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Erstes großes inklusives Fußballturnier in Wunstorf

15.09.2025 • Redaktion • 5 Min.Kommentare: 1

Das erste große inklusive Fußballturnier in Wunstorf wurde ein „Fest des Fußballs“ – und die ausrichtenden Crazy Kicker kickten sich direkt zum Turniersieg. Aber die Gäste aus Lindhorst verschenkten nichts.

15.09.2025
Redaktion
5 Min.
Die Crazy Kicker | Foto: privat

Wunstorf (red). Die „Crazy Kickers“ vom TuS Wunstorf hinterlassen zunehmend Spuren in Wunstorf: Die erste inklusive Fußballmannschaft in der Stadt absolviert ein Ereignis nach dem nächsten. Jetzt wurde in Wunstorf ein großes Fußballturnier ausgetragen.

Das erste inklusive Fußballturnier in Wunstorf war ein großartiges Kapitel. Gemeinsam mit der Inklusionsfußball-Liga des NFV hatten die Crazy Kicker ein Event auf die Beine gestellt, das eindrucksvoll zeigte, was Fußball im Kern bedeutet: Miteinander, Fairness und Begeisterung.

Schon beim Blick auf die teilnehmenden Mannschaften wurde klar, wie vielfältig und lebendig Inklusionsfußball inzwischen geworden ist. Neben vertrauten Gesichtern waren auch neue Teams mit dabei. Besonders gefreut haben sich die Organisatoren über die Premiere der Mannschaft „Fußball für Alle“ vom TuS Jahn Lindhorst. Jede Mannschaft brachte ihre eigene Energie, Freude und Leidenschaft mit, und genau diese Mischung machte den Tag so besonders.

Spannendes Duell gegen Lindhorst

Auf dem Platz lief es für die Gastgeber hervorragend. Mit Einsatz, Teamgeist und großem Willen spielten sich die Crazy Kicker in die Herzen der Zuschauer und sicherten sich am Ende den Turniersieg.

Spiele wie das 5 zu 2 gegen die Bolzplatzhelden oder das 4 zu 2 gegen Haki 1 bleiben in Erinnerung. Auch die hart erkämpften Unentschieden mit 3 zu 3 gegen Haki 2 und 2 zu 2 gegen SuS Buer zeigten, wie stark die Mannschaft kämpfte und dass Aufgeben für sie keine Option war. Besonders spannend war das Duell gegen Lindhorst. Die Gäste zeigten mit großem Einsatz und viel Herz eine starke Leistung, die den Crazy Kickern alles abverlangte.

„Ich hätte nie gedacht, dass wir am Ende sogar Turniersieger werden“, sagte ein stolzer Spieler der Crazy Kicker. „Das war das schönste Gefühl überhaupt. Wir haben gekämpft, aber wir hatten auch richtig viel Spaß.“

Neue Ausrüstung als Highlight

Ein emotionaler Höhepunkt war die Präsentation der neuen Anzüge und T-Shirts, die dank der Unterstützung der Firma Punktglas angeschafft werden konnten. Die Freude der Kinder und Jugendlichen war riesig, endlich in der neuen Ausstattung aufzulaufen. „Als wir aus der Kabine kamen, alle in den gleichen Sachen, da habe ich Gänsehaut bekommen“, erzählte ein Spieler. „Man fühlt sich einfach wie eine richtige Mannschaft.“

Für andere Mannschaften Alltag, für die Crazy Kicker wahrgewordener Traum: eigene Trikots | Foto: privat

Auch Trainer David Hagel zeigte sich bewegt: „Die neuen Anzüge und Shirts sind mehr als nur Kleidung. Sie geben unseren Spielern das Gefühl, dass sie ernst genommen werden. Genau das ist für sie unglaublich wichtig.“

Dank an die Unterstützer

Das Wetter zeigte sich an diesem Tag wechselhaft. Sonne, Wolken, Regen und Wind wechselten sich ab. Doch auf dem Platz herrschte durchgehend gute Laune. Überall waren lachende Gesichter zu sehen, Anfeuerungsrufe zu hören und eine Stimmung zu spüren, die bewies, dass es hier um mehr ging als bloß um Tore und Ergebnisse. „Es war so schön, die Freude der Kinder zu sehen“, sagte eine Mutter am Spielfeldrand, „da vergisst man sofort, dass es geregnet hat.“

„Das war erst der Anfang“

Trainer Hagel

Ohne die vielen Helferinnen und Helfer im Hintergrund, die teilnehmenden Teams, die Sponsoren sowie die Familien, Freunde und Fans wäre dieses Turnier nicht möglich gewesen. „Wir hatten so viele helfende Hände, das war einfach klasse“, betonte Organisator David Hagel. „Nur mit dieser Unterstützung kann man so einen Tag auf die Beine stellen.“

