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Das Freibad Wunstorf

06.08.2025 • Redaktion • 7 Min.Kommentare: 5

Fast 80 Jahre alt durfte das Freibad Wunstorf werden. Dann wurde es geschlossen. Heimatforscher Heiner Wittrock erzählt die Geschichte des ersten Wunstorfer Schwimmbades, das von 1933 bis 2013 in Betrieb war.

06.08.2025
Redaktion
7 Min.
Drei Wassertiefen: Schwimmerbecken (mit Sprungturm), Nichtschwimmer in der Mitte und Planschbecken am abgerundeten Ende im Jahre 1940 | Foto: Archiv Heiner Wittrock

Nachdem die Stadt Wunstorf ihr Krankenhaus (heute die Jugendpsychiatrie des Klinikums Hannover) im Jahre 1933 an die Provinzial Heil- und Pflegeanstalt verkauft hatte, baute die Kommune aus dem wiedergewonnenen Kapital, der so genannten Frankeschen Stiftung, hinter dem Jahnplatz im selben Jahr das Freibad.

Nach Plänen des Architekten Otto Immendorfs begannen im November 1932 die ersten Bauarbeiten. Neben der Firma Philipp Holzmann waren die hiesigen Handwerksunternehmen Schmedes, Rehkopf, Presuhn und Dörries am Bau beteiligt. Der Finanzbedarf betrug derzeit ca. 35.000 Reichsmark. Die feierliche Einweihung fand am Dienstag, dem 25. Juni 1933 statt. Erster Bademeister war bis zum Kriegsbeginn im Jahre 1939 Herr Grages.

Zu Beginn der 1950er Jahre fuhren zahlreiche Besucher mit dem Fahrrad zur Badeanstalt. Das Gefährt konnte für etwa 20 Pfennige (ca. 10 Cent) an einem bewachten Fahrradstand, der sich zwischen den beiden Sportplätzen befand, abgegeben werden. Bevor man das eigentliche Schwimmgelände erreichte, musste am Kassenhaus der Eintritt entrichtet werden, sofern man keine Dauerkarte besaß.

Bauweise

Das Bad selbst bestand aus einem Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sowie einem angegliederten Planschbecken. Rings um die Becken führte eine etwa anderthalb Meter breite Fußwaschrinne, die die Verunreinigung des Wassers verringern sollte. Für Wettkämpfe befanden sich zu beiden Seiten des Schwimmerbeckens jeweils sechs Startblöcke.

Hochbetrieb an der Sprunganlage. Der Bademeister passt in 3 Metern Höhe auf. | Foto: Archiv Heiner Wittrock

Weiterhin gehörten zum Freibad eine Sprunganlage mit 5-Meter-Turm, ein 3-Meter- und ein 1-Meter-Brett, eine große Holzbaracke bestehend aus Kiosk, Schwimmmeisterraum, Umkleidetrakt mit 10 Umkleidekabinen, 2 Gemeinschaftsumkleideräumen, jeweils für Jungen und Mädchen, mit dazugehörenden Duschen, ein Raum für Schulen und Vereine und sonstige Räume, vornehmlich für die Lagerung von Schwimmutensilien und der Garderobe. Damals zählte zum Standard, auch die zum Baden nicht benötigte Überbekleidung direkt beim Garderobenpersonal kostenlos abgeben zu können.

Im Zentrum des Gebäudes zeigte eine an einem Turm angebrachte große Uhr weit sichtbar die Zeit an. Besonders im Süd- und Westbereich des Freibades gab es große Liegewiesen mit zahlreichen Bäumen, die an heißen Tagen willkommenen Schatten boten. Auffällig und beliebt war eine parallel zum eigentlichen Bad befindliche zweireihige, aus etwa 40 Birken bestehende leicht erhöhte Fläche, die dem dort verweilenden Badegast Schatten und zugleich guten Ausblick auf das Badegeschehen verschaffte. In den frühen Abendstunden konnte man hier oft artistische Leistungen von Heiko Bublitz oder den Gebrüdern Hischen, Meier und Teske bewundern, wenn diese vom 5-Meter-Turm, um Schwung zu holen, auf das 3-Meter-Brett sprangen, einen doppelten Salto hinlegten und dann mit dem Kopf voran elegant in die Fluten eintauchten. Stets gut besucht war das Freibad auch bei den zahlreichen Schwimmwettkämpfen, die hier meist auf regionaler Ebene regelmäßig stattfanden.

