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„Wütender Adler“ auf dem Fliegerhorst Wunstorf: Die Luftwaffe testet über 3 Tage hinweg, wie sie im Ernstfall agieren würde

15.04.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 2

Mit Begegnungen militärischer Art ist derzeit nicht nur am Himmel über Wunstorf zu rechnen – auch auf den Straßen fällt die Bundeswehrpräsenz derzeit stärker auf. Bundesweit läuft noch bis Donnerstag eine Großübung im NATO-Auftrag.

15.04.2026
Redaktion
2 Min.
Ein A400M fliegt im Rahmen der Übung über Wunstorf | Foto: Schneider

Wunstorf (red). Aktuell würde man wahrscheinlich lieber keine Drohne sein wollen und schon gar nicht am Himmel über Wunstorf fliegen. Denn auf die Flugobjekte hat es die gesamte Luftwaffe derzeit ganz besonders abgesehen – aber nicht nur.

Die Operation, die am Dienstag spürbar anlief, läuft unter dem Namen „Angry Eagle“ und bindet in Deutschland die Luftwaffenstandorte ein. Wunstorf als Heimat des Lufttransportgeschwaders ist mittendrin. Schon länger sind die Vorbereitungen dazu rund um den Fliegerhorst Wunstorf im Gange. Auf der Militärbasis der Luftwaffe herrscht nun aber seit Dienstagmorgen Hochbetrieb.

Hintergrund der Übungen ist die Fragestellung: Wie kann sich Deutschland mit den vorhandenen Möglichkeiten gegen Angriffe auf die kritische Infrastruktur verteidigen? Was passiert, wenn etwa mit Drohnen Angriffe auf militärische oder zivile Ziele stattfinden? Wie würde die Luftwaffe reagieren und welche Auswirkungen würden die Verteidigungsmaßnahmen entfalten?

Teil der bundesweiten Übungen

Darauf soll „Angry Eagle“ die Antworten liefern. Das Besondere an den stattfindenden Übungen ist deshalb, dass keine typischen und örtlich begrenzten Manöversituationen geschaffen werden. Stattdessen übt die Luftwaffe bundesweit gleichzeitig und unter Realbedingungen, wie auf eine angenommene Bedrohung reagiert werden würde.

Auch in Wunstorf wird daher seit gestern simuliert, wie die Landes- und Bündnisverteidigung ablaufen würde. Nicht nur Drohnenangriffe, auch andere Konfliktsituationen sind Teil der Szenarien. „Damit wird auch die Kaltstartfähigkeit der Luftwaffe einem Realitätscheck unterzogen“, heißt es von der Kommandobehörde Air Component Command. Während in Wunstorf vor allem die Flugmanöver der Transportflugzeuge auffallen, sind anderswo beispielsweise Kampfflugzeuge im Tiefflug unterwegs.

Auf Wunsch der NATO

Die taktischen Überprüfungen erfolgen im Auftrag der NATO und sollen die Leistungsfähigkeit der entsprechenden Verbände vor allem bei hybriden Bedrohungen überprüfen. Es kommt im Rahmen dessen zu verstärkten Absicherungsmaßnahmen rund um den Fliegerhorst, größerer militärischer Präsenz, höherem Flugaufkommen – und die Übungen werden auch in der Nacht nicht unterbrochen.

„Es kann ebenfalls während dieser Übung auf den Zufahrtswegen zum Fliegerhorst zu spürbaren Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs kommen“, heißt es dazu vom LTG 62.

Maschine auf Kurs zur Landebahn | Foto: Schneider

Mit dem Geschehen etwa im Nahen Osten hat die jetzige Übung dagegen nichts zu tun: Sie wurde bereits seit dem vergangenen Jahr langfristig geplant und wird nun unabhängig von der realen weltpolitischen Lage durchgeführt.

Einschränkungen im Straßenverkehr möglich

„Angry Eagle“ ist allerdings nur der Auftakt zu einer Reihe vergleichbarer Übungen, die die Bundeswehr einplant. „Schon jetzt möchten wir darauf hinweisen, dass sich solche Übungen regelmäßig wiederholen werden“, teilt das LTG 62 mit. Die Übungen seien für die Sicherheit des Fliegerhorstes, die Ausbildung und das Training der Soldaten sehr wichtig. Gleichzeitig wird versucht, die Auswirkungen auf den Alltag der Bürger so gering wie möglich zu halten.

Die aktuelle Großübung ist für 3 Tage angesetzt und läuft noch bis einschließlich Donnerstag, den 16. April 2026. Mit entsprechendem Auftauchen von militärischer Präsenz auf den Straßen und in der Luft nicht nur in Wunstorf und Umgebung ist daher auch heute und morgen noch zu rechnen.