Turnier im Barnestadion | Foto: privat

Das Turnier in Wunstorf war weit mehr als nur ein sportlicher Wettbewerb. Es war ein deutliches Signal. Inklusionsfußball gehört nicht an den Rand, sondern mitten ins Herz des Vereinslebens. Die Crazy Kicker haben nicht nur sportlich überzeugt, sondern vor allem gezeigt, wie viel Freude, Zusammenhalt und Kraft in dieser Idee steckt. Die Vorfreude auf eine Fortsetzung ist jetzt schon spürbar. „Nach diesem Tag wissen wir alle: Das war erst der Anfang“, so Trainer Hagel.

Starkes Signal für den Inklusionsfußball

Schon zuvor sammelten die Crazy Kicker wertvolle Erfahrung bei der Bunten Liga in Bremerhaven: Am Samstag, den 30. August 2025, erlebten die Wunstorfer einen besonderen und bewegenden Tag. Früh am Morgen bestieg die Mannschaft gemeinsam mit den Handicap-Teams von Hannover 96 den Bus in Richtung Bremerhaven. Schon auf der Fahrt war die besondere Stimmung spürbar. Nervosität, Aufregung und pure Vorfreude lagen in der Luft, denn für viele Kinder und Jugendliche war es ein einmaliges Erlebnis, mit einem großen Verein wie Hannover 96 zu reisen und Teil einer so bunten und lebendigen Fußballveranstaltung zu sein.

In Bremerhaven angekommen, wartete die „Bunte Liga“ mit neuen Eindrücken und vielen starken Gegnern. Gleich im ersten Spiel war die Aufregung noch deutlich sichtbar. Schnell lagen die Crazy Kicker mit 0:2 zurück, doch anstatt die Köpfe hängen zu lassen, zeigte das Team große Moral. Mit viel Kampfgeist und wachsendem Selbstvertrauen gelang es, das Spiel zu drehen und am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Das zweite Spiel entwickelte sich zu einem echten Krimi. Gegner und Crazy Kicker lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, Torchancen gab es auf beiden Seiten. Es war ein intensives, spannendes Spiel, das leider durch einen individuellen Fehler kurz vor dem Abpfiff entschieden wurde. 0:1 ein unglückliches Ergebnis, das der starken Leistung der Mannschaft nicht gerecht wurde.

Dann folgte das große Highlight des Tages: das Duell gegen Werder Bremen. Für die Kinder und Jugendlichen war es etwas Besonderes, gegen ein Team mit so großem Namen anzutreten. Und die Crazy Kicker zeigten, dass sie sich keineswegs verstecken müssen. Mutig, geschlossen und mit großem Einsatz hielten sie dagegen und gestalteten das Spiel lange offen. Zwei kleine Unachtsamkeiten besiegelten die 0:2 Niederlage, doch die gezeigte Leistung war ein echtes Ausrufezeichen. Auch in den weiteren Spielen bewiesen die Crazy Kicker ihre Stärke und ihr Durchhaltevermögen. Ein verdienter 3:0 Erfolg sorgte für großen Jubel, ein knappes 1:2 zeigte einmal mehr, dass oft Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Zum Abschluss gab es noch ein 0:2, das aber an der guten Gesamtleistung nichts änderte.

Unterm Strich bleibt ein Tag voller Erfahrungen, Emotionen und unvergesslicher Momente. Die Kinder und Jugendlichen haben nicht nur Fußball gespielt, sie haben gemeinsam gelernt, gekämpft und Grenzen verschoben. Trotz neuer Umgebung, unbekannter Gegner und körperlich teilweise deutlich überlegener Mannschaften zeigten die Crazy Kicker, dass sie mit Herz, Teamgeist und Leidenschaft mithalten können. Trainer und Betreuer waren sichtlich stolz auf ihre Schützlinge. „Das war Werbung für den Inklusionsfußball, für unsere Crazy Kicker und für den TuS Wunstorf 1862“, hieß es nach dem Turnier. Jeder Einzelne hat gekämpft, alles gegeben und die Mannschaft würdig vertreten. Für die Crazy Kicker war es ein weiterer Schritt in ihrer Entwicklung und ein starkes Signal, dass Inklusionsfußball nicht nur ein Platz auf dem Spielfeld ist, sondern ein Platz mitten in der Gesellschaft.

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Kommentare


  • Fred sagt:

    Super, gut das diese Mannschaft mal gegründet wurde. Das zeigt das es nicht immer ein streben nach noch mehr Leistung und Goldmedalien geben muss sondern das es um nachhaltigen Spaß geht.

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