Der Eingang zum Freibad | Foto: Archiv Heiner Wittrock
In den frühen Jahren. Im Vordergrund das Planschbecken | Foto: Archiv Heiner Wittrock

Weil die Liegeflächen des Bades Ende der 1950er Jahre bedingt durch den Zuzug der Luftwaffenangehörigen zu klein wurden, um die vielen Badegäste aufnehmen zu können, erweiterte die Stadt Wunstorf das Areal im westlichen Bereich. Das sich anschließende Gebiet der heutigen Eigenheime gehörte früher zum Überflutungsbereich der Südaue.

Ein Bademeister

Seit 1939 war mit kurzen kriegsbedingten Unterbrechungen der Schwimmmeister Walter Richter im Wunstorfer Freibad tätig. Der im Dienst der Stadt Wunstorf stehende Richter übernahm als einzige Fachkraft während der gesamten Freibadsaison die Badeaufsicht und damit die Verantwortung für bis zu 120.000 Personen, die etwa im Sommer 1959 hier badeten und der Stadt 12.000 DM an Eintrittsgeldern brachten.

Das Freibad im Jahr 1950 | Foto: Archiv Heiner Wittrock
Der Sprungturm wird stets belagert | Foto: Archiv Heiner Wittrock

Außer der Badeaufsicht, der Aufbereitung des Wassers mit Chlor- und Kupferlösungen, der Pflege des Terrains, dem Einsatz der Mitarbeiter im Umkleide-, Reinigungs- und Eingangsbereich bildete Walter Richter Nichtschwimmer zu Schwimmern aus und nahm vom Freischwimmer bis zum Rettungsschwimmer die dazu erforderlichen praktischen und theoretischen Prüfungen ab. Richter, der mit seiner Familie im Ostbereich des Bades in einem kleinen Pavillon (zuletzt genutzt als Heim des Freibad-Fördervereins) wohnte, sorgte in seiner ruhigen aber sehr bestimmenden Art für Ordnung im Bad. Bei starkem Badebetrieb saß er auf dem Sprungturm im 3-Meter-Bereich, um eine gute Übersicht über das Badegeschehen zu haben.

Kiosk und Selbstversorgung

Besonders arbeitsintensiv und hektisch war die während der Saison zumindest einmal erforderliche Grundreinigung des Bades, zu der das gesamte Wasser abgelassen und ersetzt werden musste, denn Umwälzpumpen gab es damals noch nicht. Allein zur Befüllung des Schwimmerbeckens waren zwei Millionen Liter Wasser erforderlich. Für die Dauer der Reinigung ruhte der Badebetrieb ein bis zwei Tage lang. Nicht jedoch für Walter Richter und die städtischen Helfer, die per Hand die vielen Quadratmeter Flächen der drei Wasserbecken zu reinigen hatten.

Hochwasser der benachbarten Südaue überschwemmt 1956 das Freibad | Foto: Archiv Heiner Wittrock

Mit seiner Gattin Frieda besaß Richter eine äußerst kompetente Mitarbeiterin, die vornehmlich das stets wachsende Kiosksortiment betreute und den Ein- und Verkauf organisierte. Den Kiosk hatte das Ehepaar von der Wirtin des Hotels Ritter, Grete Sebastian, gepachtet. Obwohl aus Kostengründen viele jugendliche Besucher zumindest eine „Grundversorgung“ selbst mit ins Freibad nahmen, wartete am Kiosk meist eine Kinderschlange geduldig, um sich Kekse, Dauerlutscher, Nappos, Sahnebonbons, Kaugummis oder gar ein Eis zu kaufen. Mehr als 50 Pfennig (heute ca. 25 Cent) standen den Kindern damals fast nie zur Verfügung. Oft gaben die Mütter ihren Kindern auch selbst gemachte Säfte mit, der Wespen besonders im August regelrecht wild und angriffslustig machte.

