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Stiftskirchengemeinde befragt die Wunstorfer Parteien zum Stichwort Klimawandel

14.07.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 18

Im August kommt es zur Podiumsdiskussion der Wunstorfer Parteien in der Stiftskirche zum Thema Klimawandel. Die Stifts-Kirchengemeinde hat schon jetzt von CDU bis Linkspartei Antworten gesammelt. Auch zwei Bürgermeisterkandidaten geben Auskunft.

14.07.2026
Redaktion
2 Min.
Strandterrassenplatz
Der neue Strandterrassenvorplatz (im Volksmund „Steinhuder Bratpfanne“) gilt als einer der heißesten Plätze in der Stadt (Archiv)

Wunstorf (red). Die evangelische Stifts-Kirchengemeinde mischt auf ihre Weise mit im Wunstorfer Kommunalwahlkampf und wird zum Sprachrohr der Klimabewegung: Als Teil der Initiative „Hannover for Future“ hat sie Wunstorfer Parteien zu klimarelevanten Zukunftsthemen befragt.

16 sogenannte „Wahlprüfsteine“ hat die Gemeinde den Parteien hingelegt und um Antwort gebeten. Geantwortet haben SPD, CDU, Grüne, FDP und Linke. Ein Schwerpunkt des entsprechenden Arbeitskreises lag auf dem eigenen Herzensthema, der klimafreundlichen Umgestaltung der städtischen Verkehrsinfrastruktur.

Weitere Oberthemen sind unter anderem Energie- und Wärmeplanung, Wasserwirtschaft, Ver- bzw. Entsiegelung von Flächen, Hitzeschutzmaßnahmen. Die Aktion bekommt aktuell eine ganz neue Aktualität angesichts der neuen Temperaturrekorde auch in Wunstorf, die sich im vergangenen Juni eingestellt hatten.

Hannover for Future ist ein lokales Klimaschutzbündnis in der Region Hannover. Das Netzwerk vereint diverse „For Future“-Initiativen, die gemeinsam für Klimagerechtigkeit kämpfen. Die Gruppierungen koordinieren lokale Demos, Aktionen und beteiligen sich über eigene Bildungsarbeit an der öffentlichen Meinungsbildung.

Die Rekordtemperaturen dieses Sommers „erinnerten daran, dass der seit Jahrzehnten von Wissenschaftlern angekündigte Klimawandel mittlerweile deutliche Folgen zeigt. Die Prognosen lassen für die kommenden Jahrzehnte weitere Verschärfungen erwarten“, so die Stifts-Kirchengemeinde.

Klimawandel spiele für Politik untergeordnete Rolle

Das Robert-Koch-Institut zähle allein für 2026 schon über 5.000 Hitzetote in Deutschland. Dennoch spiele das Thema in der Politik derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Mit der Fragensammlung und den Antworten der Parteien will die Kirchengemeinde die Wunstorfer an das Thema heranführen und eine klimabewusste Wahlentscheidung ermöglichen.

Die Antworten der Parteien: Wunstorfer Wahlprüfsteine Klimawandel 

Die Menschen und Parteien sollen sich damit beschäftigen und Lösungsvorschläge voranbringen. Denn ohne lokale Umsetzung blieben globale Beschlüsse wirkungslos.

Live am 21. August

SPD, CDU, Grüne, FDP und die Linkspartei aus Wunstorf haben die Fragen beantwortet. Die Antworten stehen schon jetzt auf der Webseite der Gemeinde zum Nachlesen bereit.

Für den 21. August 2026 hat der Arbeitskreis Verkehr der Stifts-Kirchengemeinde die Parteien, die geantwortet haben, zur Podiumsdiskussion in die Stadtkirche eingeladen. Ab 19 Uhr wird dort über die Themenkomplexe diskutiert werden – und den Parteien zur Plausibilität der gegebenen Antworten auf den Zahn gefühlt werden.

Zwei Parteien fehlen

Bei den Antworten fällt auf, dass zwei Parteien, die in Wunstorf ebenfalls mit zahlreichen Kandidaten zur Kommunalwahl antreten, nicht vorkommen. Wie Pastor Thomas Gleitz auf Nachfrage der Auepost mitteilte, war auch die AfD zur Beantwortung der Fragen angeschrieben worden, hatte aber nicht reagiert.

Bei der Podiumsdiskussion wäre die AfD aber auch bei einer Reaktion nicht dabei gewesen: „Mittlerweile gibt es aber einen Beschluss der Landessynode, der sich unser Kirchenkreis angeschlossen hat, dass AfD-Vertreter bei solchen Podien in kirchlichen Gebäuden nicht sprechen sollen, weil ihre Positionen dem kirchlichen Welt- und vor allem Menschenbild widersprechen“, heißt es weiter. Die Freien Wähler kommen ebenfalls nicht vor, diese hätten zum Zeitpunkt der Befragung noch keine erkennbaren Kontaktdaten veröffentlicht gehabt, so Gleitz.

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Kommentare


  • Pharisäer sagt:

    Der Herr Pastor nimmt das ideologische Glaubensbekenntnis ab. Halleluja.

  • Kerstin Obladen sagt:

    Schade, dass die FREIEN WÄHLER Wunstorf bei dieser Befragung nicht berücksichtigt wurden. Unser Ortsverband ist seit längerer Zeit öffentlich aktiv und erreichbar. Zudem wurden die örtlichen Redaktionen bereits am 23. Juni 2026 über unsere Kandidaten zur Kommunalwahl informiert.

    Gerade bei Wahlprüfsteinen wäre es wichtig, allen antretenden demokratischen Parteien die gleiche Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Wir beantworten die Fragen selbstverständlich auch nachträglich gern – damit sich die Bürgerinnen und Bürger ein möglichst vollständiges Bild machen können.

