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2. Wunstorfer Stolpersteinverlegung, Filmabend und Gedenkstunde

12.03.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 0

Am 18. März werden in Wunstorf zum zweiten Mal Stolpersteine verlegt. Forum Stadtkirche und der Arbeitskreis Erinnerungskultur haben ein großes Rahmenprogramm dazu vorbereitet.

12.03.2026
Redaktion
2 Min.
Stolpersteinverlegung in Wunstorf (Archiv)

Wunstorf (red). Der Arbeitskreis Erinnerungskultur hat gemeinsam mit dem FORUM Stadtkirche e. V. ein Rahmenprogramm nach der bevorstehenden zweiten Verlegung Wunstorfer Stolpersteine organisiert.

Am Mittwoch, den 18. März 2026, werden insgesamt 20 weitere Stolpersteine verlegt: Vor Häusern in der Bahnhofstraße (Nr. 93 – 10 Uhr), in der Hindenburgstraße (Nr. 30 – 10.30 Uhr), in der Küsterstraße (Nr. 4 – 11 Uhr) sowie vor dem historischen Haupteingang des Wunstorfer Rathauses (Gedenkstunde – 11.30 Uhr) werden die Gedenksteine eingebracht.

Die 2. Stolpersteinverlegung, 18.3.2026
10.00 Uhr: Bahnhofstraße 93
10.30 Uhr: Hindenburgstraße 30
11.00 Uhr: Küsterstraße 4
11.30 Uhr: Haupteingang Rathaus/Gedenkstunde

Im November 2024 waren die ersten Stolpersteine in Wunstorf verlegt worden. „Stolpersteinerfinder“ Gunter Demnig war dazu persönlich nach Wunstorf gekommen. Schwerpunkt war die Fußgängerzone gewesen. Nun folgen weitere Straßen, in denen einst jüdische Wunstorfer gelebt hatten, die im Dritten Reich verfolgt und ermordet worden waren.

Zur Gedenkstunde sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wunstorf herzlich eingeladen. Gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Piellusch, der für den Rat und die Verwaltung der Stadt sprechen wird, den ebenfalls eingeladenen Vertretern des Wunstorfer Stadt- und Ortsrates sowie den zahlreichen Spendern und den heutigen Eigentümer-Familien der betroffenen Häuser sehen Forum Stadtkirche und Arbeitskreis Erinnerungskultur einem würdigen Rahmen der zweiten Stolpersteinverlegung entgegen.

Film in der Stadtkirche

Nach der jetzigen Stolpersteinverlegung laden der Arbeitskreis und das Forum am Abend gemeinsam in die Stadtkirche ein. Gezeigt wird um 18.30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) der mehrfach – unter anderem mit dem Berlinale Panorama Publikumspreis – ausgezeichnete deutsche Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ aus dem Jahr 2025: Im November 1992 zerstörte der rassistisch motivierte Brandanschlag von Mölln die Leben von İbrahim Arslan und seiner Familie. Der damals siebenjährige İbrahim überlebte, verlor aber seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Die Stadt Mölln erhielt Hunderte Briefe mit Solidaritätsbekundungen, von denen aber fast drei Jahrzehnte niemand Notiz nahm.

Der Film folgt İbrahim bei der Entdeckung dieser Briefe und bei der Begegnung mit drei ihrer Verfasser. Zugleich zeichnet er ein komplexes Porträt des anhaltenden Traumas, das İbrahim und seine Geschwister bis heute beeinträchtigt. İbrahim hat einen Umgang mit den Geschehnissen gefunden, indem er aktiv gegen Rassismus kämpft und sich für eine Erinnerungskultur einsetzt, die die Opfer ins Zentrum stellt. Sein Bruder Namik hingegen befindet sich noch am Anfang seines Wegs der Bewältigung. Der Film beleuchtet nicht nur die Erfahrungen der Überlebenden, er deckt auch die große Solidarität auf, die es damals gab – eine Solidarität, von der die Opfer bis zum Zeitpunkt der (Wieder-)Entdeckung der Briefe nichts wussten. Er schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und nimmt eine Perspektive des Erinnerns ein, die den Stimmen der Betroffenen den Raum und die Anerkennung gibt, die sie verdienen.

Der Eintritt zum Filmabend in der Stadtkirche ist frei, das Forum sorgt für gekühlte Getränke. Spenden – gerne auch zweckgebunden für die „Wunstorfer Erinnerungskultur“ – sind herzlich willkommen.
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