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Wunstorf soll eigene Touristeninformation bekommen

22.11.2022 • Daniel Schneider • Aufrufe: 589

Die Stadt plant eine Verknüpfung von Kartenvorverkauf mit touristischem Service in der Kernstadt. Die Pläne treffen in der Politik auf ein unterschiedliches Echo.

22.11.2022
Daniel Schneider
Aufrufe: 589
Werden hier bald auch Stadtpläne verkauft? | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Braucht Wunstorf eine eigene Touristeninformation? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Im Sozialausschuss, dem am vergangenen Montag die Pläne zuerst vorgelegt wurden, bevor weitere Ausschüsse, Ortsrat und Stadtrat sich mit dem Thema beschäftigen werden, wurde bereits deutlich, dass es für die Verwaltung wahrscheinlich kein Spaziergang wird, die Pläne umzusetzen. Martin Pavel und Andreas Lange (beide CDU) sowie Birgit Mares (Grüne) nahmen die Pläne zu einer Touristeninfo kritisch auseinander. Die Sitzung wurde sogar unterbrochen, damit sich die Politiker vor ihrem Votum weiter abstimmen und beraten konnten.

Die Touristeninformation für Wunstorf ist dabei ein weiterer Aspekt des Planes, eine zentrale Kartenvorverkaufsstelle für die Stadt zu schaffen. In der Theaterbar am Durchgang neben dem Stadttheater könnten künftig nicht nur umfangreicher Eintrittskarten verkauft, sondern auch Touristen mit Infos und Service versorgt werden. Die Buchung von Stadtführungen, Turmbesteigungen, geführte Radtouren oder die Vermittlung von Hotels und Gastronomieangeboten werden als Beispiel genannt.

Altmodisch und überflüssig?

Pavel geht das zu schnell, es wird befürchtet, dass zu konkrete Pläne gemacht werden, bevor es zu einer Neueinstellung gekommen ist – und die entsprechende Fachkraft dann womöglich ganz andere Schwerpunkte setzen wollen würde. Mares wies darauf hin, dass einerseits die Steuern erhöht würden, sich die Stadt dann aber einen Luxus wie eine Touristeninfo leisten wolle. „Eine Touristinfo ist für mich nicht unbedingt erforderlich“, sagte die Grünenpolitikerin, so etwas könne hintangestellt werden. „Es kommt ja kein Tourist, der nur nach Wunstorf fährt“, so Mares weiter, die angedachten Aufgaben könne auch die Steinhuder Touristinfo gut mit übernehmen. Außerdem sei man von der Verwaltung wieder einmal spät informiert worden.

Es kommt ja kein Tourist, der nur nach Wunstorf fährt

Birgit Mares

Lange wies darauf hin, dass man so etwas lieber digital umsetzen und sich im Internet besser präsentieren solle, bevor man dafür „extra jemanden ins Stadttheater“ setze. Anders sah man es auf Seiten der SPD: Sven Thometzki hatte auch die älteren Mitbürger ohne Internet im Blick, zudem sollten Touristen nicht immer nur durch Wunstorf durchfahren. Kultur, Vereine und Ehrenamt sollten auch nicht auseinanderdividiert werden, das Thema eigne sich für ein Komplettpaket. Warum sollte man nicht zur Theaterkarte eine Stadtführung mitverkaufen, wurde die Frage gestellt.

Letztlich verständigte man sich im Sozialausschuss auf einen Kompromiss: Die Frage nach einer Touristeninformation soll zurückgestellt werden, bis das Bewerbungsverfahren zur Einstellung von Personal zur Unterstützung des Kulturrings abgeschlossen ist.

von Daniel Schneider
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Kommentare


  • Lydia Bertani sagt:

    Im Rahmen der geförderten Energie-Einsparung wird dort sicherlich ohne Strom & Gas Nutzung nur der Tourist beraten, der nachweisen kann, ohne Energie-Verbrauch nach Wunstorf gelangt zu sein?
    Anders ist das ja kaum vorstellbar.

  • Wunstorfer sagt:

    „Es kommt ja kein Tourist, der nur nach Wunstorf fährt“ – da muss man Frau Mares absolut Recht geben!

    „…zudem sollten Touristen nicht immer nur durch Wunstorf durchfahren.“ Genau! Die Touristen sollen lieber durch den schönsten Stau der Region um dann die Touristeninfo am Stadttheater anzusteuern, wo man aber natürlich nirgendwo parken kann… Also schön am Schützenplatz parken und quer durch die Stadt zum Stadttheater latschen – gerade die älteren Mitbürger ohne Internte sind ja idR besonders gut zu Fuß…

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