    • Mike sagt:

      Wirklich niemand interessiert sich für eine bayrische Splitterpartei. Daher ist der Umgang mit Ihnen, eigentliches FDP-Mandat, und Ihrer bayerischen Kolonne richtig.

      • Anonym sagt:

        Wirklich niemand interessiert sich für die ausgrenzende, demokratiefeindliche Meinung eines Mike. Wie kann man sich anmaßen, eine zur Diskussion antreten wollenden Partei einfach das Mitsprache- bzw. Mitdiskussionsrecht abschreiben zu wollen? Eine ganz gefährliche Einstellung in einer Demokratie. Aber so sind sie eben, die einfach gestrickten Mikes dieser Welt, welche die eine Partei für die Kolonne Russlands und die andere Partei für die Kolonne der FDP halten.

  • Unbesorgter Mitbürger sagt:

    Man schließt die AfD von Diskussionen aus, hatte ihnen aber dennoch den Fragenkatalog zur Beantwortung zugeschickt? Ist man über die fehlende Antwort in irgendeiner Weise überrascht?

  • Anonym sagt:

    Kirche sollte Andersdenkende nicht aussortieren – und sich aus dem Wahlkampf heraushalten

    Eine Kirchengemeinde darf sich mit Verantwortung für Natur, Umwelt und Ressourcen beschäftigen. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie bestimmte klimawissenschaftliche Annahmen oder politische Maßnahmen als unumstößliche Wahrheiten behandeln darf.

    Ob und in welchem Umfang Menschen das globale Klima beeinflussen, welche Maßnahmen überhaupt eine messbare Wirkung entfalten und welchen Beitrag eine Kommune wie Wunstorf dazu leisten kann, sind wissenschaftliche und politische Streitfragen. Eine Kirche ist weder Klimaforschungsinstitut noch politische Planungsbehörde.

    Ihr eigentlicher Auftrag besteht in Verkündigung, Gottesdienst, Seelsorge, Diakonie und darin, Menschen trotz unterschiedlicher Überzeugungen zusammenzuführen. Sie sollte geistliche Orientierung geben – nicht politische Programme vorgeben und ihre Mitglieder nach Parteipräferenzen sortieren.

    Genau diese Grenze überschreitet die Stiftskirchengemeinde. Sie tritt als Teil von „Hannover for Future“ auf, verschickt politisch vorgeprägte Wahlprüfsteine und veranstaltet mitten im Kommunalwahlkampf ein Parteienpodium. Gleichzeitig erklärt sie, dass Vertreter der AfD selbst dann nicht teilnehmen dürften, wenn sie die Fragen beantwortet hätten.

    Das ist keine offene Debatte, sondern bewusste politische Ausgrenzung.

    Nicht eine konkrete Aussage, nicht das Verhalten eines bestimmten Kandidaten und nicht dessen persönliche Haltung werden beurteilt. Allein die Parteizugehörigkeit genügt, um einen Menschen vom Gespräch auszuschließen. Vertreter anderer Parteien dürfen ihre Positionen erklären und verteidigen. AfD-Vertretern wird diese Möglichkeit pauschal verweigert.

    Besonders widersprüchlich ist, dass dies ausgerechnet mit dem „kirchlichen Welt- und Menschenbild“ begründet wird. Ein christliches Menschenbild sollte den einzelnen Menschen betrachten und ihn nicht aufgrund seiner Gruppenzugehörigkeit pauschal verurteilen. Wer jeden Kandidaten allein wegen seines Parteibuchs für nicht gesprächswürdig erklärt, praktiziert selbst jene Kollektivbeurteilung, die Kirchen sonst regelmäßig verurteilen.

    Selbstverständlich darf eine Kirche AfD-Positionen scharf kritisieren. Sie könnte deren Vertreter mit harten Fragen zu Menschenwürde, Migration, Religionsfreiheit und Demokratie konfrontieren, Widersprüche offenlegen und problematische Aussagen zurückweisen.

    Dazu müsste man den politischen Gegner allerdings zunächst sprechen lassen.

    Eine Podiumsdiskussion, bei der der Veranstalter vorab festlegt, welche zur Wahl antretenden Parteien überhaupt gehört werden dürfen, ist keine offene Diskussion. Es handelt sich um eine politisch kontrollierte Veranstaltung mit vorgegebenem Meinungskorridor.

    Damit grenzt die Stiftskirchengemeinde nicht nur Politiker aus, sondern mittelbar auch einen erheblichen Teil ihrer eigenen Mitglieder. Nach einer YouGov-Umfrage vom Juni 2026 würden jeweils 24 Prozent der katholischen und evangelischen Kirchenmitglieder die AfD wählen – also nahezu jedes vierte Kirchenmitglied.

    Diesen Menschen wird faktisch signalisiert: Ihr dürft weiterhin Kirchensteuer zahlen und Gottesdienste besuchen, aber die von euch gewählten Vertreter sind in unseren Räumen nicht einmal gesprächswürdig. Eure politische Haltung gilt nicht nur als falsch, sondern angeblich als unvereinbar mit dem kirchlichen Menschenbild.

    Wer so handelt, teilt die eigene Gemeinde in politisch akzeptable und politisch unerwünschte Christen ein.

    Hinzu kommt ein grundsätzlicher Punkt: Eine Kirchengemeinde hat im parteipolitischen Wahlkampf nichts zu suchen.

