Wunstorfer Auepost
[Anzeige]

Menschenkette ums Rathaus aus Protest gegen „Montagsspaziergänge“

16.01.2022 • Daniel Schneider • Aufrufe: 2725

Am Montagabend soll eine große Menschenkette um das Wunstorfer Rathaus gebildet werden – und damit ein Zeichen gesetzt für den Schutz der Demokratie und gegen die Aktivitäten aus der Querdenker-Szene.

16.01.2022
Daniel Schneider
Aufrufe: 2725
Mahnwachengegenprotest
Protest gegen „Mahnwache“ in Wunstorf: Slogans auf dem Marktplatz (Archiv) | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Am Montagabend soll sich Widerstand ausdrücken gegen die zuletzt zahlenmäßig wachsenden „Montagsspaziergänge“ in Wunstorf. Von 17.30 Uhr an will man für etwa eine halbe Stunde Präsenz zeigen ums Rathaus – als ein Symbol der Demokratie –, indem eine Menschenkette um das Gebäude gebildet wird.

Angestoßen wurde die geplante Kundgebung von einer Gruppe von 10 Wunstorfern, die sich bereits in der Vergangenheit kritisch mit den Teilnehmern der „Mahnwache“ auseinandersetzte. Bislang hatte man den Gang in die Öffentlichkeit gemieden, um den „Spaziergängern“ und „Mahnwachenden“ keine Plattform zu bieten und keine zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Protestierenden zu lenken. Mit einer Ausnahme: Einmal war aus den Reihen der jetzigen Organisatoren die Mahnwache verhindert worden, indem man einfach selbst eine Versammlung angemeldet hatte.

Spontane Reaktion auf wachsende Zahl der „Spaziergänger“

Die Idee zur Rathausumrundung in Wunstorf sei spontan entstanden – als Vorbild hatten vergleichbare Aktionen in anderen Städten gedient, erzählt Daniela Helbsing, die gemeinsam mit Marco Skoufis, Birgit Steigert und Majid Atris nun zur Bildung der Menschenkette aufgerufen hat. „Wunstorf zeigt Gesicht – gegen Hetze und für die Dauemokratie“ lautet das Motto.

„Wir geben Wunstorf nicht her“

Mitorganisatorin Daniela Helbsing

Denn obwohl etwa die Teilnehmer der Mahnwachen in der Vergangenheit stets betonten, nicht dem rechtsradikalen Spektrum anzugehören, sehen das die Organisatoren differenzierter: Nicht alle, die sich am Coronaprotest beteiligen würden, wären radikal, aber manche würden auch gar nicht bemerken, dass sich verfassungsfeindliche Äußerungen unter dem Deckmantel der Coronakritik lediglich tarnen würden. „Die, die sich an die Corona-Regeln halten, sind auch genervt“, sagt Helbsing, aber das sei kein Grund für verfassungsfeindliche Aktivitäten. Es gehe auch nicht darum, die Querdenker zu provozieren, sondern darum, selbst ein Zeichen zu setzen für demokratischen Zusammenhalt in der Pandemie, denn diese könne man nur gemeinsam bewältigen.

Dass man mit der Menschenkette nun auch wieder die Aufmerksamkeit auf die Montagsspaziergänge lenke, dessen ist man sich bewusst. Doch es gehe darum, diesen Demonstranten nicht das Feld in Wunstorf zu überlassen, sagt Helbsing. Zumindest mit einer einmaligen Aktion sollte gezeigt werden, dass die Mehrheit in Wunstorf anders denkt: „Wir geben Wunstorf nicht her“, so die SPD-Kommunalpolitikerin. Man sei nicht bereit, sich von den Querdenkern überrollen zu lassen.

Polizei sichert die Menschenkette

Auch wenn keine Provokation beabsichtigt ist, reichte offenbar allein der Aufruf zur Menschenkette aus, dass sich die „Spaziergänger“ provoziert fühlten: Helbsing erhielt offene Drohungen als Reaktion auf ihr Engagement. Da die „Spaziergänge“ in Wunstorf unangemeldet stattfinden, ist nicht ausgeschlossen, dass beide Aktionen am Montagabend aufeinandertreffen. Die Organisatoren der Menschenkette rechnen zwar nicht mit einer Konfrontation – die Polizei bereitet sich dennoch darauf vor, die Demonstration entsprechend abzusichern.

