Wunstorfer Auepost
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„Ich erlebe im Moment sehr viele Menschen, die unzufrieden sind“

10.09.2021 • Daniel Schneider • Aufrufe: 952

Ein Bürgermeister für alle Wunstorfer*innen will er sein, hat per se nichts gegen neue Parkplätze und nennt eine Hausnummer, wie lange es das Steinhuder Meer noch geben wird: Bürgermeisterkandidat Frank Kettner-Nikolaus (Bündnis 90/Die Grünen) im Auepost-Quartiergespräch.

10.09.2021
Daniel Schneider
Aufrufe: 952
Frank Kettner-Nikolaus
Frank Kettner-Nikolaus | Foto: Daniel Schneider

Beim Quartiergespräch mit Wunstorfs grünem Bürgermeisterkandidaten setzen wir versehentlich auf maximale Provokation: Den angebotenen Kaffee haben wir zwar coronakonform, aber wenig umweltbewusst in Einwegpappbechern mit Plastikdeckel organisiert. Kettner-Nikolaus lacht, als wir versichern, den Becher nicht mit aufs Foto zu nehmen. „Das gibt wieder Kommentare …“, grinst er. Dass das keine unbegründete Befürchtung ist, zeigte sich, als in den sozialen Netzwerken hochkochte, dass seine Wahlplakate mit Plastik-Kabelbindern an den Wunstorfer Straßenlaternen befestigt worden waren. „Wir sind auch nicht frei von Fehlern“, geht er offen damit um und nimmt der Sache so gleich den Wind aus den Segeln.

Als Einziger der Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Wunstorf wohnt Kettner-Nikolaus nicht in der Kernstadt, sondern „ganz weit draußen“ in Mesmerode – und hat doch urbanere Wurzeln als die Mitbewerber: Geboren und aufgewachsen in Hannover, kam er durch seine Frau nach Wunstorf und wohnte zunächst in Klein Heidorn. Doch da war am Wochenende Rushhour, erzählt er. „Kann doch nicht sein, dass ich aufs Land ziehe, und dann ist da mehr los als in Ricklingen“, beschreibt er die damals als absurd empfundene Wohnsituation. So wurde die Familie schließlich an den Auewiesen heimisch.

Quartiergespräch Spezial

In Wunstorf war er vor seiner Bürgermeisterkandidatur vielen noch unbekannt, denn er war bis jetzt nicht als Lokalpolitiker in den Gremien wie Stadtrat oder Ortsrat aktiv, obwohl er bereits vor zehn Jahren bei den Grünen eingetreten ist. Wie das kommt, wollen wir wissen. Kettner-Nikolaus erklärt es mit seinen beruflichen Verpflichtungen – er ist Geschäftsführer bei der Gesundheitswirtschaft Hannover – und seinen Ehrenämtern und kirchlichem Engagement. Damit sei er voll ausgelastet gewesen. Etwa in die Initiative zum Erhalt des Freibads Bokeloh hat er viel Zeit gesteckt. Von dort könnte ihn der ein oder andere Wunstorfer kennen.

Politisch hat er seit seiner Jugend mit den Grünen sympathisiert, kommt aus der Umwelt- und Friedensbewegung. 2011 wollte er ein stärkeres Zeichen setzen, die Partei unterstützen und war daher auch selbst Mitglied geworden. Politisch wirklich aktiv zu werden, das kam erst jetzt, mit der Bürgermeisterkandidatur. Im Hinterkopf hatte der 53-Jährige den Gedanken schon einige Zeit. Ob er sich gemeldet habe oder gefragt wurde, wollen wir wissen. „Beides“, lacht er mit seinem typisch schelmischen Humor. Vorgespräche gab es, aber letztlich habe er dann relativ spontan den berühmten Hut in den berühmten Ring geworfen – der Gedanke, zu kandidieren, habe ihn nicht mehr losgelassen. „Mein Bauchgefühl hat gesagt, ich muss das machen.“ Im vergangenen Jahr habe er noch nicht gewusst, dass er jetzt tatsächlich Bürgermeisterkandidat sein würde.

