Wunstorfer Auepost
[Anzeige]

Auch Kerstin Obladen will Carsten Piellusch als Bürgermeister ablösen

26.05.2026 • Achim Süß • 2 Min.Kommentare: 11

Die Freien Wähler wollen ihre Ratsfrau Kerstin Obladen als Kandidatin für das höchste kommunalpolitische Amt in der Stadt benennen: Die 56-jährige Steinhuderin soll Bürgermeisterin werden. Damit erhöht sich die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf vier.

26.05.2026
Achim Süß
2 Min.
Kerstin Obladen (li.) kandidiert als Bürgermeisterin | Foto: Dombrowski

Wunstorf (as). Nach aktuellem Stand treten am 13. September 2026 bei den Bürgermeisterwahlen folgende Personen an: Amtsinhaber Carsten Piellusch für die SPD, der CDU-Vorsitzende und Ratsherr Martin Pavel, Mona M’Barkiou (Die Linke) und Kerstin Obladen (Freie Wähler).

In einer Presseerklärung bestätigte Obladen am Dienstagvormittag Informationen der Auepost-Redaktion: „Ich werde für das Amt der Bürgermeisterin in Wunstorf kandidieren“, erklärte sie in einer E-Mail aus ihrem Urlaubsort. Mit der Fertigstellung ihre Buches „Mit mir nicht – Aufbruch zur Klarheit“ sei auch die persönliche Entscheidung gereift.

Ein „Weiter so“ dürfe es in Wunstorf nicht geben, schreibt Obladen. Sie habe zunächst erwartet, dass es einen parteilosen Bürgermeisterkandidaten als Herausforderer von Piellusch gebe, der von CDU, Grünen und FDP gemeinsam unterstützt werde. Diesen Plan haben Vertreter der drei Parteien nach Informationen der Auepost anfangs verfolgt.

Pläne geändert

Nach einer Reihe von Sondierungen hat der Wunschkandidat allerdings überraschend einen Rückzieher gemacht. Es handelt sich um einen Wunstorfer Unternehmer, der keiner Partei angehört. Nach seiner Absage hat sich das Zweckbündnis von CDU, Grünen und Freien Demokraten darauf verständigt, Pavel zu unterstützen.

Obladen bedauert nach eigenen Worten „ausdrücklich“, dass der Parteilose abgesprungen ist. Sie hält „unabhängige Stimmen und neue Perspektiven für wichtig in einer demokratischen Debatte“. Deshalb habe sie sich entschieden, „selbst Verantwortung zu übernehmen und meinen Hut in den Ring zu werfen“.

„Viele Bürger haben den Eindruck, dass Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen werden“

Obladen: „Ich möchte Politik wieder näher an die Menschen bringen – offen, ehrlich und nachvollziehbar. Viele Bürger haben den Eindruck, dass Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. Diesen Eindruck nehme ich ernst.“ Ihre Bewerbung stehe für „Klarheit, Bürgernähe und den Willen, Dinge nicht einfach hinzunehmen.“

Obladen ist Rechtsanwaltsangestellte und arbeitet als rechtliche Betreuerin. Sie ist einzige Vertreterin der Freien Wähler im Rat der Stadt. Das Mandat hatte sie bei der jüngsten Kommunalwahl 2021 für die FDP errungen. 2023 kehrte sie der Partei den Rücken, behielt ihren Sitz aber zunächst als Parteilose. Später wurde sie Mitglied der Freien Wähler.

Unterschriftensammlung

Obladens Partei ist aktuell damit beschäftigt, Unterschriften von Unterstützern zu sammeln, um die Kandidatur zu ermöglichen. Unterstützungsunterschriften müssen neue oder kleine Parteien, die noch nicht über Mandate verfügen, neue Wählergruppen und Einzelbewerber vorlegen – alle, die keine bestehende parlamentarische Verankerung nachweisen können.

Die Zahl der Unterstützungsunterschriften muss immer dem Fünffachen der Zahl der Ratsmitglieder der laufenden Wahlperiode entsprechen. In Wunstorf bei 41 Ratsmitgliedern sind das 205. Die Frist, Kandidatenlisten für den Rat der Stadt und die Ortsräte bei der Wahlleitung einzureichen, endet am 20. Juli 2026 um 18 Uhr. Bereits am 6. Juli geht die Frist zu Ende, innerhalb derer Kandidatinnen und Kandidaten für die Bürgermeisterwahl nominiert werden können.