    Kirchen dürfen ethische und gesellschaftliche Fragen ansprechen. Etwas anderes ist es jedoch, unmittelbar vor einer Wahl Parteien abzufragen, deren Antworten zu präsentieren, ein Wahlpodium zu organisieren und dabei selbst festzulegen, welche Parteien eine Bühne erhalten.

    Damit wird die Kirche vom geistlichen Vermittler zum politischen Akteur. Sie verschafft ausgewählten Parteien Öffentlichkeit und kirchliche Legitimation, während sie eine andere zugelassene Partei bewusst ausschließt. So entsteht der Eindruck, die Kirchenleitung wolle ihren Mitgliedern vorgeben, welche Parteien moralisch wählbar und welche zu ächten seien.

    Kirchliche Autorität, Kirchenräume und Kirchensteuermittel dürfen nicht als Instrumente einseitiger Wahlbeeinflussung eingesetzt werden. Die Kanzel ist kein Parteitagsrednerpult, das Gemeindehaus keine Wahlkampfzentrale und ein Pastor kein politischer Türsteher.

    Auch die sogenannten „Wahlprüfsteine“ sind keineswegs neutral und ergebnisoffen formuliert. Zahlreiche Voraussetzungen stehen bereits fest:

    Fossile Wärmeversorgung und Gasnetze müssten aufgegeben werden, Elektromobilität müsse gefördert, der innerörtliche Autoverkehr reduziert, kommunale Klimaschutzstrukturen müssten ausgebaut und die Akzeptanz für bereits vorgegebene Maßnahmen erhöht werden.

    Gefragt wird überwiegend nicht, **ob** diese Ziele wissenschaftlich begründet, wirksam, finanzierbar, sozial ausgewogen und kommunal sinnvoll sind. Gefragt wird hauptsächlich, **wie** die Parteien die bereits vorgegebenen Ziele umsetzen und bezahlen wollen.

    Eine wirklich offene Befragung müsste auch fragen:

    Welchen messbaren Einfluss können kommunale Maßnahmen in Wunstorf auf globale klimatische Entwicklungen überhaupt haben? Welche Maßnahmen sind nachweislich wirksam und welche lediglich symbolisch? Welche Kosten entstehen für Bürger und Kommune? Welche Folgen haben die Stilllegung von Gasnetzen, Einschränkungen des Autoverkehrs oder die einseitige Festlegung auf Elektromobilität für Mieter, Hauseigentümer, Pendler und Gewerbetreibende?

    Und selbstverständlich müsste auch die Antwort zulässig sein, dass eine Partei bestimmte Maßnahmen für unwirksam, unverhältnismäßig oder kommunal nicht verantwortbar hält.

    Diese Offenheit fehlt.

    Der Fragenkatalog ist daher weniger eine neutrale Prüfung unterschiedlicher Konzepte als ein klimapolitischer Forderungskatalog. Die politische Grundrichtung steht bereits fest. Die Parteien sollen nur noch erklären, wie sie die gesetzten Ziele verwirklichen und finanzieren wollen.

    Das Gesamtbild ist eindeutig: Eine Kirchengemeinde schließt sich einem politischen Klimabündnis an, übernimmt dessen Grundannahmen, formuliert entsprechend einseitige Fragen, greift in den Kommunalwahlkampf ein und schließt anschließend eine Partei, die von einem erheblichen Teil der eigenen Kirchenmitglieder gewählt wird, pauschal aus.

    Das ist kein neutraler kirchlicher Dialog.
    Das ist politischer Aktivismus unter kirchlichem Dach.

    Christliche Überzeugung beweist sich nicht dadurch, dass man Andersdenkende aussortiert. Wer politische Gegner vorsorglich aus dem Raum weist, stärkt nicht die Demokratie. Er schwächt die Streitkultur, missbraucht kirchliche Autorität für politische Einflussnahme und grenzt dabei auch die eigenen Gemeindemitglieder aus.

    • Der Meisterbürger sagt:

      Eine umfangreiche und überlegte Ausführung. Es wäre interessant zu erfahren, was die Stiftskirchengemeinde dem inhaltlich entgegensetzen kann. Ein Abkanzeln von der erhabenen Kanzel herab erscheint tatsächlich dünn und durchsichtig.

  • Jürgen sagt:

    Von dieser Kirchengemeinde war doch auch nichts anderes,als der Ausschluss von mindestens einer Partei. Die AFD ist der Kirchengemeinde halt nicht genehmigt.
    Nicht angepasst genug.

  • Anonym sagt:

    Da die Freien Wähler und die AfD offensichtlich ausgegrenzt werden sollen, beantworte ich hier einmal die 16 Punkte dieser Stiftskirchengemeinde.
    Reinhard Bruns, Pastor Thomas Gleitz und Pastor Volker Milkowski aufgepasst!

    Die 16 Wahlprüfsteine im Wortlaut und meine Antworten darauf.
    Auf den Shitstorm freue ich mich jetzt schon…

    1. Wärmewende

    „Welche Schritte schlägt Ihre Partei oder Wählergruppe vor, um dezentrale Wärmequellen zu fördern und dort, wo es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, fossilfreie Wärmenetze auszubauen? Bitte beziehen Sie kommunale Gebäude, Privathaushalte und Industrie ein.“

    A1.1) Eine komplett dezentrale Wärmeversorgung für eine so stark zergliederte Gemeinde wie Wunstorf ist unsinnig und wirtschaftlich nicht darstellbar. Es muss hier immer Mischformen geben – ob sich das dann noch rechnet, ist eine andere Frage.

    A1.2) Warum muss das Wärmenetz unbedingt fossilfrei sein? Viel sinnvoller ist Technologie-Offenheit, wie man bei erfolgreichen Automobilherstellern aus Fernost im Gegensatz zu den ideologisch geführten deutschen Autoherstellern sehen kann.

