
Wunstorf (red). Insgesamt treten mehr als 80 Personen für die SPD bei der Kommunalwahl an. Die SPD setzt auf eine gute Mischung aus Erfahrung und neuem Wind für die Ratsarbeit mit vielen Frauen und Männern unterschiedlichen Alters.
„Kommunalpolitik beginnt dort, wo Entscheidungen das unmittelbare Lebensumfeld der Menschen betreffen. Wer sich in der Kommunalpolitik engagiert, übernimmt Verantwortung für seine Stadt und seine Ortschaft. Deshalb freue ich mich sehr, dass sich so viele Menschen bereit erklärt haben, auf unseren Listen zu kandidieren und sich für Wunstorf und seine Ortsteile einzusetzen“, erklärte Ortsvereinsvorsitzender Sören Thoms.
Neben den Kandidierenden beschloss die Aufstellungsversammlung auch das Kommunalwahlprogramm der SPD Wunstorf. Es steht unter dem Motto „Wir machen Wunstorf – stark. mobil. sicher.“ Das Programm enthält eine Reihe konkreter Projekte für die kommenden fünf Jahre. Dazu zählen unter anderem die Schaffung von 1.000 neuen Wohnungen, Verbesserung der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen durch einen „Wunstorf-Pass“ und die Errichtung von Angeboten für junge Menschen in allen Ortsteilen.
In seinem Grußwort zog Bürgermeisterkandidat Carsten Piellusch eine positive Bilanz der vergangenen Jahre. Er verwies auf wichtige Fortschritte beim Wohnungsbau, beim Ausbau der Kinderbetreuung sowie bei zahlreichen weiteren Projekten für die Entwicklung Wunstorfs. Besonders hob er hervor, dass es gelungen sei, den Investitionsstau von 166 Millionen Euro aus dem Jahr 2021 aufzulösen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die kommenden Jahre weitere Herausforderungen bereithalten und die erfolgreiche Entwicklung der Stadt konsequent fortgesetzt werden müsse.
„‚Wir machen Wunstorf – stark. mobil. sicher.‘ bringt auf den Punkt, worum es uns geht. Wir wollen unsere Stadt aktiv gestalten und nicht dem Zufall überlassen. Wunstorf hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Darauf können wir stolz sein. Gleichzeitig wissen wir, dass noch viel vor uns liegt. Von bezahlbarem Wohnraum über gute Mobilität bis hin zu einer starken Infrastruktur und lebendigen Ortsteilen“, sagte Piellusch.
Auch der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Martin Ehlerding, machte deutlich, mit welchem Anspruch die SPD in die Kommunalwahl geht: „Die SPD hat Wunstorf in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich mitgestaltet. Viele wichtige Entscheidungen für unsere Stadt tragen eine sozialdemokratische Handschrift. Unser Ziel ist es, auch in den kommenden Jahren die treibende Kraft für eine positive Entwicklung Wunstorfs zu bleiben.“
Mit der Verabschiedung des Wahlprogramms und der Aufstellung aller Listen sieht sich die SPD Wunstorf gut gerüstet für die bevorstehende Kommunalwahl. Die jetzt aufgestellten Kandidaten werden in den kommenden Monaten um das Vertrauen der Bürger werben.
Da haben wir ja das tägliche Bashing von „Der Meisterbürger“ wenn es im Artikel um die SPD oder den Bürgermeister geht. Du musst schon sehr zerfressen sein. Da hat wohl jemand was nicht bekommen, was er wollte.
Persönliche Diffamierung anstelle einer inhaltlichen Auseinandersetzung…
Chapeau! Über 80 Kandidaten. Das muss man erst einmal schaffen. Unabhängig von politischen Positionen ist das ein bemerkenswertes Zeichen dafür, dass viele Menschen bereit sind, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Eine so große Auswahl an Kandidaten spricht für eine lebendige und vielfältige Demokratie.
Die SPD greift mit 80 Kandidaten nach der Macht!
„Die SPD greift mit 80 Kandidaten nach der Macht“ ist genau dieselbe Kampfsemantik, die man sonst bei der Gegenseite kritisiert.
Wenn die eigene Seite kandidiert, heißt es „bewirbt sich“, „tritt an“ oder „wirbt um Vertrauen“. Wenn die andere Seite kandidiert, heißt es plötzlich „greift nach der Macht“.
Dasselbe Muster sieht man bei Begriffen wie „Brandmauer“ auf der einen und „Altkartellparteien“ auf der anderen Seite. Beides sind Ausgrenzungsbegriffe. Beide Seiten erklären sich selbst zur demokratischen Vernunft und die Gegenseite zum Problem.
Für mich ist das alles dieselbe niedrige Ebene: gegenseitiges Stigmatisieren statt sachlicher Auseinandersetzung.
Wer die Sprache der Gegenseite nur umdreht und selbst benutzt, kritisiert den Mechanismus nicht, sondern bestätigt ihn.