„Wenn man die Menschen schon fragt, dann muss man sie auch ernst nehmen“

Zur Entscheidung für die Kandidatur habe ihn auch der Führungsstil des Amtsinhabers motiviert: Kettner-Nikolaus möchte die Art und Weise, wie im Rathaus mit Menschen geredet werde, verändern, die Menschen stärker an politischen Entscheidungsprozessen beteiligen. Das sei ein starkes Motivationsmoment gewesen: „Das kann ich besser, als es aktuell passiert.“ Ob er ein Beispiel habe, fragen wir. Kettner-Nikolaus nennt die Sanierung einer Straße in Kolenfeld: Die Anwohner seien unzufrieden gewesen, der Rat habe über deren Köpfe hinweg entschieden. Die Verwaltung solle erst zu den Leuten gehen und dann eine Entscheidung im Rat herbeiführen, nicht umgekehrt. Auch aktuell beim Strandterrassenvorplatz sei das geschehen. Wenn man Anlieger in Arbeitskreisen beteilige, müsse man ihre Wünsche auch ernst nehmen und nicht darüber hinweggehen.

Kinderschokolade?

Das hieße natürlich nicht, dass einzelne Wünsche berücksichtigt werden müssen. aber man müsse auch transparent machen, warum die Entscheidungen so fallen, wie sie fallen. Bei der Transparenz sieht er großen Nachholbedarf. Kollidiere das nicht mit dem Bestreben, Verwaltungsabläufe schneller zu machen, wenn man zu viel Beteiligung zulässt? „Nein“, sagt Kettner-Nikolaus kategorisch. Standardprozesse ließen sich systematisieren, digitalisieren und dadurch beschleunigen. Aber die kreativen Prozesse, die Ideen, das müsse von Menschen entwickelt werden, und hierfür bliebe dann mehr Zeit. Und die sei es auch wert, die Projekte bekämen dadurch eine andere Qualität. Ob es auch Vorbilder für ihn in der Verwaltung gebe, haken wir nach. „Das Bürgerbüro“, sagt er, ohne zu überlegen. Da fühle er sich ernst genommen, und so publikumsfreundlich sollte nach seiner Vorstellung die gesamte Verwaltung funktionieren. Die Verwaltung hinke der Wirtschaft noch hinterher – die Kundenorientierung fehle. „Wir sind nicht zuständig“, das höre man noch viel zu oft im Rathaus, sagt Kettner-Nikolaus.

Isst er gerne Kinderschokolade, möchten wir wissen, wobei uns die Überleitung des Jahres gelingt. Kettner-Nikolaus, sichtlich irritiert, kann nicht ausschließen, sie schon einmal probiert zu haben, aber es stünde normalerweise nicht auf seiner Agenda, beantwortet er die Frage. Doch wir wollten nicht auf den Kalorienhaushalt des Bürgermeisterkandidaten hinaus, sondern auf das Thema Gleichberechtigung – besagtes Produkt zeigt auf der Verpackung traditionell nur männliche Kinder. Kettner-Nikolaus ist ebenfalls nur einer von drei männlichen Bürgermeisterkandidaten, aber aus einer Partei, die sich Gleichstellung besonders deutlich auf die Fahnen geschrieben hat. Hätte er als Frau bessere Wahlchancen gehabt, brechen wir das Baerbock-Habeck-Dilemma kurzerhand auf Wunstorf und seine Person herunter. „Ich glaube ja“, kommt die überraschende Antwort. „Wenn eine starke Kandidatin angetreten wäre, wäre sie bei uns die Kandidatin geworden“, meint Kettner-Nikolaus.

„Warum gibt’s keine Bürgermeisterfraukandidatin?“

Sei er im Wahlkampf einmal darauf angesprochen worden, dass er ein Kandidat und keine Kandidatin ist? „Warum gibt’s keine Bürgermeisterfraukandidatin?“, sei ihm tatsächlich einmal ins Gesicht gesagt worden, und das sogar noch von einem „Amtskollegen“ – nämlich bei der Begegnung mit den Kinder-Bürgermeistern des Ferienprogrammdorfs „Bauhausen“. Er erklärte es den Kindern genauso wie der Auepost. Letztlich ist es für Kettner-Nikolaus keine Frage des Geschlechts, sondern der einzelnen Person. Er wäre parteiintern daher auch gegen eine Frau angetreten, wenn er den Eindruck gehabt hätte, dass er es besser könne.

