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Baustelle Stadtschule: Bekommt die Stadt die Verkehrssicherung nicht in den Griff?

16.09.2022 • Daniel Schneider • Aufrufe: 754

Die Baustelle auf dem Gelände der Wunstorfer Stadtschule ist ungenügend gesichert – obwohl ständig Kinder in der Nähe spielen. Ein Anlieger, der das nicht länger mitansehen will, hat nun die übergeordneten Behörden eingeschaltet.

16.09.2022
Daniel Schneider
Aufrufe: 754
Stefan Menz sorgt sich um die Verkehrssicherheit | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Stefan Menz reicht es: Der Eigentümer von zwei Häusern direkt gegenüber der Stadtschule unterhält dort auch seine Büroräume und beobachtet wiederholt Verstöße gegen die Verkehrssicherungspflichten der Baustelle. Dazu kommt persönlicher Ärger über die Art der Bauführung: Den Toilettenwagen der Baustelle wortwörtlich direkt vor der Nase zu haben ist die eine Sache, eine andere, wenn Lastwagen die Grundstückszufahrten blockieren, gar Baumaterialien in der Anliegerstraße zwischenlagern und sich sogar Risse in der Hausfassade bilden.

Einen Schritt zum Abgrund

Doch für akut gefährlich hält Menz einen Umstand, der die Allgemeinheit betrifft: Auf der Baustelle befindet sich unter anderem ein großes Erdloch für den Zugang zu Rohrleitungen, das ohne weitere Sicherung steil abfällt. Direkt in der Nähe, an der Wasserpumpe des alten Barfußpfades, würden aber weiterhin oft Kinder spielen, in Sprungweite zu der ungesicherten Grube. „Ständig“ beobachte er dort Kinder, so Menz. Und auch auf der Baustelle selbst seien immer wieder Jugendliche unterwegs. Denn die Baustelle sei während arbeitsfreier Zeiten nicht durchgehend umschlossen: Die Baustellzufahrt stünde immer wieder offen, berichtet Menz.

Aus der Entfernung unscheinbar, doch hier geht es steil hinab | Foto: Daniel Schneider
Tückisch: Der ehemalige Haupteingang zum Bürgerpark führt nun direkt in die Baustelle | Foto: Daniel Schneider

Stefan Menz drängte die Verwaltung so lange, bis diese sich am 1. September mit ihm vor Ort getroffen hatte: Bei dem Termin mit Architektin und Bürgermeister wurde die Situation besprochen. Menz lobt ausdrücklich den Einsatz des Bürgermeisters, der auch später noch „persönlich mit Gummistiefeln“ über die Baustelle gelaufen sei, um sich die Sache anzusehen. Doch geschehen sei seitdem nichts, die Gefahren bestünden nun auch nach weiteren 14 Tagen unverändert fort. Die Baustelle sei nachts weiterhin öffentlich zugänglich, die Zufahrt werde nicht gesichert.

Stadt dementiert Untätigkeit

Hat die Stadt seitdem wirklich nichts getan, ist man untätig geblieben? „Nein“, widerspricht Stadtsprecher Alexander Stockum auf Nachfrage der Auepost. Man habe seitdem Unterrichtungen vorgenommen, auch die Bauleitung explizit informiert, damit diese Gefahren abgestellt werden. Wenn sich dennoch nichts ändere, werde man nun in einem nächsten Schritt Verwarngelder verhängen müssen. Die Verkehrssicherungspflicht treffe letztlich die Stadt als Bauherr, bestätigt Stockum, man sei in der Verantwortung. Menz habe Recht, wenn er eine ungenügend gesicherte Baustelle bemängele.

Doppelrolle: Die Stadt ist als Bauträger des Umbaus der Stadtschule zur Ganztagsschule für die Baustelle verantwortlich, muss andererseits aber z. B. auch die Einhaltung der Verkehrssicherungspflichten als Aufsichtsbehörde kontrollieren - sich also selbst kontrollieren. Die Stadtschule wird derzeit mit einem Erweiterungsbau zur Ganztagsschule umgewandelt. Die Bauarbeiten sollen noch etwa bis Mitte 2023 andauern. 
Zugängliche Baustelle in der Nacht | Foto: privat
Doppelte Zäune, aber kein echtes Hindernis | Foto: privat

Ein zusätzlicher Bauzaun im Bereich der Wasserpumpe soll es nun richten und den Weg von der Wasserpumpe zum Baustellenbereich weiter abschirmen. Menz ist jedoch skeptisch, ob allein die Anzahl der Zäune das Problem lösen wird, vor allem wenn Lücken bleiben, die keine große Hürde für spielende Kinder darstellten. „Man muss das auch kontrollieren“, so der Anlieger, der inzwischen eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht und die übergeordneten Stellen eingeschaltet hat. So wird sich nun nicht nur die Stadt Wunstorf, sondern auch die Bauaufsicht der Region Hannover weiter mit dem Fall beschäftigen.

von Daniel Schneider
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