Schwimmausbildung und erste Jobs

Nach der Freibadsaison, die vom 15. Mai bis zum 15. September eines jeden Jahres dauerte, übernahm Walter Richter bei der Stadt Wunstorf Boten- und Verwaltungsdienste. Der Autor erinnert sich noch heute gern an sein erstes selbst verdientes Geld, das er als 11-Jähriger von Walter Richter erhielt, als er einen Monat lang für jeweils ca. 30 Minuten im Liegebereich des Bades abends Papierreste und ähnlichen Unrat aufsammelte und entsorgte. Der dafür erhaltene Monatslohn in Höhe von 20 DM war im Jahre 1960 für einen Schüler der Klasse 6 ein kleines Vermögen.

Schwimmausbildung mit Walter Richter | Foto: Archiv Heiner Wittrock

Schwimmmeister Walter Richter, der wohl Tausenden von Wunstorfern das Schwimmen beibrachte, war bis 1962 im Schwimmbad tätig. Groß war die Trauer bei der Bevölkerung, als er 1963 verstarb.

Eine Umgestaltung des Freibades erfolgte mit dem Bau eines neuen Sanitärtraktes im Jahre 1964. Weiterhin wurde im Bad eine Umwälz- und Filteranlage installiert, das Hauptbecken modernisiert sowie ein neues separates Kinderplanschbecken gebaut.

Schwere Zeiten brechen an

Mit der Eröffnung der Bäder in Bokeloh und Luthe Anfang der 1970er Jahre begann eine schwere Zeit für das Wunstorfer Freibad. Die beiden neuen Bäder in den Ortsteilen erfuhren einen enorm großen Zulauf, weil sie beheizt waren und sich dadurch die Freibadsaison verlängern ließ. Darüber hinaus war die Technik des Wunstorfer Freibades in die Jahre gekommen und sehr marode.

Das Bad mit der neuen Sprunganlage im Jahre 1973 | Foto: Archiv Heiner Wittrock

So war es nicht verwunderlich, dass ab etwa 1982 die hiesigen Politiker immer wieder über eine mögliche Schließung des Bades in der Kernstadt kontrovers diskutierten. Um dieses zu vermeiden, schlossen sich 1992 engagierte Bürger, wie zum Beispiel der Landwirt und Ratsherr Gottfried Knapp, zusammen und sammelten Unterschriften zum Erhalt des Bades, sodass sich schließlich im November 1994 daraus der Förderverein Freibad Wunstorf rekrutierte.

Förderverein greift ein

Diesem gelang es durch eine ebenfalls veranstaltete Unterschriftenaktion die endgültige Schließung vorerst zu verhindern. Mit einer Investitionssumme von 1,2 Millionen DM wurde das marode Bad bis zur Neueröffnung im Juni 1996 saniert. Dazu halbierte man die Länge des Hauptschwimmbeckens und erneuerte die komplette Technik. Den Sanitär- und Umkleidetrakt brachte der Förderverein in Eigenregie auf Vordermann. Ebenso kümmerten sich die aktiven Mitglieder um die Pflege der Grünanlagen.

Schon bald stand der Förderverein vor einem erneuten Problem, denn auch das marode Kinderbecken musste erneuert werden. Auch diese Hürde stemmten die engagierten Vereinsmitglieder. Mit Hilfe zahlreicher Spenden, Erlösen aus Veranstaltungen, Mitgliedsbeiträgen und vor allem durch Eigenleistungen gelang es dem Verein, den größten Teil der Kosten für das neue Planschbecken in Höhe von 150.000 DM zu übernehmen. So konnte das neue Kinderbecken am 13. Mai 2000 eingeweiht werden.