    2. Stilllegung von Gasnetzen

    „Wie kann Ihre Kommune die Stilllegung des Gasnetzes sozialverträglich gestalten? Welche Rolle sollte sie zukünftig bei fossilfreien Wärmenetzen und klimaneutralen Heizungen übernehmen?“

    A2.1) Hier wäre ich an der Stelle von Kommunalpolitikern bundesweit ganz vorsichtig, denn hierfür gibt es im deutschen Strafbesetzbuch die genau zutreffenden Paragraphen
    – §316b – Störung öffentlicher Betriebe –> bis 10 Jahre Haft und
    – §305a – Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel
    Kurz formuliert: Die vorsätzliche Beschädigung oder Sabotage von Energie- und Versorgungsinfrastruktur kann nach § 316b StGB als Störung öffentlicher Betriebe mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.
    A2.2) Schon wieder taucht der Begriff „fossilfrei“ als Zeichen von ideologischer Starre und fehlender Technologie-Offenheit auf.
    A2.3) Zum Begriff „klimaneutral“ komme ich weiter unten.

    3. Gebäudesanierung

    „Welche Maßnahmen unterstützt Ihre Partei oder Wählergruppe, um die Sanierung öffentlicher und privater Gebäuden zu beschleunigen?“ (Der Grammatikfehler „privater Gebäuden“ steht so im Original.)

    A3.1) Eine merkwürdige Frage. Dabei geht es ausschliesslich um finanzielle Mittel. Was sollte eine Partei darauf antworten? „Wir entdecken bei unserer Wiederwahl plötzlich Sondervermögen?“

    4. Stromerzeugung

    „Wie soll der Ausbau von Photovoltaik – besonders auf kommunalen Gebäuden – beschleunigt werden? Welche Anreize braucht es, damit private und gewerbliche Eigentümer PV-Anlagen und Speicher installieren?“

    A4.1) Den weiteren Ausbau von Photovoltaik genauso wie den Windrad-Ausbau zu fördern, ohne dafür entsprechende Speicher- und externe Energieversorger-Steuerungsmöglichkeiten zu haben, ist komplett verantwortungslos. Die Energieversorger haben bereits jetzt extreme Schwierigkeiten, dass Netz stabil zu halten, denn in einer Hellbrise wissen sie nicht, wohin mit dem ganzen Flatterstrom und müssen auch noch bezahlen, damit uns das Ausland den abnimmt und in einer Dunkelflaute haben wir durch die unverantwortliche Vernichtung der deutschen Kohle- und Kernkraftwerke nicht mehr genügend Grundlastversorgung und müssen wieder das Ausland teuer bezahlen. Wer in solchen Situation – ohne ausreichende Speicher, die zweifellos noch nicht existieren, einen weiteren Ausbau von Photovoltaik und Windkraft verlangt, hat etwas prinzipiell physikalisch nicht verstanden.

    A4.2) Für 2027 sieht das Wirtschaftsministerium der jetzigen rot-schwarzen Regierung folgende einschneidende Pläne vor:
    – Abschaffung der festen Einspeisevergütung
    – Keine eigentliche EEG-Förderung mehr unter 25 kW
    – Übergangslösung nur für kurze Zeit
    – Wegfall der erhöhten Volleinspeisevergütung
    – Mögliche dauerhafte 50-Prozent-Begrenzung
    Nach den Plänen der derzeitigen Bundesregierung erst 2027 oder später eine Anlage in Betrieb nimmt, könnte nach den Plänen die feste Einspeisevergütung, die erhöhte Volleinspeisevergütung und damit einen wesentlichen Teil der bisherigen Planungssicherheit verlieren.
    –> Was wollen bitte die Mitglieder einer winzigen kommunalen Partei dagegen tun?

    5. Mobilität und Verkehrswende

    „Welche Maßnahmen sind nötig, um Rad- und ÖPNV-Nutzung zu erhöhen und vor allem den innerörtlichen PKW-Verkehr zu reduzieren?“

    A5.1) Wer in einer ländlichen und flächenmäßig so stark zergliederten Gemeinde wie Wunstorf die ÖPNV-Nutzung erhöhen und den innerörtlichen PKW-Verkehr reduzieren will, hat irgendwie das Leben auf dem Dorf nicht richtig verstanden. Eine vollkommen weltfremde Frage. Wahrscheinlich hat die ein Pastor aus Hannover gestellt, welcher immer mit dem Lastenfahrrad in Hannover umher fährt.

    6. Elektrifizierung des Verkehrs

    „Welche Maßnahmen sollte Ihre Kommune nach Ansicht Ihrer Partei oder Wählergruppe priorisieren, um die Elektromobilität zu fördern?“

    A6.1) Warum sollte die Kommune die Elektromobilität fördern – aus welchem Grund? Eine Technologie, welche klar besser ist, als die bestehende Technologie, wird sich zwangsläufig durchsetzen. Was der Förderung bedarf, ist nicht besser, sondern reine Ideologie. Das ging bisher immer schief.

    7. Flächeninanspruchnahme

    „Welche Maßnahmen sollte die Kommune unternehmen, um die Flächeninanspruchnahme wirksam zu reduzieren und um Flächen durch Entsiegelung zurückzugewinnen?“

    A7.1) Da habe ich eine Anregung: Abriß sämtlicher Windkraftanlagen in und um Wunstorf. Ein Windrad versiegelt üblicherweise rund 500 m² vollständig. Dauerhaft technisch beansprucht werden eher 2.500 bis 5.000 m², und während der Errichtung können einschließlich Montageflächen und Zufahrten ungefähr ein Hektar oder mehr betroffen sein – inklusive Rodung von wertvollen Wäldern.

