Der Eis­re­gen und die Fol­gen in Wunstorf

Der Eis­re­gen von Sams­tag auf Sonn­tag hat­te für Wunstorf ver­gleichs­wei­se glimpf­li­che Fol­gen. Poli­zei, Feu­er­wehr und Ret­tungs­diens­te fuh­ren den­noch zahl­rei­che Ein­sät­ze. Bei den Johan­ni­tern wur­den die ehren­amt­li­chen Hel­fer am Abend alar­miert und hin­zu­ge­zo­gen, um den regu­lä­ren Ret­tungs­dienst zu unter­stüt­zen. Ein Auto lan­de­te fast im Stein­hu­der Meer.

Feu­er­wehr Stein­hu­de im Ein­satz gegen die Glät­te an der Hafen­kan­te | Foto: Feu­er­wehr

Trotz der amt­li­chen Unwet­ter­war­nung, die z. B. im Radio ver­brei­tet wur­de, dem Aus­lö­sen des „Katwarn“-Systems und dem Auf­ruf der Wet­ter­diens­te, das Haus nicht zu ver­las­sen, waren zunächst noch vie­le Men­schen auf den Stra­ßen unter­wegs. Ret­tungs­kräf­te und Poli­zei waren pau­sen­los im Ein­satz. In Wunstorf hat­ten die Streu­fahr­zeu­ge des Bau­hofs bereits gute Vor­ar­beit geleis­tet, sodass die Situa­ti­on zumin­dest auf den Fahr­bah­nen nicht eska­lier­te, Pro­ble­me gab es vor allem auf Neben­stra­ßen. In z. B. Garb­sen hin­ge­gen waren selbst Ret­tungs­wa­gen nur im Schritt­tem­po unter­wegs, um Unfall­op­fer ins Kran­ken­haus zu brin­gen. In der Regi­on Han­no­ver kam es zu einem unfall­be­ding­ten Todes­fall. Die Poli­zei bear­bei­te­te in der Regi­on ins­ge­samt 224 Ver­kehrs­un­fäl­le, davon drei in Wunstorf.

Auto über­schlägt sich

Der fol­gen­reichs­te glät­te­be­ding­te Unfall ereig­ne­te sich gegen 18.30 Uhr zwi­schen Gro­ßen­hei­dorn und Klein Hei­dorn. Auf der eis­glat­ten Fahr­bahn kam ein 19-jäh­ri­ger Stein­hu­der mit sei­nem Golf kurz vor dem Orts­ein­gang Klein Hei­dorn nach rechts von der Fahr­bahn ab, sodass sich das Auto über­schlug und im angren­zen­den Acker lie­gen­blieb. Der jun­ge Fah­rer kam mit leich­ten Ver­let­zun­gen davon und wur­de in ein Kran­ken­haus gebracht. Am Golf ent­stand Total­scha­den.

Mer­ce­des ver­sinkt bei­na­he im Stein­hu­der Meer

Ein Mer­ce­des-Fah­rer woll­te aus­ge­rech­net am Sams­tag­abend sei­ner Lebens­ge­fähr­tin das Eis des Stein­hu­der Mee­res zei­gen und fuhr zum Sturm­ha­fen im Neu­en Win­kel. Auf­grund des Eis­re­gens und der Abschüs­sig­keit rutsch­te das ste­hen­de Auto jedoch immer wei­ter Rich­tung Hafen­kan­te, sodass es schließ­lich ins Was­ser zu rut­schen droh­te. Die Ein­satz­kräf­te der Stein­hu­der Feu­er­wehr sicher­ten das Fahr­zeug mit­tels Kei­len und Draht­sei­len, sodass ein Abrut­schen ins Meer nicht mehr mög­lich war. Anschlie­ßend wur­de Sand gestreut, sodass das Auto wie­der auf die Stra­ße kam.