Das Wunstorfer Freibad nach zahlreichen Sanierungsarbeiten des Fördervereins im Jahre 2007 | Foto: Heiner Wittrock

Das überaus große Engagement des Fördervereins trug im selben Jahr auch überregionale Früchte. Beim landesweiten Wettbewerb „Niedersachsen neu entdeckt Altes im neuem Glanz“ errangen die Freibadenthusiasten den mit 5.000 DM dotierten 3. Platz. Das Geld kam dem Planschbecken zugute.
Damit endete aber der Elan des Fördervereins Freibad Wunstorf noch lange nicht. Vor der 70-Jahr-Feier im Jahre 2003 galt es noch in Eigenregie Duschen und Toiletten zu renovieren. Dafür wendete der Verein Mittel in Höhe von 12.000 € auf.

Am 28. Juni 2003 wurde das 70-jährige Bestehen des Freibades unter der Mitwirkung des TuS, der DLRG, der Big Band der Musikschule, des Wassersportvereins und der Schiffsmodellbauvereinigung Kolenfeld groß gefeiert.

Die letzten Jahre

Im Jahre 2004 erfolgte mit der Renovierung des Umkleidebereiches ein weiterer wichtiger Schritt zur Gesamtsanierung des Bades. Hierfür musste der Verein weitere 10.000 € aus eigenen Mitteln beschaffen. Durch den Umbau des Luther Freibades zum Naturerlebnisbad wurden die 25 Meter lange Rutsche und die Solaranlage dort nicht mehr benötigt. Davon profitierte im Jahre 2006 das Wunstorfer Freibad. Beide Teile konnten hier nun kostengünstig eingebaut werden. Zur Umsetzung dieses Projektes beteiligte sich der Förderverein mit weiteren 12.000 €.

Das Planschbecken ist separat angelegt, die 25-Meter-Rutsche installiert, Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sind kombiniert | Foto: Heiner Wittrock

So wurde das nun mit Solarenergie beheizte und optimierte Kleinod besonders an Sonnentagen wieder für lange Zeit ein beliebter Treffpunkt vieler Wunstorfer. Jedoch zogen spätestens im Jahre 2012 besorgniserregende dunkle Wolken über dem Wunstorfer Freibad auf. Steter Wasserverlust des Hauptbeckens, ein hoher Zuschussbedarf (8.000 € Einnahmen gegenüber 120.000 € Ausgaben) durch die Bäderbetriebe Wunstorf GmbH und deutlich geringere Haushaltsmittel für das kommende Jahr signalisierten den Freibadverfechtern nichts Gutes für die Zukunft.

Abruptes Ende

Allerdings glaubte wohl keiner daran, dass noch vor dem 80-jährigen Jubiläum im Sommer 2013 eine endgültige Schließung des Bades in Frage käme. Als der Rat der Stadt dann im März 2013 mit großer Mehrheit beschloss, das Freibad aus Kostengründen nicht weiterzubetreiben, sah sich der Förderverein Freibad Wunstorf förmlich überrumpelt.

Neben den jungen Wunstorfer Familien mit kleineren Kindern und ohne fahrbaren Untersatz traf die Schließung des Freibades besonders viele alte Wunstorfer. Diese waren mit ihrem Freibad eng verwurzelt, hatten sie doch einst hier schwimmen gelernt und viele schöne Tage verbracht, an die sie sich noch gern erinnern. So endete nach knapp 80 Jahren völlig überraschend die Ära des Wunstorfer Freibades.

~ Der Bericht von Heiner Wittrock erschien ursprünglich im Stadtspiegel, dem Magazins des Heimatvereins Wunstorf. Für die Veröffentlichung in der Auepost wurde er leicht überarbeitet.

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Kommentare


  • Basti g. sagt:

    War es wirklich bis 2013 in Betrieb ?