Über 80 Kandidaten und zugleich „große Geschlossenheit“ – das ist eine interessante Kombination.
Denn wenn am Ende alle dieselbe Linie vertreten, fragt man sich schon, wozu es eigentlich 80 Kandidaten braucht. Politische Repräsentation lebt nicht von möglichst vielen Namen auf einer Liste, sondern von erkennbaren Profilen, eigenen Schwerpunkten und überprüfbarer Verantwortung.
Auffällig ist auch der vertraute SPD-Modus: politische Nähe wird gern über Grillgut hergestellt. Am 19.05.2026 war vom „Himmelfahrts-Grillen im Hohen Holz“ die Rede, am 02.06.2026 lädt die SPD Kolenfeld zum „öffentlichen Grillabend“ ein. Das ist alles nicht verboten. Aber es ersetzt eben keine politische Substanz.
Man kann Menschen mit Bratwurst zu vielem einladen. Die Frage ist nur, was genau man ihnen politisch dazu mitgibt. Bei manchen Maßnahmen gibt es wenigstens noch einen Beipackzettel, selbst wenn darauf nichts steht. Hier fehlt sogar der. Über mögliche Nebenwirkungen der versprochenen Politik bleibt der Bürger dann offenbar selbst auskunftspflichtig.
Die Botschaft soll Stärke vermitteln. Man kann sie aber auch anders lesen: viele Kandidaten, viel Geschlossenheit, viel Grill – aber wenig erkennbare individuelle Verantwortung. Vertrauen entsteht nicht durch Gruppenbild, Bratwurst und Einheitsformel, sondern durch klare Aussagen, messbare Zusagen und später überprüfbare Ergebnisse.
Seit den Coronaimpfungen ist der Begriff Bratwurst ohnehin verbrannt.
Man sollte hier vielleicht nicht zu viel hineininterpretieren. Schließlich ist Grillsaison!
Soweit mir bekannt ist, lädt die SPD Wunstorf nicht nur zum Bratwurstessen ein, sondern bietet das ganze Jahr über unterschiedliche Formate für Austausch und Begegnung an. Daher stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage diese Einschätzung getroffen wird. Waren Sie selbst bei einer oder mehreren Veranstaltungen dabei, um dies beurteilen zu können?
Wenn Politik auf die Ebene „Es ist doch Grillsaison“ reduziert wird, dann soll man die Bratwurst eben essen.
Meine Frage war nicht kulinarisch, sondern politisch: Welche überprüfbare Substanz steht hinter über 80 Kandidaten, großer Geschlossenheit und Grillabend-Kommunikation?
Die Antwort „Grillsaison“ bestätigt ziemlich genau, was ich kritisiert habe.
Es bleibt die Frage, welche Funktion solche Grill- und Begegnungsformate politisch eigentlich haben.
Sind sie nur nette Begleitung zu vorhandenen Inhalten? Oder sollen sie die fehlende inhaltliche Unterscheidbarkeit kompensieren? Wenn zugleich „große Geschlossenheit“ betont wird, aber kaum erkennbar ist, wofür die einzelnen Kandidaten konkret und unterscheidbar stehen, wirkt die Bratwurst schnell wie Ersatzkommunikation.
Noch problematischer wird es, wenn politische Zustimmung weniger über Argumente entsteht, sondern über soziale Zugehörigkeit: Wer mitmacht, gehört dazu; wer widerspricht, steht schnell außerhalb des gewünschten Meinungskorridors.
Dann ist der Grillabend nicht mehr nur Grillsaison, sondern Teil einer politischen Wohlfühlkulisse. Man bekommt Nähe, Gespräch und Bratwurst; aber die eigentliche Frage bleibt offen: Welche überprüfbaren Inhalte, welche Verantwortung und welche echte Auswahl stehen hinter dieser „großen Geschlossenheit“?
Bürgermeister Piellusch zieht eine positive Bilanz der vergangenen Jahre und ist stolz darauf. Tatsächlich? Wunstorf erlebte in den letzten viereinhalb Jahren einen nicht zu übersehenden Niedergang. Missglückte, verzögerte und verschwenderische Projekte reihen sich aneinander. Die Liste ist lang. Jeder kennt Sie. Kritik daran ist unerwünscht. Statt diese anzunehmen und im Miteinander einen sinnvollen Ausgleich zu suchen, wird die Konfrontation gesucht. Es soll kein Kompromiss gefunden werden. Zunächst wird alles schön geredet und verdreht. Wenn das nicht reicht, wird diskreditiert und gedroht. Das politische und soziale Miteinander in unserem ehemals beneideten Städtchen ist sowas von zerfressen von machtpolitischen Spielchen. Es schmerzt das mit anzusehen. Die SPD hat Wunstorf in den vergangenen Jahren maßgeblich mitgestaltet. Wie wahr, Herr Ehlerding.