+++ Eilmeldung +++ Großbrand in Wunstorf +++ Halle auf altem Vion-Gelände brennt +++ Starke Rauchentwicklung +++ Fenster und Türen geschlossen halten +++

Bokeloh/Mesmerode (ds/nd/dd). Einen solchen Tag hat es in der Stadt noch nicht gegeben. Zwei Feuerwehren feiern gemeinsam einen großen Tag der offenen Tür – und zeigen der Stadt, was in den vergangenen Jahren zwischen Bokeloh und Mesmerode entstanden ist: die erste gemeinsame Feuerwache für zwei Ortsfeuerwehren der Stadt.
Die Wehren Mesmerode und Bokeloh residieren damit nun in dem modernsten Feuerwehrgebäude, das Wunstorf zu bieten hat. Zwischen den bisherigen Standorten der beiden Feuerwehren und dem neuen gemeinsamen Haus liegen jeweils nur ein paar hundert Meter, aber es liegen auch Welten dazwischen. Die alten Gerätehäuser hatten Tradition und Charme, waren ein Mittelpunkt in beiden Orten – aber dem modernen Feuerwehralltag waren sie längst entrückt. Bisweilen passten nicht einmal mehr die neusten Fahrzeuge in die alten Tore.
Die altehrwürdigen Häuser werden eine neue Bestimmung finden, während die Feuerwehren nun unter einem gemeinsamen Dach zusammenkommen.






Am 28. Juni 2025 konnte sich auch die breite Öffentlichkeit davon überzeugen, was aus der Idee geworden war, statt zwei neuer Feuerwachen eine noch größere gemeinsame zu bauen. Am Tag der offenen Tür wusste man gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Erstens war ein riesiges Rahmenprogramm mit Blaulichtmeile und vielen Vorführungen organisiert worden. Zweitens wirkt das neue Gebäude nun tatsächlich eher wie ein Feuerwehrzentrum als eine bloße Feuerwache.
Es ist eine weitreichende Umstellung, auf die man lange gewartet hat bei den Feuerwehren. An neue Zeiten gewöhnen müssen sich aber die Nachbarn: So etwa Wilhelm Seegers. Der 80-Jährige ist passives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Mesmerode und schaute die vergangenen Jahrzehnte direkt auf die alte Feuerwache – als Anwohner von gegenüber. Die Sirene bleibt auf dem Dach, doch wenn diese anspringt, tauchen die Aktiven nun nicht mehr vor Seegers Haustür auf.
Von den Feuerwehrleuten verläuft sich in der neuen Wache niemand mehr, doch für die Besucher konnte das Gebäude wie ein kleines Labyrinth wirken. Viele Räume, zahlreiche Gänge und unzählige Türen und Schleusen gehören zum Komplex. Auf den ersten Blick am beeindruckendsten, das gesamte Gebäude einmal ausgenommen, sind dabei die große Fahrzeughalle und der Schulungsraum. Aus Letzerem hat man einen Blick durch raumhohe Fensterfassaden direkt auf den Kaliberg. Der Raum ist flexibel teilbar, dient den Diensten der Feuerwehrleute, kann aber auch für andere Gelegenheiten genutzt werden.






Den Besuchern wurden Führungen durch das neue Gebäude angeboten. Der Baustil der neuen Wache zeigt sich funktional-nüchtern und zeitgemäß: Schrille Kontraste und Verzierungen sucht man vergeblich, dunkles Anthrazit und helles Grau dominieren das Innere. Auch der wieder modern werdende Sichtbeton gehört zu den Gestaltungselementen. Einige Wände und Pfeiler bleiben gewollt unverputzt.







Neu im Gebäudekonzept ist der gesonderte sogenannte Alarmeingang. Bei Alarmierung treffen die Feuerwehrleute nicht wie bisher üblich an der Fahrzeughallenseite ein, sondern genau gegenüber, auf der anderen Seite der Feuerwache. Von dort geht es dann zu den Umkleiden sowie Sanitäranlagen und dann erst zu den Einsatzfahrzeugen.
Alle Türen und Wege sind dabei ins elektronische Gebäudemanagement integriert – es lässt sich genau steuern, wer wohin im Gebäude gelangen kann. Zutritt erhalten die Feuerwehrleute über Token. Getrennt ist das Gebäude zudem in einen Schwarz- und einen Weißbereich. Dies bedeutet, dass zwischen Einsatzkleidung und Alltagskleidung strikt unterschieden wird: Giftstoffe, die der Feuerwehreinsatzkleidung anhaften könnten, werden so aus den Weißbereichen herausgehalten, Verunreinigungen und Kontaminationen vermieden.












Zum Tag der offenen Tür wurde das neue Feuerwehrgelände zum Festgelände. Nicht nur die Feuerwehren Bokeloh und Mesmerode stellten sich vor, als Gäste hatten sie zahlreiche Blaulichtkollegen dabei: Das THW Lehrte hatte eine Kletterwand aufgebaut, die Polizei Wunstorf sowie die Schnelleinsatzgruppe der Johanniter präsentierten ihre Fahrzeuge und luden zum Mitmachen bei Reanimationsübungen ein. Die Feuerwehr Steinhude hatte ihr Hovercraft mitgebracht, die Bundeswehrfeuerwehr vom Fliegerhorst mit einem Cockpitretter. Die Verkehrswacht Celle war mit einem Überschlagssimulator da. Die Regionsfeuerwehrbereitschaft demonstrierte moderne Technik wie eine Drohne und ein Hochwasserschutzsystem. Besonders imposant wurde die Vorführung einer Höhenrettung von der K+S-Werkfeuerwehr. Am Feuerlöschtrainer konnten die Besucher sich einmal selbst in der Brandbekämpfung versuchen.
Nur Parken direkt an der neuen Feuerwache war nicht vorgesehen – deshalb boten die Ortswehren einen Shuttle-Service von den beiden Ortskernen aus an. Natürlich mit Feuerwehrfahrzeugen. Die Mesmeroder hatten zusätzlich auch noch „Emma“ im Einsatz: das historische Feuerwehrfahrzeug, mit dem Rundfahrten angeboten wurden.
Das Smash DJ Team ließ zum Ausklang des Tages dann noch eine Kinderdisco in der Fahrzeughalle steigen, mit Mesmerodes Ortsbrandmeister Florian Rust persönlich als DJ. Gemeinsam mit Kollege Christoph Fieber heizte er den Tanzenden ordentlich ein. Das war kein Gag – Rust gehört tatsächlich sogar zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe.


Am Ende des ersten Härtetests für die frisch bezogene Feuerwache zählte man rund 1.200 Besucher. Von diesen hatten sich tatsächlich dann doch noch einige verlaufen … als sie die Toiletten suchten. Auf die Feuerwachentoiletten durften nämlich nur Feuerwehrleute, für die Besucher war extra vor dem Gebäude ein Toilettenwagen aufgestellt.
Der Tag ging komplikationslos zu Ende, mit den üblichen Martinshorngrüßen beim Herunterfahren vom Gelände verabschiedeten sich die vielen Beteiligten gegen Abend aus Mesmerode und Bokeloh. Den ersten „ernsten“ Einsatz in der neuen Feuerwache gab es nur wenige Tage später: Bokelohs Ortsbrandmeister Marcus Thiele wurde schon am neuen Standort verabschiedet.
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