    A7.2) Warum sind Windräder so extrem umweltschädlich?
    – sie beeinflussen das Wetter
    – töten Insekten, Vögel und Fledermäuse
    – trocknen die Böden aus
    – erzeugen Infraschall
    – werfen Schlagschatten
    – sie entziehen dem Wind Energie – also wird es auf der Erde wärmer
    – wegen Windrädern werden wertvolle Wälder gerodet und vernichtet
    – durch die Aufstellung von Windrädern haben wir eine extreme Flächenversiegelung mit Beton
    – in Windrädern wird das Gas Schwefelhexafluorid – SF6 eingesetzt. 1 Kilogramm SF6 wirkt über 100 Jahre etwa so stark wie 24.300 Kilogramm CO2. Das Gas ist extrem langlebig und reichert sich in der Atmosphäre an!
    – Entsorgung der Rotorblätter: Das mengenmäßig größere ungelöste Entsorgungsproblem sind jedoch die schwer recycelbaren Rotorblätter aus fest verklebten Faserverbundwerkstoffen. Sie bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, kurz GFK, teilweise carbonfaserverstärktem Kunststoff, kurz CFK, Epoxidharzen, Balsaholz, PET- oder PVC-Schäumen und Lacken und Klebstoffen. Das Zeug strahlt zwar nicht, wird aber ein größeres Umweltproblem als Altbrennstäbe, welche in absehbarer Zeit durch neue Reaktoren komplett verwertet werden können, im Gegensatz zu dem Windrad-Rotorblätter-Sondermüll.

    8. Klimagerechte Bauleitplanung

    „Welche Möglichkeiten sieht Ihre Partei oder Wählergruppe, um Klimaschutz und Klimaanpassung in Quartieren in der Bauleitplanung umzusetzen?“

    A8.1) Zum „Klimaschutz“ komme ich weiter unten.
    A8.2) „Klimaanpassung“ – was soll das sein?

    9. Hitzeschutz und Biodiversität

    „Welche Maßnahmen sollten unternommen werden, um die Begrünung in Quartieren zu erhöhen und Baumbestände in der Kommune zu schützen?“

    A9.1) Diese Frage halte ich für sinnvoll.

    10. Starkregenereignisse und Grundwasserschutz

    „Welche Maßnahmen schlägt Ihre Partei oder Wählergruppe vor, um Versickerung und Rückhaltung von Regenwasser zu fördern, das Grundwasser zu schützen und Überflutungsschäden zu verhindern?“

    A10.1) Diese Frage halte ich für sinnvoll.

    11. Frischwasserverfügbarkeit

    „Welche Anreize sollte Ihre Kommune aus Sicht Ihrer Partei oder Wählergruppe setzen, um den Verbrauch von Frischwasser zu reduzieren und die Nutzung von Regenwasser und Grauwasser zu fördern?“

    A11.1) Diese Frage halte ich für sinnvoll.

    12. Kommunales Klimaschutzsystem

    „Welche Maßnahmen befürwortet Ihre Partei oder Wählergruppe, um kommunale Klimaschutzstrukturen und Vernetzungen zu stärken und zu verstetigen?“

    A12.1) Okay – kommen wir zum Thema Klima.

    Das IPCC musste erst kürzlich sein früheres Extremszenario RCP8.5/SSP5-8.5 mit etwa 4,4 °C im Mittel und bis zu 5,7 °C fallen lassen. Es wurde für die kommende Modellgeneration als nicht mehr plausibler Hauptpfad erkannt. Einige der extrem heißen CMIP6-Modelle waren zudem nachweislich zu empfindlich und wurden bereits im letzten IPCC-Bericht relativiert.

    Dieses Klimaszenario – das Leitbild aller selbsternannten Klimaschützer weltweit und deren andauernden Katastrophen-Meldungen war seit 2011 – also insgesamt 15 Jahre „Konsens“ und es wurde behauptet, dass 99% aller Klimaforscher dieses Modell als plausibel ansehen.
    (Wissenschaft ist der Irrtum, auf den man sich geeinigt hat.)

    RCP8.5/SSP5-8.5 wurde über diesen Zeitraum außerordentlich häufig als Grundlage für besonders dramatische Folgenabschätzungen verwendet – etwa für Meeresspiegel, Extremwetter, Landwirtschaft, Infrastruktur und volkswirtschaftliche Schäden. In Medien, Aktivismus und teilweise auch Behördenberichten wurde es häufig wie ein wahrscheinliches „Weiter-wie-bisher“-Szenario dargestellt, obwohl es wissenschaftlich eigentlich der äußerste Rand einer Szenarienspanne war.

    Nach 15 Jahren Panikmache stellte sich nun heraus, dass es ein vollkommen ungeeignetes Modell war und sämtliche auf diesem Modell gemachten Panik-Vorhersagen komplett falsch waren!

    A12.2) Anteil am CO2 der gesamten Atmosphäre:
    Deutschland: ca. 0,00025 bis 0,00028 %
    Niedersachsen: ca. 0,000025 bis 0,000028 %
    Wunstorf: ca. 0,00000021 bis 0,00000024 %
    Worüber unterhalten wir uns hier eigentlich?
    Nehmen wir nur einmal die beiden „Entwicklungsstaaten“ China und Indien und deren bis 2030 geplanten Kohlekraftwerke. China und Indien haben allein im Bau mehr neue Kohle-CO₂-Jahreswirkung-Kraftwerke, als Deutschland insgesamt pro Jahr an CO₂ ausstößt. Ein Stopp der gesamten deutschen Industrie-Produktion plus dem Stopp des gesamten deutschen Verkehrs wäre rechnerisch nach etwa 4 Monaten von China und Indien aufgewogen. Nur durch den Zuwachs, den China und Indien bis 2030 planen!
    Worüber unterhalten wir uns hier eigentlich?