40 Menschen würden ausreichen, um das Rathaus inklusive Corona-Abstand umrunden zu können – Helbsing rechnet mit mindestens 100 bis deutlich mehr Teilnehmern. In diesem Falle würde das Rathaus mehrmals eingekreist werden. Der nötige Infektionsschutz-Abstand soll mit Hilfe von Schals oder Flatterband zwischen den Teilnehmern sichergestellt werden. Ob es eine Fortsetzung geben wird, ist noch nicht ganz entschieden. Zumindest an diesem Montagabend soll die Menschenkette aber auf jeden Fall zustande kommen. Es soll das Zeichen ausgesandt werden, dass die Wunstorfer die Demokratie in ihrer Stadt schützen.

von Daniel Schneider
[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Hoffe die menschenkette hat zwischen den Menschen einen 1,5m Abstand

    • Bruns sagt:

      Wenn mann den Artikel aufmerksam gelesen hätte, kann mann davon ausgehen, dass der Organisator Vorkehrungen getroffen hat. Es wurd ja klar erläutert, wie die Abstandsregeln eingehalten werden.

  • Grit D. sagt:

    Eine mir ausgesprochen sympathische Aktion, die da durchgeführt wird!

    Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass Menschen demonstrieren, die den Maßnahmen rund um das Pandemiegeschehen gegenüber kritisch eingestellt sind.
    Das ist deren verbrieftes Recht und soll es auch bleiben.

    Dass Rechtspopulisten und Gläubige von abstrusen Verschwörungstheorien diese Demonstrationen, Spaziergänge oder wie auch immer benannt dazu missbrauchen, ihr krusches Gedankengut unter das Volk zu bringen, lässt mir „den (meinen) Kamm schwellen“!

    Sehr gut, dass diesen mir höchst suspekten Menschen unserer kleine Stadt nicht überlassen werden soll.
    Und da kann ich auch gut mit leben, dass diesen Leuten eine Plattform geboten wird.

  • Grit D. sagt:

    Eine wichtige und gute Aktion!

    Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Unzufriedenheit mit den Maßnahmen rund um die Pandemie zum Ausdruck gebracht wird.

    Was mich hingegen mächtig ärgerlich macht, ist, dass diese Demonstrationen, Spaziergänge- oder wie auch immer benannt- von vorzugsweise rechtspopulistischen Kräften und Gläubigen kruscher Verschwörungstheorien missbraucht werden, um ihr nicht minder krusches Gedankengut unter das Volk zu bringen.

    Diesen mir höchst suspekten Menschen auch unsere kleine Stadt zu überlassen:
    no go!

  • Dieter sagt:

    So einfach kampflos kann man Wunstorf natürlich nicht den Nazi`s überlassen. Eher den Rot-Rot-Grünen Marxisten. Diese beiden Gruppierungen werden es schon schaffen, nicht nur unser Land, nein, am Ende auch kleine Städte wie Wunstorf, letztendlich zu erledigen.

    Das ist nicht mehr mein Land, in dem ich mich wohlgefühlt habe und das Arbeiten – und ja, auch das Leben Spass machte. Als wir selbst entschieden, ob wir den Rasen betreten.
    Ich erinnere mich noch, in den 70er Jahren war mal das Steinhuder Meer zugefroren. Wir sind mit dem Auto drauf gefahren und haben die tollsten Kreisel gedreht. Teilweise kam man sich vor wie in einer Zentrifuge – aber es war schön, einfach nur schön.

    Die heutige Jugend „scheisst“ sich beim geringsten Anlass in die Hose und läuft weg. Was ist aus diesem Volk bloß geworden, mit inzwischen über 85% durchverblödeten Lemmingen oder Schafen?

    Die Natur ist unser Freund und ohne diese Freunde können wir nicht leben?
    Momentan versucht die Natur jedenfalls mit allen Naturgewalten, die Menschen von dieser Erde zu entfernen.

    • Bernd-Michael Rosenbusch sagt:

      Wie immer fängt der Kopf von oben an zu stinken. Das trifft auch auf unsere Jugend zu (Gott sei Dank nicht alle). Wenn dumme Eltern, dumme Kinder erziehne, die wiederherum von dummen Lehrern ausgebildet werden und ansonsten den ganzen Tag in den Souialen Medien unterwegs sind, muss man sich über die Verblödung nicht mehr aufregen.Es wird nach mehr Kinder- und Jugendhilfen geschrien, als gäbe es kein Morgen. Dabei wird und wurde außer Acht gelassen, dass auch Erzieher, Eltern und Lehrer eine verantwortungsvolle Aufgabe haben, aus unseren Kindern verantwortungsvolle Bürger zu machen.Wenn diese Kinder dann endlich mal erwachsen werden, sind viele leider nicht in der Lage ihr Leben in den Griff zu kriegen und folgen jedem Hinlosen Idioten, die sich auch inunserer allen verantwortungslosen Medien widerspiegeln. Solange es wichtiger ist, gewisse Likes zu haben und es in ist, wenn man das Leid anderer auf You tube etc. ins Netzt stellt,kann man nur sagen: Gute Nacht Deutschland.
      Leider muss man eine zunehmende Verrohung unserer Gesellschaft feststellen.Recht und Ordnung sind nur etwas für andere, man selber nimmt sich Rechte heraus, die einem normalerweise nicht zustehen.
      Es wäre gut für unsere Gesellschaft, Kinder- und Jugendarbeit nicht nur mit Geld zuzuschaufeln, sondern auf die Qualität dieser Arbeit zu sehen. Gott sei Dank gibt es auvch diese Qualität – zumindestens teilweise.

