
Wunstorf/Bokeloh (red). Zum Neustart in die Hallenbadsaison im vergangenen Jahr war noch nicht klar gewesen, ob es in diesem Jahr wieder den von früher gewohnten Parallelbetrieb von Freibad und Hallenbad würde geben können. Nun steht fest: Das „Elements“ wird in den Sommermonaten nicht für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Bäderbetriebe werden sich auf das Freibad Bokeloh konzentrieren. In einem knappen Monat, am 14. Mai, wird der letzte Tag sein, an dem das Hallenbad allgemein geöffnet hat.
Am Folgetag, dem 15. Mai, ist dann die Eröffnung der Sommerbadesaison im Freibad Bokeloh. Das Wunstorf Elements bleibt aber in Betrieb, damit Vereine und Schulen dort weiterhin ein Badeangebot vorfinden. Die Einschränkung hat personelle Hintergründe: Für den Betrieb für Vereinsschwimmen oder das Schulschwimmen wird weniger ausgebildetes Fachpersonal im Hallenbad benötigt, als wenn dieses für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich wäre.
Deshalb wird der Fokus ansonsten ganz aufs Freibad gelegt: „Um dort ein verlässliches, qualitativ hochwertiges Badeangebot sicherzustellen, wird der Betrieb der Bäder standortübergreifend entsprechend angepasst“, heißt es von den Bäderbetrieben Wunstorf.

Die Personaldecke ist trotz Neueinstellungen im vergangenen Jahr weiterhin knapp: Unvorhergesehene Schließungen will man nicht mehr riskieren und baut deshalb von vornherein eine Personalreserve ein – eben zulasten des allgemeinen Hallenbadbetriebs. „Personelle und organisatorische Ressourcen“ werden beim Freibadbetrieb gebündelt, heißt es.
Das Hallenbad geht deshalb mit der Freibadöffnung für die Öffentlichkeit direkt in die Sommerpause, bis das Freibad nach dem 20. September wieder schließt.
Letzter Tag Hallenbadöffnung: 14. Mai 2026
Erster Tag Freibadöffnung: 15 Mai 2026
Letzer Tag Freibadöffnung: 20. September 2026
Erster Tag Hallenbadöffnung: 22. September 2026
Für Schulen und Vereine ändert sich weniger, das Hallenbad bleibt für sie auch nach dem 14. Mai geöffnet. Erst im Juli wird das Hallenbad dann komplett gesperrt für die üblichen Revisionsarbeiten. Den gesamten Juli über bleibt das Elements zu. Danach dürfen die Vereinssportler dort ab dem 3. August wieder ins Wasser, das Schulschwimmen beginnt wieder ab dem 17. August.
Im vergangenen Jahr, während der dauerhaften Einschränkungen im Hallenbad, hatten vor allem Vereine und Sportangebote ebenfalls das Freibad nutzen müssen – was wiederum Einschränkungen für den sonstigen öffentlichen Badebetrieb mit sich brachte. Beispielsweise wurde dann das Springerbecken in Bokeloh für Wassersportkurse genutzt.
Ab dem 22. September, nachdem die Freibadsaison beendet ist, steht das Hallenbad dann wieder allen Badegästen zur Verfügung.
Überschneidungen gibt es im Übrigen nicht, das Freibad Bokeloh öffnet in diesem Jahr wieder im gewohnten Turnus. Im vergangenen Jahr war das Freibad sogar schon zum 1. Mai in Betrieb gegangen. Das jedoch war eine Ausnahme angesichts der besonderen Situation rund ums Hallenbad. Die Freibadsaison dauert damit wieder rund vier Monate.
Wunstorf schafft es nicht ausreichendes Personal für den laufenden Betrieb des Hallenbades sicherzustellen aber traut sich zu, das selbe Bad für 50 Mio plus X in ein erfolgreiches Spassbad umzuwandeln? Und das in einem Stadtteil, in dem politisch/ideologisch forciert der Autoverkehr eingeschränkt wurde? Mit anderen Worten: Kein Personal und nur Badegäste, die mit dem Fahrrad kommen. Hört sich vielversprechend an.
Ok, die Auepost bzw. vor allem die Stadtverwaltung unter Piellusch hat schon wieder komplett meinen Humor getroffen.
Ein Städtchen wie Wunstorf hat vier relevante Badeorte:
Wunstorf Elements, Freibad Bokeloh, NaturErlebnisBad Luthe und Badeinsel Steinhude.
Im einzigen Hallenbad, dem Elements haben wir 2 Becken und im Freibad Bokeloh 3 Becken.
Diese beiden Bäder müssen trotz Neueinstellung in 2025 bereits jetzt gegeneinander priorisiert werden, weil zu wenig Personal da ist. Daher wird das Hallenbad Elements für die Öffentlichkeit am 14.05.2026 geschlossen (!), um das Personal in Bokeloh zu konzentrieren.
In offensichtlicher Verkennung der Realität wird nun geplant, bis 2030 das Wunstorfer Elements um 5 auf 7 (!) Becken zu erweitern und das mit der Peanuts-Summe von 39,5 Millionen Euro netto (!).
Ich habe keine Idee, wie man auf die Idee kommen kann, wenn man schon 2 Becken des Elements aus Personalmangel nicht bewirtschaften kann, dieses Bad um 5 Becken erweitern zu wollen.
Der geplante Ausbau des Wunstorf Elements ist nicht nur eine Bau- und Finanzfrage, sondern vor allem eine Betriebs- und Personalfrage. Genau dort liefert die aktuelle Lage 2026 genügend Gründe, das ganze Projekt in Frage zu stellen.