Erst ausprobieren, dann festlegen

Besser machen will er einiges, selbstverständlich beim Klimaschutz, eines seiner wichtigsten Themen. „Bei jedem Projekt, das neu begonnen wird, muss Nachhaltigkeit mitgedacht werden“, sagt er, und fügt direkt an, dass nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial gleichermaßen gedacht werden müsse. Bei Ausgleichsmaßnahmen für entfallenes Grün sieht er Verbesserungsbedarf: „Wenn ein Baum eingeht, pflanzt die Firma den nicht nach.“ Auch die Innenstadt könnte noch grüner werden: „Ich glaube, da muss man noch was machen.“ Bei der Wärmeverteilung in der Stadt vermutet er eine Differenz von mindestens zwei bis drei Grad Celsius zu den Ortsteilen. Das sei weder fürs Klima noch für die Menschen gut.

Frank Kettner-Nikolaus
Kettner-Nikolaus sieht sich als Dienstleister | Foto: Daniel Schneider

Wie in Zukunft unter einem grünen Bürgermeister die Rathauspost aussehen würde, erscheint verglichen mit Problemen wie dem Klimawandel geradezu lächerlich. Doch da das Thema bei den Wunstorfern polarisiert, fragen wir trotzdem: Werden in städtischen Bescheiden bald überall Gender-Sternchen auftauchen? Darauf will sich Kettner-Nikolaus nicht festlegen. „Auf jeden Fall Gleichberechtigung“, ist seine Aussage. Seine persönliche, private Präferenz ist dann aber tatsächlich die Sternchen-Schreibweise. „Sprechen lässt sich das schlecht“, gibt er zu. Der Weisheit letzter Schluss sieht er noch nicht gefunden. „Altenpflegerinnen“ spricht er ohne männliche Form. Männliche Altenpfleger hätten damit kein Problem. „Das muss man vielleicht neu denken“. Aber erreiche man damit nicht genau das Gegenteil, zementiert man nicht feste Rollenbilder in den Köpfen, sprechen wir die Kehrseite dieser pragmatischen Herangehensweise an. „Möglicherweise“, sagt Kettner-Nikolaus. Er möchte vor allem bei den Sprachrealitäten bleiben und unterscheiden zwischen Schriftlichem und gesprochener Sprache. In Texten brauche man Präzision, im Alltag aber Flexibilität, meint Kettner-Nikolaus. Über Konstrukte wie Regionspräsidentinnenkandidatinnen kann er sich auch selbst amüsieren. Bei Menschinnen und Bäuminnen werde man auch nicht landen, beruhigt er. Überdies sei das kein Kernthema für die Stadt, bleibt er ganz der Realo.

Auch die Kultur will Kettner-Nikolaus stärken, Angebote in der Innenstadt stattfinden lassen und sie dadurch interessanter machen. „Den Kunstverein aus der Abtei vertreiben, weil die Stadtverwaltung die Räume braucht, das geht nicht.“ Zum festen Bestandteil zählt er auch die Schützenfeste. „Das ist Teil der Wunstorfer Kultur.“ Beim Mesmeroder Schützenfest war er schon dabei, beim städtischen noch nicht. Dass die Traditionen und Verbindungen gepflegt werden, daran kann er jedoch nichts Schlechtes finden. Als Bürgermeister wäre er selbstverständlich vertreten, sobald das Schützenfest nach den Corona-Ausfällen wieder stattfinden kann.

Realpolitik

Die Verkehrsplanung für ganz Wunstorf müsse neu gedacht werden, sowohl Radwege als auch der Autoverkehr. Ob mit einen grünen Bürgermeister die Hindenburgstraße zur Einbahnstraße wird, wollen wir direkt wissen. „Nein“, legt sich Kettner-Nikolaus fest. Es sollte einen Radschnellweg nach Steinhude geben, aber der müsse nicht über die Hindenburgstraße verlaufen. Eher kann er sich einen Radschnellweg über die Hochstraße vorstellen, wenn die Nordumgehung da ist. Auch hier scheint der Realpolitiker wieder durch: Man müsse alles erst einmal ausprobieren, bevor man sich festlege, ein paar Wochen einen Pop-up-Radweg einrichten und schauen, wie es laufe, bevor man wirklich etwas baue.

