Wunstor­fer Reak­tio­nen zum Wahl­aus­gang

Der Aus­gang der Bun­des­tags­wahl hat das Par­tei­en­gefü­ge durch­ein­an­der­ge­wir­belt. SPD-Wahl­kreis­kan­di­da­tin Marks äußert Bedau­ern, wäh­rend Wunstorfs AfD-Chef eine leben­di­ge­re Demo­kra­tie begrüßt. Wunstorfs CDU-Vor­sit­zen­der rät unter­des­sen dazu, sich vom Erfolg der AfD nicht ein­schüch­tern zu las­sen.

Stim­men zur Bun­des­tags­wahl in einer Wunstor­fer Wahl­ur­ne | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (red). Auch wenn sie ihr Ziel, den Wahl­kreis direkt zu gewin­nen, lei­der nicht erreicht hät­te, wür­de sie sich freu­en, die Inter­es­sen der Bür­ger im Wahl­kreis wei­ter ver­tre­ten zu kön­nen, und sich mit aller Kraft für eine star­ke sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Poli­tik ein­set­zen, erklär­te Marks. Über die Lan­des­lis­te behält Marks ihren Sitz im Bun­des­tag. Gemein­sam mit ihren Par­tei­freun­din­nen und -freun­den habe sie einen enga­gier­ten Wahl­kampf geführt, man sei gemein­sam viel unter­wegs gewe­sen, habe für gerech­te­re Poli­tik gewor­ben und dabei viel Aner­ken­nung für die eige­ne Arbeit erfah­ren.

Caren Marks (SPD) | Foto: Dani­el Schnei­der

Doch die SPD habe ihr Wahl­ziel ver­fehlt, obwohl die der Motor der Gro­ßen Koali­ti­on gewe­sen sei, und dass das Wahl­er­geb­nis einen Poli­tik­wech­sel für mehr sozia­le Gerech­tig­keit unmög­lich mache, sei bedau­er­lich. In Hin­blick auf die AfD sag­te Marks, man wer­de mit vol­ler Kraft dar­an arbei­ten, Demo­kra­tie und Zusam­men­halt in der Gesell­schaft zu stär­ken.

Pavel: CDU ist letz­te ech­te Volks­par­tei

Mar­tin Pavel | Foto: CDU Wunstorf

Wunstorfs CDU-Vor­sit­zen­der Mar­tin Pavel zeig­te sich hin­ge­gen froh, die SPD „mehr als klar auf Abstand gehal­ten zu haben” und sieht dar­in eine Bestä­ti­gung der CDU als letz­te ech­te Volks­par­tei. Von dem star­ken Abschnei­den der AfD soll­te man sich zudem nicht ent­mu­ti­gen las­sen, sie wür­den nicht die Mehr­heit der deut­schen Wäh­ler reprä­sen­tie­ren.

Wisch­hö­ver: AfD-Gewin­ne zei­gen, wel­che The­men Bür­gern wich­tig sind

Bernd Wisch­hö­ver (AfD) | Foto: pri­vat

Bernd Wisch­hö­ver, AfD-Vor­sit­zen­der in Wunstorf, sieht im Erfolg sei­ner Par­tei eine Abstra­fung der regie­ren­den Par­tei­en und leben­di­ge Demo­kra­tie. Gleich­sam warf er den Medi­en und eta­blier­ten Par­tei­en vor, den Wahl­er­folg der AfD zu baga­tel­li­sie­ren. Wer das Wahl­er­geb­nis nicht respek­tie­re, sol­le sich fra­gen, wie es um sein per­sön­li­ches Demo­kra­tie­ver­ständ­nis bestellt sei. Der gro­ße Zuspruch sei jedoch kei­ner Pro­test­wahl geschul­det, viel­mehr hät­ten sich die Wäh­ler bewusst für die AfD ent­schie­den, wor­auf die gestie­ge­ne Wahl­be­tei­li­gung hin­deu­ten wür­de. Die Bür­ger hät­ten nach Jah­ren der Resi­gna­ti­on man­gels wähl­ba­rer Alter­na­ti­ven wie­der eine sol­che, die auch genutzt wür­de.

