
Hannover (red). Das Land Niedersachsen wird – in Absprache mit dem Bund – zentrales Drehkreuz zur Verteilung von Vertriebenen aus der Ukraine auf die Bundesländer. Am heutigen Mittwoch besuchte Innenminister Boris Pistorius den Messebahnhof Hannover-Laatzen, der zukünftig als bundesweites Drehkreuz für die Weiterverteilung auf die anderen Bundesländer fungieren wird. Dabei wurde er begleitet von der niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, Regionspräsident Steffen Krach und dem hannoverschen Oberbürgermeister Belit Onay. Ab dem morgigen Donnerstag sollen erste Sonderzüge dort ankommen. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs wird zusätzlich eine Außenstelle der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) eingerichtet.
„Wir entlasten damit auch besonders betroffene Regionen im Osten Deutschlands und richten für die aus der Ukraine vertriebenen Menschen weitere Unterkünfte in Niedersachsen ein.“
Boris Pistorius
Im Rahmen des Termins hat sich Pistorius auch die bereits von der Landeshauptstadt Hannover als Geflüchtetenunterkunft betriebene Messehalle 27 angesehen. Zudem besuchte der Innenminister die direkt daneben liegende Messehalle 13, die von morgen an als Außenstelle der LAB NI zur Aufnahme von aus der Ukraine vertriebenen Menschen betrieben werden wird. Das Land Niedersachsen hatte die Region Hannover zuvor damit beauftragt, diese Halle entsprechend für die Unterbringung der Menschen herzurichten und zukünftig gemeinsam mit dem Land zu betreiben.
Minister Pistorius: „Die Zugangszahlen der aus der Ukraine vertriebenen Menschen werden vermutlich drastisch steigen.“ Mit dem in Absprache mit dem Bund eingerichteten Verteilungsdrehkreuz am Messebahnhof Hannover-Laatzen würden jetzt insbesondere Städte und Regionen im Osten Deutschlands, die keine Kapazitäten mehr zur Aufnahme hätten, entlastet. Gleichzeitig würde die neue Außenstelle der Landesaufnahmebehörde auf dem Messegelände die Kapazitäten in einem ersten Schritt um rund 1.000 weitere Plätze ausgebaut. Das Land Niedersachsen übernehme damit, wie schon bei der Flüchtlingssituation vor einigen Jahren, eine besondere Verantwortung bei der zentralen Verteilung der Vertriebenen.
Regionspräsident Krach sagte, dass man sich täglich auf mehrere hundert Menschen einstelle, die in Hannover ankommen. Dabei könnten nicht alle bei Verwandten unterkommen, die bereits in Deutschland leben. Hannovers Oberbürgermeister Onay ergänzte: „Hannover ist solidarisch und zeigt Haltung gegenüber den Geflüchteten aus der Ukraine. Gemeinsam mit Land und Region setzen wir alles daran, ihnen das Ankommen so leicht wie möglich zu gestalten. Für viele Menschen aus der Ukraine wird Hannover der erste Eindruck von Deutschland sein: Die vielen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass sie sich willkommen fühlen.“
Wurden Sie vertrieben? Wann? Von wo?
Wie alt waren Sie? Gemeinsam mit der Familie?
Meine Großeltern. Gradlitz und Arnau wurden wie viele andere Orte ausgesiedelt. Ich war mit meinen Großeltern mehrfach dort. Es verfällt alles. Die Jagdflinte liegt sicherlich immer noch auf dem Dachboden des Hauses. Nur wer mit einem Tschechen/in verheiratet war, durfte bleiben. Haben da auch entfernte Verwandte besucht. Sonst ist alles schriftlich niedergelegt in der Familienchronik. VG
Ergänzung zu meiner ersten Antwort: am 18.06.45 wurde meine Oma aus Arnau ausgesiedelt, mit Verwandten, Nachbarn und Bekannten, davon hab ich auch noch den ausführlichen Bericht, wie das alles abgelaufen ist…, auch Frauen aus Königinhof waren im Zug, deren Männer alle erschossen wurden waren und deren Babys ohne Windeln oder Milch in den eins nach dem anderen starben. Die Eltern meines Opas wurden bei der Aussiedlung im August 1945 aus Gradlitz (die er selber bei der Arbeit als Kriegsgefangener nur von weitem am Bahnhof sah) getrennt, fanden aber später alle wieder zueinander.
Meine Großeltern waren damals bereits verlobt und haben glücklicherweise nach viel Hunger und Wirren später wieder zusammen gefunden.
Den Deutschen aus Schlesien Pommern und Ostpreußen ging es damals genauso. Denen wurde bei ihrer Ankuft in Westdeutschland größtenteils mit Arroganz, Habgier und Verachtung begegnet. Also von westdeutschen Landsleuten die ganz genauso an diesem verbrecherischen Krieg und dessen Folgen schuld waren.
https://www.deutschlandfunk.de/70-jahre-nach-der-aktion-weichsel-gedenken-an-die-100.html
Über die Vertreibung von Ukrainern vor 70 Jahren.
Die Menschen an sich sind gut, egal aus welchem Land. Es ist die Politik, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen, die so viel Leid mit sich bringt.
Jetzt leiden die Ukrainer und die Russen leiden auch.
Hallo Moderator, den Nachnamen bitte löschen. Danke
Doris Schröder-Köpf sorgt jetzt also mit dafür, dass Ukraine-Flüchtlinge hier einquartiert werden. Das ist schon ein starkes Stück. Sie steht ja, wie sie in einem Brief an die SPD Hannover gerade geschrieben hat, offenbar voll hinter dem Putin-treuen Kurs ihres Ex-Mannes, zu dem sie außerdem noch in einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis steht. Also die Schröder-Clique, die das ganze Ungemach mit zu verantworten hat wird jetzt noch mit gut dotierten Ämtern und Tätigkeiten betraut, um die Schäden ihres eigenen Handelns abzuwickeln. Das wirft ein aüßerst schlechtes Licht auf die ganze Landesregierung.
Man muss jeden Menschen als Menschen sehen und mit Respekt behandeln.
Wenn man nur auf Konfrontation geht und nur schwarz-weiß denkt, kann man sicherlich keine akzeptable Lösung erreichen.
Sehr lobenswert. Allerdings sind sie geflüchtet. Wenn sie vertrieben worden wären, wie seinerzeit die Deutschen aus dem Sudetenland, dann hätte man sie Dörfer- und Städteweise in Viehwaggons verladen, ihnen nicht erlaubt, mehr als was sie tragen können mitzunehmen, nicht mehr als 1000 Euro, alles andere einbehalten, und wenn einer nicht auf russisch „da“ (=ja) sagt, eine Kugel in den Kopf. So lief die Vertreibung. So weit, bei aller Bitterkeit, sind wir hier bei Gott noch nicht.