    A12.3) Wer von den selbsternannten Klimaschützern kann mir fundiert, sachlich und wissenschaftlich folgende drei Dinge erklären:
    – warum ging die letzte Eiszeit ganz ohne industrielle Revolution zu Ende?
    – warum hatten wir eine mittelalterliche Warmzeit ohne industrielle Revolution?
    – warum konnten Wissenschaftler zweifelsfrei nachweisen, dass es ZUERST einen Anstieg der Temperatur durch die Sonne gibt und erst mit einem Offset von mehreren 100 Jahren stieg das CO2 nachweisbar an, da durch den Temperaturanstieg die Ozeane das CO2 in die Atmosphäre abgaben? Dies konnten Wissenschaftler anhand von Eisbohrkernen für folgende Zeitspannen nachweisen:
    Vostok, Antarktis: ca. 420.000 Jahre
    EPICA Dome C, Antarktis: ca. 800.000 Jahre
    Antarktische Eisbohrkern-Komposite: >800.000 Jahr

    A12.4) Was folgt daraus? Ein „kommunales“ Klimaschutzsystem ist vollkommen lächerlich und Teil der unsinnigen Ideologie, die dahinter steht.

    13. Bildung und Bewusstseinsbildung

    „Welche Maßnahmen schlägt Ihre Partei oder Wählergruppe vor, um Klima- und Umweltbewusstsein in den Bildungseinrichtungen in der Kommune zu stärken?“

    A13.1) Klimabewusstsein sollte ab sofort dahingehend gestärkt werden, dass das Klima einzig und allein die Sonne und der kleine Mensch am Klima überhaupt nichts macht.

    A13.2) Umweltbewusstsein dagegen halte ich für außerordentlich sinnvoll, sofern er nicht in irgendwelchen Fledermausbrücken ausartet.

    14. Akzeptanzsteigerung

    „Welche Schritte sollte die Kommune unternehmen, um Akzeptanz und Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen und Ausbau der erneuerbaren Energien in der Bevölkerung weiter zu fördern?“

    A14.1) Klimaschutzmaßnahmen sind, wie bereits oben ausgeführt, allesamt unsinnig und reine Geldverschwendung.

    A14.2) „Erneuerbare“ Energien gibt es nicht – dies zeigt bereits die physikalische Kompetenz der Fragesteller.
    ΔEGesamt​=0 (Energieerhaltungssatz)
    Der Begriff „erneuerbare Energie“ ist physikalisch ungenau und politisch positiv aufgeladen. Energie erneuert sich nicht; erneuert beziehungsweise fortlaufend nachgeliefert werden lediglich bestimmte natürliche Energieflüsse. Deren technische Nutzung ist weder kostenlos noch frei von Rohstoffverbrauch, Flächenbedarf, Umweltfolgen und Systemkosten.

    15. Finanzierung kommunaler Neubau- und Sanierungsprojekte

    „Wie sollte die Kommune aus Sicht Ihrer Partei oder Wählergruppe sicherstellen, dass bei Neubauten und Sanierungen langfristig wirtschaftliche und nachhaltige Lösungen umgesetzt werden?“

    A15.1) Diese Frage halte ich für sinnvoll.

    16. Finanzierung des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Sanierung der Infrastruktur

    „Welche Finanzierungsmodelle schlägt Ihre Partei oder Wählergruppe vor, und wie können Kommune und Bürger gemeinsam Projekte finanzieren?“

    A16.1) Nochmal – es gibt keine erneuerbaren Energien.

    A16.2) Die Frage nach Sanierung der Inrastruktur halte ich für sehr gut und ganz dringend geboten.

  • Brigitte sagt:

    Die Kirche sollte sich aus der Politik heraushalten und sich nicht in den Wahlkampf einmischen. Das gewählte Datum der Veranstaltung kurz vor der Wahl spricht doch für sich.
    Und dass die AfD ausgegrenzt wird, ist da leider völlig inkonsequent. Da weiß man doch schon, welcher Partei zu vielen Stimmen verholfen werden soll.
    Unter christlich verstehe ich etwas völlig anderes als die hier nun praktizierte Ausgrenzung.
    Lieber Pastor Gleitz,bleiben Sie doch bitte bei Ihrem kirchlichen Tagesgeschäft.

  • Anonym sagt:

    Offener Brief an Reinhard Bruns, Pastor Thomas Gleitz und Pastor Volker Milkowski

    Wer beginnt, Andersdenkende selbst aus Kirchenräumen auszugrenzen, öffnet den Weg dafür, dass Kirche erneut politische Feindbilder übernimmt, Kriege rechtfertigt und Waffen segnet.

    Das ist keine Gleichsetzung einer verweigerten Podiumsteilnahme mit Krieg oder politischer Verfolgung. Es ist eine Warnung vor einem bekannten institutionellen Mechanismus: Die Kirche entfernt sich von ihrem geistlichen Auftrag, stellt sich auf eine politische Seite und erklärt die andere für moralisch nicht mehr gesprächswürdig.

    Zuerst wird entschieden, wer in kirchlichen Räumen noch sprechen darf. Danach, welche politische Haltung moralisch zulässig sein soll. Am Ende kann Kirche erneut dazu verleitet werden, den jeweils herrschenden politischen Kurs religiös zu überhöhen.

    Martin Niemöllers Mahnung trifft genau diesen Punkt: Er schwieg, als zunächst immer nur „die anderen“ verfolgt wurden. Als man ihn selbst holte, war niemand mehr da, der protestieren konnte.

