
Region (red). Was läuft rund ums Steinhuder Meer schon rund? Und was noch unrund? Seit 2006 ist der Naturpark Steinhuder Meer vom Verband Deutscher Naturparke (VDN) als „Qualitätsnaturpark“ durchgängig zertifiziert. Alle fünf Jahre wird die Auszeichnung erneuert. Jetzt stellt sich der Naturpark wieder dem Verfahren.
Die erste Hürde hat der Naturpark Steinhuder Meer bereits genommen: Ein 116-seitiger Katalog mit Fragen zu Organisation, Naturschutz, Tourismus, Umweltbildung und Regionalentwicklung ist ausgefüllt. Die Antworten werden nun als Teil des Qualitäts-Checks vom VDN beurteilt. Der zweite Teil des Bewertungsprozesses fand zu Wochenbeginn statt: Annika Ludolph, stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks Habichtswald, begutachtet als VDN-Scoutin am 7. und 8. August verschiedene Orte und Einrichtungen rund ums Steinhuder Meer – darunter Naturpark-Infozentren, Tourist-Info, Ökologische Schutzstation, Meerbruch und Rundweg.
Für Ludolph war es der erste Besuch an Niedersachsens größtem See. Das Zwischenfazit der Expertin fiel positiv aus: „Der Naturpark Steinhuder Meer hat sich in den vergangenen Jahren in mehreren Bereichen verbessert: Die Ausstellung in Steinhude wurde erneuert, direkt nebenan gibt es die erste Naturpark-Schule.“ Außerdem lobte Ludolph die Fortschritte beim Thema Barrierefreiheit, etwa durch möglichst stufenlose Stege und die Anschaffung einer mobilen Höranlage.
Der Naturpark darf sich also Hoffnung auf die vierte Zertifizierung machen, muss sich aber noch ein wenig gedulden: Die Bekanntgabe erfolgt erst am 20. September auf dem Deutschen Naturparktag des VDN. Doreen Juffa, Geschäftsführerin des Naturparks Steinhuder Meer, begleitet die Prüferin bei ihrer Tour. Für sie ist es mehr als ein Pflichttermin auf dem Weg zur Auszeichnung: „Der Blick von außen auf unsere Ausstellungen oder die Infrastruktur ist für uns sehr wertvoll. In den zwei Tagen fallen Dinge auf, die in der täglichen Arbeit manchmal untergehen. Hier bekommen wir Tipps, die unsere Arbeit der nächsten Jahre beeinflussen und uns dabei helfen, Stück für Stück immer besser zu werden.“
„Ein Qualitätsnaturpark ist ein gutes Argument für einen Besuch am Steinhuder Meer“, sagt Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismus GmbH. „Entscheidend ist aber, dass unsere Gäste die Qualität vor Ort auch spüren. Dafür müssen alle Akteure rund um den See zusammenarbeiten. Das gelingt uns in den letzten Jahren immer besser – zum Beispiel bei der Vermarktung von Veranstaltungen oder der Umgestaltung der Insel Wilhelmstein. Diesen Weg wollen wir weitergehen.“
Die Qualitätsoffensive Naturparke wurde vom Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN) in enger Abstimmung mit den Naturparken entwickelt. Ihr zentrales Ziel ist es, den Naturparken ein Instrument zur Selbsteinschätzung und zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität ihrer Arbeit und ihrer Angebote zur Verfügung zu stellen. Die ersten Evaluierungen fanden 2006 statt. Die Teilnahme an der Qualitätsoffensive ist freiwillig.
Bei Scoutin handelt es sich um eine eingedeutschte feminine Form. Wir verwenden hier die deutsche und englische Bezeichnung parallel.
Liebe Reaktion,
in der Überschrift schreibt ihr korrekt: „Ein Scout des Verbands Deutscher Naturparke …“.
In der Bildunterschrift taucht dann aber das Wort „VDN-Scoutin“ auf. Woher habt ihr das? Als Philologe sträubt sich mir alles gegen die Verwendung bzw. Einführung eines solchen falschen grammatischen Femininum. (Im Deutschen gibt es natürlich einen Prüfer und eine Prüferin.)
Bei dem unstreitbar englischen Wort S c o u t gibt es kein grammatisches Femininum. „Scout“ meint Frauen wie Männer gleichermaßen. Bsp.: „She was trained as a scout in the army.“