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Kunstverein zeigt: Grotjohann erhebt den Spagat zum Prinzip

20.07.2025 • Achim Süß • 2 Min.Kommentare: 0

Die Grotjohann-Ausstelllung in der Abtei wurde eröffnet – und das „Lagerfeld-Bild“ ist jetzt schon Stadtgespräch. Das neue Führungsduo des Kunstvereins rückt einen Künstler ins Licht, der weitere Blicke verdient.

20.07.2025
Achim Süß
2 Min.
Führungsduo vor Lagerfeld und Federvieh: Helga Radtke und Jobst Heizmann | Foto: Achim Süß

Wunstorf (as). Noch bis Ende des Monats lohnt sich für jeden Freund der Malerei ein Besuch in der Abtei: Der neue Vorstand des Kunstvereins mit Helga Radtke und Jobst Heizmann an der Spitze hat einen wahren Schatz geborgen und zeigt bislang nie öffentlich ausgestellte Werke des Kolenfelders Klaus-Walter Grotjohann – wenige Monate nach dessen Tod.

Grotjohann war viele Jahre Kunstpädagoge, und es ist sein bleibendes Verdienst, am Hölty-Gymnasium einer Legion von Schülerinnen und Schülern die Malerei nahegebracht zu haben. Sein Wissen und sein Können erleichterten ihm das Bemühen, die jungen Menschen vor sich für das zu begeistern, was für ihn Lebensinhalt und Auftrag zugleich war. In der Literatur bewandert, in der jüngeren Musikgeschichte zu Hause und mit allen ihren Strömungen vertraut, konnte er Zusammenhänge erklären – und ansteckend wirken.

Dass er ein begnadeter Handwerker war, stilsicher zwischen Themen und Motiven wechseln konnte, wussten Familie, Freunde, Kollegen und Schüler. Mit der Ausstellung rückt der Kunstverein Grotjohanns Arbeiten nun aber auch ins Licht der Öffentlichkeit. 30 Gemälde sind in monatelanger Vorbereitung für die Werkschau in der Abtei ausgewählt worden.

Zeit nehmen

Wer sich die erforderliche Zeit nimmt, merkt schnell: Grotjohann erhebt den Spagat zum künstlerischen Prinzip – Erotisches neben Eisenbahnen, Abstraktes neben filigranen Zeichnungen. Themen und Motive sind vielfältig. Oft haben die Gemälde Bezüge zu literarischen Werken: Manhattan Transfer zum Beispiel. Grotjohann setzt sich mit John Dos Passos’ Roman über den urbanen Dschungel New Yorks auseinander. Auf einem anderen Bild ist in einer Ecke Arno Schmidt porträtiert. Schaut er auf die pikanten erotischen Details des Werkes um sich herum, auf die entblößten Körperteile, oder schamhaft weg?

Ein anderes Werk zeigt, dass Grotjohann auch ironisieren konnte: Er zeigt den weltberühmten Modekönig Karl Lagerfeld, umgeben von einer Schaar gerupfter Hühner. Oder sind es kahle Pfauen? Fest steht: Grotjohanns Bilder verdienen den zweiten und dritten Blick. Da war ein Könner am Werk. Schade, dass seine Potenz erst nach seinem Tod richtig bekannt wird.

Die Ausstellung in der Abtei ist dienstags bis donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet, sonnabends ebenfalls und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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