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Hölty-Gymnasium kann dank Spenden ärmeren Schülern iPads zur Verfügung stellen

25.05.2023 • Daniel Schneider • Aufrufe: 1278

Auch Kinder aus ärmeren Familien können am Hölty-Gymnasium nun ein eigenes Tablet nutzen – wo es ab dem Jahrgang 7 zum regulären Schulalltag gehört. ChatGPT musste auf den Geräten bislang nicht gesperrt werden …

25.05.2023
Daniel Schneider
Aufrufe: 1278
Matthias Fenske (Stadtsparkasse), Dr. Robert Conrad, Jobst Heizmann (Hölty-Gymnasium), Frank Wiebking (Stadtsparkasse), Heinrich Wieck (Fördervereinsvorsitzender), Dr. Michael Ott und Wolfgang Schulz (Lions Club Steinhuder Meer) mit den neu angeschafften Apple-Equipment | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Am Hölty-Gymnasium gibt es seit 2020 sogenannte Tablet-Klassen: Apples iPad wird dabei in Klassen des 7. und 8. Jahrgangs als primäres Unterrichtsmittel eingesetzt – Schnellhefter und Papier sollen keine wesentliche Rolle mehr spielen. Finanziert werden die iPads samt Zubehör wie Hüllen, Tastatur, Stifte oder Versicherung jedoch von den Eltern der Schüler selbst. Das überfordert die finanziellen Möglichkeiten einiger Familien: für die Anschaffung sind mindestens etwa 700 Euro aufzubringen.

Um hierfür eine Lösung zu finden, sind die Schulen bislang auf sich gestellt. Unterstützung kam nun von der Stadtsparkasse, dem Lions Club und vielen privaten Spendern: 3.500 Euro gab das Finanzinstitut, 1.650 Euro der Service-Club am Steinhuder Meer – und 68 Einzelpersonen spendeten im Schnitt rund 34 Euro über die Plattform betterplace.org, so dass auch hier noch einmal 2.340 Euro zusammenkamen.

3 von 160 Schülern

Mit der Gesamtsumme von rund 7.500 Euro werden nun für das kommende Schuljahr 7 neue iPads der 10. Generation inklusive Schutzhülle samt Tastatur, Apple-Pencil und 6-jähriger Geräteversicherung angeschafft. Die Schule hatte vorher in Erfahrung gebracht, wie viele der Schüler im nächsten Schuljahr auf diese Form der Unterstützung angewiesen sein würden – für 3 von 160 Schülern wird zunächst ein gesponsertes iPad benötigt. Das sei weniger als zunächst erwartet, sagte Schulleiter Jobst Heizmann.

Die Schüler erhalten damit die Möglichkeit, das Gerät so zu nutzen, als wäre es ihr eigenes. Auch aktuell verfügen einige Schüler über kein eigenes iPad – sie bekommen von der Schule bislang deswegen Leihgeräte zur Verfügung gestellt. Auch als Ersatzgeräte können die nun angeschafften Tablets dienen, wenn die eigentlichen Geräte der Schüler z. B. einen Defekt haben.

„fast schon entwürdigend“

Heizmann dankte im Namen des Fördervereins, über den die Spende zur Verfügung gestellt wird, allen Sponsoren. Die Landesregierung habe zwar angekündigt, dass künftig jeder Schüler in Niedersachsen ein Tablet finanziert bekäme, doch wann und wie das geschähe, sei unklar. Mit den jetzt angeschafften Leihgeräten sei erst einmal „die Kuh vom Eis“. Stadtsparkassenvorstand Frank Wiebking pflichtete bei, dass es keine Dauerlösung sein könne, Lehrmittel von Spendenaufkommen abhängig zu machen, was Heizmann wiederum unterstrich: Das Werben um Spendensammlung zur Unterrichtsausstattung sei „fast schon entwürdigend“. Für Lions Club und Sparkasse war es jedoch keine Frage, nun akut zu helfen.

Dr. Robert Conrad hob hervor, dass das Engagement aus der Elternschaft funktioniere: Die Einzelspenden waren anonym, doch es wird angenommen, dass sie zum Großteil von den Eltern der Hölty-Schüler kamen. Auch einige Lehrer hatten gespendet.

ChatGPT für die Klassenarbeit?

Elektronische Medien im Unterricht werfen dabei ganz neue Fragen auf: Dr. Michael Ott wollte vom Schulleiter direkt wissen, ob ChatGPT auf den Tablets gesperrt sei. Johanna aus dem 8. Jahrgang, die für die Schülerzeitung ebenfalls beim Pressetermin anlässlich der Leihgeräteanschaffung dabei war und ihr eigenes iPad just vor sich liegen hatte, konnte das direkt dementieren.

Bei Klassenarbeiten schummeln könne man auf diese Weise jedoch nicht, beruhigte Heizmann den Lions-Club-Präsidenten. Solche Betrugsversuche fielen schnell auf. Auch beim Hölty-Gymnasium wird man sich mit diesem Aspekt der modernen Unterrichtsgestaltung jedoch künftig wohl vermehrt auseinandersetzen müssen – sofern das unterdimensionierte WLAN im Schulgebäude die Internetnutzung überhaupt zulässt.

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