  • Anonym sagt:

    Mir blutet das Herz wenn ich in meine Kind und Jugendzeit und später als Mutter noch mit meinen Kindern nicht in Luthe sondern das alte Freibad besuchte dort traf man viele aus vergangenheit Freunde Familie und was zurzeit mit unserer Stadt passiert macht mich sprachlos …denn sie wissen nicht was sie tunIch bin in der kleinen Südheide geb.und wir hatten die schönste Kindheit ever alles alte was zu unserer Stadtgeschichte gehörte gibt es nicht mehr vielen mit denen ich mich darüber Unterhalte sind wütend und sagen ..Mario Bart deckt auf wäre mal eine Maßnahme Bürger Befragungen laufen ins Leere und der Irrsinn nimmt seinen Lauf …die Fussgängerzohne.Sparkasse Hannover baut 3Stöckig was passiert mit dem Rest der Wasserzucht…was soll man dann noch in der Fußgänger zone ?Unsere Stadt stirbt und das tut weh

    • Heidrun Stiel sagt:

      Im November 1994 wurde der Förderverein Freibad Wunstorf gegründet. Mit Gerhard Sellmann als 1. Vorsitzenden, dem Vorstand und den Mitgliedern wurde der Förderverein eine Erfolgsgeschichte. Wie von Herrn Wittrock im Artikel erwähnt hat der Förderverein viele Projekte im Freibad durch Beiträge und Spenden realisieren können. Das Freibad wurde ein Familienbad für jung und alt.Bei der Mitgliederversammlung im November 2012 teilten uns Vertreter des Ortsrates und der Bäderbetriebe mit, dass es keine konkreten Pläne oder Beschlüsse zur Schließung des Freibades gäbe. Gerhard Sellmann zweifelte am Willen der Politik das Freibad zu erhalten. Der Förderverein wollte in 2013 Spendengelder nutzen, um endlich die Ursache des angeblichen Wasserverlustes durch einen externen Gutachter zu finden. Dies teilten wir den Bäderbetrieben mit. Der damalige Geschäftsführer informierte uns, dass der Wasserverlust nicht feststellbar sei und dass das Freibad nicht geschlossen, sondern nur in 2013 nicht geöffnet wird. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Nach 18 Jahren guter Zusammenarbeit mit Ortsrat und Bäderbetrieben wurde der Förderverein einfach abserviert. Der Ortsrat mit den Fraktionen SPD/Grüne und CDU hat am 8.3.2013 die Schließung des Freibades einstimmig beschlossen. Der Förderverein fühlte sich von den politischen Vertretern, von denen auch einige langjährige Mitglieder des Fördervereins waren, komplett überrumpelt. Gerhard Sellmann hatte recht mit seiner Einschätzung. Der Förderverein Freibad Wunstorf war Geschichte und das Freibadgelände in 2025 gilt in Niedersachsen als Lost Place. In 2013 wurde durch die Schließung 63.000 EUR eingespart. In 2025 spricht man beim Umbau der Wunstorf Elements von 38 Mio EUR.
      Heidrun Stiel
      Ehemalige 1. Vorsitzende des Fördervereins

  • Birgit sagt:

    Es ist erstaunlich, dass gerade in Wunstorf Stadt in Sachen Schwimmbad nichts auf Reihe geht.

    In vielen Orten der Region wie auch im angrenzenden Schaumburger Land wie beispielsweise Bückeburg, Rodenberg, Stadthagen, Bad Nenndorf und andere Frei- und Hallenbaeder, Naturbäder wie das Bergbad Bückeburg und auch Luthe!!! beweisen einen anderen Status,

    Da kann man durchaus die Frage erlauben, warum das gerade heute so ist. Auf das falsche Pferd gesetzt oder in den falschen Topf geworfen?

