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Missverständnis über neue Kuhbrunnen-Beleuchtung sorgt für Spott und Entrüstung

03.01.2022 • Daniel Schneider • Aufrufe: 2780

Kurz vor Weihnachten wurde die Kuhbrunnenbeleuchtung offiziell eingeweiht – aber die um Kuh und Hirten gewickelten Lichterketten gehören nicht dazu …

03.01.2022
Daniel Schneider
Aufrufe: 2780
Doppelt beleuchteter Kuhbrunnen
Doppelt beleuchteter Kuhbrunnen | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Beide Ideen waren wohl überlegt: Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt hatte anlässlich seiner Verabschiedung aus dem Amt am 29. Oktober in der OHS-Aula statt persönlichen Geschenken um Spenden für die Illumination des Kuhbrunnens gebeten. Und das Spendenziel – um die dreitausend Euro – wurde mehr als erreicht: 5.100 Euro kamen zusammen, von denen nun 4.500 Euro in die Lichtinstallation investiert wurden, mit der der Kuhbrunnen künftig auch bei Dunkelheit in Licht getaucht wird.

Bisher wurde der Brunnen nur indirekt durch die Straßenlaternen und Schaufenster beleuchtet, was abends und in der Nacht jedoch nicht ausreichte, um die Skulpturen aus der Dunkelheit hervorstechen zu lassen. Bereits seit einigen Wochen wird der Kuhbrunnen abends daher nun von zwei neu errichteten LED-Scheinwerfern angestrahlt.

Kabelsalat zur Einweihung

Die offizielle Einweihung fand jedoch erst Ende Dezember in der Fußgängerzone statt. Das kollidierte mit der zweiten Idee, die aus den Reihen der Werbegemeinschaft Wunstorf kam: Denn diese hatte anlässlich ihres „Light Night Shoppings“ in der Adventszeit den Kuhbrunnen mittlerweile „verkabelt“ gehabt: Über ein Dutzend Lichterketten überzogen die Brunnenskulpturen mit einem Netz aus LEDs und tauchten sie während der Abendstunden in ein zusätzliches Lichtermeer.

Lichterkettenkuhbrunnen
Die Lichterketten bei Tageslicht | Foto: Daniel Schneider
Kuhbrunnenbeleuchtung
So sollte es eigentlich aussehen | Foto: Daniel Schneider

Als nun die ersten Berichte über die von Eberhardt gestiftete Illumination die Runde machten, sorgten beide Ideen zusammengenommen für die Wahrnehmung eines Schildbürgerstreichs: Wie Zuschriften an die Auepost und Kommentare in den sozialen Medien belegen, ergab sich nicht nur vereinzelt die Annahme, dass auch die Lichterketten am Brunnen Teil der Illumination seien. Entrüstung ergoss sich über die teure Installation, bei der scheinbar billige Lichterketten einfach an den Brunnen geklebt wurden.

Ein Missverständnis

Doch dabei handelt es sich um eine Verwechslung: Die Lichterketten gehören nicht zur nun gestifteten Illumination und waren nicht Teil des Vorhabens. Das Spendengeld wurde lediglich für die Anschaffung der beiden LED-Scheinwerfer auf jeweils einem Masten zu beiden Seiten des Brunnens ausgegeben – und für eine Hinweistafel am Rande des Brunnens, die nun ebenfalls auf den Spender der Beleuchtung hinweist.

Kuhbrunnenbeleuchtungseinweihung
Neuer und alter Bürgermeister bei der Einweihung | Foto: Daniel Schneider

Eberhardt und Wunstorfs neuer Bürgermeister Carsten Piellusch weihten die Beleuchtung am 23.12. gemeinsam ein. Für die Werbegemeinschaft, die zuletzt selbst in neue Weihnachtsbeleuchtung an den Laternen investiert hatte, war Michael Schaer gekommen. Hans-Dieter Backhaus, bei der Stadtverwaltung zuständig für die Straßenbeleuchtung, gab das Kommando zum Einschalten der Beleuchtung. Dafür hatte jedoch zuvor die Schaltung der Scheinwerfer noch einmal geändert werden müssen, denn aus technischen Gründen leuchteten die Strahler bereits seit einem Monat, seit die Masten errichtet worden waren – sie schalteten sich normalerweise parallel zu der Weihnachtsbeleuchtung an den Laternen ein. Ansonsten ist die Installation aber nun recht wartungsfrei: Die LEDs müssen erst in rund 15 Jahren wieder einmal auf den Prüfstand.

Wasserdicht

Piellusch dankte Eberhardt und seiner Frau Heide für das Geschenk an die Stadt. Mit der Illumination würden die Skulpturen in Szene gesetzt. Es gehe darum, die Attraktivität der Innenstadt noch weiter zu steigern, und dazu werde auch der wunderschön beleuchtete Kuhbrunnen beitragen, sagte Piellusch.