1. Schon heute reicht das Personal nicht für den Parallelbetrieb.
Ab 15. Mai 2026 wird das Hallenbad für die breite Öffentlichkeit geschlossen,
damit der Freibadbetrieb in Bokeloh personell abgesichert werden kann. Vereine und Schulen dürfen weiter hinein, weil dafür weniger ausgebildetes Fachpersonal benötigt wird.
Die Bäderbetriebe räumen laut Bericht selbst ein, dass die Personaldecke trotz Neueinstellungen weiterhin knapp ist und bewusst eine Reserve eingeplant wird.
2. Der Ausbau vergrößert den Personalbedarf deutlich, statt ihn zu senken.
Die Weiterentwicklungsplanung sieht künftig deutlich mehr Nutzungsbereiche vor als heute, darunter Sportbad, Freizeitbereiche, Kurs-/Variobecken sowie Kinder- und Außenbereiche. Ein größeres und komplexeres Bad braucht im Regelfall mehr Aufsicht, Technik, Reinigung, Vertretung und Organisation.
Das ist der zentrale betriebliche Schwachpunkt des Projekts.
3. Für den Bau gibt es einen Kostenrahmen, aber öffentlich keinen gleich starken Personalnachweis.
Für den Umbau wird mit rund 39,5 Millionen Euro geplant. Öffentlich sichtbar ist auch, dass weiter Personal gesucht wird, darunter Fachangestellte für Bäderbetriebe, Rettungsschwimmer und Auszubildende. Aber ein belastbarer, veröffentlichter Plan, wie bis zur geplanten Eröffnung 2030 dauerhaft genug Fachkräfte gewonnen und gehalten werden sollen, ist nach außen nicht in gleicher Klarheit erkennbar.
4. Das eigentliche Risiko liegt damit im späteren Dauerbetrieb.
Ein modernes Bad kann gebaut werden. Die entscheidende Frage ist aber, ob es danach auch voll,
verlässlich und dauerhaft betrieben werden kann. Wenn 2026 nicht einmal Hallenbad und Freibad gleichzeitig für die Allgemeinheit stabil offen gehalten werden können, ist Skepsis berechtigt, ob ein noch größeres Bad 2030 personell sicher betrieben werden kann.
–> „Wer 39,5 Millionen Euro in den Ausbau investiert, muss nicht nur den Bau finanzieren, sondern auch den späteren Betrieb absichern. Solange schon heute das Personal nicht reicht, um Hallenbad und Freibad parallel für die Öffentlichkeit offenzuhalten, fehlt mir der belastbare Nachweis, dass ein noch größeres Bad ab 2030 dauerhaft betrieben werden kann.“
ich kotze!
es ist nur noch lächerlich, vermutlich habeb wieder welche der neu eingestellten gekündigt, würde mich auch nicht wundern. jeden Monat gibts etwas was das bisher dagewesene noch toppt. langsam muss sich was ändern sonst gehen wir unter….
Macht doch endlich das Bad komplett zu!!! Und wenn nur Vereine und Schulen das Bad nutzen können, sollen diese auch bitte dafür bezahlen und nicht nur der Steuerzahler.
Wer ist den der Träger der Schule?!
>>Genau deswegen<< macht man doch das ganze Theater, um den Bürger in den maximalen Verdruss und solche Trotz-Reaktion zu treiben.
Fazit: Läuft!
Das ist ein guter Punkt. Wo grenzen wir Vereine, Schulen und den Rest der Gesellschaft gegeneinander ab.
Im Hallenbadfall wird der unmittelbare Zugang des einzelnen Bürgers zurückgenommen und durch gruppengebundenen Zugang ersetzt.
In der Hauskauf-Debatte erscheint dieselbe Struktur auf anderer Ebene:
Nicht mehr nur das Recht des einzelnen und der freie Vertrag stehen im Vordergrund, sondern eine vorgelagerte Bewertung, ob jemand als unbedenklich oder zulässig gilt.
Ähnliche Tendenzen sieht man auch überall dort, wo politische Zugehörigkeit oder weltanschauliche Einordnung darüber mitentscheiden sollen, wer Zugang zu Vereinen, Berufen oder öffentlicher Teilhabe erhält.
Immer läuft es auf dasselbe hinaus:
Zwischen Bürger und Ressource wird eine Kontrollinstanz geschoben.
Das wird sprachlich mit Demokratie, Gemeinwohl oder Schutz begründet.
Praktisch bedeutet es:
Zugang gibt es immer weniger aus freiem Recht,
sondern immer mehr nur noch nach Einordnung, Vorprüfung und institutioneller Einbindung.
Genau darin liegt die Parallele.
Die Wunstorfer Bäderbetriebe sind einzigartig in Niedersachsen, sie haben ein Hallenbad mit 50m Becken zur Verfügung und wissen nichts damit anzufangen.
Guten Tag auch.
Die Argumentation hat einen eigentümlichen Charme:
Um den Freibadbetrieb zu gewährleisten, wirft man das Hallenbad für die breite Öffentlichkeit ab.
Das ist dieselbe Logik, nach der man den Nahverkehr stärkt, indem man Straßen sperrt, oder vegane Ernährung fördert, indem man Fleisch verteuert.
Findet beides ja zum Glück nicht statt.
Statt das gewünschte Angebot besser zu machen, wird einfach das andere unattraktiver oder unzugänglich gemacht. Vor kurzem war noch vom großen Zukunftsprojekt am Elements die Rede, jetzt bleibt davon vor allem Personalmangel und Ausschluss der Allgemeinheit. Das ist kein schlüssiges Bäderkonzept, sondern ein Dauertheater mit immer neuen Begründungen.