Rump: Libe­ra­le Par­tei wich­tig für die­ses Land

FDP-Rats­her­ren in Wunstorf: Kurt Reh­kopf und Thor­ben Rump| Foto: Ralf Orlowski/FDP Wunstorf

Thor­ben Rump, stell­ver­tre­ten­der Orts­bür­ger­meis­ter von Stein­hu­de und Rats­herr in Wunstorf, äußer­te sich in der Auepost zur Bun­des­tags­wahl mit einem lachen­den und einem wei­nen­den Auge. Man freue sich über den Ein­zug des FDP-Kan­di­da­ten Aggel­i­dis, sehe den Ein­zug der AfD jedoch mit gro­ßer Sor­ge. Die FDP habe wäh­rend ihrer Abwe­sen­heit aus dem Par­la­ment einen gro­ßen Ver­än­de­rungs­pro­zess durch­ge­macht, sich wie­der hoch­ge­kämpft und sei nun mit über 10 % in den Bun­des­tag ein­ge­zo­gen. Dies zei­ge, wie sehr die Frei­en Demo­kra­ten im Bun­des­tag gefehlt hät­ten.

Hergt: SPD kann sich in Oppo­si­ti­on auf Ursprün­ge besin­nen

Rüdi­ger Hergt | Foto: pri­vat

Lin­ke-Rats­herr und Regi­ons­ab­ge­ord­ne­ter Rüdi­ger Hergt sieht im Ergeb­nis der Bun­des­tags­wahl kei­ne gro­ßen Über­ra­schun­gen. Für die Lin­ke hät­te es natür­lich mehr sein kön­nen. Dass SPD und Lin­ke nun vor­aus­sicht­lich gemein­sam in der Oppo­si­ti­on sei­en, wäre gut. Denn so bekä­me die SPD Gele­gen­heit, sich auf ihre Ursprün­ge zu besin­nen, Vor­be­hal­te gegen­über der Lin­ken könn­ten abge­baut wer­den und sich eine Annä­he­rung ent­wi­ckeln.


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1 Kommentar
  1. Thorben Rump meint

    Als eine der Par­tei­en, die sich bei die­ser Wahl deut­lich ver­bes­sert hat und das zweit­bes­te Wahl­er­geb­nis aller Zei­ten ein­ge­fah­ren hat, hät­ten wir ger­ne auch die Chan­ce genutzt uns dazu zu äußern – aber dafür gibt ja Kom­men­ta­re 🙂

    Wir sehen das Ergeb­nis der Bun­des­tags­wahl mit einem lachen­den und einem wei­nen­den Auge: Auf der einen Sei­te freu­en wir uns natür­lich über den Wie­der­ein­zug der Frei­en Demo­kra­ten in den Bun­des­tag – ins­be­son­de­re natür­lich auch über den Ein­zug unse­res Kan­di­da­ten Gri­go­ri­us Aggel­i­dis, für den wir in den letz­ten Woche und Mona­ten gekämpft haben. Auf der ande­ren Sei­te sehen wir den Ein­zug der AfD in den Bun­des­tag natür­lich mit gro­ßer Sor­ge.

    Wir haben in den letz­ten 4 Jah­ren einen gro­ßen Ver­än­de­rungs­pro­zess durch­ge­macht, uns aus dem poli­ti­schen Nie­mands­land hoch­ge­kämpft und sind heu­te mit einem Ergeb­nis von über 10% wie­der in den deut­schen Bun­des­tag ein­ge­zo­gen. Das zeigt, wie sehr die Frei­en Demo­kra­ten gefehlt haben und wie wich­tig eine Libe­ra­le Par­tei für die­ses Land ist.

    Jetzt ist es wich­tig einen ech­ten Poli­tik­wech­sel durch­zu­set­zen, und aktiv Zukunfts­po­li­tik zu betrei­ben, denn die Ver­lus­te von über 13%, die die Gro­ße Koali­ti­on ein­ge­fah­ren hat, zei­gen das die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger deut­lich gegen ein „wei­ter so” gestimmt haben.

    Lie­be Grü­ße aus Stein­hu­de

    Thor­ben Rump 🙂

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