Aufrufe: 2133
[Anzeigen]










[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


  • Nils sagt:

    Uns bleibt es offenbar nicht erspart: Nun werde ich wohl doch Piellusch wählen müssen, obwohl ich auf eine starke Konkurrenz gehofft hatte. So wie es Frau Obladen es auch gehofft hat. Die Mitbewerber erscheinen mir jedoch, nüchtern betrachtet, nicht geeignet, eine Verwaltung verantwortungsvoll zu leiten.

    Ich habe zudem die frühere Regelung mit ehrenamtlichen Bürgermeistern und einem Stadtdirektor stets befürwortet. Meines Erachtens hätte man dieses Modell nicht abschaffen sollen.

    • Kerstin Obladen sagt:

      Vielen Dank für Ihre offene Einschätzung.

      Tatsächlich hätte auch ich mir gewünscht, dass den Bürgern eine größere Auswahl an Kandidaten zur Verfügung steht. Demokratie lebt vom Wettbewerb der Ideen und Konzepte. Bei der Frage, wer eine Verwaltung führen kann, gehen die Meinungen sicherlich auseinander. Ich bin der Auffassung, dass eine Bürgermeisterin oder ein Bürgermeister nicht alles selbst wissen oder können muss. Entscheidend ist, zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
      Verwaltung ist wichtig. Aber eine Stadt besteht nicht nur aus Verwaltung, sondern vor allem aus ihren Bürgern, Vereinen, Unternehmen und Ehrenamtlichen. Mein Anspruch ist es, die Perspektive dieser Menschen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
      Ihre Anmerkung zur früheren Trennung von ehrenamtlichem Bürgermeister und Stadtdirektor kann ich durchaus nachvollziehen. Das Modell hatte Vor- und Nachteile. Heute liegt die Verantwortung jedoch in einer Person, und genau deshalb halte ich Transparenz, Bürgernähe und eine offene Zusammenarbeit mit Verwaltung, Rat und Bürgerschaft für besonders wichtig.

  • Klaus-Dieter sagt:

    Wenn sie wirklich einen Wandel haben will, dann soll sie nicht selbst antreten sondern Pavel unterstützen. So werden die Stimmen von den Bürgern die Piellusch abwählen wollen zwischen Freien Wählern und der CDU geteilt, weshalb Piellusch dann an der Macht bleibt. Gut gemeint ist nicht gut gemacht.

    • Kerstin Obladen sagt:

      Ich verstehe Ihren Gedanken. Allerdings sollte eine Bürgermeisterwahl keine taktische Abstimmung sein, sondern eine Entscheidung für die Person und die Ideen, die man für richtig hält. Ich kandidiere, weil ich eigene Vorstellungen für Wunstorf habe und den Bürgern eine echte Alternative anbieten möchte. Die Entscheidung treffen am Ende die Wähler.

    • Joachim Begerow sagt:

      Ihren Überlegungen liegt ein Denkfehler zugrunde, denn im ersten Wahlgang benötigt die Kandidatin/der Kandidat für das Bürgermeisteramt ja zwingend 50 % plus x, um direkt gewählt zu werden, was bei realistischer Betrachtung wohl weder Herrn Piellusch noch Herrn Pavel noch Frau Obladen gelingen dürfte.Die endgültige Entscheidung wird dann um zwei Wochen auf die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten „vertagt“. Dieses Wahlsystem finde ich ausgesprochen gut und hat sich ja durchaus bewährt: So hat sich vor etlichen Jahren bei der Bürgermeisterwahl in Neustadt in der Stichwahl ein gewisser Herr Sternbeck völlig überraschend gegen die von den seinerzeit sogenannten „etablierten“ Parteien (CDU, SPD und FDP) unisono unterstützte auswärtige Kandidatin durchgesetzt, deren primäre Motivation war, ihren Wohnsitz von Halle (Saale) näher an denjenigen ihres Ehemannes in Bielefeld heranzuführen…

  • Demokrat sagt:

    Das Grundproblem ist doch bei allen Kandidatinnen und Kandidaten dasselbe: Vor der Wahl gibt es schöne Worte, nach der Wahl fehlt oft jede Messbarkeit.

    „Bürgernähe“, „Klarheit“, „Transparenz“ und „Entscheidungen nicht über die Köpfe hinweg“ sind als Begriffe schnell gesagt. Interessant wird es erst, wenn vorher feststeht, woran man später überprüft, ob das auch eingehalten wurde.

