Wunstorfer Auepost
[Anzeige]

Wunstorfer Fußgängerzone: Jeder direkt Betroffene kann am Projekt aktiv mitwirken

16.02.2026 • Achim Süß • 3 Min.Kommentare: 9

Jeder Anlieger der Fußgängerzone und jeder, der dort ein Geschäft führt oder Mieter ist kann an der künftigen Gestaltung der Innenstadt aktiv mitwirken. Das hat der städtische Projekt-Koordinator Alexander Stockum klargestellt: „Wir wollen niemanden ausschließen!“ Der Startschuss zum Verfahren fällt am morgigen Dienstag.

16.02.2026
Achim Süß
3 Min.
Bei Innenstadtrundgängen wurden im vergangenen Jahr Ideen für den Fußgängerzonenumbau gesammelt (Archiv) | Foto: Schneider

Wunstorf (as). Wird es eine Groß-Veranstaltung oder ein kleiner Kreis? Kommen 200 oder 250 Anlieger der Fußgängerzone am heutigen Dienstag ins Stadttheater? Oder bleibt es bei den 33 Anmeldungen und ein paar spontanen Teilnehmern? In jedem Fall wird das „Initialisierungstreffen“ für den Arbeitskreis Fußgängerzone ein Meilenstein bei der Entwicklung des Projekts.

Es ist nicht, wie zum Teil zu lesen oder zu hören, die erste Sitzung des Arbeitskreises, in dem auch die direkt Betroffenen mitwirken können. Vielmehr ist eine Zusammenkunft von Anliegern, Immobilienbesitzern und Mietern, die von den bevorstehenden Sanierungsarbeiten in der Innenstadt unmittelbar betroffen sein werden. „Planungsraumbetroffene“ heißt das im Amtsdeutsch aus dem Rathaus. 475 Briefe mit persönlichen Einladungen sind für die Veranstaltung von dort aus in die Stadt verschickt worden.

Nicht alle wurden informiert – oder die Falschen

Schon jetzt steht fest, dass nicht alle Betroffenen eine Benachrichtigung erhalten haben. Klar ist inzwischen auch, dass auch Kinder und Heranwachsende zu den Eingeladenen gehören. Der Stadtverwaltung, so heißt es aus dem Rathaus, kam es wegen des Zeitdrucks darauf an, schnell zu handeln und die Briefe vor etwa einer Woche auf den Weg zu bringen. Dass die Liste der Adressaten nicht hundertprozentig genau ist, wird in Kauf genommen.

Alexander Stockum, seit Jahresbeginn Koordinator der Stadt für die Neugestaltung der Innenstadt, betont aber, dass sich auch nach dem Termin im Stadttheater am Dienstag ab 18.30 Uhr noch jeder Betroffene zur Mitarbeit im Arbeitskreis anmelden kann, sollte er keine Einladung erhalten haben oder am Dienstag verhindert sein.

Kommen Dienstagabend nur zwischen 30 und 40 Interessierte ins Stadttheater, wird der Termin wahrscheinlich in die Abtei verlegt. Sollte die Runde sehr groß sein, bleibt das Theater der Versammlungsraum. Das Treffen beginnt in jedem Fall mit einer Rede von Bürgermeister Carsten Piellusch. Stadtbaurat Alexander Wollny stellt danach technische Details des Projekts vor und erläutert auch den aktuellen Zustand der teils maroden Kanalisation in der Innenstadt.

Über den Planungsstand und das Verfahren zur Beteiligung der Betroffenen referiert nach Wollny Frank Schlegelmilch vom Bremer Büro BPW Stadtplanung, das das gesamte Projekt betreut. Schlegelmilch äußert sich auch zu den Siegerentwürfen aus dem städtischen Gestaltungswettbewerb und zum Konzept für die beiden begleitenden Gremien Arbeitskreis und Sanierungsbeirat. Die Details der Beteiligung der Öffentlichkeit sollen dabei vorgestellt werden.

Platz für Fragen und Meinungen

Im Anschluss sollen die Teilnehmer des Treffens Gelegenheit haben, Fragen zu stellen oder Meinungen zu äußern. Gegen 20.30 Uhr ist eine Zusammenfassung vorgesehen. Für alle Anwesenden werden Karten bereitgehalten, mit denen sie ihre Bereitschaft zu sporadischer oder ständiger Mitarbeit in dem neuen Gremium erklären können. Über einen QR-Code soll auch eine spätere Meldung möglich sein.

Über den Kreis der Mitglieder im Arbeitskreis und dessen mögliche Größe äußerte sich Stockum am heutigen Montag im Gespräch mit der Auepost so deutlich wie bisher kein Sprecher der Verwaltung: „Wir schließen niemanden aus!“ Wer als Planungsraumbetroffener im Arbeitskreis mitmachen wolle, könne das tun. „Der Arbeitskreis ist zum wirklichen Arbeiten gedacht“, betont Stockum. „Und wenn sich 100 Betroffene melden, dann ist das so.“

Das Gremium habe den Sinn, dass alle mitmachen können, die als Mieter, Geschäftsinhaber oder Anlieger vom Projekt betroffen seien. Wie bei einer Anliegerversammlung sollen die direkt Betroffenen Fragen stellen und Einfluss auf Details nehmen dürfen. Im Gespräch sollen Bedenken und Kritik erörtert werden, Modifikationen in den Planungen seien möglich. Die konstituierende Sitzung des Arbeitskreises ist kurz vor den Sommerferien vorgesehen.