Kuhbrunnenbeleichtungseinweihung
Verhüllte Infotafel | Foto: Daniel Schneider
Kuhbrunnenbeleuchtungseinweihung
Enthüllte Infotafel | Foto: Daniel Schneider

Dass man die vorübergehend angebrachten Lichterketten für einen Teil der neuen dauerhaften Illumination halten könnte, damit hatte am Tag der offiziellen Übergabe an die Öffentlichkeit niemand ernsthaft gerechnet. Auch nicht mit dem schlechten Wetter – es regnete in Strömen. Eberhardt nahm es sportlich: „Da sieht man gleich, ob die Beleuchtung auch wasserdicht ist.“

Was mit dem Überschuss des Spendengeldes geschieht, steht noch nicht fest. Eberhardt hatte im Oktober gesagt, dass man damit vielleicht noch eine weitere Beleuchtung realisieren könnte – doch das ist nun Sache seines Nachfolgers im Rathaus.

Schaltungsarbeiten
Michael Duda schaltet die Weihnachtsbeleuchtung wieder scharf | Foto: Daniel Schneider
von Daniel Schneider
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Kommentare


  • Begerow, Joachim sagt:

    Vielen herzlichen Dank für die offenbar mehr als angebrachte Klarstellung!!
    Falls sich die Mitglieder der Wunstorfer Werbegemeinschaft Robert Redford in dessen Filmklassiker „Der elektrische Reiter“ zum Vorbild für den Hirten und die Kuh genommen haben sollten, war dies wohl keine wirklich durchdachte Idee, denn jedenfalls ich kenne niemanden, dem diese Form der Illumination mit den Lichterketten gefallen hat, schon gar nicht tagsüber.
    Irgendwie erinnert mich das Ganze an die „Steinhuder Bratwurst“, die es ja auch zu überregionalem Aufsehen gebracht hat.

  • Winfried Gburek sagt:

    Die Lichterketten sind vor allem ein unerlaubter Eingriff in das Kunstobjekt, der aber sicherlich mit den Künstler zuvor abgesprochen und von ihm auch genehmigt wurde

    • Basti g. sagt:

      Herr gburek ist das ihr ernst sie sollten mal mit mir und grit einen Kaffee trinken und über die wichtigen Dinge diskutieren

    • Marc H. sagt:

      „Ein unerlaubter Eingriff in das Kunstobjekt, der zuvor mit dem Künstler abgesprochen und genehmigt werden muss.“
      Einige Leute kommen auf Ideen – zwar durchaus kreativ, aber leider sehr Realitätsfern – die Stadt als Eigentümer der Skulptur könnte die Kuh auch Ferrari-Rot lackieren lassen ohne das mit dem Künstler absprechen zu müssen oder könnte sie auch einfach abreissen, wenn sie mehrheitlich nicht mehr gewünscht ist. Der künstler hat da keine Aktien mehr dran.

      • Anonymous sagt:

        So einfach ist das nicht. Ein Künstler verliert durch einen Verkauf nicht sein Urheberrecht. Das Kunstwerk bleibt geschützt. Es gibt nicht wenige Beispiele, wo sich Künstler im Nachhinein gegen eine veränderte Nutzung gewehrt haben.

  • Gilbert sagt:

    Meine Güte. Wie kann man nur so spießig sein. ICH fand die Idee mit den Lichterketten toll. Haben wir uns die Weihnachtsstimmung nicht schon genug vermiesen lassen müssen durch die Corona-Maßnahmen ?! Nein. Da wird die arg gebeutelte Werbegemeinschaft auch noch an den Pranger gestellt !

  • Anonymous sagt:

    Ich fands auch super. Die vielen kleinen Lichter auf der Kuh gaben einen tollen Effekt. Der wäre sogar noch besser gewesen, wenn die neue Beleuchtung den Brunnen nicht angestrahlt hätte.

  • Bernd-Michael Rosenbusch sagt:

    Mit der Ilumination des Kuhbrunnens bei Dunkelheit eine attraktive Innenstadt zu gestalten, ist an und für sich löblich. Nur wie will man eine tote Innenstadt ohne nenneswerte Gastronomie Abends beleben? Dicounterketten sind da wenig hilfreich. Die gibt es in jeder Stadt. Es muss mehr Leben in die Stadt. Früher ging es doch auch.

  • Wunni sagt:

    Eine Kuh, die uriniert und in einem See aus ihrem eigenen Urin steht. Darauf sind die Wunstorfer also angeblich seit den 80er Jahren stolz, seit dem man ihnen diese Skulptur verpasst hat. Und jetzt hat der Ex-Bürgermeister nun endlich ein Denkmal – in Form einer Infosäule mit seinem Namen als Gönner drauf – Beleuchtung für die Kuhurin-Skulptur. Was will man mehr?

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