
Wunstorf (red). Am vergangenen Dienstag sah es in der Langen Straße auf einmal aus, als hätte ein Verbrechen stattgefunden: Nicht wie üblich ein abgefahrener Außenspiegel mit anschließender Fahrerflucht auf der für Begegnungsverkehr plus Parkbuchten stellenweise unterdimensionierten Straße, sondern ein Kapitalverbrechen:
Auf dem Gehweg vor dem Geschäft von „Outdoor Neubert“ war mit blau-weißem Flatterband abgesperrt, auf dem Gehweg waren Spuren von Verwüstung auf dem Gehwegspflaster zu sehen.
Doch Umrisse eines Menschen waren nicht aufgemalt, die Spurensicherung der Kripo war nicht tätig geworden. Ein Blick nach oben am Gebäude zeigte die Ursache für die Absperrung: Teile des Mauerwerks aus dem Giebel des Fachwerkhauses hatten sich gelöst und waren auf die Straße gefallen. Zu diesem Zeitpunkt war niemand auf dem Gehweg vor dem Geschäft, es kam zu keinen Verletzungen von Passanten.


Aus Sicherheitsgründen war die Straße deshalb gesperrt worden, bis weitere Absicherungsmaßnahmen am Haus getroffen werden konnten. Das boenartige Wetter am Wochenbeginn hatte offenbar auch an der Fassade des altehrwürdigen Gebäudes gerüttelt.
Auch jetzt noch, nachdem die Absperrung wieder verschwunden ist und die Fassade provisorisch verschlossen, fragen immer noch manche im Geschäft nach und erkundigen sich neugierig, was denn da am Dienstag los gewesen sei. Da die direkten Spuren inzwischen nicht mehr sichtbar sind, wurde umso mehr ein Verbrechen vermutet – denn das Vorhandensein des Polizei-Absperrflatterbandes hatte längst die Runde gemacht.

Dies kann jedoch ausgeschlossen werden. Betroffen war ein Fachwerksegement im Giebel, in das ein Halbrundfenster eingemauert war. Darüber hatten sich in einem Teilbereich Steine aus dem Mauerwerk gelöst und waren auf den Gehweg gefallen. Am Boden bot sich daraufhin ein entsprechendes Bild. Die Feuerwehr rückte an und sicherte die Fassade provisorisch, die Polizei sperrte ab.
Als die Gefahr gebannt war, konnte das Flatterband am Folgetag wieder verschwinden. Inzwischen wurde die entstandene Öffnung im Fachwerksegment auch provisorisch wieder abgedichtet. Der Wind, der auch in den kommenden Tagen wieder kräftiger wehen soll, hat dort keine Angriffsfläche mehr.
1. Werbung für weitere Hausabrisse?
2. Welcher Wind? Wo hat der geweht? Auf Sylt oder Amrum? Am Steinhuder Meer wird auch oft die werbewirksam als Slogan genutzte „Frische Brise“ müde lächelnd vermisst.
3. Haben die Leute zum Sorgemachen in Wunstorf keine anderen Probleme?
4. Hoffentlich lesen das gewisse Leute nicht, sonst geht es schon wieder los mit Abrissbirne und Co.!
Und Bauzäunen. Bloß nicht.
Schönen Tag noch.
Oh, hoffentlich kommt keiner zu Schaden, wenn die ganzen denkmalgeschützten historischen Gebäude in Wunstorf nach und nach in sich zusammenfallen, weil niemand was in der Fußgängerzone erneuern darf.