Wunstorfer Auepost
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Nicht live, aber in Farbe: Das Podium zur Wunstorfer Bürgermeisterwahl 2021

25.08.2021 • Redaktion • Aufrufe: 2118

Verkehr war eines der großen Themen des Abends – und dabei wurde gleich noch publik, wann der Spatenstich zur Nordumgehung stattfindet. Trotz vieler Gemeinsamkeiten traten beim Bürgermeisterwahlpodium auch Differenzen zutage.

25.08.2021
Redaktion
Aufrufe: 2118
Eine der Kameras zeichnet die Veranstaltung in der Stadtkirche auf

Wunstorf (red). Am Dienstag, den 24. August 2021 waren die drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt – Carsten Piellusch (SPD), Martin Pavel (CDU) und Frank Kettner-Nikolaus (Grüne) – in der Stadtkirche zusammengekommen, um sich den Fragen der Wunstorfer zu stellen. Die Auepost hatte zuvor drei Wochen lang Einreichungen gesammelt und sortiert.

„Die Wunstorfer werden’s nicht leicht haben“, sagte Moderator Carsten Ens zum Ausklang der Veranstaltung in Anspielung auf die kommende Wahl des Bürgermeisters. Alle Kandidaten haben unterschiedliche Persönlichkeiten, doch nach rund 100 Minuten Diskussionsrunde hat sich der Eindruck verfestigt, dass die Kandidaten mehr eint als sie trennt: Alle sind sicher in ihren Themen, meistern souverän sämtliche Fragestellungen, ohne die Fragen vorher gekannt zu haben.

Einigkeit zeigt sich bei vielen ihrer Positionen: Für die Fahrradstadt Wunstorf haben alle ähnliche Pläne, beim Jahnplatz/Altes Freibad sprechen sich alle für ein bisschen Bebauung und ein bisschen Grün aus, bei den Finanzen sind alle für solide Haushaltsplanung. Luftfilter für Schulen in Pandemiezeiten sollen nur dort eingesetzt werden, wo es auch sinnvoll ist. Die Stadt zukunftssicher aufstellen wollen natürlich auch alle Bewerber.

Hans H. Hanebuth, Vorsitzender des Forum Stadtkirche und einer der Veranstalter, findet zum Auftakt viele weise Worte. Er drückt den Kandidaten seinen Respekt aus, dass sie sich zur Kandidatur entschlossen haben in einer Zeit, in der die Welt „in Flammen steht“ – und man sich auf der anderen Seite Sorgen macht über genügend Parkplätze in Steinhude und der Kernstadt. Global denken und lokal handeln sei nicht einfach unter diesen Bedingungen.

Nicht miteinander angetreten

Der Ort der Veranstaltung war nicht nur praktischen Erwägungen geschuldet, sondern sollte auch symbolischen Wert haben: die Diskussion über Lokales auch lokal stattfinden lassen, für einen Moment ins Zentrum der Stadt holen und für alle zugänglich machen, das war die Idee. In der Tat scheint die Stadtkirche ein ungewöhnlicher Ort in einer ungewöhnlichen Zeit für eine politische Diskussion. Doch „Politik gehört in die Kirche, natürlich“, sagt Hanebuth. Und auch eine politische Runde passe zum Forum Stadtkirche, denn es gehe darum, Meinungen auszutauschen.

Kandidaten und Moderator
Die Kandidaten und der Moderator während der Diskussion | Screenshot: Auepost

Und es wird ausgetauscht: Dass man nicht mit-, sondern gegeneinander zur Wahl antritt, wird dann doch deutlich bei den Bürgermeisterkandidaten, zum Beispiel als es um die Themen Bauland und Parkplätze geht. Worte wie „absurd“ und „unseriös“ fallen. Ein Parkdeck am Nordwall ist mit dem einen Kandidaten nicht zu machen, bei dem anderen lebensnotwendig. Moderator Ens fragt gleichermaßen hartnäckig und schlagfertig nach und lässt den Kandidaten keine Ungenauigkeit durchgehen. Freundschaftlich, aber direkt bringt das Würze und einen Schuss Selbstironie in den Abend, und neben ernsten Themen bleibt so auch Raum für den ein oder anderen Lacher.

Daniel Schneider, Verantwortlicher der Wunstorfer Auepost als zweite Veranstalterin, verrät zum Auftakt, dass nach Zusammenfassen ähnlicher Frageneinreichungen der Leserinnen und Leser immer noch 60 verschiedene Fragestellungen übrig geblieben sind – nur ein Bruchteil davon kann an diesem Abend diskutiert werden. Zum Bedauern von Kettner-Nikolaus wird der Themenbereich Klimaschutz nur geschnitten – zuvor wird über eine halbe Stunde bereits über Verkehrsthemen gesprochen.

Live-Probleme

Die Veranstaltung war als Live-Übertragung vorgesehen gewesen – das scheiterte an technischen Schwierigkeiten: Die Youtube-Plattform weigerte sich, den Stream anzunehmen, angeblich wegen zu geringer Bildauflösung. Die tatsächliche Ursache blieb unklar. In der Stadtkirche selbst verfolgten somit zunächst 40 Zuschauer die Veranstaltung direkt mit. Das Podium war damit ausgebucht, mehr Teilnehmer waren aufgrund der Coronapandemie nicht zugelassen worden. Der Großteil der Zuschauer hatte sich vorab einen Platz reserviert, aber auch einige spontane Besucher fanden noch Einlass. Weitere Besucher mussten dagegen abgewiesen werden.

Das Podium
Das Podium | Foto: Daniel Schneider
Das Podium im Sucher einer Kamera
Publikum
Publikum beim Podium | Foto: Daniel Schneider

Vorbei mit der Harmonie ist es dann ausgerechnet bei der Schlussrunde, bei der – nicht ganz bierernst gemeinten – Frage, ob die Kandidaten denken, dass es zu einer Stichwahl kommen wird, weil im ersten Wahlgang sich nicht sofort die Mehrheit für einen Bewerber entscheidet. Zwei Kandidaten glauben an eine Stichwahl, nur ein Kandidat lässt die Mitbewerber auflaufen, ist überzeugt, dass die Mehrheiten klar verteilt sein werden.

Auch bei der Frage, wann nach Einschätzung der Kandidaten die Nordumgehung für den Verkehr freigegeben wird, werden ganz unterschiedliche Jahreszahlen genannt. Ein Kandidat nimmt dabei sogar an, dass es eine zweite Amtszeit benötigen wird, um das Eröffnungsband zu durchschneiden.


Aufzeichnung der Veranstaltung:

Bürgermeisterwahl 2021: Das Podium von Auepost und Forum Stadtkirche

Alternativ ist das Video auch auf dem Youtube-Kanal der Stifts-Kirchengemeinde abrufbar.


Impressionen:

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