    Seine Botschaft lautet nicht, jede politische Auffassung gutzuheißen. Sie lautet, der Ausgrenzung bereits dann zu widersprechen, wenn sie Menschen trifft, deren Ansichten man selbst ablehnt.

    Eine Kirche, die aus der deutschen Geschichte gelernt hat, muss Andersdenkenden widersprechen können, ohne sie aus dem Raum zu weisen. Sie muss politische Macht und Feindbilder kritisch prüfen, statt selbst festzulegen, welche demokratisch vertretenen Auffassungen noch gehört werden dürfen.

    Gerade im Wahlkampf ist Zurückhaltung geboten. Die Trennung von Staat und Kirche schützt nicht nur den Glauben vor staatlicher Einflussnahme, sondern auch den politischen Wettbewerb vor dem Einsatz kirchlicher Autorität. Wer ausgewählten Parteien eine Bühne bietet und andere pauschal ausschließt, verlässt die Rolle des überparteilichen Vermittlers und greift einseitig in die politische Meinungsbildung ein.

    Die deutsche Geschichte zeigt, wohin die mangelnde Distanz zwischen Kirche, Staat und politischem Zeitgeist führen kann: Kriege wurden religiös gerechtfertigt, Gehorsam moralisch eingefordert und militärisches Handeln mit göttlichem Beistand versehen.

    Deshalb lautet die klare Forderung:

    Widersprechen Sie politischen Gegnern, aber grenzen Sie sie nicht aus. Halten Sie die Kirche aus dem parteipolitischen Wahlkampf heraus. Eine Kirche darf kein moralisches Hilfsorgan politischer Kampagnen werden.

    Ihr Auftrag ist es, Gewissen zu schärfen, Frieden zu fördern, Macht kritisch zu begleiten und auch mit Andersdenkenden im Gespräch zu bleiben. Wer heute die Ausgrenzung anderer hinnimmt, darf sich morgen nicht wundern, wenn auch das eigene Gewissen in der Kirche keinen Platz mehr findet.

  • fred sagt:

    Vielleicht sollte die Kirche sich um sich selbst kümmern, das macht auch Sinn. Schuster bleib bei deinen Leisten. Den Wahlkampf und die richtige Wahl am Wahltag kann der mündige Bürger selbst entscheiden, auch ohne die Kirche. Oder wird sich als nächste noch bei hohen Lebensmittelpreise und Spritpreisen eingemicht. Mir kommt es so vor als ob es hier auch darum geht neue Kirchensteuerzahler zu generieren.

  • Heinz-Dieter Badke sagt:

    Eines muss man der evangelischen Kirche lassen: Immer, wenn man denkt, tiefer könne sie garnicht mehr sinken, belehrt sie uns eines Besseren.
    Anonym hat sich wirklich viel Mühe mit seiner Kommentierung gegeben. Die Kirchengemeinde wird sich unbeeindruckt zeigen. Gründe hierfür nenne ich mal nicht.
    Am 21. August bin ich dabei, um mich vor der Wahl noch zu erheitern.

    • Anonym sagt:

      Hallo Heinz-Dieter,

      die Kirchenleitung wird die Kritik vermutlich aussitzen. Solange Geld, Einfluss und öffentliche Unterstützung sicher sind, gibt es für sie wenig Grund, den Kurs zu ändern.

      Meine Mutter war viele Jahre Diakonissen-Schwester. Ich bin mit den damaligen evangelischen Werten aufgewachsen. Gerade deshalb sehe ich heute besonders deutlich, wie weit sich Teile der evangelischen Kirche von ihrem eigentlichen Auftrag entfernt haben.

      Kirche darf sich zu gesellschaftlichen Fragen äußern. Sie darf aber nicht selbst zum politischen Akteur werden, eine Seite moralisch erhöhen und Andersdenkende abwerten.

      Genau das geschieht immer häufiger: politische Einseitigkeit, moralische Überheblichkeit, Feindbilder und eine neue Nähe zur Kriegspolitik.

      Das Muster ist alt. Kirchliche Spitzen haben sich immer wieder an die Mächtigen ihrer Zeit angepasst, um Einfluss, Schutz und Geld zu sichern. Die Folgen waren Glaubenszwang, Verfolgung, Kriegstheologie, Kolonialismus, Antijudaismus, Rassismus, Missbrauch und Vertuschung.

      Wer heute wieder politische Lager in Gut und Böse einteilt und militärische Gewalt moralisch auflädt, hat aus dieser Geschichte nichts gelernt.

      Eine Kirche, die spaltet statt versöhnt, macht sich selbst überflüssig.

  • ernst W. sagt:

    Tolle Idee aber Großes fängt im kleien an, auch in der Ev. Kirche. Beim Thema Klimaschutz mitzumachen hat noch nie geschadet aber warum fahren soviele mit dem Auto, auch zum Stiftskirche und den dazugehörenden Gebäuden. Mein Opa sagte immer, erst an die eigene Nase fassen. Hier sollten Alle mit gutem Beispiel vorran gehen und das Fahrrad nutzen, hält fit, spart Geld und tut was für die Umwelt. Kleine Dinge tun und großes entsteht, auch in der Kirche. Die Wahlbeformundung ist nicht notwendig, ich glaube die meisten können das alleine entscheiden.