Aufrufe: 2642
[Anzeigen]










[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


  • Anonym sagt:

    „Nicht alle wurden informiert – oder die Falschen“.
    Na, dann wissen wir doch, wie gründlich die ihre Arbeit machen.
    Es geht um ein extrem wichtiges und kontrovers diskutiertes heikles Thema und bei einer Diskussionsrunde, in der man die direkt Betroffenen ansprechen will, lädt man „nicht alle oder die Falschen“ ein. Genau mein Humor.
    Wie wäre es denn, wenn Piellusch mal seinen Hintern hoch kriegt und sich mit einem Lastenfahrrad voller Einladungsbriefumschläge in die Fußgängerzone begibt. Dort kann er in jeden Briefkasten eine Einladung einwerfen. Da vergisst er auch niemanden und adressiert auch nicht die Falschen.
    Die ganze Aktion dauert maximal einen Arbeitstag und er kann ja seinen tollen neuen Kommissar Stockum gleich arbeitsteilig mit einspannen, frei nach dem Motto: „Viele Hände, schnelles Ende.“
    Dabei kommen die beiden mal an die frische Luft und nicht auf neue dumme Gedanken.

  • Anonym sagt:

    „Jeder direkt Betroffene kann am Projekt aktiv mitwirken.“
    Hier zeigt sich bereits wieder das Denken eines Pielluschs und Stockums. Die beiden meinen, dass nur „Planungsraumbetroffene“, also jeder Anlieger der Fußgängerzone, jeder, der dort ein Geschäft führt und jeder Mieter, der dort wohnt, in einem sogenannten Arbeitskreis mitarbeiten darf.
    Was bitte heißt „mitarbeiten“?
    Das erinnert mich doch stark an Walter Ulbricht, welcher 1945 formulierte:
    „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“
    Daraufhin laden Piellusch und Stockum dann auch Kinder und Heranwachsende ein. Interessant.
    Darüber hinaus sind nicht nur „Planungsraumbetroffene“ betroffen, sondern ALLE Wunstorfer Bürger, welche die Innenstadt nutzen. Aber wer betroffen ist, entscheidet in Gutsherrenart das Rathaus. Geht es hier vielleicht darum, es demokratisch aussehen zu lassen, aber die Menge der beteiligten Bürger klein zu halten?
    Warum macht Ihr keine Wunstorf-weite Bürgerbefragung, in dem Ihr die Varianten zur Auswahl stellt:
    Variante 1: Kleinteilige Oberflächensanierung
    Variante 2: Komplette Wiederherstellung mit vorhandenem Material
    Variante 3: Vollständige Neugestaltung
    Variante 4: Ausschließliche Erneuerung der Kanalisation und Wiederherstellung des alten Oberflächenzustandes.
    Vor einem solchen Bürgerentscheid hat das Rathaus offensichtlich Angst, gäben sie damit doch Macht und Einflußnahme aus der Hand. Das kann ich nachvollziehen. Aber nur das wäre Direkte Demokratie, wie es in der Schweiz gelebt wird.

  • FK sagt:

    Das finde ich eine wirklich schöne Aktion von unserem Bürgermeister!
    Scheinbar hat er den Schuss doch noch gehört

  • Birgit sagt:

    Eine Diskussionsrunde mit von der Verwaltung (natürlich!) „ausgesuchten“ Beteiligten hat den Anschein einer inszenierten Alibifunktion, diese gestattet zu haben, leider schlussendlich wohl doch verfehlt, da die Meinungsträger und Durchführungsplanung „Ihrer Hoheit“ schon feststehen. Nichts Unbekanntes.

    Kalkülbestimmt eine Art Einräumung von Mitspracherecht zur Besänftigung, wohlnutzend dem eigenen Vorteil.

    • Andi sagt:

      Die Veranstaltung stand allen interessierten offen.

      Das ist Ihre Darstellung der Veranstaltung? Haben Sie das so empfunden? Sie haben also „live on stage“ kommentiert? Oder waren Sie gar nicht da und posaunen einfach mal was raus?

      Zum Zeitpunkt Ihres Kommentars war die Sache jedenfalls noch voll im Gange.

  • Was schon immer mal gesagt werden musste sagt:

    Kann es sein das hier einige immer den gleichen Mist niederschreiben. Erst hingehen und zuhören, dann meckern. Ok?
    Und der Termin wird ja dank Vieler mehr als ausreichend kommuniziert. Vieleicht sollte sich man eher Gedanken machen warum nur 30Personen interesse haben.
    Da passt was nicht zur Bürgerbefragung.
    Aber mal sehen wie viele es tatsächlich werden und dann können wir über Tatsachen diskutieren.

  • Wulf Blumenstein sagt:

    Sieht nicht so aus, als ob es die Stadt irgendeinem Recht machen kann… Und anonym ist feige….

  • Birgit sagt:

    Hinter die Kulissen zu schauen , ist eine gute Möglichkeit, wenn sich die Posse nach außen hin auch noch so blumig ideell erweist.

    Kasperletheater ist etwas für Kinder.

  • Mathias sagt:

    Immer die gleichen Demagogen hier! Es wird langsam wirklich peinlich. Was wir hier sehen, diese Leute sind nicht an konstruktiven Gesprächen oder Lösungen interessiert. Im Stadttheater hat man die üblichen Verdächtigen gehört und gesehen.

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    [Anzeige]
    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779946
    info@auepost.de

    [Anzeigen]

    Artikelarchiv

    Auepost auf …