  • Grit D. sagt:

    Aus Erkrankungsgründen nehme ich seit vielen Jahren nicht mehr an Demonstrationen und Kundgebungen teil.

    Doch gemäß des uralten Ausspruchs „Ausnahmen bestätigen die Regeln“ habe ich dann doch an dieser mir ausgesprochen sinnvoll erscheinenden Demonstration wider Gläubigen abstrusen Verschwörungstheorien rechtspopulistischer Unterwanderungen und anderen „netten Mitmenschen“ teilgenommen.

    Wunstorf diesen Leuten überlassen?
    NEIN!!!

  • Karin Lilienthal sagt:

    Die durchgeplante Aktion der „Menschenkette“ war m.E. dazu gedacht,die Montagsspaziergänge im Keim zu ersticken. Hierbei arbeitet man in der Regel mit Diffamierungen ( Coronaleugner, Queerdenker,Rechtsradikaler usw) Es ist der Versuch,die Bürger, die an diesem Spaziergang teilnehmen wollen,abzuschrecken.Es war ein Lehrstück zur weiteren Spaltung der Gesellschaft. Die Mo.Spaziergänger dagegen sind weiterhin an einem friedlichen Dialog interessiert. Karin Lilienthal

  • Karin Lilienthal sagt:

    Ab kommenden Montag bin ich, so es möglich ist, jede Woche dabei. Mein Eindruck ist, dass sich einigen Mitmenschen der Sinn der Spaziergänge nicht ganz erschließt. Auch ich trete gerne in einen friedlichen Dialog ein. Sprechen sie mich jederzeit auf meine „kruden Verschwörungstheorien“ und die heimliche Unterwanderung meiner Mitmenschen an.
    Karin Lilienthal-(Direktorin i.R.)

    • Grit D. sagt:

      @ Karin Lilienthal,

      Es vermag sich mir nicht zu erschließen, aus welchen Gründen Sie sich persönlich angesprochen fühlen.
      Dich Sie werden sicherlich Ihre Gründe haben (müssen?).

  • Gilbert sagt:

    Der gutgläubige Bürger nimmt alle Maßnahmen so hin. Hauptsache, es geht ihm (finanziell) noch gut.
    Die Spaziergänger werden in Wunstorf in keiner Weise von Querdenkern, NAZIS, Verschwörungstheoretikern, Rechtspopulisten o.ä. „gekapert“ oder „durchsetz“. Solche Äußerungen sind Humbug.
    Es geht vor allem darum, dass Impfen auf freiwilliger Basis stattfinden muss.
    Es ist immer die Rede davon, dass ALLE ihre Freiheiten nutzen können. Wirklich ALLE ??? Wer keine entsprechenden Impf- und Test-Nachweise beibringen kann, der wird inzwischen aufgrund behördlicher Anordnung („Allgemeinverfügung“) von diversen Aktivitäten, wie z.B. Besuch von Gaststätten, augeschlossen.
    Na, klingelt`s ?
    Vermutlich bei den „Menschen mit der Kette“ immer noch nicht :-(

    • Bernd-Michael Rosenbusch sagt:

      Wer sich angesichts der steigenden Zahlen nicht impfen lässt, handelt nicht nur vorsätzlich, sondern ist ganz einfach kriminell, da er das Leben anderer gefährdet. Mal darübe rnachdenken.
      Es geht ja nicht nur um das Personal in den Krankenhäusern, sondern auch um das Personal von Feuerwehren, Polizei, Busfahrern, Personal der personellen Infrastrukturen. Wenn alle diese aufgrund einer Infektion ausfallen und nichts mehr läuft, wie gewohnt, fangen einige Menschen leider ert an zu denken.
      Es gibt keinen Grund sich nicht impfen zu lassen.Solange sich Impfgegener das zweifelhafte Recht herausnehmen, sich nicht impfen zulaasen, solange müssen „sie eben draussen bleiben“.
      Ich empfehle auch mal einen Blick in das Grundgeetz zu werfen,in dem ganz klar definiert ist, wo die Rechte des Einzelnen aufhören. Dann nämlich, wenn die Rechte der anderen in Frage gewstellt werden.

      • Dieter sagt:

        Ja das Grundgesetz ist schon ganz schön verzwickt und wenn jemand ständig eine Narrenkappe trägt, darf er auch mal das GG umdeuten, so bis es gefällt.

        Ich persönlich halte sie für einen „Tulpenheini“ mit der Lizens zum Tragen der ……. na ja, sie wissen schon, oder doch nicht?

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779946
    info@auepost.de

    [Anzeigen]

    Artikelarchiv

    Auepost auf …