Die Stein­hu­der Feu­er­wehr sicher­te den Wagen gegen wei­te­res Abrut­schen und ver­hin­der­te das Ver­sin­ken im Meer | Foto: Feu­er­wehr

Auch auf ebe­nem Ter­rain war es gefähr­lich

Wei­te­re Auto­fah­rer hat­ten mit der Eis­glät­te zu kämp­fen und konn­ten Kol­li­sio­nen nicht ver­mei­den. Eine vier­tel Stun­de vor Mit­ter­nacht rutsch­te ein 45-Jäh­ri­ger auf dem Bur­ger-King-Park­platz mit sei­nem VW Sha­ran gegen eine Leucht­re­kla­me und ver­ur­sach­te einen Scha­den von knapp 750 Euro. In der Ost­stadt, in der Arns­wal­der Stra­ße, prall­te ein 22-jäh­ri­ger Wunstor­fer mit einem Opel Zafi­ra gegen einen am Stra­ßen­rand par­ken­den Golf. An den Fahr­zeu­gen ent­stand ein Gesamt­scha­den von ca. 1000 Euro.

Ret­tungs­dienst alar­miert frei­wil­li­ge Hel­fer

Beim Wunstor­fer Ret­tungs­dienst gin­gen so vie­le Alar­mie­run­gen ein, dass die Johan­ni­ter zusätz­li­che Kräf­te ein­setz­ten. Vie­le vor allem älte­re Wunstor­fer unter­schätz­ten die Gefahr und waren trotz War­nun­gen drau­ßen auf den spie­gel­glat­ten Geh­we­gen unter­wegs. Ent­spre­chend häu­fig wur­de der Ret­tungs­dienst mit unfall­chir­ur­gisch rele­van­ten Ver­let­zun­gen kon­fron­tiert, wie Johan­ni­ter-Spre­cher Timo Brü­ning der Wunstor­fer Auepost sag­te.

Ein­satz­fahr­zeug der Johan­ni­ter in Wunstorf (Sym­bol­bild) | Foto: Dani­el Schnei­der

Die Johan­ni­ter, die im Regel­be­trieb an Wochen­en­den je eine Ret­tungs­wa­gen­be­sat­zung in Wunstorf und Stein­hu­de in Bereit­schaft hal­ten, beor­der­ten im Ver­lauf des Abends ihre ehren­amt­li­chen Hel­fer zum Ein­satz. So waren inner­halb kur­zer Zeit wei­te­re drei Ret­tungs­wa­gen im Ein­satz und konn­ten zur Unfall­hil­fe aus­rü­cken. Die ehren­amt­li­chen Ret­ter waren bis 22 Uhr unter­wegs und brach­ten fünf wei­te­re Pati­en­ten in Kran­ken­häu­ser.

Info: Ehren­amt­li­cher Ret­tungs­dienst
Die Johan­ni­ter, die den Ret­tungs­dienst in Wunstorf gewähr­leis­ten, kön­nen im Not­fall auf ein gro­ßes Netz­werk von Ehren­amt­li­chen zurück­grei­fen. Vom Erst­hel­fer bis zum Not­arzt ste­hen über 130 Johan­ni­ter bereit, um im Ernst­fall je nach Vor­komm­nis über einen Pie­per alar­miert zu wer­den und zum Ein­satz zu
kom­men.

Zug bleibt im Bahn­hof Wunstorf ste­cken

Kurz­zei­tig blieb gegen 19.30 auch ein Zug der Deut­schen Bahn im Bahn­hof Wunstorf lie­gen, zu einem Ver­sor­gungs­ein­satz der Ret­tungs­kräf­te kam es hier aber nicht.

Vor­komm­nis­se in der Regi­on

In Wunstorf kam es zu kei­nen lebens­ge­fähr­li­chen Ver­let­zun­gen, jedoch in der Regi­on. Ein 67-jäh­ri­ger Auto­fah­rer aus Ron­nen­berg, der in Hem­min­gen mit sei­nem Fiat ins Schleu­dern gera­ten und an einen Baum geprallt war, über­leb­te nicht. Trotz der Bemü­hun­gen des Not­arz­tes ver­starb er wenig spä­ter im Kran­ken­haus.

In Bad Nenn­dorf wur­de sogar die Poli­zei Opfer der Stra­ßen­ver­hält­nis­se: Ein Strei­fen­wa­gen, der zu einem Unfall unter­wegs war, rutsch­te selbst gegen ein gepark­tes Auto.


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