    Sonst wählen die Bürger am Ende nur Gesichter, Plakate und Versprechen – und bekommen danach wieder Entscheidungen präsentiert, bei denen es heißt: Das machen wir jetzt so. Genau diese Lücke zwischen Wahlkampf und überprüfbarer Amtsführung ist das eigentliche Problem.

    • Kerstin Obladen sagt:

      Da stimme ich grundsätzlich zu. Politik sollte nicht daran gemessen werden, was vor der Wahl versprochen wird, sondern daran, was nach der Wahl tatsächlich umgesetzt wird.

      Genau deshalb halte ich Transparenz und Nachvollziehbarkeit für wichtig. Bürger sollten nicht erst alle fünf Jahre bei der nächsten Wahl beurteilen können, ob etwas funktioniert hat, sondern laufend nachvollziehen können, welche Ziele gesetzt wurden, welche Entscheidungen getroffen wurden und warum.
      Für mich bedeutet Bürgernähe nicht nur zuzuhören, sondern Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und Kritik auszuhalten. Transparenz bedeutet, Informationen frühzeitig offenzulegen und nicht erst dann, wenn alles bereits entschieden ist. Am Ende sollten die Bürger nicht nur Gesichter und Plakate wählen, sondern auch die Haltung und Arbeitsweise, die hinter einer Kandidatur stehen. Daran möchte ich mich messen lassen.

      • Demokrat sagt:

        Danke für die Antwort. Genau daran würde ich gern anknüpfen.

        Sie schreiben, Sie stimmen „grundsätzlich“ zu. Das ist ein wichtiger Begriff, weil „grundsätzlich“ immer bedeutet: Es gibt Ausnahmen. Deshalb wäre für mich zunächst interessant: Welche Ausnahmen meinen Sie konkret? In welchen Fällen würden Transparenz, frühzeitige Information, Nachvollziehbarkeit oder Bürgerbeteiligung gerade nicht gelten?

        Der zweite Punkt ist die Messbarkeit. Wenn Bürger erst nach der Wahl feststellen können, ob Begriffe wie Bürgernähe, Klarheit und Transparenz tatsächlich eingehalten wurden, bleibt es letztlich ein Vertrauensvorschuss. Genau davon gab es in der Politik aber schon genug.

        Deshalb wäre aus meiner Sicht entscheidend, dass Kandidatinnen und Kandidaten schon vor der Wahl konkret sagen, woran sie sich später messen lassen wollen. Also nicht nur: „Daran möchte ich mich messen lassen“, sondern: Welche messbaren Kriterien gelten?

        Zum Beispiel: Welche Informationen werden künftig vor Entscheidungen veröffentlicht? Welche Fristen gelten für Bürgerinformation? Welche Vorhaben werden nicht ohne vorherige Beteiligung vorbereitet? Wie wird dokumentiert, wenn von angekündigten Grundsätzen abgewichen wird? Und wo können Bürger laufend nachvollziehen, welche Ziele gesetzt, welche umgesetzt und welche nicht umgesetzt wurden?

        Erst solche konkreten Selbstbindungen machen aus Wahlversprechen überprüfbare Zusagen. Ohne diese Konkretisierung bleibt für den Bürger am Ende wieder nur die Hoffnung, dass es diesmal anders läuft.

        • Kerstin Obladen sagt:

          Vielen Dank für Ihre sachliche Nachfrage.

          Mit „grundsätzlich“ meine ich, dass es rechtliche Grenzen gibt. Personalangelegenheiten, Vergabeverfahren, datenschutzrechtliche Vorgaben oder vertrauliche Vertragsverhandlungen können nicht vollständig öffentlich geführt werden. Das dient nicht der Geheimhaltung, sondern dem Schutz berechtigter Interessen und der Einhaltung geltenden Rechts.
          Mein Grundsatz lautet jedoch: Alles, was öffentlich gemacht werden darf, sollte auch öffentlich gemacht werden.
          Zur Messbarkeit:

          Sie haben Recht, dass Bürgerinnen und Bürger mehr verdienen als allgemeine Schlagworte. Deshalb möchte ich mich an folgenden Grundsätzen messen lassen:

          Wichtige Projekte sollen frühzeitig vorgestellt werden, bevor Entscheidungen faktisch bereits gefallen sind.
          Bürger sollen nachvollziehen können, welche Argumente für und gegen eine Entscheidung gesprochen haben.
          Sitzungsunterlagen und Informationen sollen, soweit rechtlich zulässig, rechtzeitig veröffentlicht werden.
          Bei größeren Projekten sollen Bürger frühzeitig die Möglichkeit erhalten, Fragen, Anregungen und Kritik einzubringen.
          Verwaltung und Politik sollen nachvollziehbar erklären, wenn Projekte teurer werden, sich verzögern oder ursprüngliche Ziele nicht erreicht werden.
          Als Bürgermeisterin würde ich regelmäßig öffentlich über den Stand wichtiger Vorhaben berichten und auch benennen, wenn etwas nicht wie geplant läuft.
          Gleichzeitig möchte ich ehrlich sein: Eine Bürgermeisterin kann nicht allein entscheiden. Viele Beschlüsse trifft der Rat, teilweise auch gegen die Empfehlung des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin. Deshalb wäre es unseriös, wenn ich heute Versprechen abgeben würde, die letztlich von Mehrheiten im Rat abhängen.
          Woran man mich aber messen kann, ist mein eigenes Handeln: Ob ich Informationen offen kommuniziere, ob ich frühzeitig den Dialog mit den Bürgern suche, ob ich unterschiedliche Meinungen zulasse und ob ich Entscheidungen nachvollziehbar begründe.
          Wenn der Rat anders entscheidet als ich es vorgeschlagen habe, werde ich das respektieren. Aber auch dann sollten die Bürger nachvollziehen können, welche Positionen vertreten wurden und warum eine Entscheidung getroffen wurde.
          Transparenz bedeutet für mich nicht, immer meinen Willen durchzusetzen. Transparenz bedeutet, dass Bürger verstehen können, was entschieden wird, wer dafür Verantwortung trägt und wie es zu einer Entscheidung gekommen ist.
          Genau diese Nachvollziehbarkeit vermisse ich heute an vielen Stellen – und genau dort möchte ich ansetzen.

          Auf meiner eigenen Homepage habe ich bereits viele Fragen beantwortet.

        • Kerstin Obladen sagt:

          Vielen Dank für Ihre sachliche Nachfrage.

          Leider konnte meine Antwort auf Ihre Fragen nicht „versendet“ werden. Angeblich hätte ich schon geantwortet.

          Auf meiner eigenen Homepage habe ich jedoch bereits viele Fragen beantwortet.

        • Demokrat sagt:

          @Kerstin Obladen

          Vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Das ist in der Form tatsächlich bemerkenswert, weil Sie nicht nur bei allgemeinen Begriffen bleiben, sondern konkrete Maßstäbe benennen.

          Die Einschränkung bei Personalangelegenheiten, Datenschutz, Vergabeverfahren und vertraulichen Vertragsverhandlungen ist nachvollziehbar. Entscheidend ist dann aber der von Ihnen formulierte Grundsatz: Alles, was öffentlich gemacht werden darf, sollte auch öffentlich gemacht werden.

          Gerade die genannten Punkte sind aus meiner Sicht geeignet, später tatsächlich als Maßstab zu dienen: frühzeitige Vorstellung wichtiger Projekte, rechtzeitige Veröffentlichung von Unterlagen, nachvollziehbare Darstellung von Argumenten, öffentliche Erklärung bei Kostensteigerungen, Verzögerungen oder Zielverfehlungen sowie regelmäßige Berichte über wichtige Vorhaben.

          Das ist deutlich konkreter als das übliche Wahlkampf-Vokabular. Wichtig wäre nun, dass diese Grundsätze nicht nur in einem Kommentar stehen, sondern dauerhaft auffindbar bleiben – etwa als öffentliches Transparenz- und Beteiligungsversprechen auf Ihrer Homepage.

          Dann hätten Bürgerinnen und Bürger später tatsächlich eine Grundlage, um zu prüfen, ob diese Arbeitsweise eingehalten wurde. Genau diese überprüfbare Selbstbindung fehlt aus meiner Sicht häufig in der Kommunalpolitik.

          Ich werde mir diesen Beitrag einschließlich der Kommentierung daher archivieren, sobald mein Kommentar freigeschaltet ist, damit diese Aussagen auch künftig als Referenz nachvollziehbar bleiben.

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    [Anzeige]
    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779946
    info@auepost.de

    [Anzeigen]

    Artikelarchiv

    Auepost auf …