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Tollwut: Region warnt vor gefundenen Fledermäusen

04.09.2023 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 3

In der Region lebende Fledermäuse können Träger der Tollwut sein. Bei einem Tier in Neustadt wurde das Virus aktuell nachgewiesen. Die Region rät zur Vorsicht, wenn geschwächte Tiere gefunden werden – sie sollten nicht berührt werden.

04.09.2023
Redaktion
2 Min.
Fledermaus (Symbolbild)

Region (red). In der Region Hannover wurde bei einer Breitflügelfledermaus Tollwut festgestellt. Das Tier war in schlechtem Gesundheitszustand in Neustadt gefunden worden. Es wurde in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen abgegeben, dort musste die Fledermaus eingeschläfert werden. Eine vorgenommene Laboruntersuchung hat jetzt ergeben, dass das Tier mit Tollwut infiziert war.

Tiere nicht anfassen

Die Veterinärbehörde der Region Hannover möchte aus diesem Anlass im Umgang mit Fledermäusen sensibilisieren. „Fledermäuse sind scheue Tiere und meiden den unmittelbaren Kontakt zu Menschen. Wenn tagsüber flugunfähige Fledermäuse gefunden werden, sollte man diese auf keinen Fall anfassen“, erklärt Dr. Michael Schimanski, Amtstierarzt bei der Region Hannover. „Wenn sich dies nicht vermeiden lässt, beispielsweise um das Tier aus der Wohnung, von der Terrasse oder dem Balkon zu entfernen, sollte man dabei unbedingt einen dicken Handschuh tragen.“

Es besteht die Gefahr, dass die Tiere, denen man helfen will, dann beißen und dabei das Tollwutvirus auf den Menschen übertragen. Gegen Tollwut hilft nur eine Impfung, die auch innerhalb eines bestimmten Zeitfensters unmittelbar nach der Infektion begonnen werden kann. Bei Menschen nimmt eine Tollwutinfektion ansonsten einen tödlichen Verlauf. Von toten Tieren gehe keine Gefahr aus, diese könnten über den Hausmüll entsorgt werden, teilt die Region mit.

Tollwut ist eine von Viren ausgelöste Erkrankung, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. Deutschland gilt seit 2008 als frei von klassischer Tollwut. Alle seitdem aufgetretenen Fälle wurden bei illegal eingeführten Hunden festgestellt. Allerdings gibt es weiterhin Tollwut in der Fledermauspopulation. Die Fledermaustollwut wird als eigenständige Erkrankung betrachtet, sie wird von einem anderen Virustyp ausgelöst als die klassische Tollwut. An Tollwut erkrankte Fledermäuse zeigen neurologische Ausfälle, haben Schluckbeschwerden, sind oft aggressiv und infolge von Lähmungserscheinungen liegen sie häufig am Boden. Die Infektion kann aber auch symptomlos verlaufen. Grundsätzlich sind auch andere Tiere und der Mensch für Fledermaustollwut empfänglich, dies ist jedoch ein sehr seltenes Einzelgeschehen. Europaweit sind nur fünf Fälle bekannt, in denen Säugetiere mit dem Fledermaustollwutvirus infiziert waren.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) wertet jedes Jahr Proben von Haus- wie Wildtieren in Hinblick auf das Vorkommen des Tollwutvirus aus. Im Jahr 2022 waren 19 Prozent der untersuchten Fledermäuse mit dem Virus infiziert; 2021 waren es 13 Prozent, 2020 lag die Quote bei fünf Prozent.

Einer der drei Virusstämme der Fledermaustollwut trägt tatsächlich den Namen Bokeloh: Die Virusvariante der Tollwut namens „Bokeloh bat lyssavirus“ (BBLV) wurde 2010 zuerst bei einer Fransenfledermaus in dem Wunstorfer Ortsteil entdeckt.
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Kommentare


  • Grit D. sagt:

    Meine Großmutter väterlicherseits war zwar eine eher einfache Frau, deren Sprüche jedoch hatten viel Wahres.
    Einer von denen lautete „Die beste Krankheit taugt nichts!“. Wie wahr.

    Doch eine derart für uns Menschen lebensgefährliche Krankheit wie die hier erwähnte Tollwut kann ich NICHT mit Omas Humor sehen.
    Dafür ist das viel zu ernst um Späße zu machen!

  • Vero sagt:

    Sehr interessante Infobox, wieder was gelernt!

    • Grit D. sagt:

      @ Vero

      Bezüglich Ihres Kommentars zur #Infobox:
      Auch ich sehe die dortigen Informationen zu Artikeln nicht nur als interessant, sondern als Wissensvermittlung.
      Niemand wird ernsthaft von sich behaupten wollen, „Doktor Allwissend“ zu sein, so dass das Mehr an Input nicht nachteilig sein wird- oder?

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