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4 Jahre Auepost

Redaktionsblog

Die Auepost ist nun schon vier Jahre alt. Im Juni 2016 startete sie als Onlinezeitung unter auepost.de. Damals wussten wir noch nicht, wo die Reise hingehen würde. Weder dass wir seit Herbst 2019 auch als Printversion erscheinen noch dass wir einmal zum Meinungsführer in unserer Stadt werden würden – die Diskussionen zu den unterschiedlichsten Themen konzentrierten sich inzwischen meist auf den Kanälen der Auepost. Wer etwas zu sagen hat, wird hier gehört. Das bringt ganz neue Verantwortungen mit sich, wie sich beispielsweise jüngst herausstellte, als wir mit einer unbedachten Veröffentlichung für unseren ersten Shitstorm sorgten: Das Zeigen des erstbesten generischen Fotos eines Mädchens mit Maske in Kombination mit den aktuellen COVID-19-Zahlen in der Region – in der Form, wie wir typischerweise Daten für z. B. Facebook aufbereiten – ließ viele denken, dass wir damit eine bestimmte Aussage treffen wollten. Statt zur Diskussion über das Thema anzuregen, wurde die Auepost nun selbst zum Ziel der Diskussion.

Aber eine große Reichweite hat natürlich auch Vorzüge. Besonders dann, wenn sie dazu führt, dass die Welt ein Stückchen besser wird. In der Mai-Auepost stellten wir in der Serie „Intime Einblicke“ Susanne Borchers vor, die einer schweren Erkrankung trotzt und in Corona-Zeiten dennoch viel für andere tut, indem sie von zu Hause Behelfsmasken näht, aber auch ansonsten für karitative Zwecke schneidert. Doch als sie kurz darauf eine Stickmaschine benötigte, das Geld jedoch fehlte, verbreiteten wir ihre Bitte um Hilfe zur Anschaffung oder Leihgabe einer solchen Maschine. Ronny Neitzel aus der Facebook-Gruppe „Mein Wunstorf“ sah den Beitrag, teilte ihn ebenfalls und initiierte ad hoc eine Spendensammlung, noch ehe wir selbst etwas Entsprechendes in die Wege leiten konnten. Innerhalb kürzester Zeit war das Geld für den doppelten guten Zweck zusammen. Susanne Borchers bekam ihre Stickmaschine, und vielen anderen werden ihre Nähspenden weiterhin Nutzen bringen und Freude bereiten.

Corona-InfoDass wir mitten in einer Pandemie einen Redaktionsalltag am Laufen halten und das Geschehen begleiten würden, hätten wir vor vier Jahren auch nicht geglaubt, wenn es uns jemand prophezeit hätte. Oder dass der Aprilscherz, mit dem wir 2019 Bokeloh für einen Tag zum Bahnknotenpunkt werden ließen, quasi bald schon Wirklichkeit werden würde – und Wunstorf jahrzehntelange Wassertransporte über die Kleinbahnstrecke bevorstehen. Bekannt war das eigentlich schon länger, doch erst als wir das Thema aufgriffen und die möglichen Auswirkungen in den kommenden Jahren auf Wunstorf skizzierten, kam erstmals überhaupt eine breite öffentliche Debatte zustande.

Wir sind froh, dass sich eine große Anzahl von Autoren und Fotografen so sehr für die Auepost und damit für die kulturelle Vielfalt in Wunstorf engagieren und zum Gelingen des Stadtmagazins beitragen. Wir sind uns sicher: Auch im 5. Jahr wird wieder vieles passieren – und wir werden uns weiter für Wunstorf und seine Menschen einsetzen, alte und neue Geschichten ausgraben und dabei die Dinge mit dem nötigen kritischen Blick betrachten.

Dieser Text erschien zuerst in Auepost 06/2020.

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