Wunstorfer Auepost

Vor 100 Jahren: Steinhude-Ausflug mit dem Auto fordert ein Todesopfer

20.09.2026 • Aufrufe: 202

Autounfälle vor 100 Jahren endeten oft tödlich. So war es auch im September 1926 in Wunstorf, als auf der Landstraße plötzlich ein unerwartetes Hindernis auftauchte: Schienenfahrzeuge.

Pressespiegel 100 Jahre

Autos waren vor 100 Jahren noch etwas Exotisches und Seltenes. Umso mehr Aufmerksamkeit bekam das Automobil, wenn es damit zu einem Unfall gekommen war.

Denn wenn etwas im motorisierten Straßenverkehr passierte, dann waren die Folgen für die Mitfahrenden meist schwerwiegend. Sicherheitssysteme wie Airbags waren noch Science-Fiction, und der Sicherheitsgurt war zwar schon erfunden, sollte aber erst 30 Jahre später in normalen Autos Einzug halten.

Aber auch wenn ein Autobesitzer sein Auto persönlich steuerte, statt einen Chauffeur zu beauftragen, war das bereits eine Besonderheit.

So berichtete die Leine-Zeitung am 13. September 1926 von einem Verkehrsunfall in Wunstorf am 11. September:

Der Landwirt H. aus Adensen im Kreise Springe unternahm am Freitag mit seinem Personenkraftwagen eine Spazierfahrt nach Steinhude, zu welcher er mehrere Bekannte und Verwandte einlud. Bei der nächtlichen Rückfahrt von Steinhude über Wunstorf nach Groß-Munzel sah H., der seinen Wagen selbst steuerte, plötzlich auf der Landstraße einige Feldbahnwagen stehen. Um einen Zusammenstoß mit diesen zu vermeiden, bog er seinen Kraftwagen zur Seite. Der Kraftwagen fuhr gegen einen Baum und überschlug sich. Bei dem Unfall wurde von den Bekannten des Landwirts der etwa 30- bis 35-jährige Landwirt B. aus Barrigsen getötet. Der Hofbesitzer H. erlitt eine Armverletzung und wurde in das Henriettenstift in Hannover gebracht. Die übrigen Insassen, zwei Gebrüder aus Groß-Munzel und Adensen kamen mit dem Schrecken davon.

Wir schreiben das Jahr 1926. Wunstorf ist eine kleine Ortschaft in der Provinz Hannover im Freistaat Preußen des Deutschen Reiches. Von den „Goldenen Zwanzigern“ der Weimarer Republik ist in Wunstorf wenig zu spüren. Es herrscht Wohnungsnot. In Wunstorf macht man sich Gedanken, was mit der einsturzgefährdeten Germania-Statue geschehen soll. In der Reichspolitik wird gestritten, ob Deutschlands Flagge schwarz-weiß-rot oder schwarz-rot-gold sein soll. In Berlin wird die Lufthansa gegründet und der Funkturm eingeweiht. In Hannover bricht eine Typhus-Epidemie aus. In Schaumburg-Lippe stimmt das Volk gegen den Anschluss an Preußen.


veröffentlicht am: 20.09.2026 • Aufrufe: 202
Redaktion
[Anzeige]

Kommentare


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:
Politische Werbung der SPD Wunstorf (Transparenzhinweise)
Politische Werbung für CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Pavel (Transparenzhinweise)

Kontakt zur Redaktion

Tel. +49 (0)5031 9779946
info@auepost.de

[Anzeigen]
Politische Werbung für CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Pavel (Transparenzhinweise)

Politische Werbung der SPD Wunstorf (Transparenzhinweise)

Artikelarchiv


Am häufigsten gelesen
Auepost auf …