Würde ein grüner Bürgermeister auch neue Parkplätze bauen in Wunstorf? Das könnte durchaus passieren, sagt Kettner-Nikolaus, vor allem, wenn umverlagert werden müsse. Wir vermuten einen Interessenkonflikt: Wie verkauft er das der grünen Wählerschaft, die keine neuen Parkplätze möchte? „Den Grünen ist klar, dass der Bürgermeister neutral und für alle da ist“, sagt er bestimmt. Und wenn eine konkrete Bürgerbeteiligung ergebe, dass mehr Parkplätze gebaut werden sollen, zum Beispiel in Steinhude? „Wir können keine Politik gegen die Menschen machen, im Gegenteil“, sagt Kettner-Nikolaus. Da sei klar zu unterscheiden zwischen Grünen-Ratsfraktion und Bürgermeisteramt. Er würde nie von einem „grünen Rathaus“ sprechen, wie es ein Mitbewerber entsprechend seiner Parteienfarbe tat, sondern versteht sich ganz als Dienstleister für Stadtrat und Verwaltung. Am Dauerstreitthema Nordumgehung wird es am offensichtlichsten: Hier wird er von der grünen Basis selbst kritisiert, dass er die Umgehungsstraße akzeptiert habe. „Widerstand an dieser Stelle ergibt keinen Sinn“, ist er sich sicher. Wie er zum Interview gekommen ist, wollen wir noch wissen. Mit dem Fahrrad oder Auto? „Mit dem E-Auto“, schmunzelt er. Der Nissan Leaf parkt in der Nähe.

Grünen-Bashing und Beleidigungen

Kettner-Nikolaus wird in den sozialen Medien, wo er sich manchmal Zeit nimmt, auch auf unsachliche Kommentare zu antworten, bisweilen heftig attackiert, auch persönlich angegriffen. Wie geht er damit um? „Das lässt mich völlig kalt“, sagt er, „total“. Das perle an ihm ab. Die Grünen seien Zielscheibe für die rechte Ecke, da werde pauschal vorgegangen. „Wir sind Feindbild für die ganz Rechten, das muss man einfach so sehen.“ In Wunstorf seien es aber bestimmte Leute, die stets alles und jeden schlecht machen würden. Würden Menschen, die ihn wirklich kennen, unsachlich über ihn schreiben – das würde ihn treffen. Bei Personen, die ihn weder kennen noch sich mit grünen Inhalten auseinandersetzten, wäre das nicht möglich. „Ich kann das gar nicht persönlich nehmen, weil es nicht persönlich ist.“ Im echten Alltag, bei Veranstaltungen oder auf dem Marktplatz habe er so etwas ohnehin noch nie erlebt.

„Es ist erschreckend, dass viele gar nicht dialogfähig sind“

Manchmal gelingt es ihm tatsächlich, in einen Dialog mit denjenigen zu treten, die ihn zuvor beleidigt haben, sie aus der Ecke der festgefahrenen Vorurteile herauszuholen. So etwas freut Kettner-Nikolaus dann umso mehr. Positive Rückmeldungen bekommt er im Wahlkampf aber auch ohne vorherige Scharmützel: „Wir müssen mit Klimaschutz ernst machen, dazu brauchen wir einen grünen Bürgermeister.“

Ärgert es ihn, dass die anderen Bürgermeisterkandidaten auch mit Klimaschutz im Programm um Stimmen werben? „Na ja“, lacht er gedehnt. Darüber habe man erst neulich in der Partei gesprochen, und einer der dort gehörten Sichtweise könne er sich anschließen: Wenn es dazu führe, dass die anderen ernsthaft Klimaschutz machen, dann sollen sie es tun. Man stehe hinter der Sache, nicht so sehr hinter der Person. Es sei aber nicht damit getan, dass der einzelne Bürgermeister permanent Fahrrad fahre. Jeder müsse damit anfangen, die großen Fragestellungen gelte es zu beantworten. Und: 250 Bauplätze schaffen zu wollen sei kein Beitrag zum Klimaschutz. Es würden Klimathemen aufgegriffen, aber nicht so grundlegend gesehen, wie es nötig sei. Einzelne gute Maßnahmen seien darunter, aber das große Ganze fehlte.

Frank Kettner-Nikolaus
Frank Kettner-Nikolaus | Foto: Daniel Schneider

Strom sei ein gutes Beispiel: Dass die Stadtwerke nicht ausschließlich Ökostrom anböten, darauf könne man als Stadt direkt Einfluss nehmen. Oder man könne mit städtischer Beteiligung eine Genossenschaft gründen, die Solaranlagen auch auf Mehrfamilienhäuser bringe, deren Eigentümer es nicht von sich aus täten. Mieter können sich von sich aus nicht an der Energiewende beteiligen – hier könnte die Stadt einspringen. Solche Projekte verkauften den Mietern den Strom dann 10 Prozent unter Marktpreis, die Klimaschutzziele würden erreicht und die Genossenschaft arbeite wirtschaftlich – eine Win-win-win-Situation und der Beweis, dass beim Klimaschutz nicht immer nur alles teurer werden müsse. Ein solches Modell könnte er sich auch für Wunstorf vorstellen.

