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Konkretere Planungen für Fernwärmenetz in Wunstorf

03.07.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 2

Die Planungen für ein Fernwärmenetz in Wunstorf konkretisieren sich. Das neue Gemeinschaftsunternehmen MeerWärme sieht Möglichkeiten für ein 22 Kilometer langes Leitungsnetz. Auch die Innenstadt könnte direkt angeschlossen werden.

03.07.2026
Redaktion
2 Min.
Fernwärme (Symbolbild)

Wunstorf (red). Die MeerWärme Wunstorf GmbH treibt die Entwicklung einer klimafreundlichen Wärmeversorgung für Wunstorf weiter voran. Nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung werden derzeit die Voraussetzungen für die konkrete Umsetzung eines Wärmenetzes geschaffen.

Die kommunale Wärmeplanung sowie erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zeigen grundsätzlich Potenzial für ein rund 22 Kilometer langes Wärmenetz in drei Quartieren. Diese werden zunächst als eigenständige Versorgungslösungen betrachtet. Abhängig von den Ergebnissen der weiteren Untersuchungen kann jedoch auch ein zusammenhängender Netzverbund sinnvoll sein.

Ankerkunden im Blick

Derzeit werden die technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine mögliche Umsetzung weiter vertieft. Dazu gehören detaillierte Analysen sowie die Konkretisierung der Netzplanung. Parallel dazu führt MeerWärme Gespräche mit potenziellen Ankerkunden. Da deren Anschluss eine wesentliche Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb des Wärmenetzes ist, können die nächsten Planungsphasen erst nach Abschluss entsprechender Vereinbarungen beauftragt und der weitere Projektzeitplan konkretisiert werden.

Die MeerWärme Wunstorf GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Wunstorf GmbH (51 Prozent) und der Avacon Natur GmbH (49 Prozent). Ziel des Unternehmens ist es, eine zukunftsfähige, wirtschaftliche und klimafreundliche Wärmeversorgung für Wunstorf zu entwickeln. Im vergangenen Jahr waren die Weichen für die Unternehmung gestellt worden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Identifizierung einer geeigneten Wärmequelle. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden verschiedene Versorgungsvarianten untersucht. Dazu zählen unter anderem Geothermie sowie die Nutzung von Flusswasser in Verbindung mit Großwärmepumpen. Ziel ist es, für Wunstorf eine langfristig wirtschaftliche und nachhaltige Wärmeversorgung zu entwickeln, die bereits von Beginn an einen Anteil erneuerbarer Energien von mehr als 90 Prozent aufweist.

Trassenplanung bezieht neue Innenstadt mit ein

Parallel werden die Trassenplanung und die technischen Anforderungen weiter konkretisiert. Dabei wird auch die geplante Erneuerung der Wunstorfer Innenstadt berücksichtigt. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt des geplanten Wärmenetzes im Innenstadtbereich könnten die erforderlichen Tiefbauarbeiten mit einer möglichen Straßensanierung gebündelt werden. Dadurch ließen sich Synergien nutzen, Baukosten reduzieren und zusätzliche Eingriffe in den Straßenraum vermeiden.

Die Machbarkeitsstudie wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Das Förderverfahren nahm mit einer Bearbeitungszeit von rund neun Monaten mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich erwartet. Dadurch konnten einzelne Leistungsphasen erst später als geplant beauftragt werden, wodurch sich auch der Abschluss der Machbarkeitsstudie verschiebt. Unabhängig davon wurden die fachlichen Untersuchungen sowie die Gespräche mit potenziellen Anschlussnehmern kontinuierlich fortgeführt.

Ab 2028 könnte gebaut werden

Nach Abschluss der Untersuchungen wird MeerWärme über die Ergebnisse und die weiteren Schritte informieren. Ziel ist es, eine wirtschaftlich tragfähige Grundlage für die Umsetzung des Projekts zu schaffen. Sofern die laufenden Untersuchungen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit bestätigen und die weiteren Planungs- und Genehmigungsschritte planmäßig verlaufen, soll ab 2028 mit dem Bau erster Wärmenetzabschnitte begonnen werden. Ziel ist es, das gesamte Wärmenetz im Jahr 2033 fertigzustellen.

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Kommentare


  • Frank Ludowig sagt:

    Wieder wird mit Möglichkeiten und Perspektiven gearbeitet („könnte“, „soll“, „Ziel ist“), während belastbare Aussagen zu Kosten, Wärmepreisen, Anschlussquoten oder Wirtschaftlichkeit fehlen.
    Der wirtschaftliche Betrieb hängt ausdrücklich von sogenannten Ankerkunden ab. Das heißt: Noch ist gar nicht klar, ob genügend große Abnehmer tatsächlich mitmachen.
    Die Innenstadt wird bereits in die Trassenplanung einbezogen, obwohl die Machbarkeitsprüfung und wesentliche Vereinbarungen noch laufen. Das wirkt, als würden Planungen schon sehr konkret werden, obwohl entscheidende Grundlagen noch offen sind.
    Als Baustart wird 2028 genannt, Fertigstellung 2033. Das ist ein sehr langfristiges Projekt, bei dem sich Rahmenbedingungen, Energiepreise und Förderprogramme mehrfach ändern können.
    22 Kilometer Fernwärmenetz klingen erst einmal beeindruckend. Man sollte aber ehrlich dazusagen: Ein solches Netz verliert dauerhaft Energie (10 bis 15 % im Winter, im Sommer teilweiseüber 25 %), muss ständig überwachtet und instand gehalten werden und rechnet sich nur bei ausreichend hoher Anschlussdichte und großen verlässlichen Abnehmern. Entscheidend sind daher nicht schöne Zielbilder, sondern harte Zahlen: erwartete Netzverluste, Wärmepreis, Anschlussquote, Investitionskosten, Wartungskosten und wer am Ende das wirtschaftliche Risiko trägt. Ohne diese Angaben bleibt das Ganze eher Hoffnung als belastbare Planung.

  • fred sagt:

    Wenn man gut plant könnte man auch im Sommer damit kühlen, aber das wäre ja zu fortschrittlich gedacht vermute ich.

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