
Wunstorf (red). Der Streit um das Ob und Wie der Wunstorfer Innenstadtsanierung hat in dieser Woche einen neuen Höhepunkt erreicht. In 4 Tagen soll jetzt die Entscheidung fallen, ob ein Planungsauftrag zur Umgestaltung der Fußgängerzone erteilt wird.
Nun meldet sich die Marktgilde zu Wort, die Betreiberin des Wunstorfer Wochenmarktes. Dort sieht man die Innenstadtsanierung als wichtige Weichenstellung für die kommenden Jahre und will sich mit konkreten Anregungen und praxisnahen Hinweisen am Planungsprozess beteiligen.
„Der Wochenmarkt ist seit vielen Jahren Einkaufsort, sozialer Treffpunkt und wirtschaftliche Plattform für zahlreiche Händlerinnen und Händler. Die Neugestaltung der Innenstadt bietet die Chance, den Marktstandort funktional zu verbessern und langfristig zu stärken“, heißt es von der Marktgilde.
Für die Dauer der Bauarbeiten wünschen sich die Beschicker eine möglichst geringe und kurze Beeinträchtigung des Marktbetriebs. Wichtig ist zudem eine frühzeitige und transparente Information über Bauphasen, Einschränkungen und eventuelle Verlagerungen, um Planungssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Ein Großteil der Händler spricht sich dafür aus, auch künftig möglichst am bisherigen Standort zu bleiben. Besonders der Marktplatz selbst sowie die Lange Straße werden als bevorzugte Flächen genannt. Die Nordstraße hingegen wird aufgrund ihrer geringen Breite und geringeren Frequentierung als weniger geeignet eingeschätzt.
Im Rahmen der Neugestaltung sollte der Marktbereich möglichst offen und flexibel gestaltet werden, so der Wunsch der Marktgilde. Derzeit würden Mauern, Barrieren, Laternen und zahlreiche Radabstellanlagen teilweise das Aufstellen der Stände sowie das Rangieren der Verkaufsfahrzeuge erschweren. Gewünscht wird ein aufgeräumtes Erscheinungsbild mit ausreichend Abständen zwischen festen Mobiliar-Elementen, damit Markt- und Rettungsfahrzeuge problemlos passieren können.
Da Laternen aktuell häufig als Fahrradabstellplätze genutzt werden, entstehen zusätzliche Engstellen. Hier sollte bei der Planung berücksichtigt werden, wie Konflikte zwischen Marktflächen und Radverkehr vermieden werden können.
Unterirdische Stromkästen werden grundsätzlich begrüßt, sofern deren dauerhafte Funktionsfähigkeit gewährleistet ist und sie sich auch bei Kälte oder Nässe problemlos öffnen lassen. Wasseranschlüsse sind aus Sicht der Marktgilde wünschenswert, jedoch nicht zwingend erforderlich.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zufahrt: Derzeit ist diese von allen Seiten möglich und wird – auch aus logistischen Gründen – so genutzt. Dies sollte auch künftig berücksichtigt werden, da einzelne Händler frühzeitig abreisen müssen, um weitere Märkte zu erreichen. Hintergrund: bei einer Neugestaltung der Innenstadt würde nach aktueller Lage auch ein neues Sicherheitskonzept zur Anschlagsprävention umgesetzt werden müssen, das die bisher freie Zufahrt zum Marktgelände einschränken könnte. Im Rahmen eines Sicherheitskonzeptes wird deshalb angeregt, versenkbare elektronische Poller vorzusehen, die flexible Zufahrtsregelungen ermöglichen.
Beim Bodenbelag sei auf eine belastbare, marktgeeignete Oberfläche zu achten, die auch Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen trage. Bestimmte Materialien wie Sandstein werden aus praktischen Gründen als problematisch angesehen.
Die Deutsche Marktgilde begrüßt ausdrücklich, dass der Wochenmarkt im Planungsprozess berücksichtigt wird und in den Austausch eingebunden ist. Ziel ist es, die Multifunktionalität der Innenstadt zu stärken, Barrierefreiheit zu verbessern und gleichzeitig gute Rahmenbedingungen für einen attraktiven und wirtschaftlich tragfähigen Wochenmarkt zu schaffen. Die anstehende Sanierung sei eine langfristige Investition in die Zukunft der Innenstadt. Der Wochenmarkt will diesen Prozess konstruktiv begleiten und seine Erfahrungen aus der Praxis einbringen – damit die Innenstadt auch künftig ein lebendiger Ort für Handel, Begegnung und regionalen Einkauf bleibt.
Das ist ein Scherz
Und wie soll die Ware zum Verkauf angeboten werden?
Die damaligen Vertreter derMarktgilde haben diese Punkte bereits in den ISEK Workshops vorgebracht und haben viel Zustimmung bekommen. Ich freue mich, dass die Marktgilde dies wieder in Erinnerung bringt.
Das sich viele bei den Planungen zur Renovierung der Innenstadt beteiligen wollen ist generell löblich.
Besser als ein Plan, der hinter verschlossenen Türen erstellt wird. Bei einem solchen vorgehen werden aufgrund der schlechten Erfahrungen mit vorangegangenen Baustellen (Barnekreisel, Spielplatz mit Sonnensegel auf dem Barneplatz, Nordstraße an der Stadtschule) entstehen Befürchtungen, dass es mit der Fußgängerzone ebenfalls Problematisch wird.
Die Angst, wie in der Barne, einen neuen „schicken“ Betonplatz zu erhalten verstärkt sich bei mir, wenn ich von den wünschen der Marktgilde nach einem Platz lese, der von LKW / großen Fahrzeugen leicht zu befahren sein soll und Platz zum rangieren (Stichwort Straßenveleuchtung und Bänke) bieten soll.
Der Wunsch danach ist aus Sicht der Marktgilde absolut verständlich. Für mich als jemandem der die kleinen Gassen und schön gestalteten Plätzen mag (dazu zählt auch der umfasste Bereich vor der Stadtkirche auf dem auch immer unser schöner Weihnachtsmarkt stattfindet) wird unwohl bei solchen Forderungen und in meinem Kopf taucht das Bild einer Ebenen versiegeln Fläche zwischen den Geschäften auf, die – sollte kein Markttag sein – leer und öde ist.
Bitte nicht!
Die ganze Diskussion ist so vollkommen lächerlich.
Neben dem Aldi (In den Ellern) ist eine riesige Fläche frei, wo ab und an vollkommen sinnbefreit und auch noch tierschutzwohl-beeinträchtigend irgendwelche Zirkusse durchgeführt werden.
Genau dort könnte man für einen Übergangszeitraum eine große Parkfläche errichten und jedem Einzelhändler aus der Innenstadt eine Fläche zuteilen.
Damit hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Einzelhändler gehen nicht pleite, weil sie einen Ausweichplatz bekommen, an dem es sogar noch geeignete Parkplätze gibt.
Man gewinnt Zeit, den Innenstadt-Ausbau ohne Hektik sinnvoll durchzuführen.
Ob die Einzelhändler dann noch überhaupt zurück wollen, ist eine andere Frage.
Aber dieses Konzept würde die Möglichkeiten erweitern.