Es müsse möglich sein, das Werk sicher zu verfüllen, ohne die Menschen in Wunstorf über viele Jahre unnötig zu belasten, sagt Klant und hofft darauf, dass K+S von den Zug-Plänen Abstand nimmt und auf die Pipeline-Lösung umschwenkt.

„Jahrelang wird für eine Ortsumgehung gekämpft, und nun soll diese neue Belastung völlig unnötig produziert werden“ Anne Dalig

Die Grünen in Wunstorf betrachten die Kalibahn-Lösung zur Verfüllung des stillgelegten Bergwerkes sogar als unzumutbar. „Jahrelang wird für eine Ortsumgehung gekämpft, um die Stadt vom Verkehr zu entlasten, und nun soll diese neue Belastung völlig unnötig produziert werden“, sagt Fraktionsvorsitzende Anne Dalig. Es würde eine Verkehrsbelastung erzeugt, die nicht mehr hinnehmbar sei. Neben der Umweltbelastung durch die Dieselloks käme die Lärmbelastung hinzu.

Die beste von allen Alternativen

Ganz anders sieht es die CDU und gibt sich sehr erstaunt über die Haltung von SPD und Grünen. Finanzausschussvorsitzender Karl-Peter Philipps hält sie sogar für populistisch. Es sei geradezu frech, die Leute derart zu verängstigen. Dass es zu großen Belastungen komme, sei eine Falschdarstellung, im Gegenteil würde die Situation durch die Ertüchtigung von Bahnstrecke und Bahnübergang an der „Sölterkreuzung“ sogar für Verbesserungen sorgen. Dass diese zustandekomme, wenn auch womöglich erst nach Beginn der Transporte, darin ist man sich bei der CDU sicher. Falsch sei auch der Eindruck, dass die Politik sich nicht kümmern würde. Es gebe aber ein Problem, das letztendlich nun gelöst werden müsse, so Philipps.

„Ich finde es frech, die Leute zu verängstigen“ Karl-Peter Philipps

Eine schnelle Alternative zur Schiene sei gar nicht möglich, denn die Umsetzung einer Pipeline von Kolenfeld oder Haste würde ein zwischen 3 und 5 Jahren dauerndes Planfeststellungsverfahren erfordern. Die Leitungen müssten aus technischen Gründen außerdem unterirdisch verlegt werden. K+S muss jedoch zum Juli 2021 mit den ersten Transporten begonnen haben. Falle die Bahnlösung weg, würde das bedeuten, dass wohl wieder die ursprünglichen Planungen im Raum stünden. Diese hatten 230 LKW pro Woche vorgesehen, die vom Hafen Kolenfeld dann durch die Stadt gefahren wären.

Der Transport mit der Bahn sei dagegen die umweltfreundlichere Lösung, sagt Fraktionsvorsitzende Christiane Schweer. Auch Lärmbedenken entkräftet sie. Die neuen Waggons habe sie selbst schon auf der Strecke bei Testfahrten beobachtet, und sie seien deutlich leiser als die bisherigen Transporte.

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