    Leider ist von der Schwimmbadromantik vergangener Zeit oft nicht mehr viel zu spüren aus bedauerlichen Gründen. Aber das Bestreben sollte dahin gehen, dass nicht alternativlos Köpfe in den Sand gesteckt werden. Vielmehr sich beispielnehmend an anderen Lokalitäten nicht nur an „Hyperbauprojekten‘ messen zu lassen, denn das ist äußerst fragwürdig.

  • Berndt Günther sagt:

    Vielen Dank an Herrn Wittrock, dass er einen kurzen Einblick in die Geschichte des ehemaligen Wunstorfer Freibades von 1933 bis zum „unrühmlichen“ Ende für die engagierten Ehrenamtlichen des Förderverein Freibad Wunstorf e.V. in der Auepost publizierte. Ich schätze meine Unterlagen haben als Quelle dazu beigetragen.
    Die Geschichte von 70 Jahren vor 1932/33 zeigt die eigentliche Leistung von engagierten Wunstorfern in aller Kürze. Die Geschichte des Wunstorfer Freibades basiert zum Einen seit 1897 mit dem Bauantrag zum Bau eines Turn- und Sportplatzes mit Badestelle in der Südaue (dem 1. Sportzentrum Wunstorfs) durch Wunstorfs ersten Ehrenbürgers Heinrich Magnus. Die zweite Basis ist der 1893 von Heinrich Magnus gegründete Arbeiterverein, der für die Entstehung des 1933 eingeweihten Freibades und mit der Entstehung des in der Bevölkerung zu dieser Zeit benannten „Stadtpark“, später Arbeiterpark und heute Jahnplatz (Mitte der 1920 Jahre), eine führende Rolle spielte. Die dritte Basis ist die Finanzierung des Wunstorfer Freibades, die auf einer Stiftung aus dem Jahr 1862 von Herrn Franke für ein Krankenhaus in Höhe von 2000 Thalern basierte. Heinrich Magnus setzte sich dafür ein, dass trotz der Übernahme des Königreiches Hannover durch Preußen und der Reichsgründung Deutschlands 1871, die Stiftungsgelder durch Benefiz-Veranstaltungen bis zum Bau des Krankenhauses aufgestockt werden konnten. Letztendlich überlebte die Franksche-Stiftung sowie die über Jahre hinweg gesammelten Spenden der Wunstorfer – im Gegensatz zu anderen Stiftungen – in Form des Wunstorfer Krankenhauses den ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise. Der Arbeiterverein war die treibende Kraft, um aus seiner Flussbadeanstalt in der Südaue, ein „modernes Freibad dieser Zeit“ entstehen zu lassen. Bereits Mitte der 1920 Jahre schlossen sich Wunstorfer Vereine zusammen, die die Planung und Finanzierung eines Freibades in Gang brachten. Wunstorf als ca. 5000 Einwohner Stadt hatte in dieser Zeit keinerlei Mittel und die Vereine konnten die ersten Kalkulationen von 18.000 Reichsmark für den Bau eines Freibades ebenfalls nicht aufbringen. Glücklicher Umstand war der Verkauf des Wunstorfer Krankenhauses und die Freigabe der Mittel durch den Regierungspräsidenten, die den Bau des Wunstorfer Freibades 1932 ermöglichten.

    Als Ergänzung zu Herrn Wittrocks Artikel sei noch erwähnt, dass der Förderverein Freibad Wunstorf e.V. zur 75 Jahrfeier in 2008 ein Sonnensegel über dem Kinderplanschbecken einweihte. Die komplette Planung von der Konzeption bis zur Auftragsvergabe incl. dem einwerben von Spenden lag in der Hand des Fördervereins, natürlich in enger Absprache mit den Bäderbetrieben, die die Restsumme, die der Förderverein nicht leisten konnte, zahlten.
    Das Sonnensegel war ein Alleinstellungsmerkmal des Wunstorfer Freibades.

    Ehrenamtliches Engagement kennzeichnete die Geschichte des Wunstorfer Freibades.

    Berndt Günther ehemaliges Mitglied des Vorstandes des Fördervereins Freibad Wunstorf e.V.

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