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Präzision entscheidend: Luftwaffe übt in norwegischen Fjorden

01.10.2025 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 2

Wunstorfer A400M im Einsatz in Norwegen: Bei einem international angelegten Training werden Waffenlehrer für das LTG 62 ausgebildet.

01.10.2025
Redaktion
2 Min.
Ein A400M im Tiefflug über norwegischem Fjord | Foto: Bundeswehr

Wunstorf/Norwegen (red) Die norwegischen Fjorde werden von schneebedeckten Bergen umrahmt. Aus der Ferne hört man ein tiefes Brummen: Nur hundert Meter über dem Wasser fliegen A400M und C-130J Hercules mit Geschwindigkeiten von 500 Kilometern pro Stunde durch den Fjord – präzise navigieren die Transportflugzeuge durch die engen Schluchten.

Intensives Training für taktische Elite

Ziel des Trainings in Norwegen ist es, die Grenzen des Flugzeugs kennenzulernen und Einsatzmöglichkeiten weiterzuentwickeln. Dabei wird das Ausbildungspensum dauerhaft hochgehalten. Auch unter Zeitdruck oder im Einsatzfall sollen die Soldatinnen und Soldaten handlungsfähig und konzentriert bleiben. Bereits im Mai absolvierten sie ihr erstes Tiefflugtraining in Norwegen.

Seit dem Frühjahr werden zwei Waffenlehrer der Luftwaffe in den verschiedensten taktischen Bereichen des A400M intensiv geschult. Waffenlehrer sind besonders qualifizierte Einsatzpiloten, die ihr Wissen in Luftkampftaktik und Formationsflug an andere Piloten weitergeben. Sie werden im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung als militärische Berater hinzugezogen, um militärische Taktiken der Operationsführung fähigkeitsübergreifend und abgestimmt mit internationalen Partnern zu entwickeln.

Während des Trainingsabschnitts in Norwegen nun wurden die beiden Lehrgangsteilnehmer des siebenmonatigen Waffenlehrerkurses (WIC Weapons Instructor Course) durch die Waffenschule in Laage betreut. Dort werden sie zu Formationsführern ausgebildet. Das bedeutet: Sie führen nicht nur ihr eigenes Luftfahrzeug durch die tiefen Täler, sondern gleich mehrere. Präzision ist dabei entscheidend.

Schüler werden zu Lehrern

Da sie später als Waffenlehrer im Wunstorfer Lufttransportgeschwader (LTG) 62 die gewonnenen Erkenntnisse weitervermitteln müssen, sitzen die Lehrgangsteilnehmer diesmal nicht selbst am Steuer des A400M. Stattdessen sollen sie zeigen, dass sie auch andere Pilotinnen und Piloten zu Formationsführern ausbilden können. In nur zwei Wochen müssen sie diese gezielt vorbereiten und ihnen zahlreiche Besonderheiten vermitteln. Den Tiefflug durch die engen Fjorde zu beherrschen und gleichzeitig militärische Aufträge wie das Absetzen von Fallschirmspringern zu erfüllen, erfordert intensive Schulung.

Das Wichtigste dabei ist die klare Kommunikation zwischen dem sogenannten Lead Element – dem führenden Luftfahrzeug – und seinem sogenannten Wingman, dem begleiteten Flugzeug. Von morgens bis abends wird gelehrt, geflogen und nachbesprochen.

Blick aus dem Cockpit | Foto: Bundeswehr

Die geringe Flugdistanz in den Fjorden erfordert eine gute Flugplanung und die Ausarbeitung von Ausweichverfahren. Jeder Einsatz wird anhand von Kartenmaterial vorbereitet, auf dem Hindernisse wie Stromleitungen oder Funkmasten eingezeichnet sind. Die einzigartige Landschaft in Norwegen macht das Training besonders anspruchsvoll. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass die Besatzung bestmöglich geschult wird und den Tiefflug wie auch den Formationsflug in jedem Terrain beherrscht.

Mit internationaler Unterstützung

Für die Ausbildung wurde das LTG 62 durch die norwegischen Luftstreitkräfte unterstützt. Zudem war die deutsch-französische Staffel aus Évreux mit ihrer C-130J eingebunden, was die binationale Zusammenarbeit weiter stärkt.

Eine zentrale Aufgabe der künftigen Waffenlehrer bleibt es, den Lufttransport taktisch weiterzuentwickeln. Ziel ist es, im Landes- und Bündnisverteidigungsfall bestmöglich vorbereitet zu sein – damit die Besatzung sich selbst und ihre Kameradinnen und Kameraden schützen kann.

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Kommentare


  • Anonym sagt:

    Ja super! Immer mehr rein in den Krieg, am Besten gleich in den 3.Weltkrieg!
    Wie wäre es denn, wenn wir anstelle von „Waffenlehrern“ mal wieder Diplomaten ausbilden würden vom Schlage eines Genschers zum Beispiel. Vielleicht könnten wir uns dann die 1.000.000.000.000 Euro „Sondervermögen“ für teures Kriegsspielzeug, welches nur BlackRock, Rheinmetall und Konsorten zugute kommt, sparen und anstatt dessen in wirklich sinnvolle Dinge investieren, wie Infrastruktur, Bildung, Kinder- und Altenbetreuung, Energieversorgung, Stadtentwicklung, etc. Und vor allem erstmal in Deutschland, anstelle in „Entwicklungsländer“ wie China und Indien zu investieren, welche mittlerweile selbstständig zum Mond fliegen. Der deutsche Michel lernt es nimmer…

  • B. sagt:

    Anschauliche Berichte, abenteuerliche Bilder fliegender Maschinen nebst Inhalt, vor Traumkulisse malerisch-zerkluefter Landschaft, eine Panoramaerscheinung.

    Was soll es vermitteln? Dass wir dem Ganzen beipflichten sollen, Hochachtung empfinden vor den Höhenflügen, dienend der Abschreckung vor Ungemach, nun schon eine Weile dauernd?

    Es gleicht einem Schachspiel. Zug um Zug. Schon seit Jahren. Kostenpunkt immens. Sicherlich wären andere Ausgaben oftmals an anderer Stelle wichtig. Wenn man bedenkt, was solche Übungen kosten.

    Aber schöne Panoramabilder mit abenteuerlicher Dramatik verbraemt sollen uns die Wichtigkeit dessen verdeutlichen, von dem wir ohnehin noch nicht mal ein Drittel mitkriegen.

    So schauen wir weiterhin auf Hochglanzaufnahmen der militärischen Ehren und abenteuerlichen „um die Welt Fliegenden“, und nehmen an jeder Episode gerne teil, bewusst, dass wir ohnehin nur Zuschauer sind und bleiben.

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