Dem Steinhuder Meer bleibt nur noch wenig Zeit

Wenn er nicht gewählt wird, arbeitet Kettner-Nikolaus weiter als Geschäftsführer für das regionale Gesundheitsbranchennetzwerk. Aber was macht er, wenn er gewählt wird – und in 5 Jahren nicht wiedergewählt wird? Darauf gibt Kettner-Nikolaus eine ganz andere Antwort, als wir erwartet hätten: „Das ist kein Automatismus“, sagt er, und stellt in Frage, ob er überhaupt noch einmal kandidieren möchte. Das hinge nämlich davon ab, ob er in der ersten Amtszeit seine selbstgesteckten Ziele erreiche. Nur dann würde er wieder antreten. Auch einer generellen Amtszeitbegrenzung für Bürgermeister könnte er etwas abgewinnen: „Zehn Jahre sind genug.“ Es sei sinnvoll, wenn es danach mal wieder einen Wechsel gebe.

Auf Wechsel werden sich die Wunstorfer nach Einschätzung von Kettner-Nikolaus nicht nur im Rathaus einstellen müssen. Über Prognosen, dass es Niedersachsens größten See auch in 1.000 Jahren noch geben werde, kann er nur müde lächeln. „Wenn wir den Klimawandel nicht global in den Griff bekommen, ist das Steinhuder Meer in ein paar Jahrzehnten trocken.“ Das würde seine Generation noch erleben. Es sei noch nicht bei allen angekommen, aber absehbar: Die Ufergrundstücke in Steinhude würden nicht mehr am Wasser liegen, dafür würden heutige Grundstücke an Aue und Leine vom Hochwasser bedroht sein. Den Klimawandel könne man schon jetzt nicht mehr zurückdrehen, es werde Klimafolgenanpassungen geben müssen, auch wenn sie teurer werden. „Noch teurer wird es, wenn wir zulassen, dass die ganze Stadt überspült wird.“ Vor allem bei der Leine werde man etwas machen müssen, prophezeit er. „Wir müssen sofort anfangen mit Klimaschutz, in jeder Ecke. Und das kann sicherlich ein grüner Bürgermeister am besten.“

Interview: Daniel Schneider/Achim Süß
Text: Daniel Schneider

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Kommentare


  • Peter Bosch sagt:

    Interessant, einerseits möchte Hr. Kettner-Nikolaus mehr Beteiligungsprozesse „Wenn man die Menschen schon fragt, dann muss man sie auch ernst nehmen“ und dann stellt er fest „Es ist erschreckend, dass viele gar nicht dialogfähig sind“. Entweder hat der bisherige Bürgermeister diese Erfahrung auch gemacht, und handelt nun entsprechend, oder Hr. Kettner-Nikolaus wird feststellen müssen, dass nicht alle Menschen durch eine grüne Brille blicken und sich nicht auf grüne Art „ÜBERZEUGEN“ lassen können oder wollen.

  • Frank Kettner-Nikolaus sagt:

    Sie sprechen zwei unterschiedliche Themen an, Herr Bosch. Bürger*innenbeteiligung ist ein Wunsch vieler Menschen. Und ich bin der Auffassung, dass ein guter Dialog für Ergebnisse hilfreich sein kann und enorm zur Akzeptanz beiträgt. Ich halte dieses daher für wesentlich, um für ein gutes Miteinander in unserer Stadt zu sorgen.
    Wenn Menschen in Kommentaren auf facebook oder auch unter Artikeln hier bei der Auepost persönlich beleidigen oder gegen Themen oder meine Partei polemisieren, dann sind sie nicht an einem Dialog über Themen interessiert. Auf diesbezüglich Anfragen reagieren viele abweisend oder ablenkend. Das meine ich mit einer mangelnden Dialogfähigkeit. Es geht hier nicht um eine grüne Brille und auch nicht darum, solche Menschen inhaltlich überzeugen zu wollen, sondern lediglich um gegenseitigen Respekt, der sich dadurch ausdrückt, möglicherweise unterschiedliche Meinungen in höflicher Form auszutauschen. Dieses ist die Basis für echte Dialoge undnatürlich auch rine notwendige Spielregel für Partizipationsprozesse.

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