Siehe auch: Videodoku: An Bord beim taktischen Nachtflug mit dem A400M 
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Kommentare


  • Britta J. sagt:

    Schon der Name „Angry Eagle“ wirkt merkwürdig kokett. Das klingt nach offensiver Schlagkraft, nach Jäger, nach Dominanz. Die Realität in Wunstorf ist aber eine andere: Dort stehen vor allem große, langsame, hochverwundbare Transportmaschinen am Boden, keine Luftüberlegenheitsjäger.

    Gerade im Ernstfall wäre deshalb nicht Pathos die entscheidende Kategorie, sondern Verwundbarkeit. Was passiert bei Drohnenangriffen auf abgestellte Maschinen, Treibstoff, Rollwege, Zufahrten und Infrastruktur? Wie schnell können Flugzeuge verlegt werden? Wie wird ein beschädigter Standort überhaupt wieder nutzbar gemacht?

    Und selbst wenn dafür Instandsetzungsressourcen vorhanden wären, werden damit sofort auch diese Kräfte, Fahrzeuge, Geräte und Abläufe selbst zu Folgezielen. Wer demonstriert, dass er Schäden schnell beheben kann, zeigt damit zugleich, worauf im nächsten Schritt ebenfalls gezielt werden kann.

    Vor diesem Hintergrund wirkt „Wütender Adler“ eher wie ein martialisches Etikett für ein Szenario, das in Wahrheit von Flucht, Verlagerung, Schadensbegrenzung und Wiederherstellung geprägt wäre. Weniger Adlerpose, mehr Realitätssinn wäre glaubwürdiger.

  • Anonym sagt:

    „Die Luftwaffe testet über 3 Tage hinweg, wie sie im Ernstfall agieren würde“

    Genau mein Humor. Es hat sich offensichtlich noch nicht bis zur Bundeswehr-Außenstelle Wunstorf herumgesprochen, dass die Russen über Hyperschall-Raketen verfügen, gegen die die NATO im Moment KEINE Möglichkeit der Abwehr hat.

    Okay – die NATO hat Patriot + Arrow 3 + IRIS-T SLM + NATO-Frühwarnung + passive Härtung.
    ABER – die Russen haben unter anderem:

    Kh-47M2 Kinzhal
    Typ: luftgestützte aeroballistische Hyperschallrakete
    Reichweite: ca. 1.500–2.000 km
    Geschwindigkeit: Mach 10–12 (~12.000–14.800 km/h)
    Flugzeit Kaliningrad → Wunstorf (~700 km): ca. 3–4 Minuten
    Flugzeit West-Russland → Wunstorf (~1.200 km): ca. 5–6 Minuten

    3M22 Zircon
    Typ: Hyperschall-Marschflugkörper (Schiffe / U-Boote)
    Reichweite: ca. 1.000 km
    Geschwindigkeit: Mach 8–10 (~9.000–11.000 km/h)
    Flugzeit Ostsee-Start (~700 km): ca. 4–5 Minuten

    Avangard
    Typ: Hyperschall-Gleitkörper auf Interkontinentalrakete
    Reichweite: >6.000 km
    Geschwindigkeit: bis Mach 20–27 (~24.000–33.000 km/h)
    Theoretische Flugzeit 1.200 km: ~3–4 Minuten
    Realistische Flugzeit (ballistische Flugbahn): etwa 10–20 Minuten

    Oreshnik
    Typ: Mittelstreckenrakete mit Hyperschall-Wiedereintritt
    Reichweite: ca. 5.500 km
    Geschwindigkeit: >Mach 10 (~12.000 km/h oder mehr)
    Flugzeit West-Russland → Wunstorf (~1.200 km): etwa 5 Minuten

    Folgende Szenarien sind denkbar:

    Szenario 1 – Start aus Kaliningrad
    Entfernung ~700 km
    Hyperschallraketen: 3–5 Minuten
    Iskander: ~6 Minuten
    Marschflugkörper: ~50 Minuten

    Szenario 2 – Start aus West-Russland (~1200 km)
    Hyperschallraketen: 5–7 Minuten
    Marschflugkörper: ~1,5 Stunden

    Szenario 3 – Start von Flugzeugen über Ostsee
    Wenn z. B. ein MiG-31K mit Kh-47M2 Kinzhal über der Ostsee startet:
    Entfernung zum Ziel kann 300–500 km betragen
    Flugzeit dann nur 1,5–3 Minuten

    Schlußfolgerung:

    Was bitte will die NATO gegen Raketen ausrichten, welche in 1,5 bis 5 Minuten in Wunstorf einschlagen und dabei auch noch eine manövrierfähige Flugbahn besitzen? Der Fliegerhorst Wunstorf ist Geschichte, bevor die Jungs und Mädels dort schnipp sagen können.

    Aber klar – ein wenig Kurven drehen über Wunstorf ohne Gefahr zu laufen, unter Beschuss genommen zu werden und dabei tonnenweise CO2 in die Luft zu blasen, das macht natürlich großen Spaß. Das konnte man auch unter flightradar24.de die letzten Tage beobachten, welche Runden hier gedreht wurden.

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