  • Berndt sagt:

    Was ein Genörgel! Welch sinnlose Argumentationen! Die AfD hat nicht geantwortet und damit eindeutig bestätigt, dass sie absolut keinerlei Interesse am Thema Klimaschutz hat. Das Wahlprogramm der AfD ist antiklimawissenschaftlich ausgelegt und leugnet sämtliche bewiesene Fakten. Die Landeskirche hat richtig gehandelt, wer kein Interesse signalisiert und hinterweltliche Thesen vertritt, ist kein Diskussionspartner, dem man hinterher laufen muss.

    • Anonym sagt:

      Lieber Berndt,

      Ihr Kommentar ist ein schönes Beispiel dafür, wie man mit maximaler Gewissheit über Tatsachen urteilt, die noch gar nicht geklärt sind.

      Sie schreiben, die AfD habe nicht geantwortet und damit ihr Desinteresse „eindeutig bestätigt“. Tatsächlich behauptet die Kirchengemeinde, sie habe die AfD angeschrieben. Die AfD Wunstorf bestreitet ausdrücklich, eine Anfrage erhalten zu haben. Das nennt man nicht „eindeutig“, sondern Aussage gegen Aussage. Wer daraus trotzdem ein politisches Geständnis konstruiert, ersetzt Aufklärung durch Wunschdenken.

      Bei den Freien Wählern ist die Lage sogar eindeutig: Sie wurden zunächst überhaupt nicht befragt. Trotzdem traten sie zur Wahl an, waren öffentlich aktiv und boten sofort an, ihre Antworten nachzureichen. Von mangelndem Interesse kann also keine Rede sein.

      Dann folgt Ihr wissenschaftliches Universalurteil: Die AfD leugne „sämtliche bewiesenen Fakten“. Welche konkreten Tatsachen sollen das sein? Messwerte? Der menschliche Anteil an der Erwärmung? Eine bestimmte Temperaturprognose? Die Wirksamkeit einzelner kommunaler Maßnahmen? Oder einfach alles, was politisch unter dem Etikett „Klimaschutz“ verkauft wird?

      Wissenschaft besteht gerade nicht darin, ein Gesamtpaket aus „sämtlichen bewiesenen Fakten“ zu verkünden und Andersdenkende auszusortieren. Sie unterscheidet zwischen Messungen, Erklärungen, Annahmen, Modellen und Szenarien.

      RCP8.5 beziehungsweise SSP5-8.5 war ein extremes Emissionsszenario – keine bewiesene Tatsache und keine Prophezeiung. Für die nächste Modellgeneration CMIP7 wird der höchste noch als plausibel bewertete Emissionspfad deutlich niedriger angesetzt, weil die tatsächlichen Emissionen eher dem mittleren Pfad folgten und sich wirtschaftliche sowie technische Voraussetzungen verändert haben. Das zeigt sehr deutlich, wie unseriös es ist, einzelne Szenarien in unumstößliche Wahrheiten zu verwandeln. (Coupled Model Intercomparison Project)

      Besonders aufschlussreich ist schließlich Ihr Satz, Menschen mit angeblich „hinterweltlichen Thesen“ seien keine Diskussionspartner.

      Was für ein bemerkenswert bequemes Verständnis von Demokratie: Zuerst erklärt man die eigene Position zur Wissenschaft. Dann erklärt man abweichende Auffassungen für rückständig. Anschließend schließt man deren Vertreter von der Diskussion aus – und nennt das auch noch richtiges Handeln.

      Eine demokratische Debatte funktioniert genau umgekehrt: Wer eine These für falsch hält, widerlegt sie öffentlich. Wer eine Partei für wissenschaftlich unzureichend hält, konfrontiert sie mit Fakten und Fragen. Wer dagegen schon vor der Diskussion festlegt, wer überhaupt sprechen darf, veranstaltet kein offenes Podium, sondern eine politisch vorsortierte Veranstaltung.

      Die Kirchengemeinde durfte die AfD selbstverständlich kritisieren. Nach eigener Aussage hätte sie deren Vertreter jedoch selbst dann nicht auf dem Podium sprechen lassen, wenn die Fragen beantwortet worden wären. Es ging folglich nicht nur um eine angeblich ausgebliebene Reaktion, sondern um einen bereits vorher beschlossenen politischen Ausschluss.

      Sie müssen weder die AfD noch die Freien Wähler mögen. Demokratie beginnt allerdings nicht dort, wo nur noch diejenigen miteinander reden, die Berndt persönlich für modern, wissenschaftlich und gesprächswürdig hält.

      Wer Andersdenkende lediglich etikettiert und aus dem Raum weist, widerlegt keine einzige ihrer Thesen. Er zeigt nur, dass ihm die Ausgrenzung leichter fällt als die Auseinandersetzung.

      Lieber Berndt, mit Ihrem Kommentar haben Sie nicht die Freien Wähler oder die AfD disqualifiziert, sondern ausschliesslich sich selber, denn sie haben Ihr komplett unterirdisches Demokratie- und Wissenschafts-Verständnis in einer Art und Weise offenbart, bei der man nur hoffen kann, dass Sie, lieber Berndt, nicht in einer verantwortlichen Position agieren.

  • egon sagt:

    Anhand der Reaktionen merkt man das die Kirche gut beraten ist sich auf sich selbst zu konzentrieren und nicht zu versuchen die Menschen zu „bearbeiten“. Wir sind alle mündige BürgerInnen und können gut entscheiden. Die Kirche kann selbst als Vorbild beim Umweltschutz vorrangehen und gut. Diejenigen die der Kirche noch treu sind benötigen, meiner Vermutung nach auch keine Podiumsdiskussion um zu wissen was sie wählen sollen.
    Ich persöhnlich empfinde diese Aktion als unglücklich und entferne mich dadurch noch weiter von der Kirche als ich es mit meinem Austritt vor 3 Jahrzehnten eh scjon getan habe.

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